Hughes Glomar Explorer


Hughes Glomar Explorer
Die Glomar Explorer
Die Glomar Explorer
Übersicht
Stapellauf 9. November 1972
Indienststellung 1. Juli 1973
Technische Daten
Verdrängung

63.000 Tonnen voll beladen

Länge

188,7 m

Breite

35,3 Meter

Tiefgang

10,7 Meter

Besatzung

rund 180

Antrieb

13.200 Welle-PS dieselelektrisch, 2 Propeller, 5 Strahlruder

Geschwindigkeit

10,8 Knoten

Die Hughes Glomar Explorer (bei der United States Navy USNS Glomar Explorer (T-AG-193), derzeit bei der GlobalSantaFe Corporation GSF Explorer) ist ein Schiff, das 1972 von den Vereinigten Staaten zur Bergung eines U-Boot-Wracks aus 5000 Metern Tiefe gebaut wurde.

Nach Ende der Operation lag das Schiff bis 1997 fast ausschließlich eingemottet in der Reserveflotte der US Navy, wurde dann aber an Global SantaFe verleast und zum Tiefseebohrschiff umgerüstet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nachdem das sowjetische U-Boot K-129 1968 gesunken war, fand die United States Navy das Wrack rund 1500 Seemeilen nordwestlich von Hawaii in einer Tiefe von rund 5000 Metern; die sowjetische Marine hingegen kannte den Ort des Untergangs nicht. Die Central Intelligence Agency (CIA) ließ daraufhin ein Spezialschiff bauen, das das Wrack heimlich bergen sollte. Die Operation wurde Azorian-Projekt getauft. Um die Geheimhaltung nicht zu gefährden, wurde Howard Hughes gebeten, das Schiff bauen zu lassen; angeblich sollte es Erzen, speziell Manganknollen vom Meeresboden abbauen. Die Kosten sollen bei rund 350 Millionen US-Dollar gelegen haben.[1]

Bauwerft für die Glomar Explorer war Sun Shipbuilding & Drydock in Chester, Pennsylvania. Am 9. November 1972 lief das Schiff vom Stapel, nach Erprobungsfahrten verließ die Glomar Explorer die Werft im April 1973, allerdings ohne das geheime Equipment für die U-Boot-Bergung. Dieses wurde ab Ende 1973 in Long Beach, Kalifornien installiert. Um den Greifarm an Bord zu bringen, wurde extra eine abtauchbare Schute, die Hughes Mining Barge entwickelt. Die Glomar Explorer manövrierte über sie und nahm durch die Ladeluke im Rumpf den Greifarm auf. Im Juni 1974 begann die Fahrt zur Untergangsstelle des U-Bootes. Im Juli und August gelang es der Glomar Explorer lediglich, das Bugsegment von K-129 zu bergen, das beim Hebevorgang vom Rumpf abbrach.

Als 1975 erst die Los Angeles Times und Wochen später Pulitzer-Preis-Träger Seymour Hersh in The New York Times jedoch den wahren Zweck der Glomar Explorer enthüllt hatten, hatte die US-Regierung keine Verwendung mehr für das Schiff. Die General Services Administration versuchte erfolglos, es zu verleasen, fand jedoch keine Leasingnehmer. 1977 wurde es daher eingemottet. zwischen 1978 und 1980 wurde die Glomar Explorer tatsächlich zu Versuchen zum unterseeischen Erzabbau verwendet, dann aber wieder eingemottet.

1997 wurde die Glomar Explorer für 30 Jahre an Global Marine Drilling verleast, die das Schiff 1998 bei Atlantic Marine zum Tiefseebohrschiff ausrüsten ließ. Für die inzwischen als GlobalSantaFe Corporation firmierende Unternehmung fährt das Schiff als GSF Explorer; bis 2012 ist sie für Marathon Oil vor Indonesien unterwegs.[2]

Technik

Die Glomar Explorer ist 188 Meter lang und 35,3 Meter breit. Sie verdrängt voll beladen rund 63.000 Standard-Tonnen. Ihr Äußeres wird dominiert von dem mittschiff 80 Meter über den Kiel herausragenden „Bohrturm“ und den beiden kleineren Gittertürmen davor und dahinter. Unsichtbar ist die Ladeluke unten im Rumpf des Schiffs. Dort wurde der Greifarm während der Fahrt gelagert. Dieser Greifarm konnte durch die Luke abgesenkt werden. Über den Bohrturm wurden Gestänge eingefädelt, die den Greifarm in Position unter dem Schiff hielten; die beiden Gittertürme konnten abgesenkt werden und den Greifarm aus der abgesenkten HMB übernehmen und an Bord ziehen. Dies alles wurde auf einer Plattform gelagert, die in der Lage war, jeglichen Wellengang auszugleichen und die Türme immer senkrecht zur Wasseroberfläche zu halten.

Die Glomar Explorer wurde angetrieben von einem dieselelektrischen Antrieb, bestehend aus sechs Dieseln und fünf Elektromotoren, mit einer Leistung von 13.200 Wellen-PS auf zwei Wellen. So erreichte das Schiff Geschwindigkeiten bis zu 10,8 Knoten. Für die Bergung wurde ein Computersystem installiert, das in der Lage ist, das Schiff exakt über auf dem Meeresgrund ausgesetzten Sonartranspondern zu halten. Dafür konnte der Computer auf fünf Strahlruder (drei am Bug, zwei am Heck) zurückgreifen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Norman Polmar: Naval Institute Guide to the Ships and Aircraft of the U.S. Fleet. US Naval Institute Press, Annapolis 2005, ISBN 978-1-59114-685-8. S. 251
  2. Transocean: Fleet Status Report (engl.)

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