Felix M. Warburg


Felix M. Warburg
Felix Moritz Warburg

Felix Moritz Warburg (* 14. Januar 1871 in Hamburg; † 20. September 1937 in New York City) war ein deutsch-amerikanischer Bankier und Mäzen.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Seine Vorfahren waren im 17. Jahrhundert aus Italien nach Deutschland in die Stadt Warburg in Westfalen eingewandert und hatten deren Namen als Familiennamen angenommen. Im 18. Jahrhundert übersiedelten die Warburgs nach Altona. Moses Marcus Warburg und sein Bruder Gerson Warburg gründeten das Bankhaus M. M. Warburg & Co 1798 in Hamburg. Felix Warburg war ein Enkel des Firmengründers Moses Marcus Warburg und eines von sieben Kindern von Moritz Warburg und seiner Frau Charlotte, geb. Oppenheim. Wie seine Brüder Max und Paul wurde Felix Bankier, während der älteste der Brüder, Aby sich als Kind für Literatur und Geschichte interessierte und Kunsthistoriker wurde.

Frieda Schiff 1894, Porträt von Anders Zorn

1894 wanderte Felix in die Vereinigten Staaten aus und wurde Partner im Bankhaus Kuhn, Loeb & Co. in New York. Er heiratete Frieda Schiff, die Tochter des Seniorpartners Jacob Schiff. Das Paar, das der Reformsynagoge Temple Emanu-el[1] angehörte, hatte eine Tochter Carola, die Walter N. Rothschild heiratete, und vier Söhne: Frederick Marcus, Gerald Felix, Paul Felix und Edward Mortimer Morris Warburg.

Durch seine Interessen und Verbindungen wurde Felix Warburg, der 1907 die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt, eine Schlüsselfigur der deutsch-jüdischen Elite in der amerikanischen jüdischen Gemeinschaft des frühen 20. Jahrhunderts. [2] Er war ein führendes Mitglied im American Jewish Joint Distribution Committee, das sich die Unterstützung notleidender Juden in Europa nach dem Ende des 1. Weltkriegs zur Aufgabe gesetzt hatte. Schon 1919 unternahm er eine Erkundungsreise durch Europa und stellte deren Ergebnisse in einem Bericht zusammen, in dem er, wie die New York Times schrieb, darlegte, dass die jüdische Bevölkerung in Osteuropa am stärksten unter den Kriegsfolgen zu leiden hatte.[3]

1925 wurde er zusammen mit Harry Sacher, Chaim Weizmann, Albert Einstein, Martin Buber und Sigmund Freud Mitglied des Board of Governors der eben gegründeten Hebräischen Universität Jerusalem. Ebenso wirkte er in den Aufsichtsgremien der Columbia University und des Jüdischen Seminars in New York sowie des Fogg Art Museums der Harvard University, dessen Hauptsaal 1931 nach ihm benannt wurde.[4] Auch im American Museum of Natural History wurde ein Saal nach ihm benannt, die Felix M. Warburg Memorial Hall of Agriculture, heute Warburg Hall of New York State Environment.[5] Seine umfangreiche Sammlung an europäischen Zeichnungen und Drucken erhielt später das Art Center des Vassar College.[6] Sein privater und geschäftlicher schriftlicher Nachlass ging an die American Jewish Archives in Cincinnati (Ohio).

Als Anerkennung seines humanitären Einsatzes erhielt 1939 eine jüdische Siedlung im damaligen Mandatsgebiet Palästina nach ihm den Namen Kfar Warburg.[7]

Warburg-Haus

Das Haus von Felix M. Warburg am Central Park

1908 ließen sich Felix und Frieda Warburg durch den Architekten C. P. H. Gilbert ein repräsentatives sechsgeschossiges Haus im neugotischen Stil an der Ecke von Fifth Avenue und East 92nd Street errichten. Nach Felix' Tod stiftete Frieda Schiff Warburg im Januar 1944 es als zukünftigen Sitz des Jüdischen Museums, das 1947 hier eröffnet wurde und bis heute in dem 1963 und 1993 erweiterten Haus in der Mitte der Museum Mile untergebracht ist.

Einzelnachweise

  1. Temple Emanu-el in der englischen Wikipedia
  2. Warburg was a key figure in the German-Jewish elite of the early 20th century American Jewish community. Felix M. Warburg Papers
  3. Tells sad plight of Jews New Tork Times, 12 November 1919
  4. Bulletin of the Fogg Museumof Art November 1937
  5. American Museum of Natural History
  6. The Felix M. Warburg Print Collection
  7. Kfar Warburg in der englischen Wikipedia

Literatur

  • Yehuda Bauer: My Brother's Keeper. A History of the American Jewish Joint Distribution Committee 1929-1939. Philadelphia: Jewish Publication Society of America 1974 ISBN 0-8276-0048-8

Weblinks

 Commons: Felix M. Warburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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