GeoInformation Bremen


GeoInformation Bremen

Die GeoInformation Bremen war der Landesbetrieb für Vermessungswesen und Geoinformation der Freien Hansestadt Bremen mit den Aufgaben Landesvermessung, Liegenschaftskataster, amtliche Wertermittlung und Bodenordnung. Der Betrieb wurde 2011 in das Landesamt Geoinformation umgewandelt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und rechtliche Grundlage

2001 wurden das Katasteramt und das Landesvermessungsamt in der Geoinformation Bremen zusammengefasst. Grundlage war das Gesetz über den Eigenbetrieb GeoInformation Bremen Eigenbetrieb des Landes Bremen (BremGeoG) vom 4. Dezember 2001.[1] Von der Bildung des Eigenbetriebes wurden Vorteile für den Haushalt des Landes erwartet. Als die Erwartungen auch nach neun Jahren nicht verwirklicht werden konnten, wurde der Eigenbetrieb zum 1. Januar 2011 in das Landesamt GeoInformation übergeführt.[2][3]

Organisation

Das Landesamt GeoInformation hat seinen Hauptsitz in der Überseestadt, dem Gebiet der ehemaligen Handelshäfen. Eine Außenstelle befindet sich in Vegesack in Bremen-Nord.

Das Amt hat vier Aufgabenbereiche :

  • Vermessung, Kataster
  • Geoinformation, Raumbezug, Topographische-Kartographische Basisinformation
  • Wertermittlung, Bodenordnung
  • Informationssysteme

Derzeit sind bei der GeoInformation Bremen 150 Mitarbeiter im Innen- und Außendienst beschäftigt. Für die Erledigung der Aufträge vor Ort stehen 13 Messfahrzeuge zur Verfügung.

Arbeit

Landesvermessung

Die Landesvermessung liefert die Basisdaten für sämtliche raumbezogenen Informationssysteme des Landes Bremen. In ganz Bremen werden Festpunktfelder in den jeweiligen geodätischen Bezugssystemen für die Lage, Höhe und Schwere bereitgestellt.

Die GeoInformation betreibt ein Netz für folgende Festpunkte:

  • Die Punkte des Lagefestpunktfeldes bilden die geodätische Grundlage für Liegenschaftsvermessungen, für topographische Landeskartenwerke sowie für technische und wissenschaftliche Zwecke.
  • Das Höhenfestpunktfeld ist flächendeckend über die Stadtgemeinde Bremen verteilt. Die Punkte bilden die Grundlage unter anderem für Baumaßnahmen, Katastrophenschutz, Kanalkataster und Geländemodelle.
  • Schwerefestpunkte (SFP) werden mit Hilfe von geeigneten Nivellementpunkten (NivP) oder Trigonometrischen Punkten (TP) und Gravimetern gemessen. Damit kann die Schwerebeschleunigung mit höchster Genauigkeit bestimmt werden. Die im Land Bremen liegenden SFP werden von der Landesvermessung und Geobasisinformation Niedersachsen (LGN) mitverwaltet.

GeoInformation Bremen betreibt infrastrukturelle Einrichtungen für den Satellitenpositionierungsdienst der deutschen Landesvermessung (SAPOS). Die Grundlage des Systems bildet ein Netz von GPS-Referenzstationen. Es stellt die technische Verbindung zum künftigen amtlichen Raumbezugssystem ETRS89 her.

Kartographie

GeoInformation Bremen erstellt die amtliche Topographische Karte (TK 50) für Bremen und Bremerhaven.

3D-Modell der Stadt Bremen

Im Auftrag des Senators für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa und des Senators für Wirtschaft und Häfen führt GeoInformation Bremen das virtuelle 3D-Stadtmodell der Stadt Bremen.

Das Stadtmodell enthält Gebäudemodelle, mit Anbindung an Basisdaten (Liegenschaftskarte). Das digitale 3D-Stadtmodell stützt sich auf ein Datenbanksystem. Ausgaben des Models sind in den gebräuchlichen Formaten für 3D-Modelle möglich. Das Basismodell versteht sich als universeller Grunddatenbestand für Anwendungen im technischen als auch im gestalterischen und planerischen sowie repräsentativen Bereich. Ausgehend von den Anforderungen der jeweiligen Nutzer wird das Basismodell um z. B. Geländemodelle, Ingenieurbauwerke, Texturen, Bodenstrukturen, Kartengrundlagen, Vegetationselemente, geplante oder im Bau befindliche Objekte angereichert.

Als Anwendungen schlägt GeoInformation Bremen u.a. vor, die Berechnung von Schall- und Immissionsausbreitungen, eine Übersicht über geeignete Flächen für Solarthermie und Photovoltaik und Online-Präsentationen ( z. B. Google-Earth).

Webpräsenz

Einzelnachweise

  1. Geoinformation-Gesetz. Gesetzesportal Bremen, abgerufen am 23. Januar 2011.
  2. Michael Brandt: Das Katasteramt kommt zurück. Umwandlung in Eigenbetrieb gescheitert. weser-kurier.de, 7. Oktober 2010, abgerufen am 23. Januar 2011.
  3. Gesetz zur Aufhebung des Gesetzes über den Eigenbetrieb GeoInformation Bremen Eigenbetrieb des Landes Bremen. Gesetzesportal Bremen, 16. November 2010, abgerufen am 23. Januar 2011.

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