Heinz Wismann (Ministerialrat)


Heinz Wismann (Ministerialrat)

Heinz Wismann (* 16. September 1897 in Münster; † 1945) war ein Germanist und als Ministerialrat Leiter der Abteilung Schrifttum im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda.

Leben

Wismann, Sohn des Eisenbahn-Oberinspektors Heinrich Wismann, besuchte das Humanistische Gymnasium in Berlin und Münster. Ab September 1914 nahm er als Kriegsfreiwilliger am Ersten Weltkrieg teil, unter anderem an der Winterschlacht in der Champagne (1914/15) und dem Vormarsch in Serbien (Herbst 1915). 1915 wurde er zum Leutnant befördert. Ihm wurde das Eiserne Kreuz II. Klasse und das Verwundetenabzeichen verliehen.

Von 1920 bis 1925 war er als Kaufmann tätig. Von 1925 bis 1929 studierte er an den Universitäten Berlin und Heidelberg Philosophie, Kunstgeschichte, Geschichte und Archäologie. Anschließend war er in Zeitungsverlagen tätig. Am 16. Februar 1933 wurde er in Heidelberg zum Dr. phil. promoviert.

Im April 1933 wurde Wismann ins Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda berufen und leitete dort das Referat Schrifttum (seit Oktober 1934 Abteilung Schrifttum). Im Juli 1935 wurde er zum Ministerialrat befördert. Zugleich war er Vizepräsident der zunächst von Hans Friedrich Blunck und seit 1935 von Hanns Johst geleiteten Reichsschrifttumskammer (RSK) und als solcher auch in der Leitung der beim Propagandaministerium angesiedelten Reichsstelle zur Förderung deutschen Schrifttums[1][2][3] vertreten. Alle drei Posten verlor er Ende Oktober 1937, weil er seine frühere Ehe mit einer „Halbjüdin“ verschwiegen hatte; sein Nachfolger wurde Karl Heinz Hederich.

In der nationalsozialistischen Kampagne der „Arisierung“ des Springer-Verlages hat sich Heinz Wismann offenbar zurückgehalten.[4]

Seit 1934 war Wismann in zweiter Ehe mit Gertrud Hüssener verheiratet; der Altphilologe Heinz Wismann ist sein Sohn.

Einzelnachweise

  1. Verbrannt, geraubt, gerettet! Bücherverbrennungen in Deutschland. Eine Ausstellung der Friedrich-Ebert Stiftung anlässlich des 70. Jahrestages (Veröffentlichungen der Bibliothek der Friedrich-Ebert Stiftung, Bd. 13). Bonn 2003, S. 17 [1] (PDF)
  2. Bernhard Metz, „Bei deinen Feiertagen, Germania, wo du Priesterin bist.“ Germanistische Literaturwissenschaft in der Zeit des Nationalsozialismus. Universität Konstanz 2002, S. 29 [2] (PDF)
  3. Dietmar Dürr, Das Amt Rosenberg in der nationalsozialistischen Literaturpolitik. Magisterarbeit, Rheinische Friedrich-Wilhelms- Universität zu Bonn, 1994, bes. 48ff. [3] (PDF)
  4. Heinz Sarkowski, Der Springer-Verlag: Stationen seiner Geschichte, Bd. 1, Teil 1. Berlin, Heidelberg, New York: Springer, 1992 (ISBN 3-540-55221-9), SS. 342-343 Google Bücher

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