Gsieser Törl

Gsieser Törl

xBWx

Gsieser Törl
Süd Nord
Passhöhe 2.205 m ü. A.
Region Provinz Südtirol, Italien Bundesland Osttirol, Österreich
Wasserscheide Pidigbach → Gsieser BachRienzEisackEtsch Lappbach → SchwarzachIselDrauDonau
Talorte St. Magdalena im Gsieser Tal St. Jakob im Defereggental
Ausbau Markierter Steig
Gebirge Villgratner Berge
Karte (Südtirol)
Gsieser Törl (Südtirol)
Gsieser Törl
Koordinaten 46° 53′ 13″ N, 12° 15′ 35″ O46.88694444444412.2597222222222205Koordinaten: 46° 53′ 13″ N, 12° 15′ 35″ O

Das Gsieser Törl ist ein Übergang (2.205 m ü. A.) vom hinteren Gsieser Tal in Südtirol hinüber zum Defereggental in Osttirol. Das Gsieser Törl bildet die Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien.

Um das Gsieser Törl ranken sich viele alte Schmugglergeschichten. Es galt besonders in den 1920er und 1930er Jahren als ein viel benutzter Schmugglerweg zwischen Italien und Österreich, ebenso wie die Jöcher zwischen Gsieser Tal und Villgratental.[1] Zu dieser Zeit, jedoch auch noch bis in die 1970er Jahre hinein, wurde dieser an sich weit abgelegene Übergang vor allem von italienischen Zollbeamten restriktiv kontrolliert. Obwohl der Übergang nur nach mehreren Stunden anstrengendem Fußmarsch erreichbar ist, wurde dieser seinerzeit intensiv von Schmugglern meist zur Nachtzeit benutzt.[2]

Wenige Meter unterhalb des Törl-Kamms befinden sich auf italienischer Seite noch verlassene, direkt an die Felswand gebaute Kasernengebäude. In diesen primitiven Unterkünften waren die Zollbeamten damals selbst in den Wintermonaten untergebracht, auf rund 2200 Metern Höhe, schwer zugänglich vom Talort. Auf der gesamten Breite des Übergangs markiert auf diesem Bergeinschnitt noch heute ein Holzzaun die Staatsgrenze.

Es gab vor einigen Jahren Planungen, den Weg zum Gsieser Törl zu beiden Seiten als grenzüberschreitenden Straßenübergang auszubauen. Diese Pläne wurden aber nie verwirklicht, da der Eingriff in die Landschaft immens gewesen wäre und in keinem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen gestanden hätte.[3]

Vom Gsieser Törl aus ist der Gipfel des Deferegger Pfannhorns (2.820 m) in rund 2 1/2 Stunden Gehzeit zu erreichen. Lediglich die letzten 180 Höhenmeter, oberhalb der sogenannten Schmelzgrube bis zum Gipfel des Pfannhorns, sind steil und erfordern Trittsicherheit.

Inhaltsverzeichnis

Aufstieg

Südseite

Von St. Magdalena (Kirche, 1398 m) im Gsieser Tal, zunächst hinein zur Talschlusshütte (1465 m; dorthin auch mit dem Auto möglich, Parkplatz); nun links bzw. geradeaus zum Rotmooshof, von dort entweder auf dem Fahrweg durch den Wald (Markierung Nr. 49) oder auf dem ostseitigen Fußweg meist durch Almgelände hinein zur Pidigalm und zur Kradorfer Alm (Ausschank, 1694 m). Nun bald stärker ansteigend weiter talauf zur Oberbergalm (1975 m; Ausschank) und über saftige Bergwiesen und vorbei am Quellgebiet des Gsieser Baches hinauf zum Gsieser Törl (ab Ausgangspunkt 2 1/2 Std.).

Nordseite

Vom Ortsteil Maria Hilf bei St. Jakob in Defereggen, über den Weg Nr. 329 zur Lappachalm (1928 m), von dort unschwierig über Almwiesen, stets am Lappbach entlang, hinauf zum Gsieser Törl (ab Ausgangspunkt 2 1/2 Std.).

Gipfel in der Umgebung

  • Deferegger Pfannhorn (2.820 m)
  • Kärlskopf (2.836 m)
  • Hochkreuzspitze (2.740 m)

Bilder

Weblinks

 Commons: Gsieser Törl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. "Das Schmugglertal" - Dokumentation der Verhältnisse zwischen Gsies, Villgraten und Defereggen - Tourismusverband Gsieser Tal
  2. Grenzüberschreitendes EU-Interreg-Projekt "Über die Jöcher: Gsiesertal - Villgraten"
  3. ADAC Verlag (Hrsg.): ADAC Reiseführer Plus Südtirol. München 2005, ISBN 3-89905-272-2, S. 71 (Eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Нужно решить контрольную?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Gsies — (ital.: Valle di Casies) …   Deutsch Wikipedia

  • Villgratner Berge — f1 Villgratner Berge Lage der Villgratner Berge innerhalb der Ostalpen Höchster Gipfel Weiße Spitze ( …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”