Catamitus


Catamitus
Statue des Ganymed im Louvre

Ganymedes (gr.: Γανυμήδης / Ganymếdês, der "Glanzfrohe", lat.: Catamitus) ist in der griechischen Mythologie ein Sohn des trojanischen Königs Tros, Bruder des Assarakos und des Ilos, der „Schönste aller Sterblichen“, und wurde von Zeus geliebt.

Als Hirtenknabe wurde er von Zeus auf den Olymp entführt, damit er dort Mundschenk für die Götter sei und ewig dort lebe. In dieser Aufgabe löste er Hebe ab, die Tochter des Zeus und der Hera.

Die Ganymedsage wird in der Antike unterschiedlich dargestellt: Zuerst findet man sie bei Homer (Ilias 20.231), aber auch Vergil (Aeneis 5.255) und Ovid (Metamorphosen 10.155ff) erzählen die Geschichte. In einer Darstellungsweise wird Ganymed durch einen Sturm, in einer anderen Version durch Zeus selbst, der sich in einen Adler verwandelt hat, auf den Olymp entführt.

Ganymed (Gemälde von Peter Paul Rubens, 1611/1612)

Die Gestalt des Adlers und auch Ganymed werden nach einer Überlieferung von Zeus als Sternbilder an den Himmel versetzt, Ganymed dabei als Tierkreiszeichen Wassermann.

Bei Platon wird mit dem Ganymed-Mythos die Liebe vom Mann zum Jüngling (Ephebophilie) gerechtfertigt. Xenophon sieht in ihm den Beweis dafür, dass nicht die physischen, sondern die geistigen Vorzüge die Liebe der Götter gewinnen.

Auf römischen Sarkophagen findet man ihn als Symbol für die Erhebung der menschlichen Seele über das Irdische.

Die (homo-)erotische Bedeutung dieser Erzählung hat viele Künstler inspiriert, u.a. gibt es eine Michelangelo-Zeichnung, Bilder von Rubens und Rembrandt, eine Marmorplastik von Thorwaldsen und ein Ganymed-Gedicht von Goethe. In der Ikonographie gilt er bisweilen auch als Präfiguration des Johannes.

Wegen Ganymeds Funktion auf dem Olymp wurden in der Neuzeit manchmal auch vergleichbare Bedienstete – Sklaven, Diener, Kellner als Ganymed bezeichnet.

Ganymedes ist auch ein Charakter im Satyricon des römischen Autors Titus Petronius.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • CATAMITUS — a veteribus Romanis nec dum assuetis Graecae linguae appellatus est, qui Ganymedes Graecis dicebatur, et Iovi in deliciis fuisse traditur. Ita enim iidem Alcedonam quoque Halcyonem dixerunt, ut Festus observat. Idem Festus: Catamitum, inquit, pro …   Hofmann J. Lexicon universale

  • Catamītus — Catamītus, 1) bei den Römern so v.w. Ganymedes; 2) ein Zecher; 3) ein weichlicher Mensch …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Catamītus — Catamītus, altlat. Name des Ganymedes (s.d.) …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Catamitus — Catamitus, ein weichlicher Mensch, von einem Beinamen des Ganymed …   Herders Conversations-Lexikon

  • Rhacophorus catamitus — Saltar a navegación, búsqueda ? Rhacophorus catamitus Estado de conservación Datos insuficientes Clasificación científica …   Wikipedia Español

  • Rhacophorus catamitus — Rhacophorus catamitus …   Wikipédia en Français

  • Rhacophorus catamitus — Taxobox name = Rhacophorus catamitus status = DD | status system = IUCN3.1 regnum = Animalia phylum = Chordata classis = Amphibia ordo = Anura familia = Rhacophoridae genus = Rhacophorus species = R. catamitus binomial = Rhacophorus catamitus… …   Wikipedia

  • Tetragonus catamitus — From the Western Ghats Scientific classification Kingdom: Animalia …   Wikipedia

  • catamite — noun Etymology: Latin catamitus, from Catamitus Ganymede, from Etruscan Catmite, from Greek Ganymēdēs Date: 1593 a boy kept by a pederast …   New Collegiate Dictionary

  • Ganymede — /gan euh meed /, n. 1. Also, Ganymedes /gan euh mee deez/. Class. Myth. a Trojan youth who was abducted by Zeus and taken to Olympus, where he was made the cupbearer of the gods and became immortal. 2. Astron. the largest moon of the planet… …   Universalium