Lichen simplex chronicus


Lichen simplex chronicus
Klassifikation nach ICD-10
L28.0 Lichen simplex chronicus
ICD-10 online (WHO-Version 2011)

Lichen Simplex Chronicus ist eine ortsständige, chronisch-entzündliche, plaqueförmige und lichinoide (knötchenartige) Hauterkrankung, welche mit starkem Juckreiz einhergeht. Sie ist auch bekannt unter den Namen Neurodermitis cirumscripta, Lichen chronicus vidal oder Vidal-Krankheit.

Inhaltsverzeichnis

Symptome

Lichen Simplex Chronicus äußert sich durch einen ortsständigen, starken Juckreiz, welcher auch durch Kratzen nicht gemildert werden kann. Es bilden sich hanfkorngroße, harte und rötlichbraun oder hautfarbene Pappeln, welche zu einer flächenhaften Verdickung (Lichenifikation) der Haut führen. Bevorzugt sind die Nackenregion, Streckseiten von Unterarmen und Unterschenkeln, Kreuzbeingegend und der Genitalbereich befallen. Psychische Belastungen oder Stress können zur Verschlechterung oder sogar zum erneuten Auftreten der Erkrankung führen. Lichen simplex chronicus verläuft in jedem Fall chronisch.

Rezidiv eines Lichen simplex chronicus am Schienbein
Lichen simplex chronicus am Unterarm
Lichen simplex chronicus am Knöchel


Ursachen

Die Ursachen für Lichen simplex chronicus sind noch nicht geklärt. Diskutiert wird eine Minusvariante des atopischen Ekzems. Doch scheinbar kommen ebenso psychische Faktoren zum tragen. Fakt ist, dass jegliche Reizung der Haut zur Verschlimmerung der Lichenherde führt. Dabei stellt das größte Problem das Kratzen dar. Es kommt zu einer Kettenreaktion. Der auftretende Juckreiz wird versucht durch Kratzen zu stillen, was wiederum dazu führt, dass der Juckreiz verstärkt wieder auftritt u. s .w.

Diagnose

Histologischer Schnitt einer Hautbiopsie bei Lichen simplex chronicus

Die Diagnose erfolgt zum einen aus den Symptomen (Juckreiz, Lichenifikation und chronischer Verlauf) und zum anderen aus der Histologie. Hierbei wird im Rahmen einer Biopsie eine Gewebeprobe aus dem veränderten Bereich entnommen und histologisch untersucht. Lichen simplex chronicus kann auf diese Weise sicher diagnostiziert werden. Im Vorfeld sollte an mögliche Differentialdiagnosen gedacht werden, z. B. allergisches Kontaktekzem, atopisches Ekzem oder Lichen ruber planus.

Therapie

Da es sich beim Lichen Simplex Chronicus um eine chronisch verlaufende Erkankung handelt, bei der die Ursachen und Auslöser unbekannt sind, ist unbedingt eine Langzeittherapie anzulegen. Außerdem erweist sich die Erkrankung als äußerst therapieresistent. Behandelt wird mit kortisonhaltigen Salben welche meist unter Okkulsivverbänden zum Einsatz kommen. Gegen den Juckreiz können Antihistaminika eingesetzt werden. Gute Erfolge können auch mithilfe der Phototherapie oder der PUVA-Therapie erzielt werden. Der Patient kann darauf achten, betroffene Körperpartien nicht ständig mit Kleidung zu verdecken, denn Sonnenstrahlung und Belüftung der krankhaft veränderten Haut wirkt sich Vorteilhaft auf die Heilung aus. Außerdem sollte darauf geachtet werden, keine unnötige Reizung der Haut zu verursachen (z.B. durch harte, kratzende Badeschwämme oder parfümiertes Duschgel). Selbst wenn ein Lichen-simplex-chronicus-Herd einmal vollständig abgeheilt ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er nach 6–12 Monaten an der selben Stelle wieder auftritt, hoch. Da der auftretende, starke Juckreiz je nach Ausmaß der Erkrankung zu einer beachtlichen Einschränkung der Lebensqualität führen kann, ist eine psychosomatische Mitbetreuung der Patienten ratsam.

Quellen und Weblinks

  1. Altmeyer: Enzyklopädie Dermatologie[1]
  2. DermIS[2]
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