Güterwagen der Deutschen Reichsbahn der DDR

Güterwagen der Deutschen Reichsbahn der DDR

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Güterwagen der Deutschen Reichsbahn von 1949 bis zu ihrem Aufgehen in der Deutschen Bahn AG Ende 1993.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Teil

Bauarten

Umgebaute Güterwagen

Die meisten Güterwagen der Deutschen Reichsbahn, die 1949 übernommen wurden, wurden mit dem Ziel der Erhöhung der Nutzungsdauer über die üblichen 30 Jahre hinaus und der Senkung des Instandhaltungsaufwandes im Laufe der Jahre mehr oder weniger aufwändig umgebaut. Dabei blieben die Hauptmaße im Wesentlichen unverändert. Retrospektiv kann man mehrere Stufen unterscheiden:

  • die Ausbesserungsarbeiten, in deren Rahmen gelegentlich auch Umbauten erfolgten,
  • die Teilmodernisierungen als größere Umbaumaßnahmen (Teil-Mod-Wagen),
  • die Rekonstruktionen als aufwändigste Form, die nahezu einem Neubau gleich kamen (Reko-Wagen), sowie
  • die Umbauten mit Entstehung einer anderen Wagenart.

Die Betrachtung wird dadurch erschwert, dass keine flächendeckende Dokumentation erfolgte und dass der Übergang zwischen den Stufen gelegentlich fließend war. Zudem war man oft sehr kreativ, so dass sich die Wagen teilweise deutlich voneinander unterschieden. Über die Stückzahlen liegen gleichfalls keine verlässlichen Angaben vor, anhand der Nummernbereiche (5. bis 8. Stelle der UIC-Wagennummer) kann jedoch die höchstens vorhandene Zahl abgeschätzt werden.

Neu gebaute Güterwagen

Als Neubau wurden alle Güterwagen bezeichnet, die aus Einzelteilen gebaut wurden, also auch Neuaufbauten aus Altteilen. Soweit möglich wurden dabei die Normen des Internationalen Eisenbahnverbands (UIC) berücksichtigt. Echte UIC-Standardgüterwagen, d. h. vollständig nach einer UIC-Zeichnungsdokumentation gefertigte Wagen, wurden nicht beschafft.

Da die Waggonfabriken der DDR vorrangig für den Export produzieren mussten, wurden ab 1960 viele Güterwagen in den Reichsbahnausbesserungswerken (Raw) hergestellt. Aufgrund der Stückzahl herausragend waren dabei die Raw Dresden mit einer Jahreskapazität von 2.100 zweiachsigen offenen Güterwagen und Leipzig mit einer Jahreskapazität von 800 zweiachsigen gedeckten und zweiachsigen Kesselwagen (Stand 1974).

Vorstellung mehrerer Güterwagen aus französischer Produktion auf der Leipziger Messe 1972

Importiert wurden Güterwagen vorzugsweise aus dem RGW-Wirtschaftsraum. Etwa 20.000 Güterwagen konnten in den 1970er Jahren im Rahmen eines Kompensationsgeschäfts aus Frankreich gekauft werden. Die Importe fabrikneuer Waggons aus dem übrigen westlichen Ausland nahmen sich vergleichsweise gering aus.

Angekaufte gebrauchte Güterwagen

In den 1980er Jahren, kaufte die Deutsche Reichsbahn viele gebrauchte, überwiegend UIC-standardisierte Güterwagen vor allem aus der BRD, Dänemark, den Niederlanden, Belgien und Frankreich. Diese hatten beim Kauf ihre Nutzungsdauer noch nicht erreicht und konnten in der Regel ohne Anpassungsarbeiten noch etliche Jahre genutzt werden. Diese Wagen sind nicht Bestandteil dieses Artikels.

Bezeichnungen

Die Güterwagen wurden im Laufe des Betrachtungszeitraums mehrfach umgezeichnet. Die deutschen Gattungszeichen wurden 1968 durch das international einheitliche UIC-Bauart-Bezeichnungssystem für Güterwagen abgelöst. In diesem Artikel wird in der Regel die erste gültige UIC-Bezeichnung genannt, Ausnahmen sind gekennzeichnet.

Im Jahr 1951 wurden für alle DR-Güterwagen sechsstellige Nummern verbindlich, deren erste beiden Ziffern als Gattungsnummer die Bauart der Waggons erkennen ließen. Auch nach der 1968 erfolgten Umnummerierung in die 12-stelligen UIC-Wagennummern konnte auf die Gattungsnummer nicht verzichtet werden, da sich an ihr das gesamte Zuordnungs- und Beheimatungssystem der DR-Güterwagen orientierte. Sie wurde deshalb fortan als Leitzahl bezeichnet und stirnseitig an die Wagen angeschrieben. Die ursprünglich zweistellige Leitzahl wurde dabei zur Feinunterteilung gegebenenfalls durch weitere Ziffern hinter einem Punkt ergänzt.

Schon ab 1976 wurde laut Fotobelegen die neue vierstellige Gattungsschlüsselnummer (GNSR), deren erste drei Ziffern in der Regel mit der 5. bis 7. Ziffer der UIC-Wagennummer übereinstimmten, im Anschriftenfeld an der Längsseite der Waggons angeschrieben. Offiziell eingeführt wurde die GSNR laut Literatur im Jahr 1978, anschließend konnte die Leitzahl entfallen. Die GSNR wurden für einige Wagentypen sogar mehrfach geändert, zudem existiert keine vollständige Übersicht. Leitzahl und GSNR werden in diesem Artikel nur dort angegeben, wo dies sinnvoll erscheint.

Die einzige konstante Bezeichnung ist die vierstellige Dokumentationsnummer (Dok.-Nr.) oder Wagengattungsnummer, unter der alle Wagen im Teilheft 4 der Dienstvorschrift (DV) 939 der Deutschen Reichsbahn zu finden waren. Die Dok.-Nr. wurde jedoch nie an die Waggons angeschrieben und darf keinesfalls mit der ebenfalls vierstelligen GSNR verwechselt werden.

Gedeckte Güterwagen

G-Wagen der Verbandsbauart mit Aussteifungen in den äußeren Seitenfeldern und Rollenlagern

Einfache Umbauten der Flachdachwagen

In großem Umfang wurden Wagen der Gattungsbezirke Stettin und München (Länderbauart nach preußischem Musterblatt II²d8), sowie Kassel und München (Verbandsbauart A2) herangezogen. Der Wagenkasten blieb erhalten, für die Aufnahme des Tonnendachs wurden lediglich die stirnseitigen senkrechten Kastenstützen nach oben verlängert. Die Wagen behielten ihr ursprüngliches Ladegewicht und erhielten keine eigenen Nummernbereiche. Es existierten mindestens fünf Bauformen:

  • Generalreparierte Flachdachwagen − d.h. Wiederaufbauten in Ursprungsform,
  • Flachdachwagen mit Aussteifungen in den äußeren Seitenfeldern,
  • Flachdachwagen mit Doppelschaken-Fahrwerk (wenige Exemplare),
  • Wagen mit Tonnendach und Wagenkastenverstärkungen in den äußeren Seitenfeldern,
  • Wagen mit Tonnendach, im oberen Drittel teilverblechten Wänden sowie UIC-Lade- und Lüftungsschiebern.

Gedeckte Teil-Mod-Wagen

Ausgewählte gedeckte Güterwagen wurden der aufwändigen Teil-Modernisierung unterzogen. Sie erhielten einen komplett neuen Wagenkasten mit Teilverblechung im oberen Drittel sowie UIC-Rollenlager. Bei der Umzeichnung im Jahr 1968 wurden zunächst falsche UIC-Gattungszeichen mit fehlendem "m" vergeben, verbunden mit einer Einordnung in falsche Nummernbereiche. Dies wurde um 1970 korrigiert. In diesem Kapitel sind stets die korrekten UIC-Gattungsbezeichnungen mit "m" für eine Ladelänge unter 9 m angegeben.

Maximal 3000 Wagen des ehemaligen Gattungsbezirks Bremen gelangten zur DR. Aufgrund der einfachen Kriegsbauart waren sie zeitig verschlissen, weswegen man schon 1963 nach 20 Betriebsjahren mit der ihrer Teil-Modernisierung begann. Defekte Hildebrand-Knorr-Bremsanlagen und Dampfheizleitungen demontierte man dabei gelegentlich. Nur die gebremsten Teil-Mod-Wagen wurden anschließend für 100km/h zugelassen, alle anderen weiterhin für 80km/h. Alle „Bremen“ einschließlich der Teil-Mod-Wagen gehörten zur Dok.-Nr. 0630. Die angeschriebenen Bezeichnungen der Waggons vermischen teilweise ebenfalls Altbaufahrzeuge und Teil-Mod-Wagen, darüber hinaus wechselten sie mehrmals. Im folgenden werden Nummernbereiche und Gattungsbezeichnungen wiedergegeben, aus denen sich die Anzahl und die Ausstattung der vorhandenen Waggons abschätzen lässt. 1966 (Güterwagen-Handbuch) hatten die Teil-Mod-Wagen noch keine eigenen Nummernbereiche:

  • 101 1000 - 101 2999 für deutsche Wagengattung Gm(s), umfasst ≤2000 Wagen ohne Dampfheizleitung,
  • 102 5000 - 102 5999 für deutsche Wagengattung Gmh(s), umfasst ≤1000 Wagen mit Dampfheizleitung.

Ab 1967 (DV 939) werden die Wagen nach Höchstgeschwindigkeit unterscheiden:

  • 101 1000 ff.: deutsche Wagengattung Gm = Wagen für 80km/h, also nicht-modernisierte oder ungebremste Wagen (über Dampfheizleitung hier keine Angabe),
  • 133 0000 ff.: deutsche Wagengattung Gms = Wagen für 100km/h ohne Dampfheizleitung,
  • 134 6000 ff.: deutsche Wagengattung Gmhs = Wagen für 100km/h mit Dampfheizleitung.

Spätestens 1974 (Güterwagen-Handbuch) erhielten alle Wagen korrekte UIC-Bezeichnungen und neue Wagennummern:

  • 102 3000 - 102 3999: Glm, also ≤1000 nicht-modernisierte oder ungebremste Wagen ohne Dampfheizleitung,
  • 135 0000 - 135 0999: Glms, also ≤1000 Wagen für 100km/h ohne Dampfheizleitung,
  • 136 4000 - 136 4999: Glmrs, also ≤1000 Wagen für 100km/h mit Dampfheizleitung.

Anmerkungen: Laut DV 939 sollen 1967 70% der Wagen unter der Dok.-Nr. 0630 eine Dampfheizleitung besessen haben. Diese Angabe wurde anschließend in andere Literatur übernommen, scheint aber zweifelhaft, denn zu jeder Zeit waren die Nummernbereiche für Wagen ohne Dampfheizleitung doppelt so groß. Der ab spätestens 1974 fehlende Nummernbereich schließt die Weiterexistenz von Wagen mit Dampfheizleitung und 80km/h Höchstgeschwindigkeit aus.

Von den Flachdachwagen fanden für die Teil-Modernisierung im Raw Magdeburg nur Wagen der Verbandsbauart A2 Verwendung. Ihr neuer, im oberen Drittel teilverblechter Wagenkasten hatte nur noch zwei Teilfelder auf jeder Seite der Tür. Das Ladegewicht konnte auf 21 t erhöht werden. Die Wagen wurden bis 1990 eingesetzt. Es existierten zwei Bauformen:

  • Bei einer Serie wurde der Achsstand von 4500 mm auf 5700 mm erweitert. Dies ermöglichte den Einbau der KE-G-Bremse (Knorr-Bremse der Einheitsbauart), erforderte jedoch die Nachrüstung eines Sprengwerks. Die Annahme, dass es sich hierbei ausschließlich um ehemals ungebremste Wagen handelt, kann nicht belegt werden. Ab 1966 wurden außerdem UIC-Lade- und Lüftungsschieber montiert.
  • Eine zweite Serie erhielt ein Doppelschaken-Fahrwerk unter Beibehaltung des 4500mm-Achsstandes und der Kunze-Knorr-Bremse.
Ursprungswagen Umbau Teil-Mod-Wagen
ehem. Gattungsbezirk Dt. Gattung Jahr Anzahl(1) Dok.-Nr. Leitzahl UIC-Gattung LüP ohne Handbremse LüP mit Handbremse Achsstand
Kassel, München
(Verbandsbauart A2)
G 1964/66 1050 4002 04.3, 05.3 Glm   9.300 mm(3) 5.700 mm
1967(2) 2700 4003   9.300 mm(3)   9.600 mm(3) 4.500 mm

(1) Maximale Anzahl nach der Größe des Nummernbereiches.
(2) Das in der DV 939 angegebene erste Baujahr 1957 ist wahrscheinlich ein Druckfehler. Es existiert kein Foto mit alter Wagennummer. UIC-Lade- und Lüftungsschieber und UIC-genormte Doppelschaken waren zu jener Zeit noch nicht verfügbar. Im Güterwagen-Handbuch von 1966 ist dieser Wagentyp nicht enthalten.
(3) Bei einigen Wagen verkürzte sich die LüP durch den Einbau von UIC-Puffern um 60mm. Eine Umbeschriftung unterblieb in der Regel.

Zweiachsige gedeckte Neubauwagen

Mannschaftstransportwagen Hbs, GSNR 2301 – entspricht weitgehend dem Gbs-Wagen der Dok.-Nr. 4025

Die Wagen nach Dok.-Nr. 0637 entstanden 1950/51 im Waggonbau Bautzen und entsprachen in den Abmessungen und Technik weitgehend dem Vorkriegswagen Gs Oppeln. Sie waren für Mannschaftstransporte ausgerüstet. Die deutsche Gattungsbezeichnung lautete M(w)s, die Leitzahl 06. Später wurden sie unter der Gattungsbezeichnung Hks-t als Sonderbauart eingestuft.

Eine Neuentwicklung stellten die 1958 gebauten Wagen nach Dok.-Nr. 0638 mit 25,2m² Ladefläche dar. Viele Teile entsprachen bereits UIC-Standards. Sie waren sie jedoch nur für 80km/h zugelassen und hatten nur 4 Lüftungsschieber, weswegen sie die UIC-Gattungsbezeichnung Gl bekamen. Der Nummernbereich lässt auf höchstens 300 Exemplare schließen.

Am Gs-Wagen des UIC orientierten sich die 1966 aus Jugoslawien beschafften Waggons der Dok.-Nr. 4001 mit 25,0m² Ladefläche. Ob der 1000 Stück umfassende Nummernbereich 1200xxx ausgenutzt wurde, ist unklar.

Die mit Abstand meisten gedeckten Wagen, nämlich insgesamt über 20.000 Exemplare, entsprachen weitgehend dem Gbs-Wagen des UIC. Fast baugleich entstanden im Raw Leipzig auch Wärmeschutzwagen (umgangssprachlich: „Bananenwagen“) als Neubau sowie ab 1979 Mannschaftstransportwagen in verschiedenen Ausführungen als Neubau und als Umbau aus Gbs 1500. Ferner lieferten das Raw Leipzig und die Waggon Union Siegen auch entsprechende Schwenkdachwagen. Einen Überblick über die einzelnen Bauserien (außer Mannschaftstransportwagen) gibt die folgende Tabelle. Die meisten Waggons wurden kurz nach Übernahme durch die Deutsche Bahn AG ausgemustert.

Hersteller Baujahr Dok.-Nr. Gattung GSNR Außenwand Bemerkung Anzahl
Raw Leipzig 1966-83 4000 Gbs 1500 Blech mit 7 Sicken ab Baujahr 1982 10 Sicken (etwa 900 Exemplare) 13.500
Gothaer Waggonfabrik 1966 300
Waggonbau Kraljevo 1968 4004 Holz
Gothaer Waggonfabrik 1969-71 4006 Gbqrss 1742 Blech mit 7 Sicken Handbremse, Expressgutwagen 700
Raw Leipzig 1971-72 4005 Tbs Schwenkdachwagen
1973-74 4009 Ibblpqrs 8256 Wärmeschutzwagen mit Schaumpolystyrol-Isolation
UV Arad (Rumänien) 1974 4010 Gbs 1505 Sperrholzplatten 800
4011 Handbremse
CAF (Spanien) 1981 4012 1543 1.000
Waggon Union Siegen 1981 4500 Tbekks 5775 Schwenkdachwagen, alle Mietgüterwagen bei EKO für den Transport von Feinblech 400
1982-83 4014 Gbs 1550 720
1556 Handbremse 280
1983 4015 Gbqss-z 1743 Expressgutwagen 120
Raw Leipzig 1984-85 4021 Gbs 1515 Blech mit 10 Sicken gegenüber Gbs 1500 anderes Stirnwanddachsegment 650
1985-86 4023 1553 gegenüber Gbs 1515 andere Federung, rechteckige Puffer 1.080
1986-88 4025 1554 wie Gbs 1553, aber vorbereitet für Automatische Kupplung 540
1557 Variante des Gbs 1554 mit Handbremse 80

Nach der Deutschen Wiedervereinigung beschaffte die DR denen der DB-Bauart Hbbillns 305 gleiche Schiebewandwagen.

Bahndienstwagen – umgebaut aus einem gedeckten Güterwagen der Dok.-Nr. 0655-1

Vierachsige gedeckte Neubauwagen

Rangierbahnhof Berlin-Pankow, vorn: zwei der Importwaggons der Gattung Gag(r)s-v

Die vierachsigen gedeckten Güterwagen fanden oft im Getreidetransport Verwendung. Sie verfügten hierfür über Ladeöffnungen im Dach (nationaler Kennbuchstabe v).

In den Jahren 1951-54 entstanden in der DDR zunächst vierachsige gedeckte Güterwagen mit Holzwänden nach dem Vorbild der Wagen des ehemaligen Gattungsbezirks Bromberg. Sie waren aber etwas kürzer, woraus eine Ladelänge von 14,42 m und eine Ladefläche von 39,2m² resultierte. Es gab drei Versionen:

  • Gag(m)(r)s-v / Dok.-Nr. 0655-1: mit Bremserhaus, teilweise mit Dampfheizleitung,
  • Gag(m)(r)s-v / Dok.-Nr. 0655-2: ohne Bremserhaus, teilweise mit Dampfheizleitung, sowie
  • Hacg(m)rs-v / Dok.-Nr. 0655-3: ohne Bremserhaus, mit Stirnwandtüren, immer mit Dampfheizleitung.

Die gelegentlich anzutreffenden Gattungsbezeichnungen ohne "m" resultieren aus einem Fehler bei der Umzeichnung 1968, welcher aber später korrigiert wurde.

Die später importierten Wagen mit gesickten Blechwänden entsprachen in ihren äußeren Abmessungen der Bauart 1 der  UIC-Norm 571-2. Drei Serien wurden gebaut:

  • 1963/64 in Arad mit einer Doppelschiebetür je Seite, mit oder ohne Handbremse, mit Dampfheizleitung (Gagrs-v / Dok.-Nr. 0641),
  • 1966-68 in Niš mit zwei Einzelschiebetüren je Seite, mit oder ohne Handbremse, mit Dampfheizleitung (Gagrs-v / Dok.-Nr. 4400), sowie
  • 1973/74 in Arad mit zwei Einzelschiebetüren je Seite ohne Dampfheizleitung (Gags-v) - ohne Handbremse (Dok.-Nr. 4401) und mit Handbremse (Dok.-Nr. 4402).

Flachwagen

Älterer Rungenwagen Dok.-Nr. 0772 als Kkklm mit Rollenlagern und ohne Rungen
Ks-Wagen Erstbaujahr 1969, Dok.-Nr. 5526, GNSR 3300, nach DB-Übernahme in Günzburg

Flachwagen in Regelbauart mit zwei Radsätzen (Gattung K)

Die übernommenen Rungenwagen mit 15 t Ladegewicht wurden großteils unter den Leitzahlen 61 (mit Rungen) und 63 (ohne Rungen) eingeordnet, sodass eine Aussage über den Verbleib der einzelnen Bauarten nicht möglich ist. Bei den Wagen der Verbandsbaurt wurden die Bordwände mit den ursprünglich waagerechten Brettern gegen solche mit senkrechten Brettern getauscht. Die Wagen mit 20 t Ladegewicht (geschweißte Bauart mit 8 m Achsstand, Dok.-Nr. 0772) und 25 t Ladegewicht (Kriegsbauart, Dok.-Nr. 0774) wurden vielfach auf Rollenlager umgebaut, letztere dann für 100km/h zugelassen. Beide Typen waren bis Anfang der 1990er Jahre im Einsatz.

Zweiachsige Flachwagen der Regelbauart wurden im Vergleich mit den Drehgestellwagen nur wenige neu beschafft. Die Waggons aus Arad (Baujahr 1969, Dok.-Nr. 5526, GNSR 3300) waren ohne Handbremse, jene aus Niesky (Baujahre 1969-70, Dok.-Nr. 5528, GNSR 3301) dagegen mit Handbremse bei umklappbarem Bühnengeländer ausgestattet. Beide Typen entsprachen in ihren Abmessungen bis auf den Achsstand von 8 m dem Ks-Wagen des UIC und hatten Schwenkrungen.

Flachwagen in Sonderbauart mit Einzelradsätzen (Gattung L)

Für den Transport von Kraftfahrzeugen standen standen spezielle Flachwagen zur Verfügung. Mit ihnen konnten Pkw in zwei Ebenen transportiert werden, wobei das Oberdeck als Auffahrrampe schräg zu stellen war. Es traten drei Hersteller in Erscheinung:

  • 1958-60 Waggonbau Niesky mit Doppelwageneinheiten (Dok.-Nr. 0748), Gattung Laae (später Laaek) sowie
  • 1976-78 Vagónka Česká Lípa (Dok.-Nr. 5300) und
  • ab 1986 Fauvet-Girel (Dok.-Nr. 5301), beide mit stets paarweise eingesetzten Einzelwagen, Gattung Leks.

Darüber hinaus entstanden in den Raw aus alten Drehschemelwagen und Omm-Wagen sowie später auch auf Neubau-Untergestellen einfache Flachwagen zum Pkw-Transport, die in sogenannten Autopendel eingestellt wurden.

Für den kombinierten Verkehr beschaffte man 1959/60 zunächst Behältertragwagen, welche fünf Mittelcontainer aufnehmen konnten (Dok.-Nr. 0844, Deutsche Wagengattung: BTmm). Zusätzlich wurden 1960/61 Tragwagen aus ehemaligen Topfwagen hergerichtet, welche nur drei Mittelcontainer fassten (Dok.-Nr. 0845, Deutsche Wagengattung: BTw). Aufgrund des Niedergangs des Mittelcontainer-Verkehrs war beiden Typen keine lange Einsatzzeit beschieden.

Auf der Konstruktion des Gbs-Wagens (s. o.) basierend baute das Raw Leipzig einige Spezialdrehgestelltransportwagen (Dok.-Nr. 5675), auf welchen drei mal zwei Y25-Drehgestelle im Huckepackverfahren Platz fanden.

Rs-Wagen Erstbaujahr 1964, Dok.-Nr. 0804, nach DB-Übernahme am Sägewerk Kodersdorf
Ehemaliger R(g)s-Wagen mit Niesky-Drehgestellen (mögliche Dok.-Nrr. 5850-5854) im Bauzugeinsatz in Dresden-Neustadt

Flachwagen in Regelbauart mit Drehgestellen (Gattung R)

R-Wagen mit wenigstens 15 m Ladelänge

Für die älteren vierachsigen Schienenwagen liegen drei Dokumente aus dem Jahr 1973 vor, in denen sie nach Ladelänge und Ladegewicht zusammengefasst werden.

  • Dok.-Nr. 0799: 15 m Ladelänge / 36,5 t Lastgrenze, Nummernbereich 383 8000 - 383 8699, entspricht der Verbandsbauart
  • Dok.-Nr. 0806: 18 m Ladelänge / 40 t Lastgrenze, Nummernbereich 383 8700 - 383 8999, entspricht der Sonderbauart bzw. Austauschbauart
  • Dok.-Nr. 0807: 18 m Ladelänge / 42 t Lastgrenze, Nummernbereich 384 1000 - 384 1999, entspricht der geschweißten Bauart

1964 kamen neue Flachwagen aus Sarajevo (Dok.-Nr. 0804), welche mit ihrer Ladelänge von 20,70 m bis heute die längsten deutschen R-Wagen sind. Die ursprüngliche deutsche Wagengattung SSly wurde noch in SSalm geändert, bevor sie 1968 die UIC-Bezeichnung R erhielten. Über 500 Waggons wurden von der DB 1994 in die Bauartnummer 679 übernommen.

Die mit Abstand meisten R-Wagen orientierten sich am UIC-Standardwagen R(e)s mit ≥18,50 m Ladelänge. Die Tabelle zeigt die verschiedenen Bauserien und erwähnt einige ihrer Detailunterschiede:

Baujahre Hersteller Dok.-Nr. Gattung GSNR Anzahl Eigenschaften DB-Bauartnummer ab 1994
1967-68 Waggonfabrik Sarajevo 5850 Rs 3900 550 Niesky-Drehgestelle, Handbremse
1968-69 Waggonbau Niesky 5851
1968-71 Waggonbau Niesky 5852 Rgs 3910 530 Containerzapfen, Niesky-Drehgestelle, Handbremse 668
1970-73 UV Arad (Rumänien) 5853 >2300 669
1971 Waggonfabrik Sarajevo 5854 300 670
1976-77 UV Arad (Rumänien) 5856 825 Containerzapfen, Y25-Drehgestelle 671
1975-76 ANF-Industrie (Frankreich) 5575 Res 3936 500 achtteilige Seitenborde, Y25-Drehgestelle 675
1977-86 Raw Eberswalde 5576 1210 neunteilige Seitenborde, Y25-Drehgestelle 676
1977-78 Waggonbau Niesky 5577 <500 neunteilige Seitenborde, Y25-Drehgestelle 677
1987-90 Raw Eberswalde 5578 3997 500 neunteilige Seitenborde, Y25-Drehgestelle, gegenüber 3936 geänderte Stirnborde 678

Die mit Containerzapfen ausgestatteten Rgs-Wagen waren das Rückgrat der ISO-Container-Beförderung in der DDR, da spezielle Containertragwagen (Gattungen L oder S) nicht zur Verfügung standen.

Rmm-Wagen mit weniger als 15 m Ladelänge

Die ersten neuen R-Wagen mit der Dok.-Nr. 0811 kamen ab 1952 aus Niesky. Sie ähnelten den vierachsigen Schwerlastwagen (Panzertransportwagen) der geschweißten Bauart von 1942 (Dok.-Nr. 0808), waren aber etwas länger. Die deutsche Wagengattung lautete SSy, spätestens ab 1965 jedoch SSam; die UIC-Bezeichnung Rlmmp. Der Nummernbereich der Altbaufahrzeuge reichte von 389 0000 bis 389 0499, der der Neubaufahrzeuge von 389 0500 bis 389 0999 – also jeweils 500 mögliche Nummern.

Ab 1984 wurden von Vagonka Tatra aus Poprad etwa 1000 vierachsige Flachwagen mit einer Ladelänge von 11,30 m beschafft. Beim Transport von schweren Stahl- und Betonteilen und Fahrzeugen konnten damit die noch aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs stammenden Schwerlastwagen ersetzt werden. Jene 70%, die mit Seitenborden ausgestattet waren, fanden darüber hinaus auch im Schüttgutverkehr Verwendung. Die Wagen der Gattung Rmms erhielten zunächst die Dok.-Nr. 5581 und die GSNR 3960. Bei der DB erhielten sie 1994 die Bauartnummer 662.

Flachwagen in Sonderbauart mit Drehgestellen (Gattung S)

Die folgende Einteilung orientiert sich am Artikel Flachwagen. Über S-Wagen für den kombinierten Verkehr verfügte die DR nicht.

S-Wagen für schwere Lasten

Von der DR übernommen wurden eine Reihe zwischen 1942 und 1944 gebauter sechsachsiger Schwerlastwagen (Panzertransportwagen) der geschweißten Bauart (Dok.-Nr. 0810). Die deutsche Wagengattung lautete SSym, spätestens ab 1954 jedoch SSamm; die UIC-Bezeichnung Sa. Angesichts dessen, dass bei Kriegsende auch zur DB nur etwa 300 Waggons gelangten, dürfte der in den DR-Unterlagen angegebene Nummernbereich 482 4000 – 482 7999 bei weitem nicht ausgenutzt worden sein.

Rangierbahnhof Dresden, in der Bildmitte: ein RRym-Wagen mit Fischbauchträger

Dominierend innerhalb der S-Wagen-Gruppe waren die sogenannten RRym-Wagen: sechsachsige Flachwagen mit befahrbarem Wagenboden, klappbaren Stirn- und Seitenborden (wobei die Stirnborde gleichzeitig als Überladebrücke dienten) sowie einem Ladegewicht von etwa 90 t. Sie wurden für den Transport von schweren Lasten verschiedenster Art eingesetzt. Wie alle Güterwagen, die das Nebengattungszeichen y trugen, wurden auch die RRym-Wagen mehrmals umgezeichnet, nämlich spätestens ab 1965 zunächst nach dem deutschen System in RRamm (mm hier: Ladegewicht >80 t). Ab 1968 bekamen sie die UIC-Bezeichnung Sa, ab 1980 Samm (mm hier: Ladelänge <18 m). Die Bauserien unterscheiden sich in verschiedenen Details. Alle wurden unter der GSNR 4818 geführt.

Baujahre Hersteller Dok.-Nr. Eigenschaften Bestand 31.12.1993 DB-Bauartnummer ab 1994
1952-56 Waggonbau Niesky 0779 Fischbauchträger, Gleitlager, Seilösen 1.044 451
1956-57 0782 Fischbauchträger, UIC-Rollenlager, Seilösen, UIC-Puffer 134 452
1965-67 Waggonfabrik Niš und La Brugeoise et Nivelles 0784, 0785 Fischbauchträger, UIC-Rollenlager, Seilanker, UIC-Puffer 697 453
1977-78 UV Arad (Rumänien) 5625 gerader Langträger, UIC-Rollenlager, Seilanker, UIC-Puffer 1.579 454

S-Wagen für spezielle Zwecke

Ab 1964 lieferte der Waggonbau Niesky 700 vierachsige Gleisjochtransportwagen (Dok.-Nr. 7900), die Ähnlichkeit zu den RRym-Wagen des gleichen Herstellers haben. Etwa 120 von ihnen wurden mit Rolleneinrichtungen für den Gleisjochverlegekran Uk 25/9 Bauart Platow ausgestattet. Der Einsatz erfolgte durch die Reichsbahnbaudirektion. Die meisten verkehrten als Einzelwagen (UIC-Bezeichnung S, GSNR 4600), einige auch als mehrteilige Einheiten (UIC-Bezeichnung Sm, GSNR 4605).

Für den Transport verschiedener nässeempfindlicher Schüttgüter in festen Relationen zwischen Industriestandorten fanden spezielle Kübelwagen Verwendung. Mangels anderer Quellen sei auf einen externen Link verwiesen: Kübelwagen – Aus der Historie

Offene Güterwagen

Omm-Wagen der Kriegsbauart, umgebaut mit Blechtüren und Rollenlagern
Überseehafen Rostock, vorn: Reko-Wagen Dok.-Nr. 5029, entstanden aus einem Omm-Wagen der Kriegsbauart

Zweiachsige offene Reko- und Teil-Mod-Wagen (El-u)

Nachweislich in Umbauprogramme einbezogen wurden die Om-Wagen der Verbandsbauart sowie die Omm-Wagen der geschweißten Bauart und Kriegsbauart.

Die Reko-Wagen erhielten einen komplett neuen Wagenkasten. Durch den Einbau von UIC-Puffern verkürzte sich die LüP um 60mm. Die Om-Wagen der Verbandsbauart erhielten ein neues, geschweißtes Untergestell, behielten aber das Fahrwerk mit den Gleitlagern, während dieselben bei den Omm-Wagen durch UIC-Rollenlager ersetzt wurden. Der Typ Klagenfurt erhielt außerdem ein ebenes Sprengwerk. Die aus den Typen Linz und Klagenfurt entstandenen El-u waren am längsten, nämlich bis Anfang der 1990er Jahre im Einsatz.

Bei vielen Om(m)-Wagen sind in den Nachkriegsjahren die Holzwände durch Blechwände ersetzt worden. Dabei blieben die Wagenkastenprofile, abgesehen vom Entfernen der Aussteifungen, unverändert. Sie gelten als Teil-Mod-Wagen. In der Tabelle ist nur der Typ Villach enthalten, über die anderen liegen keine ausreichenden Daten vor.

Ursprungswagen Umbau Reko- / Teil-Mod-Wagen
Jahr Art Anzahl(1) Dok.-Nr. Dt. Gattung Leitzahl GSNR LüP [mm]
Om Essen, Breslau
der Verbandsbauart
1961-… Reko 20.000 0731 Omu 36.2   9.040 (nur ohne Handbremse)
Omm(r) Linz 1954-… Reko 3.500 5025 (o. Hbr.),
5026 (m. Hbr.)
Ommu 42.0 5570 10.100 (ohne Handbremse)
10.800 (mit Handbremse)
Omm(r)u Villach 1954-… Teil-Mod 500 0739-2 Omm(r)u 43.2 5100 10.100 (ohne Handbremse)
10.800(2) (mit Handbremse)
1954-… Reko 10.000 5027 Ommu 43 5100 10.040 (ohne Handbremse)
10.740(2) (mit Handbremse)
Ommu Klagenfurt der Kriegsbauart 1961-… Reko 3.000 5029 Ommu 44 5565   9.940 (ohne Handbremse)

(1) maximale Anzahl nach der Größe des Nummernbereiches
(2) Wagen ab dem Baujahr 1943 mit 200mm kürzerer Handbremsbühne

Wie viele Waggons noch länger ohne Umbauprogramm genutzt wurden, ist unklar. In der Ursprungsausführung belegt sind folgende Typen::

Über den Verbleib der Om-Wagen der geschweißten Bauart (ehemalige Gattungsbezirke Breslau und Essen) gibt es keine Belege. Da sie stückzahlmäßig unbedeutend waren, erscheint die Einbeziehung ins Reko-Programm aber unwahrscheinlich.

Zweiachsige offene Neubauwagen (Es-u)

Es-Wagen Erstbaujahr 1964, Dok.-Nr. 5301, GSNR 5520

Fast alle diese ab 1964 gebauten Waggons entsprachen zumindest in den Hauptdaten dem Es-Wagen Typ 2 der UIC-Norm 571-1. Mussten anfangs noch Wagen aus Jugoslawien importiert werden, übernahm doch bald das Raw Dresden die Massenproduktion. Zwischen den meisten Serien bestanden Unterschiede nur in einigen Details. Die Wagen aus Česká Lípa weichen jedoch mit dem Achsstand von 6 m, den Außenlangträgern und einigen anderen konstruktiven Besonderheiten deutlich vom UIC-Standardwagen ab. Viele Wagen wurden 1994 noch von der DB übernommen, anschließend aber zügig ausgemustert.

Baujahre Hersteller Dok.-Nr. GSNR Anzahl Anmerkung
1963-64 Raw Dresden 0730 6000, 6001 Kramer-Kiste“: Einfachstbauweise ohne Türen aus Altteilen, deshalb Sonderbauart - Gattungszeichen F
1964-78 Raw Dresden 5031 5520 18.500 ohne Handbremse
1964-65 Waggonbau Subotica 5032/1 5545 1.200 feste Stirnwand am Handbremsende
1964-65 Waggonbau Kraljevo 5032/2 5544 ohne Handbremse
1968-72 Raw Dresden 5031/1 5550 6.500 Handbremsbühne mit der Stirnwand klappbar
1979-84 Raw Dresden 5033 5235 4.905 ohne Handbremse
5038 150 ohne Bremsanlage wegen Materialengpass, Gattungszeichen E
1980-… 5047 5235 Umbau aus Dok.-Nr. 5031 zu Stahlfußboden, deshalb Sonderbauart – Gattungszeichen Fs
1981-83 Vagónka Česká Lípa 5048 5546 500 Feststellbremse
5547 1.530 ohne Feststellbremse
Endfertigung eines Güterwagens Dok.-Nr. 0750/1 im Waggon- und Maschinenbau Görlitz

Vierachsige offene Güterwagen der Regelbauart

Frühe Bauarten

Die DR setzte bei den offenen Güterwagen von Anfang an auch auf Drehgestellfahrzeuge. Die frühen Bauarten hatten einen Drehzapfenabstand von 8,50 m. Die Ladelänge betrug ursprünglich 12,41 m, ab 1965 glich man sie den UIC-Standardwagen (≥12,71 m) an. Die Tabelle gibt einen Überblick über die Bauserien:

Dok.-Nr. Baujahr(e) Hersteller Langträger Achslager Außenwand Bremse(1) Gattung GSNR Anzahl(2)
0750/1 1954-55 verschiedene
Waggonbaubetriebe
der DDR
gerade Gleitlager Holz, 5 Türen(3) Hik-GP + Brh-f oder Fstbr Eal 5916 1.500
0750/2 1956 Holz, 3 Türen Hik-GP + Fstbr
0751 1956-57 unter Türen verstärkt Rollenlager Stahl,
gewölbt,
3 Türen
Hik-GP + Brh-f oder Fstbr 5918 1.500
0752 1958-60 an
Wagenenden
eingezogen,
unter Türen
verstärkt
Hik-GP + Brh-klpp oder Fstbr
0753 1963-… Waggonbau Niesky KE-GP + Brb-klpp oder Fstbr 5906 4.000
5325 1965-57 UV Arad (Rumänien) Eals-u 5906 1.800
5326 1966 Waggonbau Kraljevo KE-GP + Fstbr
5327 1966-68 Waggonbau Niesky gerade KE-GP + teilweise Brb-klpp(4) 5906, 5908 1.500

(1) Erklärung der Abkürzungen:

Brh-f = Handbremse in Bremserhaus, fest an Stirnwand und Wagenboden montiert − Waggon daher nur einseitig stirnkippbar
Brh-klpp = Handbremse in Bremserhaus, mit der Stirnwand nach oben klappbar − Waggon daher beidseitig stirnkippbar
Brb-klpp = Handbremse auf Bühne, mit der Stirnwand nach oben klappbar − Waggon daher beidseitig stirnkippbar
Fstbr = Feststellbremse

(2) maximale Anzahl nach der Größe des Nummernbereiches
(3) Anfang der 1960er Jahre teilweise Umbau zu Blechwänden mit 3 Türen
(4) Vorhandensein einer Feststellbremse an Wagen ohne Handbremse unklar

Rekonstruktion der frühen Bauarten

Viele der vor 1968 gebauten Waggons wurden ab 1976 im Raw Zwickau rekonstruiert. Sie erhielten einen neuen Wagenkasten in den Außenmaßen des UIC-Standardwagens mit geraden Blechwänden, einem stärkeren Obergurt und drei senkrechten Kastenstreben zwischen den beiden Türen. Dies ist auch der auffälligste Unterschied zu den Neubauwagen mit zwei oder vier Streben. Alle Handbremsen wurden entfernt.

Eine Zuordnung der Ausgangsfahrzeuge zu den entsprechenden Reko-Wagen gelingt nicht immer. Die unvollständig erhaltenen Primärquellen geben hierüber keine Auskunft, die Sekundärquellen sind widersprüchlich. Beim Vergleich der Baujahre und Umbaujahre fällt auf, dass die Waggons beim Umbau mit einem Alter von etwa 20 Jahren das Ende ihrer Nutzungsdauer noch nicht erreicht hatten und deshalb wahrscheinlich vor dem Verschleißen planmäßig entsprechend ihres Alters der Rekonstruktion zugeführt wurden. Die in den DR-Unterlagen angegebenen Nummernbereiche überlappen sich teilweise und erlauben daher keinen Rückschluss auf die Anzahl. Deshalb wird in der folgenden Übersicht der Bestand vom 31. Dezember 1993 angegeben.

Dok.-Nr. Ursprungswagen Reko-Wagen
Umbaujahre Dok.-Nr. spezielle Umbaumaßnahmen Gattung GSNR Bestand 31.12.1993 DB-Bauartnummer ab 1994
0750/1(1), 0750/2 1976-… 5329 Untergestell umgebaut, Drehzapfenabstand auf 9,00 m erweitert, Drehgestelltausch zu Y25 (Rollenlager), Bremsentausch Hik-GP zu KE-GP (1) Eas 5951 343 060
0751, 0752, 0753, 5325, 5326 1978-… ggf. Bremsentausch Hik-GP zu KE-GP Eals 5910 807 062
ggf. Bremsentausch Hik-GP zu KE-GP, Untergestell verstärkt Eas 5960(2) 136 064
1980-… ggf. Bremsentausch Hik-GP zu KE-GP, Stahlboden Eals-x 5909 2890 063
5332(2) ggf. Bremsentausch Hik-GP zu KE-GP, Untergestell verstärkt, Stahlboden Eas-x 5961(2) 1376 065
0750/1(3) 1986-87 5344 wie 5329, jedoch mit Stahlboden Eas-x 5952 387 061
5327 1987-… 5346 Eas 5965 689 070
5347 Drehgestelltausch zu Y25 Eas 5966/5967(4) 205 072/071(4)

(1) laut DV 939 von 1976 alle Wagen mit Feststellbremse, Verbleib der 0750/1 mit Handbremse unklar, Nachrüstung einer Feststellbremse ist nicht belegt
(2) widersprüchliche Angaben: die GSNR in der Tabelle stammen aus Carstens, die Dok.-Nr. 5332 der DV 939 (Stahlboden, kreiselkippfähig) nennt jedoch 5360
(3) nicht sicher, möglicherweise jene Eal 5916, welche in den 1960er Jahren verblechte Seitenwände erhalten hatten
(4) mit/ohne Feststellbremse

Dieser von ANF-Industrie für die DR gebaute Eas-Wagen wurde bei der DB zunächst zum Eas066 und nach Umbau (u. a. wurden zwei Türen und die Kopfklappen verschweißt) zum Eaos-x057.

Neue Bauarten

Die in den 1980er Jahren gebauten Eas-Wagen entsprechen einschließlich des 9 m-Drehzapfenabstands weitgehend dem UIC-Standardwagen. Durch einige Charakteristika lässt sich oft die Herkunft erkennen. Darüber hinaus bestehen weitere Detailunterschiede, auf deren vollständige Wiedergabe in der Tabelle aber verzichtet wird. Alle Waggons existieren mit und ohne Feststellbremse, und sie gelangten fast vollständig zur DB.

Dok.-Nr. Baujahr(e) Hersteller Besonderheiten GSNR Bestand 31.12.1993 DB-Bauartnummer ab 1994
5334 1980/81 ANF-Industrie (Frankreich) 2 Kastenstreben(1) 5971 2.979 066
5335 1981 Waggonbau Niesky 4 Kastenstreben(1) 5968 298 067
5338 1986 ANF-Industrie (Frankreich) 2 Kastenstreben(1) 5949 447 066
5339/5340(2) 1958-60 CAF (Spanien) 2 Kastenstreben(1), größerer Türabstand (7,21 m statt 7,00 m) 5947 100 068
5343 1986 UV Arad (Rumänien) 1,70 m länger – Drehgestellabstand 10,70 m, Pressblechtüren 5948 101 069
5349 1990 Waggonbau Niesky 4 Kastenstreben(1) 5946 125 074
5383 1986 UV Arad (Rumänien) 2 Kastenstreben(1), Pressblechtüren 5969 770 073

(1) senkrechte Kastenstreben zwischen den Seitenwandtüren
(2) ohne/mit Feststellbremse

Offene Wagen mit Schwerkraftentladung

Offene Trichterwagen für den Gleisbau (Schotterwagen)

Zweiachsige Schotterwagen waren bereits ab den 1920er Jahren entwickelt worden (Talbot-Schotterwagen). Sie wurden bei der DR durch neu gebaute Drehgestellwagen abgelöst. Diese waren als Dienstgüterwagen unter der Gattung Fac eingestellt und, da nicht für den Einsatz in Güterzügen vorgesehen, nur für 80 km/h Höchstgeschwindigkeit ausgelegt. Zwischen 1963 und 1967 wurden insgesamt 600 Waggons der Dok.-Nrr. 0860, 5425 und 5426 von verschiedenen Herstellern geliefert, die sich nur in wenigen Details unterschieden.

Die Grundkonstruktion ähnelte der in Niesky gebauten Klappdeckelwagen (s. u.). Der Wagenkasten hatte die Form eines Trichters. Der darunter befindliche sattelförmige Wagenboden (Neigung 45°) verfügte über zwei obere und zwei untere Entladeöffnungen an jeder Wagenseite. Diese konnten durch Handhebel, die über Wellen und Gelenke mit Wölbschiebern verbunden waren, verschlossen und geöffnet werden. Zusätzlich verfügten die Waggons über ein spezielles Anbaugerät (Schotterverteiler), mit dem die gleichmäßige Verteilung des Schotters im Gleisbett erreicht wurde. Die Arbeitsgeschwindigkeit beim Einschottern betrug 5 km/h.

Vorbild für den Fcs der Dok.-Nr. 5200: Fcs090 der DB (hier bereits mit GP-Wechsel als Fcs092)
Offener Wagen der Dok.-Nr. 5429/5430, hier nach DB-Übernahme als Facs124

Offene Trichterwagen für den Einzelwagenverkehr

Für den Transport von Braunkohlebriketts und anderen nässeunempfindlichen Schüttgütern im Einzelwagenverkehr begann die DR 1968 mit dem Aufbau eines umfangreichen Parks offener Wagen mit dosierbarer, hochliegender Schwerkraftentladung. Ihre Entladevorrichtung unterscheidet sich von der der Schotterwagen. Ursprünglich waren die Fahrzeuge als Regelbauart, ab 1980 als Sonderbauart eingestuft, was mehrmalige Umzeichnungen zur Folge hatte. In der Tabelle sind die Bezeichnungen gegenübergestellt:

Baujahre Hersteller Dok.-Nr. Eigenschaften Anzahl erste UIC-Bezeichnung Bezeichnung ab 1980 DB-Bauartnummer ab 1994
Gattung Wagennummer Gattung Wagennummer GSNR
1968/69 Waggon Union Berlin 5200 zweiachsig, mit und ohne Handbremse, Nachbau des Fcs090 der DB 1.375 Eds-u 550 0000 ff. Fcs 645 0000 ff. 6450 084
1971/72 ANF-Industrie (Frankreich) 5201 zweiachsig, mit und ohne Handbremse, trapezförmiger Ausschnitt im Seitenwandblech 3.950 550 1500 ff. 645 3500 ff. 6453 088
1978-80 5429 vierachsig, ohne Handbremse 1.450 Eads-u 597 0000 ff. Facs 694 0000 ff. 6941 124
5430 vierachsig, mit Handbremse 694 1000 ff.
Offener Wagen der Dok.-Nr. 0756, nachträglich mit Aufsätzen zur Vergrößerung des Laderaums versehen

Offene Sattelwagen

Offene Güterwagen mit sattelfürmigem Wagenboden und schlagartiger Schwerkraftentladung wurden in Deutschland bereits seit den 1930er Jahren für den Transport von Kohle und Eisenerz eingesetzt. Für die Reichsbahn in der DDR waren sie angesichts des großen Transportbedarfs – Braunkohle war der wichtigste Energieträger der DDR und jahrelang das nach Gewicht meisttransportierte Gut der DR – von großer Bedeutung. Sie wurden deshalb kontinuierlich in großen Stückzahlen beschafft.

Die ersten 20 Waggons (Waggonbau Gotha 1952/53, Dok.-Nr. 0756) mit einem Laderaum von ursprünglich nur 30m³ waren eine Weiterentwicklung der Reichswerke-Erzwagen.

Von 1955 bis 1970 lieferten die Waggonbaubetriebe in Niesky und Gotha insgesamt 1200 Waggons auf einem einheitlichen, 11,50 m langen Untergestell mit 65 bis 69 m³ Laderaum (Dok.-Nrr. 0754, 0756 und 0846).

Im gleichen Zeitraum importierte man zusätzlich folgende Sattelwagen:

  • 602 Stück der Dok.-Nr. 0755 aus Ostrowiec Świętokrzyski mit einem sehr langen und niedrigen Wagenkasten,
  • 398 Stück der Dok.-Nr. 0758 von UV Arad (Rumänien) einer alten Konstruktion mit Wagenkästen ähnlich der Regelbauart, sowie
  • 680 Stück der Dok.-Nr. 0848 von der Waggonfabrik Konstal in Chorzów bereits auf UIC-Vereinheitlichungsmerkmalen basierend mit 75m³ Laderaum.

Nach kurzer Beschaffungspause trat UV Arad ab 1976 als alleiniger Lieferant in Erscheinung. Wie schon bei den Waggons von Konstal fand ein Untergestell mit einem Drehzapfenabstand von 7,20 m Verwendung, ebenfalls betrug die Länge über Puffer 13,25 m (ohne Handbremse) bzw. 13,50 m (mit Handbremse). Die beiden späten Lieferserien unterscheiden sich geringfügig unter anderem in der Form der Wagenkästen, woraus die unterschiedlichen Ladevolumina resultieren. Alle Typen sind noch im Einsatz:

  • Dok.-Nr. 5428 mit 75m³ Laderaum, Wagenkasten identisch mit Dok.-Nr. 0848, 1150 Stück gebaut ab 1976, heute als Fals164,
  • Dok.-Nr. 5431 mit 83m³ Laderaum, 456 Stück gebaut ab 1987, heute Falns165, sowie
  • Dok.-Nr. 5438 mit 78m³ Laderaum, 74 Stück gebaut ab 1989, heute Falns166.

Seitenkippbare Wagen

Die Zweiseitenkipper blieben aufgrund ihres speziellen Einsatzgebiets – dem Transport nässeunempfindlichen Schüttguts von und zu Großbaustellen – eine Randerscheinung in der DDR. Die ersten 30 Waggons (Dok.-Nr. 0858) mit 40° Kippneigung je Seite, 1951/52 vom Waggonbau Bautzen geliefert, wurden beim Bau des Berliner Außenrings gebraucht. Weitere 40 ähnliche Waggons (Dok.-Nr. 0858) lieferte 1959/60 Vagonka Tatra Studénka. Beide bekamen die Gattung Fakk und die GSNR 6731. Die modernste, 100 Stück umfassende Serie (Dok.-Nr. 5432) mit einer Kippneigung von 45° kamen 1982 von Etablissements Arbel. Bei der DR waren sie als Gattung Fakks mit der GSNR 6781 eingeordnet, die DB übernahm sie als Fakks127.

Wagen mit öffnungsfähigem Dach

Diese Wagen dienen überwiegend dem Transport nässeempfindlicher Schüttgüter. Nach Möglichkeit wurden stets die gleichen Stoffe transportiert, um den Reinigungsaufwand zu minimieren. Alle ab 1975 gebauten Wagen mit öffnungsfähigem Dach für Schüttgüter vergfügten über eine Innenbeschichtung und trugen dafür den Kennbuchstaben -y. Ab 1988 wurden für alle T-Wagen die Wagennummern und GSNR geändert (erste Ziffer 0 statt 5), auf die Wiedergabe der neuen Nummern wird im gesamten Artikel verzichtet.

Wagen mit öffnungsfähigem Dach und ebenem Wagenboden

Die DR unterhielt einen großen Park an Klappdeckelwagen für den Transport von Kalisalz und anderen Düngemitteln sowie Kalk. Alle bekamen 1968 die UIC-Bezeichnung T-v, weil die Entladung nicht mit Kran sondern nur durch die Seitentüren möglich war. 1980 entfiel der Kennbuchstabe v, dafür wurde der Kennbuchstabe m für eine Ladelänge unter 9 m ergänzt.

Die ersten Klappdeckelwagen (Dok.-Nr. 678) mit 21 t Ladegewicht wurden ab 1952 gebaut. Sie hatten ein Untergestell mit 6 m Achsstand. Die meisten hatten ein längsseitiges ebenes Sprengwerk (wie die Reko-Wagen aus den ehemaligen Ommu Klagenfurt, s. o.), einige auch ein räumliches Sprengwerk (wie beim Ommu Villach). Der Nummernbereich 560 0200 – 560 0999 ließ Platz für 800 Fahrzeuge. Die GSNR lautete 5600.

Daneben wurden in größerer Zahl (maximal 2.000 Fahrzeuge im Nummernbereich 560 1000 – 560 2999) Behelfskaliwagen aus ehemaligen Ommu Villach hergerichtet.

Völlig neu konstruiert und an den gewölbten Seitenwänden mit zwei Türen je Seite auf den ersten Blick zu erkennen sind die Klappdeckelwagen ab dem Baujahr 1957 (Dok.-Nr. 0685). Sie kamen aus der Gothaer Waggonfabrik und dem Waggonbau Niesky und zeichnen sich durch ein Ladegewicht von 27 t aus. Der Achsstand betrug nur noch 4,85 m. Der Nummernkreis 560 3xxx umfasste maximal 1.000 Exemplare. Sie erhielten die GSNR 5605.

Daran angelehnt, jedoch mit 5,70 m Achsstand und nur einer Tür je Seite, entstanden ab 1962 imn der Gothaer Waggonfabrik auch Schwenkdachwagen (Dok.-Nr. 0639). Da sie mit Kran entladbar waren, lautete die Gattungsbezeichnung zunächst T, ab 1980 dann Tm. Der Verwendungszweck erweiterte sich gegenüber den Klappdeckelwagen um nässeempfindliches Stückgut. Der Nummernbereich 560 4xxx umfasste maximal 1.000 Exemplare. Sie erhielten die GSNR 5606.

Ein Teil der Klappdeckelwagen (Dok.-Nr. 0685) und Schwenkdachwagen (Dok.-Nr. 0639) wurde das Dach entfernt und die Stirnwände auf die Höhe der Seitenwände gekürzt. Sie waren dann als offene Güterwagen der Sonderbauart mit der Gattungsbezeichnung F im Einsatz.

Schwenkdachwagen für den Transport nässeemfindlichen und sperrigen Stückguts kamen 1971/72 aus dem Raw Leipzig und 1981 von der Waggon Union Siegen. Sie basieren auf den Gbs-Wagen entstanden und entstanden parallel zu diesen; deshalb werden sie in der entsprechenden Tabelle (s. o.) mit aufgeführt.

Wagen mit öffnungsfähigem Dach und Schwerkraftentladung

Trichterwagen mit Klappdeckeln für den Baustofftransport

Für den Transport von Kalk und Gips wurden spezielle vierachsige Klappdeckelwagen mit trichterförmigem Wagenkasten (Laderaum 25m³) und sattelförmigem Wagenboden (Neigung 55°) im Waggonbau Niesky hergestellt. Die Entladung erfolgte schlagartig beidseits tiefliegend, vorzugsweise in Tiefbunker. Die erste Serie kam 1957 (Dok.-Nr. 0857), die zweite – mit etwas längerem Untergestell – 1961 (Dok.-Nr. 0859). Die deutsche Wagengattung lautete KKt, die UIC-Bezeichnung Tad änderte sich 1980 in Takkll.

Überseehafen Rostock, vorn: Zug mit Td(g)s(-y)-Wagen

Trichterwagen mit Schwenkdach für den Einzelwagenverkehr

Analog zu den offenen Trichterwagen wurden ab 1971 auch solche mit Schwenkdach für nässeempfindliches Schüttgut in großer Zahl beschafft. Wiederum mussten bis auf eine kleine Serie aus Niesky alle Waggons importiert werden. Obwohl die Wagen mit ihrer dosierbaren, hochliegenden Entladeeinrichtung für den Einzelwagenverkehr geeignet waren, kamen sie oft in Ganzzügen zum Einsatz.

Die Waggons mit dem Kennbuchstaben g (bei denen der Innenanstrich immer lebensmittelecht sein muss) sind ausschließlich dem Lebensmitteltransport vorbehalten. Typische Güter sind landwirtschaftliche Produkte wie Getreide und Futtermittel. Die übrigen Waggons dienen zum Transport verschiedenster nässeempfindlicher Rohstoffe wie Dolomit, Kalisalz, Steinsalz sowie Produkte der chemischen Industrie wie Düngemittel, Schwefel, Harnstoff und Branntkalk).

Baujahre Hersteller Dok.-Nr. Eigenschaften Anzahl Gattung Wagennummer GSNR DB-Bauartnummer ab 1994
1971/72 Etablissements Arbel 4551 zweiachsig, mit Handbremse, Laderaum 38m³, ohne Innenbeschichtung 1.860 Tds 573 0000 ff. 5730 935
2.040 Tdgs 5740 937
1975-79 Etablissements Arbel(1) und ANF-Industrie(2) 4552/4553(1,3),
4554(2)
zweiachsig, mit und ohne Handbremse, Laderaum 38m³, Innenbeschichtung 1.350 (4) Tds-y 573 4020 ff.(1),
573 5020 ff.(2)
5735 936
zweiachsig, mit und ohne Handbremse, Laderaum 38m³, lebensmittelechte Innenbeschichtung 700 Tdgs-y 5745 938
1978/80 Waggonbau Niesky 4556 zweiachsig, ohne Handbremse, Laderaum 38m³, Innenbeschichtung 246 Tds-y 573 6070 ff. 5737 939
zweiachsig, ohne Handbremse, Laderaum 38m³, lebensmittelechte Innenbeschichtung 24 Tdgs-y 5747
1976 Etablissements Arbel 4579/4580(3) vierachsig, mit und ohne Handbremse, Laderaum 66,5m³, Innenbeschichtung (7) 1.500 Tds-y 583 5000 ff. 5834 958
1978/79 4582/4583(3) vierachsig, mit und ohne Handbremse, Laderaum 66,5m³, überwiegend lebensmittelechte Innenbeschichtung (7) Tads-y 584 4500 ff. 5834
Tadgs-y 5844
1985/86 La Brugeoise et Nivelles(5) und Etablissements Arbel(6) 4585 vierachsig, mit und ohne Handbremse, Laderaum 82,5m³, lebensmittelechte Innenbeschichtung 500 Tadgs-y 582 3000 ff. 5823(5), 5824(6) 957

(1) Arbel: zugehörige Dok.- und Wagennummern
(2) ANF: zugehörige Dok.- und Wagennummern
(3) ohne/mit Handbremse
(4) Angabe nicht belegt, dies ist die maximale Anzahl errechnet aus der Größe des Nummernbereichs
(5) Arbel: zugehörige GSNR
(6) ANF: zugehörige GSNR
(7) Wagenkasten identisch mit Eads-u von ANF, Dok.-Nr. 5429/5430 (s. o.)

Sattelwagen mit Schwenkdach

Speziell für den Transport von Steinsalz zwischen dem Bernburg (Saale) und den Buna-Werken importierte man 1978/79 vierachsige Schwenkdachwagen mit 56m³ Laderaum und Innenbeschichtung von Arbel, welche konstruktiv an die offenen Sattelwagen angelehnt waren. Der sattelförmige Wagenboden mit 60° Neigung ermöglichte eine schlagartige, beidseits hochliegende Entladung mit etwa 300 t je Stunde. Die 65 Waggons mit der Dok.-Nr. 4581 und der GSNR 5667 liefen ursprünglich unter der Bezeichnung Tads-y, ab 1980 unter Tal-y.

Kühlwagen

Innerhalb des RGW war die DDR für die Herstellung von Kühlwagen zuständig. Dies versetzte die DR in die Lage, einen homogenen Wagenpark aus der Produktion heimischer Waggonfabriken zu erwerben.

Die meisten Fahrzeuge wurden mit Eis gekühlt. Sie besaßen Ladeluken für das Eis an den Stirnseiten und (mit einer Ausnahme) an jeder Langseite eine Laderaumtür. Lediglich der modernste, ab 1975 gebaute EK4 erhielt zwei Laderaumtüren je Seite. Die Serien der EK2 und EK4 unterscheiden sich untereinander optisch durch die verwendeten Bleche, technisch unter anderem durch immer weiter verbesserte Isolation sowie geringfügig in den Abmessungen.

Baujahre Typ(1) Hersteller Seitenbleche Dok.-Nr. Eigenschaften Anzahl Wagennummer(2)
1954 und 1956 EK4 Waggonbau Niesky(3) 6 Sicken 0682 für Fleisch, mit Handbremse 400(4),
300(4,5)
837 4000 ff.,
837 5000 ff.(5)
1959-60 EK2 Waggonbau Niesky 6 Sicken 0686 für Fleisch, mit Handbremse 500(4,6),
300(4)
806 3000 ff.(6),
806 4000 ff.
1961 EK4 Waggonbaubetrieb der DDR 16 Sicken 0645 für temperaturempfindliche Güter, mit Feststellbremse 100(4) 835 5000 ff.
1966-70 EK2 Gothaer Waggonfabrik 9 Sicken 4625 für Seefische, mit Handbremse   86(4) 802 5000 ff.
4627 für Seefische, mit Feststellbremse 164(4) 802 5086 ff.
4626 für Fleisch 814 4001 ff.
4628, 4629 für Fleisch, mit Handbremse 300(4) 822 6000 ff.
1975 EK4 Waggonbaubetrieb der DDR 16 Sicken 4677 mit Feststellbremse, zwei Laderaumtüren je Seite 835 0001 ff.
1986-… EK2 Waggonbau Dessau 16 Sicken 4631 für leichtverderbliche Güter außer Fleisch, mit und ohne Feststellbremse 526 836 6000 ff.
Kühlzug aus Dessau auf der Leipziger Messe

(1) EK2 = zweiachsiger Eiskühlwagen, EK4 = vierachsiger Eiskühlwagen
(2) Wagennummern ab den frühen 1970er; in der DV 939 von 1963 sind teilweise andere Nummernbereiche angegeben
(3) Laut www.kuehlwaggon.de wurden 210 Stück (dieses?) EK4 in Dessau gebaut, hierzu fehlen weitere Belege.
(4) Angabe nicht belegt, dies ist die maximale Anzahl errechnet aus der Größe des Nummernbereichs
(5) Nummernbereich 837 5000 - 837 5299 mit Dampfheizleitung
(6) Nummernbereich 806 3000 - 806 3499 auch mit elektrischer Heizleitung

Analog zu den vierachsigen Eiskühlwagen (EK4) wurden im Waggonbau Dessau vierachsige Maschinenkühlwagen (MK4) gebaut. Diese verkehrten in der Regel mit Mannschafts- und Generatorwagen als komplette Kühlzüge. Eine umfangreiche Darstellung dieser Kühlzüge findet sich auf www.kuehlwaggon.de.

Behälterwagen

Die Einteilung dieser Gruppe folgt dem Güterwagen-Handbuch von 1974. Erst 1980 wurden die Kesselwagen ausgegliedert und als eigene Gattung Z geführt.

Typ IVa: Kohlenstaubbehälterwagen (Uc-x)

In den Jahren 1957/58 und 1962 wurden spezielle dreiachsige Kohlestaubbehälterwagen gebaut (UIC-Gattung Uc-x, Dok.-Nr. 8401, Wagennummern 900 5346 und 900 5495 ff.). Bei ähnlichem Ladegewicht wie die Zementbehälterwagen waren ihre Behälter deutlich größer – alle drei Behälter zusammen fassten 52 m³.

Typ IVe: Zementbehälterwagen (Uce)

1957 begann die DR mit dem Aufbau dieses Wagenparks, dessen zweiachsige Vertreter sich durch zwei 12,5 m³ große Behälter bei einem Ladegewicht von insgesamt etwa 27 t auszeichneten. Sie wurden in mehreren Serien von verschiedenen Herstellern bezogen und unterscheiden sich durch die Behälterform wie durch konstruktive Eigenschaften. 1980 änderte sich die Bezeichnung der Zementbehälterwagen von Uce(s) in Uc(s)-v.

Baujahre Hersteller Dok.-Nr. Gattung Wagennummer
1957-60 Waggonbau Niesky 8421 Uce 902 1000 ff.
1967/68 Waggonbau Kraljevo 8424 Uce 902 3004 ff.
1970-77 Waggonfabrik Turnu-Severin 8427 Uces 902 3474 ff.
1970/71 Waggonfabrik Uerdingen 8430 Uces 902 4454 ff.
1971 Raw Leipzig 8431 Uces 902 4704 ff.
1970/71 Etablissements Arbel 8429 Uces 912 1480 ff.
1976-80 Waggonfabrik Turnu-Severin 8428 Uces 912 4495 ff.
1979/80 Waggonfabrik Turnu-Severin 8432 Uces 912 5443 ff.
Behälterwagen Uc-y (Dok.-Nr. 8425) auf einer Briefmarke von 1973

Typ IVf: Chemiebehälterwagen

1968/69 baute der Waggonbau Niesky Behälterwagen für staubförmige und körnige Güter mit hohem Reinheitsgrad wie PVC, PAN u. ä. Die drei Alumiumbehälter fassten je 13,6 m³. Sie waren nur als Mietgüterwagen eingesetzt: UIC-Gattung Uc-y, Dok.-Nr. 8425, Wagennummern 091 4000 ff.

Literatur- und Quellenangaben

  • Helmut Behrends, Wolfgang Hensel, Gerhard Wiedau: Güterwagen-Archiv 1. Transpress, Berlin 1989, ISBN 3-344-00184-1.
  • Helmut Behrends, Wolfgang Hensel, Gerhard Wiedau: Güterwagen-Archiv 2. Transpress, Berlin 1989, ISBN 3-344-00330-5.
  • Stefan Carstens, Rudolf Ossig : Güterwagen, Band 1: Gedeckte Wagen. MIBA-Verlag, Nürnberg 2000
  • Stefan Carstens, Hans Ulrich Diener: Güterwagen, Band 2: Gedeckte Wagen – Sonderbauarten. MIBA-Verlag, Nürnberg 2000
  • Stefan Carstens, Hans Ulrich Diener: Güterwagen, Band 3: Offene Wagen. MIBA-Verlag, Nürnberg 2003
  • Stefan Carstens: Güterwagen, Band 4: Offene Wagen in Sonderbauart. MIBA-Verlag, Nürnberg 2003, ISBN 3-86046-073-0
  • Stefan Carstens: Güterwagen, Band 5: Rungen-, Schienen- und Flachwagen. MIBA-Verlag, Nürnberg 2008, ISBN 978-3-89610-248-5
  • Stefan Carstens: Die Güterwagen der DB AG. MIBA-Verlag, Nürnberg 1998, ISBN 3-86046-030-7.
  • Autorenkollektiv: Güterwagen Handbuch. Transpress, Berlin 1966.
  • Dienstvorschrift 939 Teilheft 4 der Deutschen Reichsbahn. 1963 und Folgejahre, zusammengestellt 2004 von Matthias Palmer.
  • Dieter Fuchs: Die Deutsche Reichsbahn im Jahr 1974. In: Eisenbahn-Kurier Themen 33. EK-Verlag, Freiburg 1999.

Weblinks


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