Heinrich Sproemberg

Heinrich Sproemberg

Heinrich Sproemberg (* 25. November 1889 in Berlin; † 19. Juni 1966 ebenda) war ein deutscher Historiker, der sich vor allem um die Erforschung des Übergangs zwischen Mittelalter und der Frühen Neuzeit, insbesondere der Geschichte der Hanse sowie der Niederlande und Belgiens, verdient machte.

Heinrich Sproemberg legte sein Abitur 1909 ab und begann danach mit einem Studium der Geschichte, Nationalökonomie und Rechtswissenschaft an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Dort wurde er im Februar mit der Arbeit Die Bischöfe von Lüttich im elften Jahrhundert bei Dietrich Schäfer und Michael Tangl promoviert. Von 1914 bis 1919 nahm er am Ersten Weltkrieg teil und wurde anschließend Privatgelehrter. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Sproemberg zunächst Mitarbeiter der Provinzialverwaltung Sachsen-Anhalt. 1946 wurde er ordentlicher Professor mit Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte des Mittelalters und Neuere Geschichte des Instituts für Allgemeine Geschichte an der Universität Leipzig. 1955 begründete er die Hansische Arbeitsgemeinschaft in der DDR. 1958 wurde Sproemberg emeritiert, 1965 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Wilhelm-Pieck-Universität Rostock verliehen. Er gab gemeinsam mit Hellmut Kretzschmar die Reihe Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte heraus. Sein Nachlass befindet sich im Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Schriften

  • Beiträge zur französisch-flandrischen Geschichte, Ebering, Berlin 1931
  • Die Entstehung der Grafschaft Flandern, Ebering, Berlin 1935
  • Beiträge zur belgisch-niederländischen Geschichte, Akademie, Berlin 1959 (Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte, Bd. 3)
  • Mittelalter und demokratische Geschichtsschreibung. Ausgewählte Abhandlungen, Akademie, Berlin 1971 (Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte, Bd. 18)

Literatur

  • Hellmut Kretzschmar (Hrsg.): Vom Mittelalter zur Neuzeit. Zum 65. Geburtstag von Heinrich Sproemberg. Rütten & Loening, Berlin 1956 (Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte. Bd. 1, ISSN 0071-7673).
  • Gerhard Heitz, Manfred Unger (Hrsg.): Hansische Studien. Heinrich Sproemberg zum 70. Geburtstag. Akademie-Verlag, Berlin 1961 (Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte. Bd. 8).
  • Gerhard Heitz, Manfred Unger (Hrsg.): Liber memorialis Heinrich Sproemberg. Études présentées à la Commission internationale pour l'histoire des assemblées d'états et du parlamentarisme. Universität Rostock, Rostock 1966 (Wissenschaftliche Zeitschrift der Universität Rostock. Gesellschafts- und sprachwissenschaftliche Reihe. Jg.  H. 1, 17, 1968, ISSN 0323-4630).
  • Veit Didzuneit, Manfred Unger, Matthias Middell (Hrsg.): Geschichtswissenschaft in Leipzig. Heinrich Sproemberg. Leipziger Universitäts-Verlag, Leipzig 1994, ISBN 3-929031-33-7 (Leipziger Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftspolitik).
  • Lothar Mertens: Das Lexikon der DDR-Historiker. Saur, München 2006, ISBN 3-598-11673-X, S. 575.
  • Manfred Unger: Heinrich Sproemberg und die Geschichtswissenschaft an der Leipziger Universität in den 1950er Jahren. In: Sächsische Heimatblätter. 56, 2010, ISSN 0486-8234, S. 20-29.

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