Galerie Stihl Waiblingen

Galerie Stihl Waiblingen
Galerie Stihl Waiblingen

Die städtische Galerie Stihl Waiblingen ist ein im Mai 2008 eröffnetes Ausstellungshaus, das auf Arbeiten auf bzw. aus Papier spezialisiert ist. Es werden drei Wechselausstellungen pro Jahr gezeigt. Zusammen mit der in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Kunstschule Unteres Remstal bildet die Galerie ein kulturelles Zentrum in Waiblingen zwischen der historischen Stadtmauer und dem Ufer der Rems.

Inhaltsverzeichnis

Architektur

Die städtische Galerie wurde 2008 eröffnet. Der Name der Galerie würdigt eine großzügige Spende der Eva Mayr-Stihl Stiftung, welche den Bau der Galerie ermöglichte, und verweist gleichzeitig auf die Trägerin der Institution, die Stadt Waiblingen. Der Stuttgarter Architekt Hartwig N. Schneider entwarf die zwei Neubauten direkt an der Rems. Eine homogene Haut aus durchscheinendem Industrieglas umschließt die beiden Gebäude, die miteinander in einen räumlichen Dialog treten. Städtebaulich sind sie so positioniert, dass sie nur durch eine Gasse voneinander getrennt werden. Im kleineren Gebäude ist die Kunstschule Unteres Remstal untergebracht, das größere Gebäude nimmt die Exponate der städtischen Galerie Stihl Waiblingen auf. Bei Dunkelheit erstrahlt die Galerie wie ein Kristall. Bei beiden Gebäuden werden bewusst der Werkstattcharakter, die Nähe zu einer industriehaften Alltagstauglichkeit sowie ihre Robustheit herausgestellt. Im Inneren läuft man über grauen Magnesitestrich und blickt auf Wände und Decken aus Sichtbeton.

In direkter Nachbarschaft, wo früher die alte Häckermühle stand, komplettiert ein weiterer Neubau das Gebäudeensemble. Unter einem großen, mit den Dächern der Altstadt korrespondierenden Satteldach befinden sich das im August 2009 neu eröffnete Galeriecafé disegno und die Verwaltung der Galerie Stihl Waiblingen. Die Architektur ist ebenfalls vom Stuttgarter Büro Hartwig N. Schneider.

Pavillon für Waiblingen

Olafur Eliasson: Pavillon für Waiblingen, 2009

Seit Juli 2009 wird das Kunstensemble an der Rems dank einer Schenkung der Eva Mayr-Stihl-Stiftung durch eine Plastik des dänischen Künstlers Olafur Eliasson bereichert. Der Pavillon für Waiblingen greift das Thema Wasser (Rems) und die industriell anmutende Architektur von Kunstschule und Galerie auf und trifft damit das große Thema des Künstlers: „die Zwiesprache zwischen Natur und Kunst“ – die Suche nach den physikalischen Gesetzmäßigkeiten in der Natur und ihre verborgenen Beziehungen zur artifiziellen, von Menschenhand geschaffenen Umwelt.

Ausstellungskonzept

Die städtische Galerie Stihl Waiblingen legt den Schwerpunkt auf das Ausstellen von Arbeiten auf Papier. Es werden drei Wechselausstellungen pro Jahr gezeigt.

Das Ausstellungsspektrum gliedert sich in die folgenden drei Bereiche:

  • Klassische Arbeiten auf Papier von der Vergangenheit bis zur Gegenwart: Dabei handelt es sich um Arbeiten auf Papier, die als autonomes Kunstwerk angesehen werden. Dies können ausgearbeitete Zeichnungen, Druckgrafiken, Aquarelle oder Collagen sein, wie beispielsweise die Mezzotinten Turners oder die Radierungen von Rembrandt, die im Eröffnungsjahr in der Galerie gezeigt wurden.
  • Arbeiten auf Papier als Mittel der Massenkommunikation: Darunter versteht man Arbeiten, die mit den Techniken der Massenproduktion vervielfältigt werden, wie zum Beispiel Karikaturen, Bildergeschichten, Comics, Bilderbogen und Plakate. Hierbei spielen auch popularkulturelle, subkulturelle und kommerzielle Aspekte eine wichtige Rolle.
  • Angewandte Zeichnung aus Architektur, Design und Technik: Dies können Bauzeichnungen, Entwürfe des Industriedesigners, Modezeichnungen oder Konstruktionszeichnungen sein. Vor allem sollen der ästhetische Wert und der kreative Prozess dieses Mediums herausgestellt werden.

Ausstellungen

  • Albrecht Dürer – Genie Marke Vorbild, 22. Oktober 2011 bis 22. Januar 2012
  • Phantasie an die Macht. Politische Künstlerplakate von Kollwitz bis Rauschenberg, 8. Juli bis 25. September 2011
  • Stein-Druck-Kunst. Von den Anfängen der Lithografie über Baumeister und Sonderborg bis heute, 25. März bis 19. Juni 2011
  • Einrichten. Leben in Karton, 25. November 2010 bis 27. Februar 2011
  • F. K. Waechter. Satirekunst, 2. Juli bis 3. Oktober 2010
  • Ernst Ludwig Kirchner: Erlebnis der Berge, 26. März bis 13. Juni 2010
  • Faszination Architekturzeichnung – Räume und Träume, 13. November 2009 bis 7. Februar 2010
  • John Cage. Kunst=Leben, 14. Juni bis 20. September 2009
  • Bildergeschichten. Von Wilhelm Busch bis Robert Gernhardt, 30. Januar bis 3. Mai 2009
  • beeindruckt von Rembrandt. Rembrandt und die englischen Malerradierer des 19. Jahrhunderts, 30. September 2008 bis 11. Januar 2009
  • Reisen mit William Turner. J. M. William Turner: Das Liber Studiorum, 30. Mai bis 7. September 2008

Bildergalerie

Literatur

  • Philip Jodidio: Architektur heute! Museen, Köln 2010, S.328-335
  • Paul Andreas: Galerie Stihl Waiblingen und Kunstschule Unteres Remstal, in: Deutsches Architektur Jahrbuch 2009/10, München 2009, S. 92-95
  • Museen in Baden-Württemberg, hrsg. von der Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg und dem Museumsverband Baden-Württemberg e.V., Stuttgart 2009, S. 478 f.

Weblinks

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