Maxdorf (Salzwedel)


Maxdorf (Salzwedel)

Maxdorf ist ein Stadtteil von Salzwedel im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Das Dorf hat sich bis heute seine Rundlingsform erhalten.

Das Dorf liegt etwa zwölf Kilometer südlich der Altstadt von Salzwedel an der Niederung der Purnitz, die unterhalb des Dorfes in die Jeetze mündet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

In der Gemarkung Maxdorf wurden einige Feuersteingeräte und ein Spinnwirtel aus der Jungsteinzeit gefunden. Somit gilt als sicher, dass sich schon damals Menschen in der Gegend um Maxdorf angesiedelt haben. Auch eine Amazonenaxt aus Felsgestein (datiert 3400–3200 v. Chr.) wurde in Maxdorf gefunden. Spätkaiserzeitliche Bronzefibeln aus Maxdorf belegen die Besiedlung des Ortes zur Zeit der Römischen Kaiser.

Im Jahre 1283 wurde der Ort urkundlich erstmals als Makestorp erwähnt. Seit dieser Zeit hat das Dorf seine Form als Rundling erhalten. Darauf deuten zahlreiche Funde einer Grabung aus den 1990er Jahren hin. Der Heimatforscher Peter Fischer vermutet, dass deutsche und slawische Siedler friedlich nebeneinander siedelten, da es deutsche und slawische Flurnamen in der Feldmark gibt.

Bis 1283 gehörte Maxdorf den Brüdern Boldewinus und Paridam von dem Knesebeck, die den Ort mit zugehörigem Wald an das Benediktiner-Nonnenkloster in Dambeck verkauften. Im Jahre 1375 wird Maxdorf – mit neun Bauernstellen und zehn Hufen Landes – im Landbuch Kaiser Karl IV. erwähnt. Auch eine Urkunde von 1458 bestätigt dem Benediktinernonnenkloster Dambeck den Vollbesitz an dem Dorf Maxdorf. Auch nach der Säkularisation des Klosters Dambeck im Jahre 1541 bis Anfang des 19. Jahrhunderts blieb Maxdorf dem späteren Amt Dambeck untertänig und abgabenpflichtig.

Das Dambecker Amtserbregister stammt aus dem Jahre 1573 und legte genau fest, welche Abgaben und Frondienste die Maxdorfer Bauern zu leisten hatten.

„Das gesamte Dorf Maxdorf mit der oberen und unteren Gerichtsbarkeit, den Zinsen, Pächten und Diensten und allen anderen Gerechtigkeiten gehört dem Churfürsten von Brandenburg. Die Kirche von Maxdorf ist einen Filiale von Altensalzwedel. Ihr gehört eine kleine Wiese (in dem Gomnitz genannt) die die Bauern gegen einen halben Gulden nutzen.“

Maxdorf wurde am 1. Juli 1950 nach Mahlsdorf eingemeindet.[1]

Kirche

Das Dorf erhielt im 15. Jahrhundert eine kapellenartige kleine Dorfkirche aus Feldsteinen, die den östlichen Rand des Rundlings abschließt. Der Bau der Saalkirche dauerte wohl etwa fünf Jahre und war um 1496 ohne größere Verzögerungen vollendet, denn nachweislich wurde im Jahre 1496 der Dachstuhl aus Eichenholz vollendet. Die dafür verbauten Eichenstämme wurden nach dendrochronologischen Untersuchungen[2] im Winter 1495 gefällt und im Frühjahr/Sommer des folgenden Jahres im Dachstuhl verbaut. Die ursprünglich kleinen Stichbogenfenster, von denen noch heute zwei erhalten sind, wurden um 1788 vergrößert. Das Türblatt mit geschmiedeten, stark verzierten Eisenblättern am Eingangsportal hat die 500 Jahre Kirchengeschichte gut überstanden, denn auch das Holzkastenschloss mit originalem, handgeschmiedeten Knebel ist noch aus der Zeit um 1500 erhalten und voll funktionsfähig. Sehenswert ist die Maxdorfer Taufschüssel aus getriebenem Messing mit Verkündigungsgruppe und Inschrift aus dem Jahre 1601.

Weiteres

Zu den lediglich neun Hofstellen, die das Dorf im 19. und 20. Jahrhundert zählte, gehört auch das 1786 errichtete Hallenhaus (Hof 3)[3], das ab 1988 in das Freilichtmuseum Diesdorf umgesetzt wurde.[4]

Literatur

  • Peter Fischer: Zur Ortsgeschichte Maxdorf. Altmarkkreis Salzwedel 1996
  • Hartmut Bock, Ingelore und Peter Fischer, Ulf Frommhagen, Friedhelm Heinicke, Manfred Heiser: Maxdorf in der Altmark. Lebensbild eines Rundlingsdorfes von den Anfängen bis in die Neuzeit. Aus der Reihe: Schriften zur Regionalgeschichte der Museen des Altmarkkreises Salzwedel. Herausgegeben von Museen des Altmarkkreises Salzwedel, Ziethen, 2006.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  2. im Dendrolabor des DAI Berlin
  3. Niederdeutsches Hallenhaus aus Maxdorf (1786). Museen des Altmarkkreises Salzwedel, abgerufen am 5. Januar 2010.
  4. Niederdeutsches Hallenhaus aus Maxdorf. Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V., abgerufen am 31. Oktober 2010.
52.7812711.20563

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