Centerpartiet


Centerpartiet
Centerpartiet
Logo der Centerpartiet
Annie Lööf
Partei­vorsitzende Annie Lööf
Gründung 1913
Farbe(n) grün
Europapartei Europäische Liberale, Demokratische und Reformpartei (ELDR)
EP-Fraktion ALDE

Centerpartiet (schwedisch für die Zentrumspartei) ist eine der im schwedischen Reichstag vertretenen politischen Parteien. Sie ist eine bürgerliche Partei mit grünem Einschlag, die die Interessen der Landwirtschaft und der Kleinunternehmer vertritt. Die Parteivorsitzende ist seit 2011 Annie Lööf. Die Zentrumspartei erreichte bei der letzten Reichstagswahl 2010 6,6 % der Stimmen und 23 von 349 Mandaten. Auf europäischer Ebene ist die Partei Mitglied der ELDR und gehört damit im Europaparlament der liberalen ALDE-Fraktion an.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Altes Logo der Centerpartiet

1913 wurde die Partei Bondeförbundet (Bauernbund) gegründet, die die Interessen der Landwirtschaft wahrnehmen wollte. 1921 vereinigte man sich mit der 1915 gegründeten Bauernpartei Jordbrukarnas Riksförbund (Reichsverband der Landwirte) unter dem Namen Bondeförbundet, den man bis 1958 beibehielt, als man sich in Centerpartiet umbenannte.

Wahlergebnisse der schwedischen Zentrumspartei 1921-2002

In den ersten Jahrzehnten war Bondeförbundet eine ausgesprochene Interessenpartei, die die Interessen der Landwirtschaft auf einer konservativen Wertbasis vertrat. Doch nach der Weltwirtschaftskrise 1929, die auch die Landwirtschaft traf, ging man 1933 ein Abkommen mit den Sozialdemokraten ein, das Subventionen für die Landwirtschaft und verschiedene Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit beinhaltete. 1936 führte die Zusammenarbeit zu einer Koalitionsregierung mit den Sozialdemokraten, die bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges dauerte. Eine zweite rot-grüne Koalitionsregierung, die bis 1957 bestand, wurde 1951 gebildet.

Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre gewannen Umweltfragen und die Kernkraftpolitik ein immer größeres Gewicht, und die Zentrumspartei profilierte sich mit einer grünen Politik. Dies führte zu den größten Wahlerfolgen 1973 und 1976, als die Partei 24,1 % der Stimmen bekam, und der Parteivorsitzende Thorbjörn Fälldin als Premierminister einer bürgerlichen Koalition die Regierung übernahm. Nach einer 6-jährigen Regierungszeit verlor man schließlich die Wahlen von 1982; danach ging der Wähleranteil sehr stark zurück. 1991–1994 war die Zentrumspartei eine der vier Koalitionsparteien in der bürgerlichen Regierung, aber zwischen 1995 und 1998 unterstützte man die sozialdemokratische Minderheitsregierung in wirtschaftlichen und ökologischen Fragen.

Die Zentrumspartei hatte immer das Problem, sich zwischen der politischen Rechten und der politischen Linken zu positionieren, wie die wechselnde Zusammenarbeit zeigt. Darüber hinaus ist sie auch in der EU-Frage tief gespalten. Seitdem Maud Olofsson 2001 den Vorsitz der Partei übernommen hat ist jedoch in der Centerpartiet ein eindeutiger Trend zu neoliberalen Positionen hin zu beobachten. Die Annäherungsversuche der Sozialdemokraten vor der Wahl 2002 begegnete die Vorsitzende mit den Worten "Ich will keine Koalition mit Göran Persson, Punktum!". Am 17. Juni 2011 kündigte Maud Olofsson Ihren Rückzug vom Parteivorsitz an.

Auch der Jugendverband der Partei (CUF - Centerpartiets Ungdomsförbund) pflegt seit einigen Jahren Kontakte zum neoliberalen Think-Tank "Timbro" und führende Zentrumspolitiker wie z.B. Fredrick Federley und Annie Lööf, beide Mitglieder des schwedischen Reichstags, sowie Maud Olofsson selbst profilieren die Partei inzwischen als kleinunternehmerfreundlich und anti-gewerkschaftlich. Besonders die Lockerung des Kündigungsschutzes ist seit einigen Jahren eines der Kernthemen der Partei.[1] Auch in Umweltfragen wird es gesagt, dass die Parteispitze eine Radikaländerung vorgenommen hat und steht inzwischen sehr positiv der Nutzung der Kernenergie gegenüber.

Die Neupositionierung der Partei ist dabei nicht unumstritten und hat Maud Olofsson innerparteiliche Kritik eingebracht. Im Kern steht die Kritik, die Ideale der Partei zu verraten und die Furcht vor einem Debakel bei der nächsten Reichstagswahl. Vor allem fürchtet man, dass die Wähler die Neupositionierung der Partei nicht unterstützen.[2] Inzwischen liegt die Partei bei nur noch gut 5 % in den Meinungsumfragen.[3]

Karten der Wahlergebnisse

Wahlergebnisse der Zentrumspartei bei der Reichstagswahl 2006 nach Regionen:

Parteivorsitzende

Einzelnachweise

  1. "Högerhoppet - Dokument Inifrån"
  2. "Maud Olofssons politik en katastrof för centern - Artikel bei DN debatt"
  3. "Oppinionstapp för alliansen"

Weblinks

 Commons: Centerpartiet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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