Kunstteich Neudorf


Kunstteich Neudorf
Kunstteich Neudorf
Der neue Teich
Neudorfer Kunstteich, Gondelteich[1] (veralt.)

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BW

Lage: mittlerer Unterharz
Zuflüsse: Zufluß zur schmalen Wipper[2], Wasserlösungsstollen[3]
Abflüsse: Zufluß zur schmalen Wipper
Größere Orte am Ufer: Neudorf
Kunstteich NeudorfDer neue TeichNeudorfer Kunstteich, Gondelteich[1] (veralt.) (Sachsen-Anhalt)
Kunstteich NeudorfDer neue TeichNeudorfer Kunstteich, Gondelteich[1] (veralt.)
Koordinaten 51° 36′ 23,9″ N, 11° 7′ 35,9″ O51.60664211.126626Koordinaten: 51° 36′ 23,9″ N, 11° 7′ 35,9″ O
Daten zum Bauwerk
Sperrentyp: Erddamm mit Kerndichtung[4]
Bauzeit: 1764
Kronenlänge: 145 m
Kronenbreite: 4 m
Böschungsneigung luftseitig: 1:1,65
Böschungsneigung wasserseitig: 1:1,8
Betreiber: Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt
Daten zum Stausee
Höhe des Stauziels: 406,19 m ü. NN
Wasseroberfläche bei Vollstau: 4,2 ha
Gesamtstauraum: 1 Mio m³dep1
Einzugsgebiet: 1 km²

Der Kunstteich Neudorf auch Der Neue Teich sowie veraltet auch Neudorfer Kunstteich und Gondelteich[3] ist eine Talsperre im mittleren Unterharz in Neudorf, Sachsen-Anhalt.[5] Der Teich ist Teil des Unterharzer Teich- und Grabensystems.[2]

Beschreibung

Der Teich wurde 1764 angelegt. Ziel war es, Aufschlagwasser für die Gruben im Pfaffenberger Grubenrevier zur Verfügung zu stellen.[3] Der heute vom TSB betriebene Staudamm wurde als Erdamm mit Kerndichtung erbaut. Die Kronenlänge beträgt 145 m, die Kronenbreite 4 m. Die Böschungsneigung beträgt 1:1,65 (luftseitig) bzw. 1:1,8 (wasserseitig). Die Höhe des Stauziels beträgt 406,19 m, der Gesamtstauraum ca. 1 Mio m³ und das Einzugsgebiet 1 km². Heute dient der Teich dem Hochwasserschutz und der Naherhohlung.[4] Die Wasseroberfläche bei Vollstau beträgt 3,8 ha, bis 1892 betrug sie noch 4,2508 ha.[3]

Es gilt als wahrscheinlich, dass im Umkreis des Teichs anstehendes Material als Schüttmaterial verwendet wurde. Der Damm verfügt nicht über eine Drainage, das anfallende Sickerwasser wird in offenen Gerinnen im Dammvorfeld gesammelt. Mangels Messeinrichtungen erfolgt keine Messung des Sickerwassers. Sowohl luft- als auch wasserseitig ist der Damm in erheblichem Maße mit alten Bäumen, vorrangig Eichen und Ahornen, bewachsen. Ein Grundablaß existiert nicht mehr. Ursprünglich lag dieser in der Dammmitte. Das aus Eichenholz bestehende Striegelgerinne wurde nach dessen Zusammenbruch mit lehmigen Material verfüllt. Die Rösche zum Grenztal diente bis zum Zusammenbruch des Striegelschachtes als Ersatz-Grundablaß. Seitdem wird der Teich ohne Grundablaß betrieben. Die Hochwasserentlastungsanlage besteht aus einem Betonrohr DN 300, das in ein offenes Naturgerinne das Wasser abführt. Das Gerinne vereinigt unterhalb des Teichdamms mit dem Wasser aus den Sickerwasser-Gerinnen.[4]

Der Kunstteich Neudorf hat zwei Vorsperren: Neudorfer kleiner Teich 1 und Neudorfer kleiner Teich 2, wobei letztere mittlerweile abgeworfen wurde.[2]

Zu- und Abfluss

Ein Zufluss eines Nebenflußes der Schmalen Wipper wird hier aufgestaut. Dieser wird zuerst im Neudorfer Gemeindeteich aufgestaut.[5] Über diesen war der Kunstteich Neudorf an den Neudorfer Graben, Teil des Silberhütter Kunstgrabens angebunden.[2] Der Bach mündet einige hundert Meter unterhalb des Teichs rechtsseitig in einen namenlosen linksseitigen Zufluss der Schmalen Wipper.[5]

An der Südwestseite des Teiches liegt das Mundloch der Abflußrösche der Hilfskunstradstube im Pfaffenberg, die dem Teich Wasser zuführt.[3] Eine Rösche ins Grenztal führte ehemals Wasser ab. Zwischen 1960 und 1970 brach das Striegelgerinne der Rösche ein. Seitdem besteht keine Verbindung zum Grenzteich mehr und der Teich wird nur noch in den zufließenden Bach entwässert.[5][4]

Einzelnachweise

  1. Gewässersteckbrief Gondelteich
  2. a b c d Karl-Heinz Krause: Entwicklung und gegenwärtige Funktion von Anlagen der historischen bergbaulichen Wasserwirtschaft im Unterharz. In: Wilfried Strenz, Arbeitskreis Historische Geographie der Geographischen Gesellschaft der DDR (Hrsg.): Historisch-geographische Forschungen in der DDR. Hermann Haack Geographisch-Kartographische Anstalt, Gotha 1986, ISBN 3-7301-0803-4, DNB 870795007.
  3. a b c d e Bergbautannen Neudorf, auf strassberg-harz.de
  4. a b c d Robert Wouters; Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Talsperren in Sachsen-Anhalt. mdv, Halle (Saale) 2010, ISBN 9783898126779, DNB 1004451342.
  5. a b c d Sachsen-Anhalt-Viewer, amtliche topographische Karte, TK 1:25 000 Farbe

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