Liste der Pfleghöfe in Heilbronn


Liste der Pfleghöfe in Heilbronn

Die Liste der Pfleghöfe in Heilbronn gibt eine Übersicht über die in der Stadt Heilbronn einst bestehenden Pfleghöfe auswärtiger Klöster.

In Heilbronn bestanden insgesamt acht Pfleghöfe, die mehrfach im Heilbronner Urkundenbuch von 1532 genannt werden. Da sich die Höfe innerhalb der historischen Stadtgrenzen befanden, fielen alle bis dahin noch vorhandenen baulichen Überreste der totalen Zerstörung der Innenstadt durch den Luftangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944 zum Opfer.

Bezeichnung Klosterzugehörigkeit Lage Anmerkungen
Adelberger Hof Kloster Adelberg Adelberger Gasse (heute: Karlstraße) Der Besitz des Stifts Adelberg in Heilbronn geht auf König Heinrich (VII.) zurück.
Billigheimer Hof Kloster Billigheim nördlich der Kilianskirche (heute: Falkenstraße) Der Hof soll aus der Stiftung einer Herzogin an das Kloster gelangt sein. Später Gasthof zum Falken.
Hirsauer Hof Kloster Hirsau an der Stadtmauer am Neckar
(heute im Bereich Untere Neckarstraße/Gerberstraße)
Der älteste Pfleghof in Heilbronn, kam durch eine Schenkung der Gräfin Uta von Calw um 1070 an das Kloster Hirsau. Später auch als Hirschhof bekannt.
Kaisheimer Hof Kloster Kaisheim Sülmerstraße Das Kloster Kaisheim erwarb 1324 einen Teil des Hirsauer Hofes und Weinberge in Heilbronn. Da im Hirsauer Hof keine geeigneten Keller für die Einlagerung von Wein vorhanden waren, erwarb das Kloster im Jahr 1462 den Hof an der Sülmerstraße, wo 1733 ein repräsentativer Barockbau entstand.
Lichtensterner Hof Kloster Lichtenstern Ecke Lammgasse/Rappengasse Der Hof stammt aus einer Stiftung der Herren von Weinsberg, die 1242 auch das Kloster Lichtenstern gegründet hatten. In Folge des Landshuter Erbfolgekriegs kam der Hof im frühen 16. Jahrhundert an Württemberg. Er wurde 1690 durch einen Großbrand verwüstet.
Lorscher Hof Kloster Lorsch beim Burgentor an der ältesten Neckarbrücke Ein relativ kleiner Hof, dessen genaue Lage im Bereich Ecke Kirchbrunnenstraße/Fischergasse nur vermutet werden kann.
Maulbronner Hof Kloster Maulbronn Mosergasse zwischen
Kirchbrunnenstraße und Kaiserstraße
Der Hof geht vermutlich noch auf den Wirtschaftshof des fränkischen Königshofes in Heilbronn zurück und kam im Jahr 1277 durch einen Gütertausch mit König Rudolf I. an das Kloster, das damit ab 1286 die Heilbronner Lupold-Sippe und ab 1368 die Stadt belehnte. 1525 kam der Hof in das Eigentum der Stadt, später in Privatbesitz. In dem Anwesen befand sich im 16. und frühen 17. Jahrhundert das Handelshaus der Familie Orth, die mehrere Heilbronner Bürgermeister stellte. Im 19. Jahrhundert war das Anwesen im Wesentlichen noch in seinem ursprünglichen Umfang erhalten und diente als Brauerei und Essigfabrik. Nach 1900 wurde der Besitz parzelliert.
Schöntaler Hof Kloster Schöntal Deutschhofstraße/Allerheiligenstraße Ein ab dem 14. Jahrhundert bestehender ausgedehnter Hof, der sich im Wesentlichen auf der Fläche des heutigen Einkaufszentrums Stadtgalerie erstreckte.
Ehemalige Pfleghöfe in Heilbronn, markiert auf einer Karte von 1834, die die alten Flurstücksgrenzen noch erkennen lässt: (1) Lichtensterner Hof, (2) Adelberger Hof, (3) Hirsauer Hof, (4) Billigheimer Hof, (5) Kaisheimer Hof, (6) Maulbronner Hof, (7) Lorscher Hof vermutete Lage, (8) Schöntaler Hof

Literatur

  • Werner Heim: Der Maulbronner Hof. In: Schwaben und Franken. Heimatgeschichtliche Beilage der Heilbronner Stimme. 13. Jahrgang, Nr. 1, Verlag Heilbronner Stimme, Heilbronn 14. Januar 1967 (ZDB-ID 128017-x).

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