Charles, Prince of Wales


Charles, Prince of Wales
Charles Mountbatten-Windsor, Prince of Wales (2005)

Charles Philip Arthur George Mountbatten-Windsor, Prince of Wales (Fürst von Wales) und Duke of Cornwall (Herzog von Cornwall), meist kurz Prince (im deutschsprachigen Raum Prinz) Charles genannt, (* 14. November 1948 im Buckingham Palace, London) ist der Thronfolger des Vereinigten Königreiches. Er ist der älteste Sohn von Königin Elisabeth II. und Prinz Philip und gehört somit auch dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg an.

Inhaltsverzeichnis

Titel

Britische Königsfamilie

Die Thronfolger Großbritanniens tragen seit Übernahme des Amtes traditionell die Titel Herzog von Cornwall und Earl of Chester bzw. Herzog von Rothesay (in Schottland). Der Titel Prince of Wales wird später gesondert verliehen, wobei „Prince“ jedoch nicht mit „Prinz“ zu übersetzen ist, sondern mit „Fürst“. Charles ist der 21. Träger dieses Titels, der ihm am 26. Juli 1958 verliehen wurde, zeremoniell eingesetzt wurde Charles am 1. Juli 1969 in Caernarfon Castle, Wales. In der Regel wird er als His Royal Highness The Prince of Wales angesprochen, in Schottland jedoch als His Royal Highness The Prince Charles, Duke of Rothesay.

Vollständiger Titel

„His Royal Highness The Prince Charles Philip Arthur George, Prince of Wales, Duke of Cornwall and Earl of Chester, Duke of Rothesay, Earl of Carrick, Baron of Renfrew, Lord of the Isles, Prince and Great Steward of Scotland, Knight Companion of the Most Noble Order of the Garter, Knight of the Most Ancient and Most Noble Order of the Thistle, Great Master and First and Principal Knight Grand Cross of the Most Honourable Order of the Bath, Member of the Order of Merit, Knight of the Order of Australia, Companion of the Queen’s Service Order, Member of Her Majesty’s Most Honourable Privy Council, Aide-de-camp to Her Majesty"

Leben

Kindheit und Jugend

Charles wurde am 14. November 1948 im Buckingham Palace in London geboren. Zu diesem Zeitpunkt belegte er hinter seiner Mutter Platz zwei der britischen Thronfolge. Aufgrund einer besonderen Entscheidung seines Großvaters und damaligen Königs Georg VI. wurde allen Kindern der damaligen Thronfolgerin Elisabeth der Rang königlicher Prinzen und die damit verbundene Anrede „His/Her Royal Highness“ verliehen, die ansonsten nur im Mannesstamme weitergegeben werden konnten.

Mit der Thronbesteigung seiner Mutter im Jahre 1952 wurde Charles dann Thronfolger und Herzog von Cornwall. Im darauffolgenden Jahr nahm er an ihrer Krönung teil. Schon im Kindesalter erzog man Charles in Vorbereitung auf sein künftiges Regentenamt. Er genoss 1954–1967 eine Ausbildung an traditionsreichen Privatschulen in Großbritannien, u. a. an der Cheam School (Preparatory School) und im Internat (Public School) in Gordonstoun, das schon sein Vater besucht hatte, sowie einen Aufenthalt als Austauschschüler im australischen Geelong. Nebenbei erhielt er auch Privatunterricht im Buckingham Palast.

Im Jahr 1967 nahm Charles ein Studium der Archäologie und Anthropologie am Trinity College der Universität Cambridge auf, wo er dann jedoch zu Geschichte wechselte. 1970 legte er darin seinen Bachelor-Abschluss ab. Anschließend besuchte er als erster Prince of Wales die University of Wales, Aberystwyth, um sich Kenntnisse der walisischen Sprache anzueignen.

Im Anschluss daran absolvierte der Prinz 1971–1976 eine Militärausbildung; er diente dabei insbesondere in der Royal Navy und lernte sowohl Hubschrauber als auch Propeller- und Düsenflugzeuge zu fliegen. Er hat aufgrund nachfolgender Beförderungen (zuletzt zu seinem 58. Geburtstag, 2006) nunmehr folgende militärische Ränge inne: Admiral der Royal Navy, General der British Army und Air Chief Marshal (General) der Royal Air Force.

Anfang 1970 wohnte Charles im britischen Oberhaus den Sitzungen des House of Lords als Stellvertreter der Königin bei. Gegen Jahresende 1977 wurde der Prinz auch in den Kronrat (Privy Council) aufgenommen. Mit der Übernahme dieser Funktionen begann er, auch bei öffentlichen Veranstaltungen und bei Staatsbesuchen als offizieller Repräsentant der britischen Krone aufzutreten.

Charles ist Mitglied des renommierten White’s Club, in dem er auch seinen Junggesellenabschied feierte.

Diana

Charles wurde von der Presse über die Jahre mit einer Reihe von Frauen in Verbindung gebracht, die jedoch allesamt nicht als Ehefrau des Thronfolgers in Betracht kamen. Am 29. Juli 1981 heiratete er unter den Augen eines weltweiten TV-Publikums in der Saint Paul’s Cathedral in London nach kurzer Verlobungszeit Lady Diana Spencer, Tochter des 8. Earl Spencer, die dadurch zur Fürstin von Wales wurde. In dieser Ehe wurden am 21. Juni 1982 Prinz William und am 15. September 1984 Prinz Harry geboren. Die Familie wohnte in Highgrove, Gloucestershire und im Kensington Palace in London.

Die Ehe war von Anfang an schwierig, da es beiden an der nötigen Einfühlsamkeit für die Probleme des Partners fehlte. Diana war dem ständigen Rampenlicht nicht gewachsen und entwickelte eine schwere Essstörung. Prinz Charles wiederum konnte nicht damit umgehen, dass nicht mehr er als Thronerbe, sondern seine Frau im Mittelpunkt des Interesses stand. Weiter nahm er kurz nach der Hochzeit wieder Kontakt zu seiner langjährigen Geliebten Camilla Parker Bowles auf, was die Ehe letztendlich zerstörte.

Der Eheskandal

Die Ehekrise wurde 1992 durch die Publikation des Buches „Diana: Her True Story“ (dt.: „Diana: Ihre wahre Geschichte“), in welchem der Reporter Andrew Morton die Liebesbeziehung zwischen Camilla und Charles enthüllte, zum öffentlichen Skandal. Im Dezember 1992 sah sich das Paar gezwungen, die offizielle Trennung bekannt zu geben. Prinz Charles ließ über seinen Privatsekretär mitteilen, dass seine Beziehung zu Camilla rein freundschaftlich gewesen sei.

Am 29. Juni 1994 gestand Prinz Charles in einem TV-Interview den Ehebruch mit Camilla ein; auch Diana hatte zugeben müssen, mit ihrem Reitlehrer James Hewitt ihrem Mann untreu geworden zu sein. Unter dem Druck Königin Elisabeths II. und einem öffentlich ausgetragenen Streit um die Abfindungsbedingungen wurden Charles und Diana am 28. August 1996 geschieden. Diana konnte ihren Status als „Fürstin von Wales“ beibehalten, musste allerdings auf den Titel einer „Königlichen Hoheit“ verzichten. Prinz Charles ließ über seinen Privatsekretär mitteilen, dass er sich nicht wieder verheiraten würde.

Diana erlitt gemeinsam mit Dodi Al-Fayed, dem Sohn des ägyptischen Milliardärs und Eigentümer des weltberühmten Londoner Kaufhauses HarrodsMohamed Al-Fayed, mit dem sie seit relativ kurzer Zeit liiert war, am 31. August 1997 einen tödlichen Verkehrsunfall in einem Straßentunnel von Paris. Ihr Tod hatte zunächst einen rapiden Ansehensverlust ihres Ex-Mannes und seiner Familie zur Folge. Im Zuge der Trauerfeierlichkeiten gewann Prinz Charles etwas mehr Ansehen in der Öffentlichkeit, da er nach Paris flog und den Leichnam seiner Ex-Frau nach Großbritannien zurück begleitete. Auch für das offizielle Begräbnis von Diana soll er nach Angaben seines Privatsekretärs mitverantwortlich gewesen sein.

Nach Dianas Tod

Als Mitglied und Schirmherr zahlreicher wissenschaftlicher, politischer und kultureller Organisationen konnte Prinz Charles in den folgenden Jahren sein angeschlagenes Image in der britischen und weltweiten Öffentlichkeit aufbessern. Als alleinerziehendem Vater zweier heranwachsender Jungen wurden ihm ebenfalls Sympathien entgegengebracht. Außerdem ließ er über seinen Privatsekretär mitteilen, dass eine Heirat mit seiner langjährigen Geliebten Camilla Parker Bowles nicht geplant sei.

Charles und Camilla Parker Bowles führten ihre Beziehung fort, wobei beide ab 2000 auch gemeinsam in der Öffentlichkeit auftraten. Im Juli 2002 ließ die Liberalisierung des Scheidungsrechts durch die Anglikanische Kirche eine Wiederheirat des geschiedenen Prinzen, jedenfalls in Form einer rein zivilen Eheschließung, als möglich erscheinen.

Hochzeit mit Camilla Parker Bowles

Der Fürst von Wales und die Herzogin von Cornwall mit Präsident George W. Bush und seiner Frau Laura Bush im November 2005 bei einem Besuch in den Vereinigten Staaten

Am 10. Februar 2005 bestätigte ein Sprecher des Thronfolgers, dass Charles zum zweiten Mal heiraten werde. Die Hochzeit mit Camilla Parker Bowles war zunächst für den 8. April geplant.

Im Zuge der Vorbereitungen der Hochzeit gab es dann jedoch einige Pannen. So konnte die Trauung aus juristischen Gründen nicht in Windsor Castle stattfinden, wie es ursprünglich geplant war. Auch gab es im Vorfeld einige juristische Einsprüche gegen die Ehe, die aber abgewiesen wurden.

Königin Elisabeth deutete zunächst an, nicht an der Trauung teilnehmen zu wollen. Auch ihr Mann ließ sein Erscheinen offen. Internationale Gäste wie Schwedens Kronprinzessin Victoria oder Dänemarks Kronprinz Frederik sagten ebenfalls ab, da es sich nicht um eine offizielle „königliche Hochzeit“ handelte.

Die Eheschließung wurde durch den Tod von Papst Johannes Paul II. überschattet; mit Rücksicht auf sein Begräbnis wurde die Trauung um einen Tag verschoben.

Am 9. April 2005 heirateten Prinz Charles und Camilla Parker Bowles in Windsor. Im Anschluss an die Ziviltrauung im Rathaus fand in der St. George's Chapel in Windsor Castle eine kirchliche Segensfeier statt. Millionen von Fernsehzuschauern verfolgten die Feierlichkeit. Als Ehefrau des Fürsten von Wales ist Camilla nunmehr die Fürstin von Wales; sie führt diesen Titel jedoch nicht, sondern wird (außerhalb von Schottland) als Herzogin von Cornwall bezeichnet. Prinz Charles ließ über seinen Privatsekretär mitteilen, dass sie sich nach seiner Thronbesteigung nicht wie üblich Queen Consort, sondern Princess Consort (Prinzessingemahlin) nennen würde – in Anlehnung an Prinz Albert, den Mann von Königin Victoria.

Die britischen Untertanen haben mittlerweile die Ehe des Prince of Wales und der Herzogin von Cornwall akzeptiert, vor allem seit Prinz Charles über seinen Privatsekretär mitteilen ließ, dass Charles' Söhne, Prinz William und Prinz Harry, mit seiner neuen Heirat einverstanden gewesen seien.

Möglicher Name als König

Aufsehen erregte Charles Ende Dezember 2005 mit der Ankündigung einiger Vertrauter, dass er sich im Falle der Thronbesteigung nicht König Karl III. (Charles III.) sondern König Georg VII. nennen wolle. Der letzte Träger dieses Namens, Georg VI., war der Vater von Elisabeth II. und somit sein Großvater.

Der Name Karl/Charles ist in der Geschichte der englischen Könige nicht allzu positiv besetzt, Karl I. wurde hingerichtet, Karl II. war für die Mätressenherrschaft an seinem Hofe bekannt und hatte zahlreiche uneheliche Kinder, aber keinen legitimen Thronfolger. Zudem gab es schon einmal einen inoffiziellen König Karl III. (Charles Edward Stuart), genannt Bonnie Prince Charlie. Später ernannten die Jakobiten Karl Emanuel II. (Sardinien-Piemont) zu Karl IV. Die Zählweise des Namens Karl wäre also problematisch.

Dabei ist eine Umbenennung bei der Thronbesteigung nicht unüblich. König Georg VI. hatte den Rufnamen Albert. Da dies aber kein gebräuchlicher Königsname in England war und Königin Viktoria sich gewünscht hatte, dass kein britischer König den Namen Albert tragen sollte, entschied er sich für den Namen Georg. Dieser ist bei ihm wie bei Charles einer seiner Vornamen.

Wohnsitz

Offizielle Residenz des Fürsten ist Clarence House in London, das vor seinem Einzug grundlegend umgebaut wurde. Bis zum Tode seiner Großmutter nutzte Charles privat Räumlichkeiten im St. James’s Palace. Heute befinden sich dort noch seine Büros.

Sein Landsitz ist Highgrove House. Bei Aufenthalten in den schottischen Highlands, wo er sich gern aufhält, nutzt Charles Birkhall, das er von seiner Großmutter als persönlichen Besitz geerbt hat.

Aufgaben und Interessen

Bei der Vertretung der Königin in der Öffentlichkeit spielt der Prinz eine zentrale Rolle. Er nimmt bereits seit vielen Jahren jährlich viele Termine wahr. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Stellung als Schirmherr von Organisationen. Dabei besonders hervorzuheben ist der Prince's Trust, den Charles 1976 gegründet hat. Die Wohltätigkeitsorganisation unterstützt benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene.

Wie fast alle Mitglieder der Königsfamilie ist Charles Ehrenoberst einer größeren Anzahl von Einheiten aller Teilstreitkräfte im Vereinigten Königreich und in anderen Staaten des Commonwealth. Hierzu gehören beispielsweise die Welsh Guards, die 1st The Queen's Dragoon Guards und das Parachute Regiment.

Architektur und Stadtplanung gehören seit vielen Jahren zu seinen Interessenschwerpunkten. Charles äußert sich hierzu oft in der Öffentlichkeit. Er fordert eine kontextuelle, nachhaltige Architektur, die sich an der klassischen Formensprache und regionalen Traditionen ausrichtet. 1989 veröffentlichte Prinz Charles das Buch A Vision Of Britain, dessen Ideen zum Teil in der Modellstadt Poundbury verwirklicht werden.

Prinz Charles besitzt u. a. Güter in Cornwall und Highgrove mit einer Produktionsstätte für Lebensmittel (zum Beispiel Kekse, „Duchy Originals“), die nach biologisch-ökologischen Grundsätzen produziert werden und deren Erlös für wohltätige Zwecke verwendet wird. Insgesamt fördert er die ökologische Landwirtschaft und auf diese Weise gewonnene Lebensmittel im Rahmen seiner Möglichkeiten. Im Rahmen von mehr Transparenz beim Verbleib der EU-Agrar-Subventionen hat die britische Regierung erstmalig im Jahr 2005 Empfängernamen und Summen der in Großbritannien gezahlten Beträge veröffentlicht. Demnach hat Prinz Charles im Jahr 2004 für seine Güter in Cornwall und Highgrove um die 990.000 Euro bezogen.

Privat ist er ein anerkannt guter Aquarellmaler, er hat mehrere Bücher geschrieben und reitet und jagt viel. Sein Einsatz für die Fuchsjagd, die inzwischen verboten worden ist, war umstritten. Den Polosport, den er in der Vergangenheit intensiv betrieben hat, hat Charles inzwischen aufgrund seines Alters aufgegeben.

Seit 27. Januar 2007 ist Charles der am längsten amtierende direkte Thronfolger in der Geschichte der englischen Monarchie, gefolgt von seinem Ur-Urgroßvater Eduard VII.[1]

Titel von der Geburt bis heute

  • His Royal Highness Prince Charles of Edinburgh (1948–1952)
  • His Royal Highness Prince Charles, Duke of Cornwall, Earl of Chester, Duke of Rothesay, Baron of Renfrew, Lord of the Isles, Prince and Great Steward of Scotland, KG (1952–1958)
  • His Royal Highness Prince Charles, Prince of Wales, Duke of Cornwall, Earl of Chester, Duke of Rothesay, Earl of Carrick, Baron of Renfrew, Lord of the Isles, Prince and Great Steward of Scotland, KG (1958–1974)
  • His Royal Highness Prince Charles, Prince of Wales, Duke of Cornwall, Earl of Chester, Duke of Rothesay, Earl of Carrick, Baron of Renfrew, Lord of the Isles, Prince and Great Steward of Scotland, KG GCB (1974–1977)
  • His Royal Highness Prince Charles, Prince of Wales, Duke of Cornwall, Earl of Chester, Duke of Rothesay, Earl of Carrick, Baron of Renfrew, Lord of the Isles, Prince and Great Steward of Scotland, KG KT GCB PC (1977–2002)
  • His Royal Highness Prince Charles, Prince of Wales, Duke of Cornwall, Earl of Chester, Duke of Rothesay, Earl of Carrick, Baron of Renfrew, Lord of the Isles, Prince and Great Steward of Scotland, KG KT GCB OM PC (2002–heute)

Auszeichnungen

Verfilmung

Weblinks

Fußnoten

  1. http://www.newsru.com/world/27jan2008/zh.html
  2. Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Prinz Charles. deutscher-nachhaltigkeitspreis.de. Abgerufen am 29. April 2009. (PDF)


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