Jaap Kool


Jaap Kool

Jaap Kool (* 1891 in Amsterdam; † 1. Dezember 1959 in Den Haag) war ein niederländischer Komponist, Musikwissenschaftler und Pädagoge, der überwiegend in Deutschland wirkte und in deutscher Sprache publizierte.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jaap Kool wuchs in Deutschland und in der Schweiz auf. Er war Schüler der Freien Schulgemeinde Wickersdorf in Thüringen, wo er sich möglicherweise an den Musikerziehern August Halm und Ernst Schertel orientiert hat. Von 1923 bis 1925 war Kool künstlerischer Leiter der Vox Recording Company in Berlin, in der Spielzeit 1923/24 Mitarbeiter der Freien Volksbühne Berlin, später Erzieher in Wickersdorf. Aus seinem weiteren Leben sind bisher nur die unten erwähnten Arbeiten bekannt. Das bisher einzige bekannte Foto findet sich in der Berliner Illustrirte Zeitung vom 25. Juni 1922. Das Magazin „Fox auf 78“ bezeichnet Jaap Kool in Heft 15/27 als „Paradiesvogel der Berliner Szene“. Bisher nicht bekannt ist, was Jaap Kool zum Ende seines Lebens wieder in die Niederlande geführt hat.

Leistungen

Jaap Kool brachte unterschiedlichste musikalische Initiativen und Werke hervor, er hatte u.a. ein „Orchester Jaap Kool“ (Aufnahme auf Vox 01404 Berlin 1924), brachte 1925 ein „Concerto grosso für Jazzorchester“, 1925 eine Musik zur Ballett-Pantomime „Der Leierkasten“ von Max Terpis, komponierte eine Ballettmusik zur Eröffnung des Gloria-Palastes Berlin mit Jannings’ Film „Tartüff“ (Film-Kurier Nr. 22, 26. Januar 1926), schrieb Vertonungen von Gedichten Leon Feuchtwangers sowie die Erzählung „Das möblierte Zimmer“ 1927, die Musik zu dem Kriminalfilm „Het mysterie van de Mondscheinsonate“ von Kurt Gerron, NL 1935,Filmmusik zu „De drie Wensen“ von Giulio Manenti, NL 1937; seine komische Oper „Die Schweinewette“ wurde im Nationaltheater Weimar am 21. Februar 1939 uraufgeführt(Autorenname bei chroniknet verdreht), (vorerst) zuletzt findet sich die Kammeroper „Die Geschichte vom schönen Annerl“ 1942. Kools vielleicht originellste Arbeit ist „Das Saxophon“, bis in die 1980er Jahre die einzige deutsche Monografie über dieses Instrument. Ungeachtet unstimmiger bzw. überholter Details zeigen sich im Umgang mit dem Thema eine ganzheitliche Sicht sowie ein großes Wissen über Musik und Akustik wie auch Detailkenntnisse des Instrumentenbaus.

Werke

Schriften:

  • Tänze der Naturvölker. A. Fürstner, Berlin 1921
  • Tanzschrift. Edition Allard, Sèvres 1927
  • Das Saxophon. J.J. Weber, Leipzig 1931. Neuausgabe: Bochinsky, Frankfurt/M. 1989, ISBN 3-923639-81-3

Kompositionen s.o. unter Leistungen

Literatur

  • Dietrich Hilkenbach: Nachwort zur Neuausgabe von Kools Buch „Das Saxophon“ 1989

Weblinks

  • Zum „Concerto grosso“: [1]
  • Zu „Das Saxophon“: [2]
  • Zu Vox: [3]

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