Frank E. Adcock


Frank E. Adcock

Frank Ezra Adcock (* 15. April 1886 in Desford; † 22. Februar 1968) war ein britischer Althistoriker.

Frank Adcock besuchte seit 1905 für vier Jahre das King’s College in Cambridge. Für ein Jahr ging er an die Universitäten Berlin und München. Beeinflusst wurde er besonders von Nathaniel Wedd und Walter Headlam sowie den deutschen Altertumswissenschaftlern Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff und Eduard Meyer. 1911 wurde er Fellow und Lecturer. In den Jahren 1912 und 1914 veröffentlichte er zwei bedeutende Artikel über die Quellen zu Solon. Durch seine besonderen Deutschkenntnisse übersetzte er Thukydides ins Deutsche. Seit dem Krieg war er einer der drei Herausgeber der Handbuchsammlung The Cambridge Ancient History. Nach dem Tod von J. B. Bury 1927 wurde er Hauptverantwortlicher des Werkes. 1925 wurde er Professor für Alte Geschichte. 1936 wurde er Mitglied der British Academy. Adcock war einer der Herausgeber der Historia und 1947/48 Präsident der Classical Association. Während seiner Laufbahn nahm er die Martin Classical Lectures am Oberlin College, die Sather Classical Lectures an der University of California, Berkeley, die Jerome Lectures an der University of Michigan wahr. Adcock erhielt zahlreiche Auszeichnungen. 1954 wurde er zum Ritter geschlagen. Die 66. Ausgabe der Zeitschrift The Journal of Roman Studies wurde ihm gewidmet. Adcock erhielt Ehrendoktorate der Universitäten Durham, Dublin, Manchester und Leicester.

Adcock arbeitete schwerpunktmäßig zu den zentralen Feldern der griechischen und römischen Antike. Er verfasste Arbeiten zu Gaius Iulius Caesar, Thukydides, Marcus Licinius Crassus und Augustus. Letzteren ordnete er – anders als etwa Ronald Syme – nicht in die Roman Revolution („Römische Revolution“) ein, sondern sah in Augustus einen Konservativen, der die Institutionen der Römischen Republik bewahren wollte.

Wegen seiner Deutschkenntnisse wurde er auch in militärischen Bereichen tätig. Im Ersten Weltkrieg, von 1915 bis 1919, war er bei der Intelligence Division of Admiralty, im sogenannten Room 40, tätig und an der Entzifferung deutscher Codes beteiligt. Auch während des Zweiten Weltkrieges arbeitete er wieder als Codeknacker, diesmal in Bletchley Park.

Schriften

  • Diplomacy in ancient Greece. London 1975.
  • Römische Staatskunst. Idee und Wirklichkeit in der römischen Politik. Übersetzung aus dem Englischen von Helmut Schlüter, 2. Auflage, Göttingen 1967.
  • Thucydides and his history. Cambridge 1963.
  • Caesar als Schriftsteller. Übersetzung aus dem Englischen von Ursula Gaetzschmann, Göttingen 1962

Literatur

  • Nicholas Geoffrey Lemprière Hammond: Frank Ezra Adcock. In: Proceedings of the British Academy, Bd 54 (1968), S, 425–434.

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