LIO


LIO
LIO
Entwickler RisingTide Systems
Aktuelle Version 4.0.0
(17. Dezember 2010)
Betriebssystem Linux
Kategorie SCSI
Lizenz GPL
www.linux-iscsi.org

LIO ist ein multiprotokollfähiges SCSI-Target-Modul für Linux. Es unterstützt aktuell die Protokolle iSCSI, Fibre Channel, FCoE und InfiniBand (SRP). LIO ist im Linux-Kernel Version 2.6.38[1][2] standardmäßig enthalten und ersetzt somit das STGT-Target.[3] Neben der x86-Architektur werden die CPU-Architekturen ia64, ARM, MIPS und POWER unterstützt.

Inhaltsverzeichnis

Features

LIO unterstützt den iSCSI-Standard[4] sowie Persistent Reservations und ALUAs (Asymmetric Logical Unit Assignment) des SPC-4[5] SCSI-Standards.

Zusammen mit der Replikationssoftware DRBD und der Clustersoftware Pacemaker lassen sich hochverfügbare Speichersysteme aufbauen. Der RTSdirector implementiert ein eigenes Multinode-Cluster mit linearer Skalierbarkeit.

Die Konfiguration erfolgt über das Linux configfs,[6] die Administration über ein Kommando-Zeilen-Tool (RTSadmin). Mit Erscheinen der Version 2 ist es möglich, Fibre Channel und InfiniBand Konfigurationen zu administrieren. Die Version 2 wurde dual lizenziert und ist unter der AGPL erschienen.

LIO wurde von der Firma RisingTide Systems entwickelt und wird von einigen Herstellern von Storage-Appliances integriert (Netgear, QNAP, Synology). RisingTide Systems ist Mitglied der Open Source Business Alliance und liefert mit LIO die Blocklevel-Speicherkomponenten für den "Open Source"-Referenz-Stack.

Architektur

Target

LIO Architektur

LIO ist modular aufgebaut. Das eigentliche SCSI-Target ist unabhängig von den Fabric-Modulen. Auf diese Weise können verschiedene Übertragungstechnologien parallel eingesetzt werden. Zum aktuellen Zeitpunkt existieren Fabric-Module für TCP/IP und FCoE (Fibre Channel over Ethernet). Ein spezielles Loopback-Modul erlaubt die Integration von RAM-Disks oder SSD-Speicher. Fabric-Module für die HBAs von QLogic und Emulex befinden sich im Alpha-Test.

Initiator

Neben dem iSCSI-Target wird von RisingTide Systems auch noch ein Open Source iSCSI-Initiator names Core-iSCSI bereitgestellt. Ein besonderes Merkmal ist die Unterstützung mehrerer Verbindungen pro Session (Multiple iSCSI connections per iSCSI session - MC/S). Auf diese Weise wird eine verbesserte Verfügbarkeit und Performance ermöglicht. Der Standard Linux-iSCSI-Initiator unterstützt dieses Feature nicht. Core-iSCSI erlaubt darüber hinaus das Booten von Servern über ein iSCSI-SAN (diskless boot).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Linus Torvalds (15. Januar 2011): Trivial merge. lkml.org. Abgerufen am 7. März 2011.
  2. Thorsten Leemhuis (28. Februar 2011): Kernel-Log – Was 2.6.38 bringt (4): Storage. Heise Open Source. Abgerufen am 7. März 2011.
  3. STGT Target
  4. RFC 3720
  5. Ralph Weber (17. Januar 2011): SCSI Primary Commands - 4 (SPC-4). t10.org. Abgerufen am 7. März 2011.
  6. Jonathan Corbet (24. August 2005): Configfs - an introduction. lwn.net. Abgerufen am 7. März 2011.

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