Geschlossene Bauweise (Baurecht)


Geschlossene Bauweise (Baurecht)
Geschlossene Bauweise

Die geschlossene Bauweise legt in einem Bebauungsplan die geschlossene Bebauung der einzelnen Baugrundstücke fest. Nach der Baunutzungsverordnung gibt es dazu zwei grundsätzliche Möglichkeiten: die geschlossene und die offene Bauweise. Die gleiche Unterscheidung gilt für die im übrigen Zusammenhang bebauten Ortsteile, für die kein Bebauungsplan aufgestellt ist.

Bei der geschlossenen Bauweise werden die Baugrundstücke zwischen den seitlichen Grenzen in voller Breite überbaut. Dabei ist eine Durchfahrt durch das Gebäude auf den rückwärtigen Grundstücksteil erforderlich, wenn dort Gebäude oder Einstellplätze vorgesehen sind. Bebauungsformen in geschlossener Bauweise sind z. B. die Blockbebauung entlang eines Straßengevierts oder entlang einer Straße errichtete Mietshäuser oder Reihenhäuser.

Die betreffende Gesetzesnorm in Deutschland ist § 22 BauNVO. Liegen die Baugrundstücke nicht innerhalb eines Bebauungsplanes, wird die Bebaubarkeit durch §34 Abs. 1 Satz 1 BauGB geregelt. Die Bauweise muss sich demnach in die nähere Umgebung einfügen, damit das Ortsbild nicht beeinträchtigt wird.

Vorteile der geschlossenen Bauweise

Die geschlossene Bauweise kam aufgrund ihrer vielseitigen Vorteile bereits in den alten Straßen- und Angerdörfern zur Anwendung.

  • Durch die geschlossene Häuserfront bleiben störende Einflüsse wie Lärm, Abgase und Wind auf der Straßenseite im öffentlichen Bereich.
  • Öffentlicher und privater Bereich sind klar getrennt. Dadurch entsteht in den von der Straße aus uneinsehbaren Gärten ein Privatbereich mit einer besser nutzbaren Gartenfläche.
  • Der Wegfall der bei einer offenen Bauweise vorhandenen seitlichen Grünstreifen ermöglicht eine kompaktere Anordnung der Häuser. Dadurch werden die Aufschließungskosten wesentlich geringer gehalten.
  • Die geschlossene Bauweise kann durch die mögliche kleinräumigere Strukturierung den negativen Auswirkungen der Zersiedelung und dem einhergehenden Flächenverbrauch entgegenwirken.

Optimalerweise sollte die Straße in Ost-West-Richtung verlaufen, wodurch jedes Haus gleichermaßen Sonnenlicht erhält und eine gegenseitige Beschattung vermieden wird.[1]

Nachteile der geschlossenen Bauweise

  • Die gegenseitige Störung durch Nachbarn kann bei geschlossener Bauweise erhöht sein, beispielsweise bei städtischen Mietshäusern oder bei Reihenhäusern mit schmalen Grundstücken.[2]
  • Durch das Aneinanderbauen benachbarter Häuser reduzieren sich die Möglichkeiten für die natürliche Belichtung der Innenräume (Extrembeispiel: Reihenhäuser in Back-to-Back-Bauweise).
  • Bei geschlossener Bauweise können sich Brände schneller ausbreiten, weshalb zusätzliche Sicherungsmaßnahmen wie Brandschutzwände notwendig sind.

Einzelnachweise

  1. Baudirektion im Amt der NÖ Landesregierung
  2. Martin Korda: Städtebau: Technische Grundlagen. Wiesbaden 2005, S. 103.
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