Friedrich Hermann Eickhoff


Friedrich Hermann Eickhoff

Friedrich Hermann Eickhoff[1] (* 1807 in Soest; † 1886 in Gütersloh) war ein deutscher Lehrer, Organist und Liedbearbeiter. Bis heute bekannt ist er durch die Lieder Geh aus, mein Herz, und suche Freud und Ihr Kinderlein, kommet, die er durch Kombination geistlicher Texte (von Paul Gerhardt bzw. Christoph von Schmid) mit Frühlingsmelodien von August Harder bzw. Johann Abraham Peter Schulz schuf.

Eickhoff erhielt seine Ausbildung am Lehrerseminar in Soest. 1829 kam er als Lehrer nach Gütersloh. Dort unterrichtete er an der evangelischen Mädchen-Volksschule in der Kirchstraße; später wurde er deren Rektor. In dieser Eigenschaft leitete er den Umzug der Schule in das neue Schulgebäude an der Kökerstraße 1859 sowie die Zusammenlegung der drei evangelischen Volksschulen zur Bürgerschule 1868. 1879 wurde er pensioniert.

Neben seiner pädagogischen Tätigkeit war Eickhoff Organist der evangelischen Gemeinde an der Apostelkirche, wohin zwei Jahre vor ihm Johann Heinrich Volkening als Pfarrer gekommen war (bis 1838). Durch Volkening wurde Gütersloh ein Zentrum der Minden-Ravensberger lutherischen Erweckungsbewegung.

Eickhoffs Bemühen um volkstümliche christliche Lieder war sowohl aus seinem Lehrerberuf wie aus seinem Organistendienst erwachsen. Durch das Singen stimmungsvoller Texte zu eingängigen Melodien sollten Bilder und Botschaft des Evangeliums den Kindern und Familien eingeprägt werden.

1835 gründete Carl Bertelsmann am Kirchplatz in Gütersloh sein Verlagshaus. Zu den ersten Verkaufserfolgen gehörte die christliche Liedersammlung Theomele, herausgegeben von Friedrich Eickhoff mit den von ihm gesammelten oder durch Kombination geschaffenen Liedern. Etwa um diese Zeit heiratete Eickhoff Bertelsmanns Tochter Anna Friederike. Das Paar hatte vier Kinder, drei davon wurden wie Eickhoff Lehrer.

Ihren eigentlichen Durchbruch erfuhren Eickhoffs Lieder durch Johann Heinrich Volkenings Liederbuch Kleine Missionsharfe. Es erschien 1852 bei Bertelsmann und erlebte 82 Auflagen mit mehr als zwei Millionen Exemplaren.

1873 gründete Friedrich Eickhoff den Historischen Verein in Gütersloh mit, den Vorläufer des heutigen Gütersloher Heimatvereins. In Gütersloh erhielt zu Eickhoffs 50. Todestag 1936 die Eickhoffstraße ihren Namen, die allerdings nicht nach Friedrich Hermann Eickhoff, sondern nach seinen Söhnen Prof. Hermann Eickhoff (1853–1934) und Prof. Paul Eickhoff (1850–1931) benannt ist. Beide veröffentlichten zahlreiche Werke zur Heimatgeschichte.

Einzelnachweise

  1. irrtümlich auch Friedrich Heinrich E., siehe aber PND

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Eickhoff — bezeichnet einen Stadtteil von Büren in Nordrhein Westfalen, siehe Eickhoff (Büren) den Familiennamen folgender Personen: Albert Eickhoff (* 1935), deutscher Modehändler Anthony Eickhoff (1827–1901), deutsch US amerikanischer Journalist, Anwalt… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste von Persönlichkeiten der Stadt Gütersloh — In dieser Liste sind Personen aufgeführt, die in der deutschen Stadt Gütersloh geboren worden sind oder zu dieser Stadt in einer besonderen Beziehung stehen. Die Ehrenbürger sind in der Liste der Ehrenbürger von Gütersloh verzeichnet. Söhne und… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste von Persönlichkeiten der Stadt Soest — Die folgende Übersicht enthält bedeutende Persönlichkeiten der Stadt Soest. Sie ist sortiert in Ehrenbürger, Personen, die in Soest geboren wurden, und Personen mit anderem Bezug zur Stadt. Inhaltsverzeichnis 1 Ehrenbürger 2 Söhne und Töchter der …   Deutsch Wikipedia

  • Ihr Kinderlein, kommet — (eigentlich Die Kinder bey der Krippe) ist ein kirchliches Weihnachtslied aus dem 18. Jahrhundert. Inhaltsverzeichnis 1 Herkunft 2 Liedtext 3 Literatur 4 Einzelnachweis …   Deutsch Wikipedia

  • Айкхоф, Фридрих Герман — Фридрих Герман Айкхоф (нем. Friedrich Hermann Eickhoff; 1807(1807), Зост  1886, Гютерсло)  немецкий педагог, органист и редактор. Окончил школу для учителей в Зосте и с 1829 года работал в школе для девочек в Гютерсло, затем… …   Википедия

  • Nagelgraf — Der Nagelgraf war eine im Jahre 1915 aus Eichenholz gefertigte Skulptur des jüdischen Bildhauers Leopold Fleischhacker, die am 2. Januar 1916 feierlich auf dem Marktplatz der Stadt Hamm eingeweiht wurde. Sie zeigte ein idealisiertes Bild des… …   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte der Juden in Hamm — Die Geschichte der Juden in Hamm beginnt bereits wenige Jahrzehnte nach Gründung der Stadt Hamm im Jahre 1226. Eine hebräische Martyrologie, niedergeschrieben im Jahre 1296, erwähnt zwei jüdische Flüchtlinge aus Hamm. 1327 gestattete Bischof… …   Deutsch Wikipedia

  • Rietberg — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Jahrbuch der Psychoanalyse — Das Jahrbuch der Psychoanalyse[1] erscheint zweimal jährlich bei Frommann Holzboog, einem 1727 gegründeten wissenschaftlichen Fachverlag in Bad Cannstatt. Es ist dem intellektuellen Diskurs der deutschsprachigen Psychoanalyse gewidmet und trägt… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Ei — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia