Liste der neuzeitlich ausgestorbenen Säugetiere


Liste der neuzeitlich ausgestorbenen Säugetiere

Die Rote Liste der Gefährdeten Arten der IUCN 2009 listet 83 Säugetiertaxa, die seit dem Jahre 1500 ausgestorben oder mutmaßlich ausgestorben sind. Daneben werden zahlreiche Taxa in den Kategorien „vom Aussterben bedroht“ (critically endangered) oder „unzureichende Datenlage“ (Data deficient) aufgeführt, die entweder seit Jahrzehnten nicht mehr nachgewiesen wurden oder nur von einem älteren Holotypus bekannt sind. Manche ausgestorbene Taxa sind auch gar nicht in der Roten Liste erfasst. Den Großteil machen die Nagetiere mit 36 Arten aus, gefolgt von den Cetartiodactyla mit 10 Arten und den Insektenfressern mit 7 Arten. In Australien, wo 19 Arten ausgestorben sind, waren die Säugetiere am stärksten von der Aussterbewelle betroffen. Seit die europäischen Siedler im 18. Jahrhundert begannen, das Land zu kolonialisieren, verschwanden nach und nach immer mehr Beuteltiere und Nagetiere, sei es durch Überjagung, Lebensraumverlust oder durch die Einfuhr faunenfremder Beutegreifer wie dem Rotfuchs oder dem Marder, an die sich die endemische Säugetierfauna Australiens nicht schnell genug anpassen konnte. In Tasmanien wurde der Beutelwolf bis zu Beginn der 1930er Jahre als Schädling angesehen. Als man ihn dann unter Schutz stellte, war es bereits zu spät. Das letzte Exemplar starb 1936 im Zoo von Hobart. In der Karibik, wo 22 Arten ausgestorben sind, waren nicht nur Menschen, verwilderte Katzen und Ratten für das Verschwinden der Nagetiere und Insektenfresser verantwortlich, sondern auch Vulkanausbrüche, wie der des Montagne Pelée auf Martinique im Jahre 1902. In Südafrika wurden die großen Grasfresser wie das Quagga oder der Blaubock als Konkurrenz für die Viehherden betrachtet und dementsprechend gnadenlos verfolgt. Auch die Beutegreifer wie Atlasbär, Berberlöwe und Kaplöwe wurden als potentielle Gefahr für Menschen und Weidevieh ausgerottet. In Indonesien und auf den Philippinen gelten viele Nagetiere als Delikatesse. Manche von ihnen, wie die Ilin-Borkenratte sind nur durch den Holotypus bekannt und vermutlich ein Opfer der Überjagung geworden. In den letzten Jahrzehnten sorgt vor allem die Globale Erwärmung für das Verschwinden vieler Säugetiertaxa. So war der Telefomin-Kuskus nur von einem sehr kleinen Verbreitungsgebiet in Papua-Neuguinea bekannt, das durch Dürre, Nachtfrost und Feuer komplett zerstört wurde. Auch mehrere Nagetiertaxa auf Inseln konnten keine Verteidigungsstrategien gegen die invasiven Ratten und die mit ihnen eingeschleppten Krankheitserreger entwickeln und verschwanden nach kurzer Zeit aus ihren Lebensräumen. Stellers Seekuh wurde nur kurze Zeit nach ihrer Entdeckung wegen ihres Fleisches und ihrer Haut ausgerottet.

Inhaltsverzeichnis

Liste der nach 1500 ausgestorbenen Säugetierarten und -unterarten

Beutelsäuger

Beutelratten

  • Cryptonanus ignitus (Argentinien, 1962?)
argentinische Beutelratte, die nur vom Holotypus aus dem Jahre 1962 bekanntgeworden ist.

Kletterbeutler

1985 entdeckt und Anfang der 2000er-Jahre bereits nicht mehr nachgewiesen.

Kängurus

Östliches Hasenkänguru
Östliches Irmawallaby
Mondnagelkänguru
nur von einem Exemplar aus dem Jahre 1932 bekannt.
das letzte Exemplar starb 1937 in Gefangenschaft
früher als Unterart des Doria-Baumkängurus (Dendrolagus dorianus) betrachtet. Nur vom Holotypus aus dem Jahre 1928 bekannt.

Rattenkängurus

Arten
Nacktbrustkänguru
Breitkopfkänguru
Diese Art ist nur von subfossilem Knochenmaterial bekannt, sie könnte jedoch bis zu Beginn der Kolonialierung Australiens durch die Europäer überlebt haben.
Die letzten fünf Exemplare wurden 1875 gesammelt und an das National Museum in Victoria verkauft.
Unterarten
  • Pinselschwanz-Bürstenkänguru (Bettongia penicillata penicillata) (südöstliches Australien, 1920er Jahre)
Nominatform des Bürstenschwanz-Rattenkängurus (Bettongia penicillata). Der letzte Nachweis war im Jahre 1923.

Nasenbeutler

Schweinsfuß-Nasenbeutler
Kleiner Kaninchennasenbeutler
der letzte bestätigte Nachweis stammt aus dem Jahre 1901. Unbestätigte Beobachtungen der Aborigines gab es den 1950er-Jahren.
Das letzte lebende Exemplar wurde 1931 gesichtet. Die letzten Knochen wurden 1967 im Gewölle eines Keilschwanzadlers entdeckt.
das letzte Exemplar wurde 1943 gesammelt. Vermutlich hat die Art bis in die 1960er-Jahre überlebt.
nur durch sieben Exemplare bekannt, die 1920 gesammelt wurden.

Raubbeutler

Beutelwolf
nach jahrzehntelanger gnadenloser Bejagung starb das letzte Exemplar 1936 im Zoo von Hobart.

Insektenfresser

Nesophontes edithae

Karibische Spitzmäuse

  • Puerto-Rico-Spitzmaus (Nesophontes edithae) (Puerto Rico, nach 1500)
nur durch subfossiles Material bekannt, das auf die Zeit zwischen 991 und 1153 n. Chr datiert ist. Jedoch ist es möglich, dass diese Art erst in post-kolumbischer Zeit durch Ratten ausgerottet wurde.
  • Atalaya-Spitzmaus (Nesophontes hypomicrus) (Hispaniola, nach 1500)
durch subfossiles Material bekannt, das in Verbindung mit Rattenknochen gefunden wurde. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass diese Art bis zur europäischen Besiedelung Hispaniolas in post-kolumbischer Zeit überlebt hat.
  • Nesophontes major (Kuba, nach 1500)
durch subfossiles Material bekannt, das in Verbindung mit Rattenknochen gefunden wurde. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass diese Art bis zur europäischen Besiedelung Kubas in post-kolumbischer Zeit überlebt hat.
  • Kleine Antillen-Spitzmaus (Nesophontes micrus) (Kuba, nach 1500)
durch subfossiles Material bekannt, das in Verbindung mit Rattenknochen gefunden wurde. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass diese Art bis zur europäischen Besiedelung Kubas in post-kolumbischer Zeit überlebt hat.
  • Große Hispaniola-Spitzmaus (Nesophontes paramicrus) (Hispaniola, nach 1500)
durch subfossiles Material bekannt, das in Verbindung mit Rattenknochen gefunden wurde. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass diese Art bis zur europäischen Besiedelung Hispaniolas in post-kolumbischer Zeit überlebt hat.
  • Haiti-Spitzmaus (Nesophontes zamicrus) (Hispaniola, nach 1500)
durch subfossiles Material bekannt, das in Verbindung mit Rattenknochen gefunden wurde. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass diese Art bis zur europäischen Besiedelung Hispaniolas in post-kolumbischer Zeit überlebt hat.

Schlitzrüssler

  • Hispaniola-Schlitzrüssler (Solenodon marcanoi) (Hispaniola, nach 1500)
nur durch subfossiles Material bekannt, das in Verbindung mit Rattenknochen gefunden wurde. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass die Art bis zur Besiedelung Hispaniolas durch die Europäer überlebt hat.

Spitzmäuse

Arten
galt bereits um 1908 als ausgestorben, bis die Art im Jahre 1985 kurzfristig wiederentdeckt wurde. Intensive Suchen seit den 2000er-Jahren sind bisher fehlgeschlagen.
  • Glacier-Bay-Wasserspitzmaus (Sorex alaskanus) (Point Gustavus, Bartlett Cove, Glacier Bay, Alaska, 1970er-Jahre?)
nur von zwei männlichen Exemplaren aus dem Jahre 1899 und einem weiteren Männchen aus dem Jahre 1970 bekannt.
  • Crocidura wimmeri (Elfenbeinküste, 1976)
das letzte Exemplar wurde im Jahre 1976 nachgewiesen.
  • Sherman-Kurzschwanzspitzmaus (Blarina shermani) (Lee County, Florida, 1955)
Ursprünglich als Unterart der Südlichen Kurzschwanzspitzmaus (Blarina carolinensis) betrachtet. Nur vom Holotypus aus dem Jahre 1955 bekannt.
Unterarten
Unterart der Schönspitzmaus (Sorex ornatus), nur von den vier Typusexemplaren bekannt.

Tenrekartige

Goldmulle

  • De-Winton-Goldmull (Cryptochloris wintoni) (Namaqualand, Südafrika)
Nur von drei Exemplaren bekannt.
  • Chrysochloris visagiei (Nördliche Kapprovinz, Südafrika)
Nur vom Holotypus aus dem Jahre 1949 bekannt.

Fledertiere

Blattnasen

  • Desmodus draculae (Brasilien, Argentinien und Venezuela, 1795?)
größte bekannte Art der Vampirfledermäuse. Nur durch subfossiles Material bekannt, das auf die Zeit zwischen 1482 und 1795 datiert wird.

Flughunde

das letzte Exemplar wurde 1968 erlegt. Eine unbestätigte Sichtung soll es 1974 gegeben haben.
das letzte Exemplar wurde 1864 auf Mauritius gesammelt.
nur vom Typusmaterial aus dem Jahre 1874 bekannt.
nur vom Holotypus aus dem Jahre 1859 bekannt.
  • Pteropus allenorum (Upolu, Samoa, 1856)
nur von einem Museumsexemplar bekannt, das erst 2009 wissenschaftlich beschrieben wurde.
  • Pteropus coxi (Samoa, 1840)
nur von einem Museumsexemplar bekannt, das erst 2009 wissenschaftlich beschrieben wurde.
  • Okinawa-Flughund (Pteropus loochoensis) (Okinawa, spätes 19. Jahrhundert)
nur von drei Exemplaren (von denen nur noch zwei existieren) bekannt, die im Jahre 1870 beschrieben wurden.

Neuseelandfledermäuse

bis 1967 in den letzten Refugien durch Ratten ausgerottet.

Glattnasen

von 45 Exemplaren aus dem Jahre 1890 bekannt. Eine Fledermaus, die 1985 gefangen wurde, könnte diese Art repräsentieren. Da das Exemplar jedoch nicht genau untersucht wurde und 1992 verloren ging, bleibt dieser Nachweis unbestätigt.
  • Weihnachtsinsel-Zwergfledermaus (Pipistrellus murrayi) (Weihnachtsinsel, Australien, 2009)
2008 wurden nur noch 20 Exemplare gezählt. Bei einer intensiven Suche im Jahre 2009 wurde kein Exemplar mehr nachgewiesen.
  • Myotis insularum (Samoa, 1860er-Jahre)
zweifelhafte Art, die nur vom Holotypus bekannt geworden ist.
  • Lord-Howe-Großohrfledermaus (Nyctophilus howensis) (Lord-Howe-Insel, 1889)
subfossil von einem Schädel bekannt, der 1973 beschrieben wurde. Daneben existiert ein Reisebericht von Robert Etheridge aus dem Jahre 1889, in dem eine Fledermaus erwähnt wird, die größer ist als Chalinolobus morio.
  • Armenische Bartfledermaus (Myotis hajastanicus) (Sewansee, Armenien, 1980er-Jahre)
bisher wurden nur Weibchen gefunden. Der letzte Nachweis war in den 1980er-Jahren.
nur vom Holotypus aus dem Jahre 1962 bekannt.

Incertae sedis

  • Boryptera alba (Réunion, 1801)
nur von einem Reisebericht aus dem Jahre 1801 bekannt.

Primaten

Palaeopropithecus ingens

Meerkatzenverwandte

Unterarten
der letzte gesicherte Nachweis stammt aus dem Jahre 1978. Jedoch könnte ein frisches im Jahre 2001 erworbenes rötliches Affenfell dieses Taxon repräsentieren.

Sakiaffen

nur durch subfossiles Knochenmaterial bekannt, könnte bis ins frühe 18. Jahrhundert überlebt haben.

Palaeopropithecinae

  • Palaeopropithecus ingens (Madagaskar, 1620?)
nur durch subfossiles Knochenmaterial bekannt, das auf die Zeit zwischen 1300 und 1620 datiert wird.

Gibbons

Unterarten
  • Yunnan-Weißhandgibbon (Hylobates lar yunnanensis) (China, 1990er-Jahre)
1988 zuletzt gesichtet. Eine intensive Suche im Jahre 2007 blieb ergebnislos.

Hasenartige

Pfeifhasen

Der Sardische Pfeifhase wurde zuletzt im Jahre 1774 gesehen.

Nagetiere

Gould-Maus
Weißfußkaninchenratte
Kleine Häschenratte

Stachelratten

  • Große Kuba-Stachelratte (Boromys offella) (Kuba, nach 1500)
nur durch subfossiles Knochenmaterial bekannt. Hat vermutlich bis zur Besiedelung Kubas durch die Europäer überlebt.
  • Torres Kuba-Stachelratte (Boromys torrei) (Kuba, nach 1500)
nur durch subfossiles Knochenmaterial bekannt. Hat vermutlich bis zur Besiedelung Kubas durch die Europäer überlebt.
  • Hispaniola-Stachelratte (Brotomys voratus) (Hispaniola, zwischen 1536 und 1546)
durch subfossiles Knochenmaterial aus der Zeit der Arawak-Kultur bekannt. Ein Reisebericht von Fernandez de Oviedo y Valdez, der zwischen 1536 und 1546 auf Hispaniola gelebt hatte, könnte dieses Tier beschreiben.
  • Puerto-Rico-Höhlenstachelratte (Heteropsomys insulans) (Puerto Rico und Vieques, nach 1500)
nur durch subfossiles Knochenmaterial bekannt, das auf die Zeit der frühen europäischen Besiedelung datiert wird.

Langschwanzmäuse

Arten
nur vom Holotypus aus dem Jahre 1927 bekannt.
nur durch subfossiles Knochenmaterial bekannt.
  • Coryphomys musseri (Timor, nach 1500)
nur durch subfossiles Knochenmaterial bekannt.
Die Art galt einst als Plage in ihrem Verbreitungsgebiet. Seit 1845 wurde sie nicht mehr nachgewiesen.
Wurde durch von Ratten eingeschleppte Trypanosomenerreger ausgerottet.
  • Maclear-Ratte (Rattus macleari) (Weihnachtsinsel, Australien, 1903)
Wurde durch von Ratten eingeschleppte Trypanosomenerreger ausgerottet.
nur von drei Exemplaren bekannt, die 1910 und 1956 gesammelt wurden.
  • Gould-Maus (Pseudomys gouldii) (Australien, 1857)
der letzte Nachweis war zwischen 1856 und 1857.
Nur von zwei Exemplaren bekannt, die 1896 gesammelt wurden.
Nur von zwei Exemplaren bekannt, von denen eines im Jahre 1843 gesammelt wurde.
Nur von einem Schädel bekannt, der 1845 gefunden wurde.
Nur von Schädelfragmenten bekannt.
Der letzte gesicherte Nachweis stammt aus dem Jahre 1901. Da aber 1977 ein Schädel dieser Art in einem Eulengewölle nachgewiesen wurde, könnte die Langschwanz-Hüpfmaus viel länger überlebt haben.
nur vom Holotypus aus dem Jahre 1953 bekannt.
nur vom Holotypus aus dem Jahre 1975 bekannt.
nur vom Holotypus aus dem Jahre 1946 bekannt.
nur durch drei Exemplare bekannt, die zwischen 1886 und 1888 auf Guadalcanal gesammelt wurden.
nur von einem Exemplar bekannt, das zwischen 1886 und 1888 auf Guadalcanal gesammelt wurde.
  • Kleine Häschenratte (Leporillus apicalis) (Australien, 1933 oder 1970er-Jahre?)
der letzte gesicherte Nachweis stammt aus dem Jahre 1933. Jedoch lassen frisch ausgepolsterte Nester dieser Art aus dem Jahre 1970 die die Vermutung zu, dass sie bis in die 1970er-Jahre überlebt haben könnte.
nur von zwei Exemplaren bekannt, die 1890 in Togo gesammelt wurden.
nur vom Holotypus aus dem Jahre 1883 bekannt.

Chinchillaratten

  • Cuscomys oblativa (Peru, nach 1500)
nur durch subfossiles Material aus Inkagrabstätten bei Machu Picchu bekannt.

Baumratten

  • Kuba-Stummelschwanzferkelratte (Geocapromys columbianus)
  • Schwaneninseln-Ferkelratte (Geocapromys thoracatus)
  • Haiti-Ferkelratte (Hexolobodon phenax)
  • Berg-Ferkelratte (Isolobodon montanus)
  • Puerto-Rico-Ferkelratte (Isolobodon portoricensis)
  • Veloz-Ferkelratte (Plagiodontia ipnaeum)

Chinchillas

nur von einem Schädel bekannt, der vor 1910 in der Region Cusco in Peru zu Tage gefördert wurde.

Wühler

Arten
Nur von neun Exemplaren bekannt, die 1960 in Brasilia gesammelt wurden.
  • Martinique-Riesenreisratte (Megalomys desmarestii) (Martinique, 1902)
die letzte Population wurde 1902 beim Ausbruch des Montagne Pelée ausgelöscht.
  • Saint-Lucia-Riesenreisratte (Megalomys luciae) (Saint Lucia, 1881)
wurde gegen 1881 von Mungos ausgerottet. Ein Exemplar lebte zwischen 1849 und 1852 im Londoner Zoo.
  • Barbuda-Riesenreisratte (Megalomys audreyae) (Barbuda, nach 1600)
nur durch subfossiles Knochenmaterial bekannt. Könnte bis zur Besiedelung Barbudas durch die Europäer im frühen 17. Jahrhundert überlebt haben.
nur von vier Exemplaren bekannt, die 1897 auf María Madre gesammelt wurden.
  • Pemberton-Hirschmaus (Peromyscus pembertoni) (San Pedro Nelasco, Golf von Kalifornien, 1930er-Jahre)
nur von zwölf Exemplaren bekannt, die 1931 auf San Pedro Nelasco gesammelt wurden.
  • Melanomys zunigae (Peru, 1949)
nur von den Typusexemplaren aus dem Jahre 1949 bekannt.
Unterarten
  • Gull-Wiesenwühlmaus (Microtus pennsylvanicus nesophilus) (Great Gull Island, Long Island Sund, 1898)
Unterart der Wiesenwühlmaus (Microtus pennsylvanicus), 1889 entdeckt und 1898 bereits nicht mehr nachgewiesen.
  • Ash-Meadows-Wühlmaus (Microtus montanus nevadensis) (Ash Meadows, Nevada, 1933)
Unterart der Rocky-Mountains-Wühlmaus (Microtus montanus). Der letzte Nachweis war im Jahre 1933.
Unterart der Baumwollmaus (Peromyscus gossypinus), zuletzt im Jahre 1938 gesichtet.
  • San-Miguel-Hirschmaus (Peromyscus maniculatus streatori) (San Miguel Island, 1860er-Jahre?)
  • Ponce-de-Leon-Küstenmaus (Peromyscus polionotus decoloratus) (Ponce de Leon, Florida, 1959)
Unterart der Küstenmaus (Peromyscus polionotus), zuletzt im Jahre 1959 gesichtet.
  • Sigmodon arizonae arizonae (Camp Verde, Arizona, 1932)
  • Sigmodon arizonae jacksoni (Fort Whipple, Yavapai County, Arizona, 1916)
nur vom Holotypus aus dem Jahre 1916 bekannt.
  • Synaptomys cooperi paludis (Kansas, 1946)
Unterart des Südlichen Moorlemmings, zuletzt im Jahre 1946 gesehen.
  • Synaptomys cooperi relictus (Nebraska, 1968)
Unterart des Südlichen Moorlemmings, zuletzt im Jahre 1968 gesehen.

Taschenratten

Unterarten
  • Goff-Pinientaschenratte (Geomys pinetis goffi) (Florida, 1955)
Unterart der Südöstlichen Taschenratte oder Pinientaschenratte (Geomys pinetis). Die letzten Exemplare wurden 1955 gesichtet.
  • Sherman-Pinientaschenratte (Geomys pinetis fontanelus) (Georgia, 1950)
Unterart der Südöstlichen Taschenratte oder Pinientaschenratte (Geomys pinetis). Die letzten Exemplare wurden 1950 bei Savannah, Georgia gesammelt.
  • Thomomys bottae abstrusus (Fish Spring Valley, Nye County, Nevada, 1933)
Unterart der Gebirgs-Taschenratte (Thomomys bottae). Nur von fünf Exemplaren bekannt, die 1933 gesammelt wurden.
  • Thomomys bottae curtatus (San Antonio, Nye County, Nevada, 1931)
Unterart der Gebirgs-Taschenratte (Thomomys bottae). Nur von zwölf Exemplaren bekannt, die 1931 gesammelt wurden.
  • Thomomys bottae subsimilis (Arizona, 1917)
Unterart der Gebirgs-Taschenratte (Thomomys bottae). Nur vom 1917 gefundenen weiblichen Holotypus aus den Harquahala Mountains in Arizona bekannt.
  • Thomomys mazama louiei (Washington, 1956)
Unterart der Mazama-Taschenratte (Thomomys mazama). Zuletzt im Jahre 1956 gesichtet. Expeditionen in den Jahren 1977, 1986 und 1995 konnten eine weitere Existenz dieser Unterart nicht bestätigen.

Taschenmäuse

Arten
  • San-Quintin-Kängururatte (Dipodomys gravipes) (Baja California, Mexiko, 1986)
der letzte Nachweis war im Jahre 1986.
Unterarten
Nominatform der Weißohr-Taschenmaus (Perognathus alticolus). Zuletzt im Jahre 1934 nachgewiesen.
  • Dipodomys microps russeolus (Dolphin Island, Großer Salzsee, 1940er-Jahre)
Unterart der Meißelzahn-Kängururatte (Dipodomys microps). Starb bei Überschwemmungen auf Dolphin Island infolge drastischer Wasserstandsschwankungen aus.

Hörnchen

Unterarten
  • Tamias umbrinus nevadensis (Sheep Mountains, Nevada, 1960)
Unterart des Uinta-Chipmunks (Tamias umbrinus). Der letzte Nachweis war im Jahre 1960.

Cetartiodactyla

Hippopotamus madagascariensis
Schomburgk-Hirsch
Blaubock
Auerochse

Flusspferde

nur durch subfossiles Knochenmaterial bekannt, das auf die Zeit zwischen 155 bis 415 n. Chr. datiert wird. Mündlichen Überlieferungen zufolge könnte es aber bis nach 1500 überlebt haben.
nur durch subfossiles Knochenmaterial bekannt, das auf die Zeit zwischen 640 bis 1400 n. Chr. datiert wird. Mündlichen Überlieferungen zufolge könnte es aber bis nach 1500 überlebt haben. Augenzeugenberichte über angebliche Flusspferdsichtungen in Madagaskar gab es bis 1976.

Hirsche

Arten
1932 wurde der letzte Schomburgk-Hirsch in der Wildnis geschossen. 1938 wurde das letzte in menschlicher Obhut gehaltene Exemplar von einem Betrunkenen erschlagen.
  • Vietnam-Kantschil (Tragulus versicolor) (Vietnam, 1990er-Jahre)
nach 17-jähriger Abwesenheit wurde ein Exemplar dieser Kantschil-Art im Jahre 1990 wiederentdeckt. Eine weitere Existenz dieser Art kann jedoch nicht bestätigt werden, da weitere Nachweise in der Folgezeit ausgeblieben sind.
Unterarten

Hornträger

Arten
Das letzte Exemplar, ein Weibchen, starb 1627 in Polen.
  • Jemen-Gazelle (Gazella bilkis) (Jemen, 1951)
Der letzte Nachweis war im Jahre 1951.
Der letzte Nachweis war im Jahre 1983.
Unterarten
Nordafrikanische Kuhantilope
Über den Aussterbezeitpunkt in der Wildnis liegen unterschiedliche Angaben vor. Manche Quellen geben 1902 an, die IUCN den Zeitraum zwischen 1945 und 1954. Das letzte Exemplar in menschlicher Obhut starb 1923 im Zoo von Paris.
  • Kenia-Bleichböckchen (Ourebia ourebi kenyae) (Mount Kenia, Kenia, 1925)
Der letzte Nachweis war im Jahre 1925.
Der letzte freilebende, reinrassige Kaukasus-Wisent wurde 1927 getötet. 1908 wurde der letzte in Gefangenschaft lebende Kaukasus-Wisent mit dem Flachlandwisent gekreuzt.
Das letzte Exemplar wurde 1790 getötet.
Das letzte Weibchen wurde 1892 gesehen.
  • Pyrenäensteinbock (Capra pyrenaica pyrenaica) (Spanien, 2000)
Das letzte Weibchen starb im Jahre 2000. Ein geklontes Kalb überlebte 2009 für wenige Minuten.

Echte Schweine

Unterarten
  • Cebu-Pustelschwein (Sus cebifrons cebifrons) (Cebu, Philippinen, Mitte der 1990er-Jahre)
Nominatform des Visayas-Pustelschwein (Sus cebifrons)
  • Babyrousa babyrussa bolabatuensis (Süd-Sulawesi, nach 1600)
Unterart des Hirschebers. Nur durch subfossiles Material bekannt. Könnte bis ins frühe 17. Jahrhundert überlebt haben.
  • Südliches Wüstenwarzenschwein (Phacochoerus aethiopicus aethiopicus) (Oranje-Freistaat, 1896)
Die letzten Exemplare fielen 1896 der Rinderpest zum Opfer.
  • Sus scrofa libycus
früher von der Südtürkei bis Palästina beheimatete Unterart
  • Sardisches Wildschwein (Sus scrofa meridionalis)
Unterart aus Korsika und Sardinien

Wale

Arten
Das letzte gestrandete Weibchen wurde 2002 fotografiert. Eine Suche auf dem Jangtse in den Jahren 2006 und 2007 schlug fehl.

Unpaarhufer

Pferde

Unterarten
Syrischer Wildesel
Quagga
  • Syrischer Wildesel (Equus hemionus hemippus) (Syrien, Jordanien, Irak, 1927)
Unterart des Onagers. Das letzte Exemplar starb 1927 im Tiergarten Schönbrunn in Wien.
  • Quagga (Equus quagga quagga) (Oranje-Freistaat, 1883)
Unterart des Steppenzebras. Das letzte Exemplar starb 1883 im Artis Magistra Zoo in Amsterdam.
Das letzte Exemplar starb in den 1880er-Jahren im Zoo von Moskau.
  • Waldtarpan (Equus ferus sylvaticus) (Polen, 1808)
Die letzten Exemplare wurden 1808 aus wirtschaftlichen Gründen an die Bauern verteilt.

Nashörner

Unterarten
  • Westliches Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis longipes) (Kamerun, 2006)
Die letzten Exemplare fielen Wilderern im Jahre 2006 zum Opfer.
  • Bengalisches Java-Nashorn (Rhinoceros sondaicus inermis) (Bangladesch, Assam und Myanmar, 1910)
Das Bengalische Java-Nashorn wurde 1910 zuletzt gesichtet.
  • Annamitisches Java-Nashorn (Rhinoceros sondaicus annamiticus) (Vietnam, 2010)
Galt schon einmal als ausgestorben, bevor es 1990 wiederentdeckt wurde. Im Frühjahr 2010 fiel das letzte bekannte Weibchen Wilderern zum Opfer.

Seekühe

Das letzte Exemplar wurde 1768 von Pelztierjägern erschlagen.

Raubtiere

Falklandfuchs
Honshū-Wolf
Karibische Mönchsrobbe
Japanischer Seelöwe

Hunde

Arten
Das letzte Exemplar wurde 1876 geschossen.
Unterarten
Das letzte Exemplar wurde 1905 erlegt.
Die letzten Exemplare wurden 1889 vergiftet.
  • Florida-Rotwolf (Canis rufus floridanus) (Alabama, Florida, 1910er-Jahre)
der letzte Florida-Rotwolf-Hybride wurde 1917 in Alabama erlegt.

Robben

Die letzten Exemplare wurden 1952 gesichtet.
Der letzte bestätigte Nachweis stammt aus der Umgebung der Insel Takeshima im Jahre 1951. Sichtungen eines juvenilen Exemplares bei Rebun im Jahre 1974 sind nicht bestätigt.

Marder

Arten
  • Seenerz (Neovison macrodon) (New Brunswick, Kanada, 1894)
Das letzte Exemplar wurde 1894 erlegt.
Unterarten
Der letzte Nachweis ist ein überfahrenes Tier, das 1964 auf einer Straße im Saint Joseph Parish gefunden wurde.

Skunks

Unterarten
  • Conepatus leuconotus telmalestes (Texas, 1960er-Jahre?)
Unterart des Ferkelskunks (Conepatus leuconotus). Galt 1945 als ausgestorben, nach dem bis dahin nur die Typusexemplare aus dem Jahre 1905 bekannt geworden sind. Ein Skunk, der Anfang der 1960er-Jahre im Waller County, etwa 100 km südwestlich der Typuslokalität, gefunden wurde, könnte dieses Taxon repräsentieren.
  • Conepatus leuconotus figginsi (Synonym: Conepatus leuconotus fremonti) (Fremont County, Baca County, Colorado, 1933)
Unterart des Ferkelskunks (Conepatus leuconotus). Zuletzt im Jahre 1933 nachgewiesen.

Katzen

Unterarten
Java-Tiger
Kaspischer Tiger
Sansibar-Leopard
  • Kaplöwe (Panthera leo melanochaitus) (Kap-Provinz, Natal, 1865)
Der letzte reinrassige Kaplöwe wurde 1865 in Natal getötet
Der letzte reinrassige Berberlöwe wurde 1922 geschossen.
  • Balitiger (Panthera tigris balica) (Bali, 1937)
Das letzte Balitigerweibchen wurde am 27. September 1937 geschossen.
  • Java-Tiger (Panthera tigris sondaica) (Java, 1980er-Jahre)
Die letzte bestätigte Sichtung war im Jahre 1980.
Berichten zufolge soll das letzte Exemplar 1959 im Nordiran geschossen worden sein. Angeblich wurden 1972 frische Felle dieser Unterart im illegalen Handel angeboten.
  • Sansibar-Leopard (Panthera pardus adersi) (Sansibar, 1991)
Der letzte Nachweis war im Jahre 1991.
  • Östlicher Puma (Puma concolor couguar)
Puma-Unterart mit einem umstrittenen Status. Der letzte bekannte Östliche Puma wurde 1938 in Maine erlegt. 2011 wurde die Unterart vom USFWS offiziell für ausgestorben erklärt.
  • Sardischer Luchs (Lynx lynx sardiniae) (Sardinien, 1967)
Das letzte Weibchen wurde im Jahre 1967 geschossen.
  • Taiwanischer Nebelparder (Neofelis nebulosa brachyurus) (Taiwan, 1983)
Die letzte Sichtung war im Jahre 1983.
  • Berberserval (Leptailurus serval constantinus) (Marokko, Algerien, 1930er-Jahre)
Der letzte Nachweis war im Jahre 1937.
  • Texas-Margay (Leopardus wiedii cooperi) (Texas, Vereinigte Staaten, 1850er-Jahre)
Nur vom Holotypus bekannt, der vor 1852 erlegt wurde.

Madagassische Raubtiere

  • Riesenfossa (Cryptoprocta spelea) (Madagaskar, 1658?)
nur durch subfossiles Knochenmaterial bekannt. Ein Reisebericht von Étienne de Flacourt aus dem Jahre 1658 beschreibt ein Raubtier namens Antamba, das eine Riesenfossa gewesen sein könnte.

Schleichkatzen

  • Malabar-Zibetkatze (Viverra civettina) (Indien, Ende der 1980er-Jahre?)
Nach dem das letzte bekannte Exemplar 1929 in menschlicher Obhut starb, hielt man diese Art für vermutlich ausgestorben, bis die Zoological Survey of India im Jahre 1987 zwei frische Felle erhielt. In der Folgezeit gab es jedoch keine Nachweise mehr.
  • Königsgenette (Genetta poensis) (Elfenbeinküste, Demokratische Republik Kongo, Liberia, Ghana, Bioko, 1940er-Jahre?)
nur von 10 Exemplaren bekannt, von denen die letzten im Jahre 1946 gesammelt wurden.

Bären

Unterarten
  • Kalifornischer Grizzlybär (Ursus arctos californicus) (Kalifornien, 1922)
Das letzte Exemplar wurde 1922 im Tulare County geschossen.
Die letzten Exemplare fielen Anfang der 1960er-Jahre den Vergiftungs- und Abschussaktionen der Farmer zum Opfer.
  • Atlasbär (Ursus arctos crowtheri) (Atlasgebirge von Marokko bis Libyen, 1870)
Der letzte sichere Beleg ist ein Weibchen, das 1840 an den Ausläufern den Petuan-Gebirges in Algerien geschossen wurde. Nach unbestätigten Berichten des Naturforschers Jules René Bourguignat soll es jedoch noch 1867 im Edough-Massiv im östlichen Algerien Bären gegeben haben.

Literatur

  • Edwin Antonius: Lexikon ausgerotteter Vögel und Säugetiere, 2003, Natur und Tier Verlag, Münster, ISBN 3-931587-76-2
  • Ross D. E. MacPhee: Extinctions in Near Time: Causes, Contexts, and Consequences. Kluwer Academic/Plenum Publishers, 1999, ISBN 0306460920.
  • Samuel T. Turvey (Hrsg.) (2009): Holocene Extinctions. Oxford University Press, ISBN 978-0-19-953509-5

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