hallo-Schallplatten

hallo-Schallplatten

hallo-Schallplatten sind eine Reihe von Samplern, die zwischen 1972 und 1976 vom Plattenlabel Amiga in der DDR herausgegeben wurden. Die Stilrichtungen reichten vom Progressive Rock über Folkrock bis hin zum Pop. Neben Bands aus der DDR waren zahlreiche Gruppen aus dem „sozialistischen Ausland“ vertreten. Ein Ziel war, einem möglichst breiten Spektrum der damals aktiven Bands Schallplattenveröffentlichungen zu ermöglichen.

Inhaltsverzeichnis

Editionsgeschichte

1972 erschienen die LPs hallo Nr. 1 bis hallo Nr. 7. Dabei wurden verschiedene Schwerpunkte gesetzt. Auf hallo Nr. 1 gibt es je zwei Stücke von den Roten Gitarren und Panta Rhei sowie weitere Stücke. hallo Nr. 2 hat eine Sonderstellung. Bis auf einen Titel der Gruppe Bayon werden alle Stücke von der Polin Halina Franckowiak gesungen, begleitet von ihrer Band ABC.

Auf der LP hallo Nr. 3 wiederum sind die Gruppen Klaus Renft Combo drei Mal und die Puhdys zwei Mal vertreten. Während die beiden Folge-LPs keine Schwerpunkte zeigen, sind auf hallo Nr. 6 die Klaus Renft Combo erneut drei Mal und die tschechoslowakische Gruppe Prudy zwei Mal repräsentiert. Schließlich enthält hallo Nr. 7 nur Aufnahmen aus Ungarn, Polen und der Tschechoslowakei.

1973 gab es in derselben Serie fünf weitere hallo-LPs. Auf der achten LP sind ausschließlich Amateurbands vertreten. Einige von ihnen wurden später Profibands. hallo Nr. 9 enthält Live-Aufnahmen ohne weitere Schwerpunktsetzung. Die drei weiteren LPs der Serie enthalten wiederum Stücke verschiedener Bands. Mit je zwei Stücken sind die Bürkholz-Formation, Breakout und Hungaria auf den hallo-LPs 10, 11 und 12 dabei.

1974 erschien in veränderter Aufmachung eine hallo-LP namens hallo 1/74. Renft, Bractwo Kurkowe und General sind doppelt vertreten. Eine zweite hallo-LP gab es 1974 nicht. Im Folgejahr erschienen die LPs hallo 2/75 und hallo 1/75 – laut Amiga-Katalog in dieser Reihenfolge. Der Anteil kommerzieller Popmusik war höher als auf den Vorgängerschallplatten. 1976 erschien beim DDR-Plattenlabel Nova die LP Superparty – Das Beste aus hallo 1 bis 12. Bei Amiga kam als letzte hallo-LP hallo 76 heraus, auf der viele Bands mit je einem Titel vertreten sind.

2001 erschienen im Buschfunk-Label die CDs hallo The Best Nr. 1 und hallo The Best Nr. 2 mit Stücken aus den bei Amiga erschienenen hallo-LPs.

Design und Ausstattung

Die ersten zwölf hallo-LPs haben ein weitgehend einheitliches Design, das mit Farben wie rosa, violett und orange, auffallend runden Formen und handgeschrieben wirkenden Schrifttypen der Pop Art entspricht. Die Rückseite enthält jeweils Hinweise in jugendnaher Sprache, etwa zum Erwerb der nächsten hallo-LP, meist aber keine Liste der enthaltenen Titel oder Interpreten. Dem Aufkleber auf der Schallplatte selbst sind lediglich die Titel und deren Texter und Komponisten zu entnehmen.

Die Cover der hallo-LPs ab hallo 1/74 sind etwas konventioneller gestaltet. Die Cover der drei 1974 und 1975 erschienenen LPs sind farblich noch recht kontrastreich.

Bis hallo 1/74 enthielten alle Plattenhüllen je ein schwarz-weißes oder monochromes Foto in der Größe des Covers mit der Abbildung einer auf der Schallplatte vertretenen Band.

Bedeutung

Viele der später in der DDR-Musikszene erfolgreichen Bands haben mit den hallo-LPs zum ersten Mal Schallplattenaufnahmen veröffentlichen können. Dazu zählen die Puhdys, Renft, Bayon, electra und Lift, aber auch zahlreiche Bands aus Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei. Verglichen mit späteren Aufnahmen kann man bei vielen Bands einen Wechsel der Stilrichtung erkennen. Ferner sind die Schallplattenaufnahmen Dokumente von Bands, die kurz darauf von den Kulturbehörden verboten wurden, wie Renft und die Bürkholz-Formation.

Von den ersten sechs hallo-LPs wurden bis Juli 1973 rund 360.000 Exemplare verkauft.[1]

Sonstiges

Obwohl sie über einen Zeitraum von mehreren Jahren erschienen, haben die 16 hallo-Schallplatten die fortlaufenden Nummern 85531 bis 85546.

1992 erschien im Vielklang-Label die CD hallo 13 – Die Rückkehr der FNL. Diese CD enthält allerdings Stücke von DDR-Bands aus der Zeit der Wende.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Artikel bei ostmusik.de, abgerufen am 3. September 2011

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