Unglück bei der Loveparade 2010

Unglück bei der Loveparade 2010

Das Unglück bei der Loveparade 2010 ereignete sich am 24. Juli 2010 während der 19. Loveparade in Duisburg. Im Zugangsbereich der Veranstaltung kam es zu einem Gedränge unter den Besuchern, in dessen Folge 21 Menschen starben und zahlreiche Besucher verletzt wurden.[1][2]

Die Staatsanwaltschaft Duisburg leitete ein Ermittlungsverfahren gegen 16 Personen der Stadtverwaltung der Stadt Duisburg, verantwortliche Mitarbeiter des Veranstalters und der Polizei ein. Die Unglücksursache und weitere Details konnten noch nicht abschließend geklärt werden und sind Gegenstand des Ermittlungsverfahrens.[3]

Blick auf die Loveparade 2010 vor dem Unglück. Im Vordergrund Floats (Blick von Norden zur Hauptbühne, 24. Juli 2010, 17 Uhr)
Blick über den Hauptbahnhof Duisburg (Vorplatz) zum Veranstaltungsgelände; am rechten Bildrand die A 59 (Juni 2010)

Inhaltsverzeichnis

Hintergründe, Ereignisse im Vorfeld der Veranstaltung

Die Loveparade war eine von 1989 bis 2006 jährlich in Berlin veranstaltete Technoparade, die 2007, 2008 und 2010 an wechselnden Orten im Ruhrgebiet stattfand. Sie galt als größte Tanzveranstaltung der Welt und war für die Besucher kostenlos. In den Jahren 2004 und 2005 sah sich der bisherige Veranstalter finanziell nicht mehr in der Lage, die Loveparade durchzuführen. Ab dem Jahr 2006 trat die Lopavent GmbH des Unternehmers Rainer Schaller als Veranstalter auf. Hauptsponsor der Parade war die ebenfalls von Schaller geführte McFit GmbH. Der Relaunch der Loveparade fand noch 2006 in Berlin statt.

Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit der Stadt Berlin schloss Lopavent 2007 einen Vertrag mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft metropoleruhr GmbH, der für die Jahre 2007 bis 2011 die jährliche Durchführung der Loveparade an wechselnden Orten des Ruhrgebiets vorsah: Essen, Dortmund, Bochum, Duisburg und Gelsenkirchen. Die Loveparades 2007 und 2008 wurden wie geplant in Essen und in Dortmund durchgeführt. Die für 2009 in Bochum geplante Loveparade wurde jedoch wegen Sicherheitsbedenken abgesagt, unter anderem wegen mangelnder Kapazität des Bochumer Hauptbahnhofes und des Fehlens eines geeigneten Streckenverlaufes.[4]

Die Verhandlungen zwischen der Stadt Duisburg und Lopavent zur Durchführung der Loveparade 2010 begannen 2007. Nach ersten Vorprüfungen möglicher Strecken im Herbst 2008 wurden Überlegungen angestellt, das nahe dem Duisburger Hauptbahnhof gelegene Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs entsprechend herzurichten.[5] Im Februar 2009 wies der damalige Polizeipräsident von Duisburg Rolf Cebin darauf hin, dass es problematisch sei, ein geeignetes Veranstaltungsgelände zu finden, und stellte eine Loveparade in Duisburg wegen Sicherheitsbedenken in Frage. Unter anderem wegen dieser ablehnenden Haltung forderte ihn der CDU-Kreisverband Duisburg zum Rücktritt auf. Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Mahlberg forderte seine Ablösung.[6] Im Oktober 2009, nach Gesprächen mit dem Grundstückseigentümer und Klärung der Rahmenbedingungen, entschieden sich die Stadt Duisburg, der Veranstalter und die Ordnungsbehörden gemeinsam für das Veranstaltungsgelände.[5]

Die Loveparade 2010 galt als einer der wichtigsten und größten Veranstaltungen des Projektes RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas, auch wenn sie weder finanziell noch organisatorisch von dessen Organisatoren unterstützt wurde.[7]

Besucherzahlen 2010

Nach Angaben des Veranstalters hatten die Veranstaltungen 2007 in Essen 1,2 Millionen und 2008 in Dortmund 1,6 Millionen Besucher. Am Veranstaltungstag gab Schaller an, dass im Laufe des Tages insgesamt 1,4 Millionen Besucher an der Veranstaltung in Duisburg teilgenommen hätten. Aufgrund der Erkenntnisse nach dem Unglück werden diese und frühere Angaben zur Höhe der Besucherzahlen jedoch angezweifelt. Medienberichten zufolge belegen interne Papiere des Veranstalters, dass die offiziellen Besucherzahlen der Loveparade seit Jahren falsch angegeben wurden und keinen Bezug zur wirklichen Besucherzahl hatten. Der Veranstalter forderte im Vorfeld der Veranstaltung die Städte auf, die Besucherzahlen aus Marketing-Gründen nach oben zu pushen.[8] Zur Ermittlung der „öffentlichen Besucherzahl“ sei die Zahl der tatsächlich erwarteten Besucher nach internen Maßgaben verdreifacht worden.[9]

Vor dem Event ging der Veranstalter laut seinen internen Planungsunterlagen davon aus, dass 485.000 Menschen über den Tag verteilt[10] das abgesperrte Veranstaltungsgelände mit einer Fläche von 230.000 Quadratmetern besuchen würden, obwohl nur eine Besucherzahl von 250.000 Menschen genehmigt war. Ordnungsamt und Kulturausschuss der Stadt Duisburg erwarteten noch im Dezember 2009 rund eine Million Besucher in und um Duisburg. Sicherheitsdezernent Wolfgang Rabe äußerte, sich sicher zu sein, dass auch bei einer nötigen Sperrung des Zugangs zum Veranstaltungsgelände wegen Überfüllung der Besucherstrom problemlos gesteuert werden könne. Insgesamt erwartete er „eine Million Besucher […] über den Tag verteilt“. Der Sprecher der Deutschen Bahn AG, Udo Kampschulte, hielt Probleme für möglich, wenn sich die Fahrgäste der 700 Sonderzüge nicht an die vorgeschriebenen Wege halten und zum Beispiel die Gleisanlagen überqueren würden.[11] Die Deutsche Bahn gab später an, zwischen 9:00 Uhr und 14:00 Uhr etwa 105.000 Personen nach Duisburg befördert zu haben.[12]

Ortsbeschreibung

Lageplan des Veranstaltungsgeländes auf dem ehemaligen Güterbahnhof.
Blau: BAB 59; Grau: Bahntrasse;
Bildrand oben Mitte: Hauptbahnhof;
Stadtteile: Hochfeld (links, westl.); Neudorf-Süd (rechts, östl.)

Die Loveparade 2010 in Duisburg fand auf dem Gelände des ehemaligen Hauptgüter- und Rangierbahnhofs statt. Dieser liegt direkt südlich vom Hauptbahnhof im Stadtbezirk Mitte und war bereits vor der Planung der Veranstaltung bis auf einige Hallenruinen und Nebengebäude weitgehend abgebrochen worden. Das Freigelände wird nach Westen von der Bundesautobahn 59 begrenzt, nach Osten bilden die Gleisanlagen der Deutschen Bahn AG die Begrenzung. An diesen beiden Seiten waren zum Zeitpunkt der Veranstaltung im Abstand von etwa 15 Metern zur Grundstücksgrenze Bauzäune aufgestellt worden. Sie sicherten Notwege zum sowie vom Gelände.

Strecken vom Hauptbahnhof zum Veranstaltungsgelände

Im Hauptbahnhof wurde jeder Bahnsteig durch eine Absperrung unterteilt, um Behinderungen zwischen ankommenden und abreisenden Gästen innerhalb des Bahnhofsbereichs zu vermeiden. Eine direkte Sichtverbindung vom Hauptbahnhof zum Veranstaltungsgelände sollte durch aufgespannte Planen verhindert werden, um Besucher vom Überqueren der Gleisanlagen abzuhalten. Die Besucher wurden auf zwei Strecken westlich und östlich um das Veranstaltungsgelände zum Eingangsbereich an der Karl-Lehr-Straße geleitet. Besucher aus Richtung Düsseldorf wurden durch den Haupttunnnel des Hauptbahnhofs und Besucher aus Richtung Oberhausen und Essen über den Nordtunnel des Hauptbahnhofs geführt. Man erwartete, so auf die Besucherströme größtmöglichen Einfluss nehmen zu können. Für die Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum waren das Ordnungsamt der Stadt Duisburg und die Polizei zuständig, für das Gelände des Hauptbahnhofs die Bundespolizei.[5]

Zugang zum Veranstaltungsgelände

Der Hauptzugang für die Besucher der Loveparade lag im Süden des Veranstaltungsgeländes. Die etwa einen Kilometer Luftlinie südlich vom Hauptbahnhof gelegene Karl-Lehr-Straße verbindet die Duisburger Stadtteile Neudorf-Süd und Dellviertel. Sie verläuft auf einer Länge von etwa 400 m durch einen Straßentunnel unter dem Bahngelände und der Autobahn A 59 hindurch. An den beiden äußersten Tunneleingängen befanden sich Eingangsschleusen des Veranstalters, an denen man Besucher kontrollieren und den Besucherstrom regeln konnte. Von der Karl-Lehr-Straße zweigen zwei Rampen zum höher gelegenen Teil des Veranstaltungsgeländes ab. Die östliche Hauptrampe war als Zu- und Abgang vom Gelände vorgesehen.[13] Die zweite, westliche Rampe sollte nur als Ausgang dienen.

Die Lopavent GmbH rechnete zwischen 17:00 Uhr und 18:00 Uhr stündlich mit bis zu 90.000 Zugängen und 55.000 Abgängen. Über die Zugangsrampe sollten demnach bis zu 145.000 Menschen pro Stunde geführt werden. Lothar Evers zeigte auf, dass der Tunnel zum Gelände eine Kapazität von 60.000 Menschen pro Stunde hatte.[14]

Gegenüber dem Ende der Hauptrampe befand sich ein Bürocontainer des Veranstalters für den „Crowd-Manager“ und einen Verbindungsbeamten der Polizei.[5][15] Auch in diesem Bereich waren mehrere der insgesamt 16 Überwachungskameras installiert, deren Bilder sowohl in dem Container, als auch in der Zentrale des Veranstalters und der Einsatzzentrale der Polizei im nahe gelegenen Hoist-Hochhaus ausgewertet werden konnten (zumindest bis kurz vor 17:00 Uhr).

Im westliche Rampenbereich vor der Plakatwand nahe der Treppe, in dem die Opfer gefunden wurden, lag ein engmaschiger Bauzaun über einem ungesicherten eingestürzten Gullyschacht und einer Baumwurzel, die 30 cm aus dem Boden ragte. Tage nach dem Unglück fehlte der Bauzaun und der Gullyschacht wurde mit Bauzaun-Standfüßen abgedeckt.

Veranstaltungsgelände

Das Gelände des alten Güterbahnhofs umfasst laut Polizei insgesamt 230.000 Quadratmeter, von denen wegen Bebauung und Absperrungen für die Besucher nur knapp die Hälfte zugänglich war.[16] Der Veranstalter erwartete auf dem Gelände insgesamt 485.000 Besucher, verteilt über den ganzen Tag. Davon sollten sich maximal 235.000 Menschen zur selben Zeit auf dem Gelände aufhalten.[17] Das Gelände war nach den Beobachtungen der Polizei aus der Luft zu keiner Zeit voll.[16]

Zufahrt im Norden

Eine weitere Zufahrt im Norden des Geländes, in der Nähe des Hauptbahnhofs am Kreisverkehr Mercatorstraße, war für Rettungs- und Versorgungszwecke sowie für Personal und besondere Gäste reserviert.

Allerdings gab es auch in diesem Bereich einen Zustrom von Besuchern zum Gelände, der sich nicht durch die Sperren beim Mercatorplatz aufhalten ließ.

Bundesautobahn 59

Die A 59 war an diesem Tag ab 8:00 Uhr für 24 Stunden ab dem Autobahnkreuz Duisburg in Fahrtrichtung Düsseldorf gesperrt, die Gegenrichtung ab der Anschlussstelle Wanheimerort.[18] Der gesperrte Abschnitt diente nach dem Unglück als vorübergehender Behandlungsplatz für Verletzte, Bereitstellungsraum für Fahrzeuge, Landeplatz für Rettungshubschrauber und als Rettungsweg zu den in der Stadt weiter südlich gelegenen Krankenhäusern. Dazu wurde die Sperrung der Autobahn bis zum Autobahnkreuz Duisburg-Süd ausgedehnt.

Genehmigung der Geländenutzung

Die Loveparade fand in Duisburg erstmals auf einem abgegrenzten Veranstaltungsgelände statt, da im Vorfeld keine geeigneten öffentlichen Verkehrsflächen gefunden werden konnten. Für die Durchführung der Loveparade auf dem Gelände des Güterbahnhofs musste durch den Veranstalter unter anderem eine Baugenehmigung bei der zuständigen Behörde, dem Amt für Baurecht und Bauberatung der Stadt Duisburg, eingeholt werden.

Weil ein eingezäuntes Veranstaltungsgelände für maximal 220.000 Besucher geplant war, musste der Veranstalter gemäß der Sonderbauverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen Fluchtwege mit einer Gesamtbreite von 440 Metern nachweisen. Der Veranstalter konnte aber nur Fluchtwege über eine Breite von 155 Metern nachweisen. In einem Protokoll zu einem Gespräch bei Lopavent am 18. Juni hielt die Leiterin des Amts für Baurecht und Bauberatung fest: „Lopavent hat bisher 155 Meter nachgewiesen, da sie es aus ihrer Erfahrung für ausreichend halten, wenn 1/3 der Personen entfluchtet werden können.“ Im Gespräch wurde mit Hilfe der Feuerwehr klargestellt, dass es ein Brandschutzkonzept durch einen Sachverständigen für die gesamte Fläche geben muss.[19]

Das Amt für Baurecht und Bauberatung der Stadt Duisburg konnte noch am 14. Juli 2010 keine Genehmigung für die Loveparade 2010 erteilen, weil die geforderten Nachweise dafür nicht vorlagen. Es fehlten demnach unter anderem ein Brandschutzkonzept inklusive Personenstromanalyse, statische Nachweise für Einzäunungen, Wellenbrecher sowie Umwehrungen an Absturz- bzw. Stolperkanten, ein Nachweis der Wetterfestigkeit der Veranstaltungsfläche entsprechend ihrer Nutzung, ein aktueller maßstabsgetreuer Lageplan sowie der Nachweis von Besucherplätzen für Rollstuhlfahrer.[20]

Drei Tage vor der Durchführung genehmigte das Amt am 21. Juli 2010 eine vorübergehende Nutzungsänderung des Güterbahnhofgeländes. Bestandteil der Genehmigung waren das Brandschutzkonzept des Büros Ökotec Fire & Risk und die Entfluchtungsanalyse der Firma TraffGo HT GmbH. Als Abweichung wurde eine „Unterschreitung der erf. Fluchtwegeausgangsbreite“ zugelassen und auf Feuerwehrpläne verzichtet. Durch Auflagen wurde in der Baugenehmigung einschränkend vorgeschrieben, dass das Veranstaltungsgelände von höchstens 250.000 Personen gleichzeitig genutzt werden durfte, dass die Fluchtwege auf der Ost- und Südseite jeweils mindestens 10 Meter breit sein mussten und dass die Fluchtwege an keiner Stelle durch Einbauten oder andere Hindernisse eingeschränkt werden durften.[21] Nach Angaben des Kölner Stadt-Anzeigers unterschrieb die Duisburger Stadtverwaltung die erforderliche ordnungsbehördliche Genehmigung um 9:00 Uhr kurz vor Beginn der Veranstaltung.

Da die Karl-Lehr-Straße straßenrechtlich als öffentliche Verkehrsfläche gewidmet ist, war für ihre Nutzung als Ein- und Ausgangsbereich der Loveparade sowie für Auf- und Abbauarbeiten, die über den Gemeingebrauch der Straße hinausgingen, eine Sondernutzungserlaubnis erforderlich. Diese Erlaubnis wurde dem Veranstalter auf der Grundlage des mit der Stadt Duisburg erarbeiteten Sicherheitskonzeptes ebenfalls am 21. Juli 2010 erteilt.[22]

Sonderbauverordnung und Sicherheitskonzept

Bei der Loveparade 2010 greift die Sonderbauverordnung SBauVO NRW sowie die dazu gehörige Prüfverordnung PrüfVO NRW, weil es sich hierbei laut SBauVO §1 Satz 1 Nr. 2 um eine Versammlungsstätte im Freien mit Szenenflächen handelt. Dies war bei der Loveparade 2010 zum ersten Mal der Fall. Aus polizeilicher Sicht begann die Veranstaltungsfläche bereits mit dem Tunnel. Das Amt für Baurecht und Bauberatung und der Veranstalter fühlten sich hingegen nur für das Gelände am alten Güterbahnhof bis zum oberen Drittel der Zugangsrampe zuständig. Dadurch erfüllte der Karl-Lehr-Tunnel und der untere Teil der Rampe die Bestimmungen der Sonderbauverordnung nicht.

Die Auflage der Genehmigung, die Zuwege und Fluchtwege von Hindernissen frei zu halten, wurde nicht beachtet. Auf der Zu- und Abgangsrampe befanden sich mehrere Bauzäune zum Teil fest verankert, zwei Brezlbuden, Polizeifahrzeuge, ein Schlagloch mit offenliegender Baumwurzel und ein ungesicherter Gulli.

Eine wirksame Durchsage, wie es im Sicherheitskonzept geplant war, um Besucher an der Eingangsrampe zu informieren und umzuleiten, erfolgte nicht. Eine elektroakustische Anlage war eine Auflage der Genehmigung. Laut Abschlussbericht der Stadt Duisburg wurde dieses System nicht installiert, weil es technisch nicht umsetzbar war, und weil das System zu viele Kosten verursachte. Des Weiteren fehlte im Sicherheitskonzept ein Entwurf für die Stauung im Tunnelbereich.

Einsatz von Ordnern

Der Veranstalter Lopavent hatte zugesagt, zur Sicherung der Loveparade etwa 1.000 Sicherheitskräfte von fünf verschiedenen Unternehmen einzusetzen, darunter die Kölner Unternehmen R.A.D. und SMS Security, CCS Security aus Solingen sowie die Essener Firmen Challenge Security und der Wach- und Schutzdienst Kötter. Die Unternehmen SMS und Challenge Security waren für die Tunnel und die Rampe zuständig.[23] Von 1301 eingeladenen Ordnern waren 527 Ordner nicht zum Dienst erschienen. Damit wurde die von Lopavent zugesagte Zahl um mehr als 200 unterschritten.[24][25]

Gemäß dem Sicherheitskonzept des Veranstalters sollten die Ordner Sicherheitskontrollen an den Einlassschleusen durchführen und den Publikumsfluss im Eingangsbereich überwachen. Im Tunnel waren zusätzliche Ordner vorgesehen, die im Bedarfsfall die Besucher weiterschieben sollten, um Stauungen zu vermeiden.[26]

Geplanter Ablauf der Veranstaltung

Es war vorgesehen, das Gelände um 11:00 Uhr für Besucher zu öffnen. Ab 14:00 Uhr sollten 16 „Lovemobiles“ zur Parade starten und sich auf dem Güterbahnhofsgelände im Kreis um die Güterschuppen bewegen. Eine Abschlusskundgebung mit zahlreichen internationalen Stars war für 17:00 Uhr bis 24:00 Uhr angesetzt.[11] Ein Umzug durch die Straßen, vergleichbar mit vorangegangenen Veranstaltungen, fand 2010 nicht statt. Allerdings gab es auch außerhalb des Veranstaltungsgeländes mehrere Bühnen, die bei Bedarf Besucher zum Verweilen animieren sollten, um Druck vom Veranstaltungsgelände zu nehmen.

Hergang des Unglücks

Straßentunnel Karl-Lehr-Straße in Richtung zur Hauptrampe auf das Veranstaltungsgelände (2008)
Lautsprecherwagen der Polizei (Düsseldorfer Straße/Ecke Mercatorstraße, gegen 18:45 Uhr).
Unglücksort am Fuß der Hauptrampe, 29. Juli 2010

Die nachfolgenden Informationen zum Unglück entsprechen dem derzeitigen, teilweise lückenhaften Kenntnisstand. Sie dürften erst nach Abschluss aller staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen bzw. eventueller Gerichtsverfahren gesichert darstellbar sein.

Für die Besucher war die Loveparade im ehemaligen Güterbahnhof nur vom Süden her durch den Straßentunnel der Karl-Lehr-Straße, einer Unterführung ohne Gefälle unterhalb der Bahndämme, und von dort über eine Rampe zu erreichen. Diese diente zugleich als Ausgang. Eine zweite, kleinere Rampe in den Tunnel hinein war als Ausgang vorgesehen, blieb aber zunächst verschlossen. Der Veranstalter öffnete das Gelände für die Besucher wegen bis zuletzt andauernder Planierarbeiten am Übergang zur Autobahn erst um 12:00 Uhr. Der Besucherstrom zum Gelände verstärkte sich im Laufe des frühen Nachmittags, ohne dass es zu nennenswerten Zwischenfällen kam.

Ab etwa 15:00 Uhr bildete sich im oberen Bereich der östlichen Hauptrampe hoch zum Veranstaltungsgelände ein Rückstau, da die ankommenden Besucher vom Veranstalter nicht gemäß der Bewegungsanalyse auf das Gelände verteilt werden konnten. Nach Angabe der Polizei bat der Veranstalter gegen 15:30 Uhr die Polizei um Hilfe bei der Steuerung des Besucherzustroms, weil er den Besucher-Rückstau am Geländezugang nicht auflösen konnte. Gleichzeitig sollten auf Anweisung der Polizei durch den Veranstalter die Eingangsschleusen vor den beiden Tunneleingängen gesperrt werden, was jedoch nicht erfolgte. Ein Polizeibeamter soll die Anweisung gegeben haben, die komplette Eingangsschleuse zu öffnen, obwohl die Veranstaltungsleitung das Gegenteil angeordnet hatte.[27] Ab 15:45 Uhr war der Zugang von beiden Seiten im Tunnel, später auch die Hauptrampe, durch Polizeiketten gesperrt. Dadurch bildete sich ein Rückstau im Tunnelbereich, und an der Polizeisperre am Fuß der Hauptrampe sammelten sich Besucher, die das Veranstaltungsgelände wieder verlassen wollten. Zwischen den beiden Eingängen in den Tunnel und dem oberen Teil der Rampe gab es keine Sichtverbindung.

Aufgrund des Besucherandrangs mussten diese Polizeiketten gegen 16:15 Uhr im östlichen und gegen 16:20 Uhr im westlichen Teil des Tunnels aufgegeben werden, sodass die Besucher nahezu gleichzeitig aus beiden Richtungen zur Hauptrampe strömten. Die ankommenden Besucher hatten an der Polizeisperre auf der Hauptrampe Schwierigkeiten, das höher gelegene Veranstaltungsgelände zu erreichen, weil sich die aufeinander stoßenden Besucherströme gegenseitig blockierten. Beide Besuchergruppen wuchsen stetig. Aus dem unteren Rampenbereich gelangten etwa ab 16:20 Uhr Besucher zunächst vereinzelt über Lichtmasten auf der östlichen und über eine schmale Treppe auf ihrer westlichen Seite, später auch durch Besteigen einer Leiter auf dem Bürocontainer im südlichen Teil dieses Bereiches, auf das höher gelegene Veranstaltungsgelände.[28]

Auf Höhe der Treppe wurde der Druck innerhalb der gestauten Menschenmenge gegen 17:00 Uhr so stark, dass dies bei mehreren Besuchern zu tödlichen Verletzungen führte. Dabei verschärften die aus dem Tunnel nachrückenden Besucher die Situation zusätzlich. Es gab eine große Zahl Verletzter. Insgesamt kamen dreizehn Frauen und acht Männer aus sieben Ländern zu Tode.[29][30] Die Obduktion der Leichen ergab, dass mindestens 20 der untersuchten Todesopfer an „massiver Brustkompression“ gestorben sind.[1]

Der gesamte Zugangsbereich in den Unterführungen wurde von der Polizei geräumt und Hilfsmaßnahmen liefen allmählich an. Auch die Autobahn A 59, die den Tag über bereits gesperrt war, wurde dafür genutzt. Gegen 18:00 Uhr gab die Polizei eine erste Pressemeldung heraus, in der von Todesopfern und Verletzten berichtet wurde.[31]

Der Krisenstab der Stadt Duisburg entschied, die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen zunächst weiterlaufen zu lassen, um eine weitere Eskalation durch zurückströmende Besucher zu verhindern. Es wurden keine neuen Besucher mehr auf das Gelände gelassen, alle Notausgänge geöffnet und die gesperrte A 59 als Fluchtweg freigegeben.[5] Auf dem Veranstaltungsgelände wurde das Unglück nur allmählich bekannt, da die Mobilfunknetze stark überlastet waren. Die Loveparade 2010 endete vorzeitig gegen 23:00 Uhr, mehrere Künstler hatten ihren noch ausstehenden Auftritt aufgrund der Ereignisse kurzfristig abgesagt.[32]

Notfallmedizinische Versorgung

Im Vorfeld der Loveparade entschieden die Kliniken des Stadtgebiets in Zusammenarbeit mit Feuerwehr und der Stadt Duisburg, ihr Amublanzpersonal auf das 1,5- bis 2,5-fache der Normalbesetzung zu erhöhen und die Ambulanzärzte auf das 2- bis 3-fache der Normalbesetzung zu verstärken. In Vorbesprechungen, in denen ein Notfallplan für einen Massenanfall von Verletzten (MANV) erarbeitet wurde, wurden aufgrund der Erfahrungen der Loveparade in Essen und Dortmund Vorbereitungen zur Behandlung internistischer sowie Drogen- bzw. Rauschmittel-assoziierter Diagnosen getroffen. Gleichzeitig wurde ein Glasverbot für die Veranstaltung ausgesprochen, um Schnittverletzungen zu vermeiden.[33]

Rettungsdienstlicher Einsatz bei der Loveparade 2010

Der Rettungsdienst nahm die Einrichtung von 30 Sanitätsstationen mit jeweils 10 Patientenplätzen, einem Notarzt, 20 Sanitäter, einem Krankentransportwagen sowie zwei genormten Behandlungsplätzen für 50 Patienten vor.[33] Bei 250.000[34] Besuchern der Loveparade wurden 5.600 Patientenkontakte der Sanitätsstationen und 473 Behandlungen in 12 Klinik-Notaufnahmen registriert, was einem MANV-4 entspricht. Nach dem Massenunglück wurde die Anzahl von 1.600 Hilfskräften auf etwa 4.000 erhöht. Viele Krankenhausmitarbeiter fanden sich nach Bekanntwerden der Katastrophe spontan in ihren Kliniken ein, um den Opfern der Veranstaltung zu helfen. Insgesamt wurden 70 Rettungs- und Krankentransportwagen sowie neun Rettungshubschrauber eingesetzt. Dies führte dazu, dass in der Spitze bis zu 20 eintreffende Patienten der Loveparade pro Stunde und pro Klinik gezählt wurden. Diese Spitzenbelastungen wurden erst zwei bis drei Stunden nach dem Unglück erreicht, da die meisten Patienten zunächst einer Erstversorgung vor Ort unterzogen wurden, bevor der geordnete Abtransport in die umliegenden Kliniken erfolgte. Insgesamt wird die Versorgung der Verletzten in der Rückschau sowohl rettungsdienstlich als auch in den Kliniken als adäquat bewertet.[33]

Die Patienten waren im Durchschnitt 25,5 Jahre alt und wiesen in der Regel keine nennenswerten Vorerkrankungen auf, weswegen 50 % der stationär aufgenommenen Patienten binnen 7,2 Stunden wieder entlassen werden konnten. Bei 73 % der stationär aufgenommenen Patienten erfolgte die Entlassung innerhalb von 24 Stunden. Etwa 59 % der Patienten waren männlich. Rund 31 % der Patienten erhielten eine internistische Hauptdiagnose (vor allem Rauschmittelintoxikationen), in 54 % der Fälle war die Hauptdiagnose chirurgischer Art.[33]

Aufarbeitung des Geschehens

Nach dem Unglück wurde wiederholt die Vermutung geäußert, dass die Teilnehmer eine Mitschuld am Geschehen trifft, ohne dass es hierfür ausreichende Hinweise gegeben hätte. Der Leiter des Krisenstabes Wolfgang Rabe sagte, dass die Panik offenbar durch Besucher ausgelöst worden war, die sich beim Zugang zum Veranstaltungsgelände vordrängeln wollten.[35] Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland erklärte auf einer Pressekonferenz am Abend des Unglücks: „Soweit wir das Szenario kennen, sind die Toten entstanden, weil man Sicherheitsvorkehrungen überklettert hat und dann abgestürzt ist.“ [36][37] Auch ein Polizeisprecher äußerte sich und gab an, dass 14 Besucher von einer Metalltreppe an der westlichen Seite des Zugangs gestürzt seien.[38] Das veröffentlichte Obduktionsergebnis widersprach allerdings der Darstellung, dass die Opfer durch Stürze umgekommen seien.

In den Tagen danach schoben sich der Veranstalter Schaller, die Polizei, die örtlichen Behörden, der Sicherheitsexperte Schreckenberg, sowie Crowdmanager Walter gegenseitig die Verantwortung zu. Die einzelnen Parteien äußerten sich wie folgt:

Schaller gab am Abend des 26. Juli bekannt: „Die Einsatzleitung der Polizei hat die Anweisung gegeben, alle Schleusen vor dem westlichen Tunneleingang an der Düsseldorfer Straße zu öffnen.“ Durch diese Polizeianweisung sei der Hauptstrom der Besucher unkontrolliert in den Tunnel geströmt. Warum die Polizei diese Anweisung gegeben habe, wisse er nicht.[39]

Der Inspekteur der Polizei NRW Dieter Wehe und der Innenminister Ralf Jäger erhoben am 28. Juli 2010 auf einer Pressekonferenz des Innenministeriums wiederum Vorwürfe gegen den Veranstalter. Die Polizei sei nur für die sichere Begleitung der Besucher zum Veranstaltungsgelände zuständig gewesen. Das Gelände sei zu spät geöffnet worden und der Zufluss der Besucher nur ungenügend geregelt gewesen. Am oberen Bereich der Rampe hätte sich ein Rückstau der Besucher ergeben, wovor die Polizei schon im Vorfeld gewarnt hätte. Nachdem um 15:30 Uhr die Polizei zur Hilfe gerufen wurde, sei das vorher vereinbarte Sicherheitskonzept von Seiten des Veranstalters nicht eingehalten worden, sein Ordnersystem sei zusammengebrochen.[40] Wehe sagte: „Der Veranstalter und nur der Veranstalter war für die Sicherheit der Menschen auf dem Veranstaltungsgelände zuständig.“ Dementgegen kam ein durch die FDP-Landtagsfraktion in Auftrag gegebenes und am 20. August veröffentlichtes Rechtsgutachten zu dem Schluss, „dass jedenfalls eine subsidiäre Zuständigkeit […] der Polizeibehörden stets bestehen musste und bestand.“ Nach Angaben von Spiegel Online bedeutet dies, „spätestens in dem konkreten Moment, da sich eine Gefahrenlage abzeichnete, oblag die Aufgabe der Gefahrenabwehr in jedem Falle (auch) den bei der Love Parade anwesenden Polizeikräften.“[41] Am 4. August 2010 erweiterte Jäger die Vorwürfe auch in Richtung der Stadtverwaltung Duisburg. „Kommerzielle Erwägungen“ seien die Leitlinie des Handelns der Stadt gewesen, so Jäger. Er warf der Stadt vor, die Auflagen nicht kontrolliert zu haben.[42]

Die Stadt Duisburg legte ebenfalls am 4. August einen Zwischenbericht über die Vorgeschichte und die Ereignisse der Loveparade vor. Die mit der Erstellung des Berichts beauftragten Rechtsanwälte kommen darin zu dem vorläufigen Schluss, dass die Stadt Duisburg ihre gesetzlichen Pflichten, insbesondere als Genehmigungsbehörde, erfüllt habe und aufgrund einer einvernehmlich vereinbarten Zuständigkeitsabgrenzung nicht für die Sicherheit und Ordnung auf dem Veranstaltungsgelände und im Tunnel der Karl-Lehr-Straße während der Veranstaltung zuständig gewesen sei. Allerdings seien Verstöße „Dritter“ gegen Vorgaben und Auflagen der Genehmigung der Stadt Duisburg festzustellen, und man könne nicht ausschließen, „dass diese Verstöße im Zusammenhang mit dem Unglück relevant geworden sind.“[5]

Der an der Universität Duisburg-Essen tätige Verkehrsforscher Michael Schreckenberg hatte nach eigenen Angaben an dem Sicherheitskonzept „für die Stadt und das Umfeld“ mitgearbeitet. An der Erarbeitung des Sicherheitskonzepts für das Veranstaltungsgelände war er nicht beteiligt, hatte aber von der Stadt Duisburg den Auftrag erhalten, „die bestehenden Planungen der Zu- und Abwege sowie des Veranstaltungsgeländes für die Loveparade“ zu prüfen.[43][5] Medienberichten zufolge habe er „Gelände und Sicherheitskonzept für ausreichend“ erklärt, räumte aber ein, „nach Papierlage geurteilt zu haben“.[44] Anfang Juli 2010 war die TraffGo HT GmbH mit einer Entfluchtungsanalyse beauftragt worden, die das Entleeren des Veranstaltungsgeländes simulierte. Nach Angabe des Unternehmens wurde aufgrund der Analyse eine Verringerung der Gesamtnotausgangsbreite genehmigt.[45]

Der Psychologe Carsten Walter, der von der Lopavent GmbH als sogenannter Crowdmanager dazu engagiert worden war, die Besuchermassen über 16 installierte Kameras zu beobachten und durch zentrale Anweisung der Ordner zu steuern, berichtete in einem Presseinterview, das am 9. August erschien, dass die ihm zugeordneten – nicht selbst weisungsberechtigten – Verbindungsbeamten der Polizei über kein Funkgerät, sondern jeweils nur über ein Handy verfügten. Daher sei im Zeitraum der Überlastung des Mobilfunknetzes die Kommunikation mit der ihm gegenüber weisungsbefugten Polizeiführung etwa 45 Minuten lang nicht möglich gewesen. Eine polizeiliche Entscheidung zur vollständigen Öffnung der zuvor gedrosselten westlichen Eingangsschleuse habe im Verlauf des Nachmittags zu einer zunehmend kritischen Lage geführt. Die zeitweilige Einrichtung einer Kette aus Polizeibeamten und deren räumliche Position am unteren Ende der Rampe, die Walter in Anbetracht des unerwartet frühen Besucherrückstroms vom Veranstaltungsgelände als ungünstig und als eine Ursache für den Stau der Besucher auf der Rampe bewertete, habe dann zu einer Verschärfung der kritischen Situation geführt. Durch einen weiteren starken Besucheranstrom, der sich als Folge des Durchlasses eines Rettungswagens am Westeingang ergeben habe, soll die Situation schließlich außer Kontrolle geraten sein.[15]

Ermittlungen

Am Tag nach dem Unglück stellte die Duisburger Staatsanwaltschaft Planungs- und Genehmigungsunterlagen der Stadt Duisburg und des Veranstalters sicher. Es wurde „von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung eingeleitet“.[1]

Am Montag, den 26. Juli 2010 übertrug das nordrhein-westfälische Innenministerium „aus Gründen der Neutralität“ die weiteren polizeilichen Ermittlungen an das Polizeipräsidium Köln. Mitte August wurden die Geschäftsräume von Lopavent, McFit und zweier Sicherheitsfirmen durchsucht, um Informationen über die vom Veranstalter eingesetzten Mitarbeiter zu sichern.[46]

In einer Pressemitteilung gab die Staatsanwaltschaft Duisburg am 18. Januar 2011 bekannt, dass nach sechs Monaten intensiver Aufklärungsarbeit ein Anfangsverdacht gegen 16 Personen aus dem Verantwortungsbereich des Veranstalters, der Stadt Duisburg und für die Veranstaltung verantwortlichen Polizeibeamten bestünde. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.[3] Am 11. Juli 2011 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass aus ihrer Sicht die Erteilung der Genehmigung für die Loveparade 2010 rechtswidrig gewesen sei. Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland entschuldigte sich ein Jahr nach dem Unglück öffentlich und räumte ein, er hätte die „moralische Verantwortung früher übernehmen müssen“, räumte aber keine eigenen Fehler ein.[47][48]

Die genaue Abfolge der Ereignisse ist noch nicht geklärt und Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen.

Trauerfeier und Gedenken

Trauerkerzen im Tunnel vor der Rampe, 29. Juli 2010
Während einer Schweigeminute beim Juicy-Beats-Festival in Dortmund (31. Juli 2010) wird eine Kerze für die Opfer der Loveparade entzündet

Am 31. Juli 2010 fand in der Duisburger Salvatorkirche ein zentraler ökumenischer Trauergottesdienst für die Opfer statt. Unter den Gästen waren hochrangige Staatsvertreter, darunter der Bundespräsident, sowie Vertreter von Rettungsdiensten, Polizei und Feuerwehr. Der Oberbürgermeister von Duisburg, Adolf Sauerland, blieb wie angekündigt der Gedenkfeier fern. Der Gottesdienst wurde vom Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider und dem Bischof der Diözese Essen Franz-Josef Overbeck abgehalten.[49] Aufgrund der erwarteten hohen Besucherzahl wurde der Gottesdienst sowohl ins Stadion des MSV Duisburg als auch in mehreren Kirchen der Stadt auf Großbildleinwänden übertragen. Während des Gottesdienstes wurde, im Anschluss an die Predigten, von den Geistlichen gemeinsam mit Rettungskräften, Notfallseelsorgern und anderen Katastrophenhelfern für jedes der 21 Opfer eine Kerze entzündet. Zum Ende der Trauerfeier hielt die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, eine Ansprache. Am Nachmittag beteiligten sich nach Polizeiangaben etwa 5.000 Menschen an einem Trauerzug. Sie ließen im Gedenken an die Toten und Verletzten 21 schwarze und 511 weiße Luftballons aufsteigen.

In den folgenden Tagen legten zahlreiche Menschen an der Karl-Lehr-Straße Blumen ab und stellten Trauerkerzen auf. Verschiedene Duisburger bürgerliche Vereinigungen schlossen sich am 6. August 2010 zum „Bürgerkreis Gedenken“ zusammen, der dazu beitragen will, „der Trauer einen würdigen Rahmen zu erhalten und gemeinsam ein Zeichen der Versöhnung [zu] setzen“. Seit dem 4. September 2010 erinnert eine Gedenktafel am Unglücksort an die Opfer. Die Trauergaben wurden eingesammelt und in einem Glaskubus hinterlegt. Gleichzeit ging die Straßensperrung und die von der Stadt angekündigte offizielle Trauerzeit zu Ende.[50] Eine Kommission soll sich um die Gestaltung einer eigentlichen Gedenkstätte Gedanken machen.[46]

Auf Grund der Ereignisse in Duisburg haben Betroffene den Verein „Massenpanik Selbsthilfe e.V.“ gegründet. Der Verein dient dazu therapeutische und seelsorgerische Hilfe anzubieten und Ansprüche von Geschädigten anwaltlich zu vertreten. In einem geschützten Kommunikationsforum haben Mitglieder die Möglichkeit das Erlebte aufzuarbeiten.

Für die Traumatisierten und Hinterbliebenen des Unglücks bei der Loveparade 2010 ist Sybille Jatzko psychologische Ombudsfrau. Zusammen mit der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) betreibt sie eine E-Mail-Beratungshotline[51] und leitet die Nachsorge.

Das DJ-Projekt DJ United (Paul van Dyk, Armin van Buuren und Paul Oakenfold) veröffentlichte am 10. September die Benefiz-Single Remember Love. Nach Angaben von van Dyk soll der Track „an den Spirit der alten Loveparade erinnern und die Leute, die so viel Leid erfahren mussten, unterstützen“. Der Erlös soll auf das Spendenkonto der Wohlfahrtsverbände in Nordrhein-Westfalen fließen.[52]

Das Mahnmal für die 21 Todesopfer

Knapp ein Jahr nach der Loveparade in Duisburg wurde am 26. Juni 2011 ein Mahnmal für die 21 Todesopfer eingeweiht.[53] Eine 3,50 Meter hohe Stahltafel und 21 ineinander gestützte Balken, die für die Opfer stehen, dient als Mahnung der Öffentlichkeit.[54]

Am 24. Juli 2011 leitete der Essener Weihbischof Franz Grave durch die zentrale Gedenkfeier zum ersten Jahrestag. Bei der Feier kam eine Mutter eines der Opfer zu Wort und „Der Graf“ von Unheilig sang auf Wunsch der Angehörigen sein Lied Geboren um zu leben.[55]

Kritik an der Berichterstattung

Aufgrund der Größe und Bekanntheit der Veranstaltung verbreitete sich die Unglücksnachricht schnell weltweit. Innerhalb kürzester Zeit waren eine Vielzahl von Augenzeugenberichten sowie private Videoaufnahmen und Bilder im Internet in Portalen und Blog-Einträgen verfügbar, die auch von der Staatsanwaltschaft zur Ermittlung der Unglücksursache ausgewertet werden.[56]

Die Art der Berichterstattung durch die Massenmedien und Journalisten vor und besonders nach dem Unglück wurde mehrfach kritisch thematisiert.[57] Der Medienjournalist Stefan Niggemeier stellte das Fehlen von Recherchen und kritischen Auseinandersetzungen mit dem Sicherheitskonzept bereits vor dem Unglück fest. Über Sicherheitswarnungen sei vor dem Unglück nur vereinzelt berichtet worden, hinterher hätten Selbstgerechtigkeit, Besserwisserei und mangelnde Selbstkritik der Journalisten dominiert. Nicht nur der Lokaljournalismus, sondern auch überregionale Medienformate wie Spiegel TV seien durch vorurteilsbehaftete und reißerische Berichterstattung ihrem journalistischen Auftrag nicht nachgekommen. Zudem habe es Medienpartnerschaften zwischen den Veranstaltern der Loveparade und dem WDR und Bild.de gegeben.[58]

Der Medienwissenschaftler Christian Schicha kritisierte, durch die veröffentlichten Bilder seien Persönlichkeitsrechte „massiv“ verletzt worden. Vor allem Bild und Express hätten gegen den Pressekodex verstoßen und vermutlich ohne die Genehmigung der Angehörigen Bilder von Opfern gezeigt. Dies habe katastrophale Folgen für die Angehörigen und diene nicht der Wahrheitsfindung. Der Deutsche Presserat sprach gegenüber BILD Online aufgrund der Darstellung von Toten und Verletzten am 15. Oktober 2010 eine Missbilligung aus. Insgesamt gingen beim Presserat 214 Beschwerden über die Berichterstattung von BILD Online ein, 179 betrafen die Fotostrecke, die der Presserat missbilligte.

Zudem hätten überregionale Medien bei ihrer Berichterstattung Bilder „häufig missbraucht, um die These eines Artikels zu bestärken.“ So seien Sauerland und Schaller „immer wieder in Zeitlupe und Wiederholung gezeigt“ worden. Eine solche „mediale Personalisierung“ habe im Fall der Loveparade die komplexen Sachverhalte des Geschehens reduziert und zur Schaffung eines „Sündenbocks“ beigetragen.[59]

Veröffentlichung zum Teil interner Dokumente via Internet

Am 16. August veröffentlichte das regionale Nachrichtenblog „xtranews“ die Anlagen zum Zwischenbericht der Stadt Duisburg vom 3. August 2010. Diese Anlagen waren von der Stadt Duisburg zuvor nicht veröffentlicht worden. Nach Meinung von „xtranews“ zeigen die internen Dokumente „dass nicht nur vorhersehbar war, welche Risiken die Stadt eingeht, sondern dass sie wissentlich die Risiken in Kauf genommen hat“. Auf Antrag der Stadtverwaltung Duisburg untersagte das Landgericht Köln am 17. August durch Einstweilige Verfügung wegen Verletzung des Urheberrechts „xtranews“ die Veröffentlichung der Dokumente.[60][61]

Laut dem Internetdienst „heise online“ haben mehrere „andere Portale […] unterdessen die Daten kopiert und sie erneut im Internet zur Verfügung gestellt.“[62] Darauf stellte die Stadt eine weitere Verfolgung ihres Unterlassungsbegehrens ein.

Am 20. August 2010 wurde auf WikiLeaks eine Dokumentensammlung bezüglich der Loveparade in Duisburg veröffentlicht. Die Unterlagen beziehen sich auf den Planungs- und Genehmigungsprozess innerhalb der städtischen Behörden und mit dem Veranstalter und den Ablauf des Events, sowie nachträgliche Dokumentationen.[22]

Am 30. August 2010 veröffentlichte der Veranstalter das seinen Angaben zufolge ungeschnittene Videomaterial der Überwachungskameras bis 16:40 Uhr aus dem Eingangsbereich und eine daraus selbst erstellte Videodokumentation als Zusammenfassung des Filmmaterials im Internet.[63][64]

Auswirkungen auf andere Großveranstaltungen

Die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, kündigte an, dass Städte in Zukunft bei Großveranstaltungen „begleitet und intensiv beraten werden“ sollten.[65] Innenminister Jäger ordnete an, dass Kommunen in Nordrhein-Westfalen nur noch dann Genehmigungen für Großveranstaltungen erteilen dürfen, wenn alle betroffenen Sicherheitsbehörden mit dem Sicherheitskonzept einverstanden sind.[66]

Bezüglich der für den 14. August 2010 in Zürich geplanten Street Parade wurde Kontakt mit den Duisburger Behörden aufgenommen, um etwaige vorläufige Ermittlungsergebnisse in die Sicherheitsplanung einfließen lassen zu können.[67] Die Veranstaltung mit etwa 650.000 Besuchern verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Das Verkehrsministerium Mecklenburg-Vorpommern ließ das Straßenbauamt Schwerin eine Genehmigung für eine Techno-Party widerrufen, die am 11. September 2010 im 800 Meter langen Warnowtunnel in Rostock stattfinden sollte.[68]

Wolfgang Kirsch, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, sagte die schon lang geplante Veranstaltung MitMenschen 2010 aufgrund von Sicherheitsbedenken ab. Das Gelände des LWL-Industriemuseums Henrichshütte in Hattingen habe nicht genug Evakuierungsmöglichkeiten, so Kirsch. [69]

Der Veranstalter Rainer Schaller erklärte, dass es keine Loveparade mehr geben werde.

Literatur

  • Landtagsdrucksache 15/34 A09 IA des 15. Landtags von NRW. Anschreiben mit dem Text von RA'e Ute Jasper, Andreas Berstermann (Autoren) für die Stadtverwaltung Duisburg (als Hrsg.): Zwischenbericht der Stadt Duisburg vom 3. August 2010 anlässlich der Loveparade. Sondersitzung des Innenausschusses am 4. August 2010. Vervollständigter Anlagen-Ordner mit 310 Blatt. (Hier auch als PDF teilweise online. Auch ein Register der Anlagen.[70])

Weblinks

 Commons: Loveparade 2010 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Duisburg, Staatsanwaltschaft Duisburg, 27. Juli 2010
  2. Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Duisburg, Staatsanwaltschaft Duisburg, 28. Juli 2010
  3. a b Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Duisburg, Staatsanwaltschaft Duisburg, 18. Januar 2011
  4. Michael Weeke: Loveparade in Bochum abgesagt. Onlineportal DerWesten, 16. Januar 2009, abgerufen am 27. Juli 2010.
  5. a b c d e f g Stadt legt Zwischenbericht zur Loveparade vor, Stadt Duisburg, 3. August 2010
  6. Brief an den Innenminister Dr. Ingo Wolf von Thomas Mahlberg MdB, cdu-duisburg.de, 9. Februar 2009
  7. Zweifel am Sicherheitskonzept der Loveparade, tagesschau.de, 25. Juli 2010, abgerufen am 27. Juli 2010.
  8. Frank Hornig, Sven Röbel: SPIEGEL-GESPRÄCH - Daran gehen Sie kaputt. Spiegel Online, 16. August 2010, abgerufen am 2. August 2011.
  9. David Schraven: Teilnehmer-Zahlen zur Loveparade waren gefälscht, Onlineportal DerWesten, 29. Juli 2010
  10. Endbericht Stadt Duisburg, Anlage 34, Stadt Duisburg, 1. September 2010
  11. a b Ingmar Kreienbrink: Loveparade wird zum Tanz auf dem Drahtseil. Onlineportal DerWesten, 20. Juli 2010, abgerufen am 27. Juli 2010.
  12. Jörg Diehl: Partygelände war nur für 250.000 Menschen zugelassen, Spiegel-Online, 25. Juli 2010
  13. Der Spiegel 31/2010, Seite 24. Stadtplan
  14. Detlef Schmalenberg: Ein Kämpfer für die Wahrheit. Kölner Stadt-Anzeiger, 16. April 2011, abgerufen am 15. Juni 2011.
  15. a b „Es war Funkstille.“ Psychologe Carsten Walter über seine Rolle als Crowd-Manager und den Ablauf der Katastrophe., Interview, Spiegel Online, 9. August 2010
  16. a b Simone Utler: Die wundersame Schrumpfung der 1,4 Millionen. 7. Teil: Wie viele Menschen waren nun tatsächlich in der Stadt?, Spiegel-Online, 31. Juli 2010
  17. Simone Utler: Die wundersame Schrumpfung der 1,4 Millionen. 2. Teil: Wie viele Menschen erwarteten Veranstalter und Stadt?, Spiegel-Online, 31. Juli 2010
  18. Sperrung der A 59 für die Loveparade, Straßen-NRW, Presseinformation 20. Juli 2010
  19. Gespräch am 18. Juni 2010 bei Lopavent, internes Gesprächsprotokoll der Stadtverwaltung Duisburg, de.indymedia.org, 18. August 2010
  20. Amt für Baurecht und Bauberatung – Nachforderung fehlender Unterlagen. Indymedia, 14. Juli 2010, abgerufen am 16. Dezember 2010.
  21. Genehmigung einer vorübergehenden Nutzungsänderung, de.indymedia.org, 18. August 2010
  22. a b Loveparade 2010 Duisburg planning documents, 2007-2010. WikiLeaks, 20. August 2010, abgerufen am 3. Februar 2010.
  23. Jörg Diehl, Barbara Hans, Simone Utler und Julia Jüttner: Fatale Funkstille im Chaos 1.Teil, Spiegel Online, 29. Juli 2010
  24. Thomas Richter: Hunderte Loveparade-Ordner kamen nicht zum Dienst. derwesten.de, 6. Februar 2011, abgerufen am 8. Februar 2011.
  25. Stundennachweise von Lopavent. loveparade.com, abgerufen am 8. Februar 2011.
  26. Jürgen Polzin: Massen waren bei Loveparade ohne Steuerung, Der Westen, 20. August 2010
  27. wit: Polizist soll verhängnisvollen Befehl gegeben haben. 29. Januar 2011, abgerufen am 2. Februar 2011.
  28. Julia Jüttner: Das Auge der Katastrophe, Spiegel Online, 4. August 2010
  29. (10:19 Uhr) Weiteres Love-Parade-Opfer gestorben Spiegel-Online Panorama, 28. Juli 2010
  30. Alle Opfer identifiziert, Polizei NRW, 25. Juli 2010
  31. Westdeutscher Rundfunk Köln: 21 Tote bei der Loveparade 2010 in Duisburg, 29. Juli 2010
  32. David Hugendick: „Die Loveparade hat ihre Berechtigung verloren“, Zeit Online, 26. Juli 2010. (Interview mit DJ Westbam)
  33. a b c d O. Ackermann, A. Lahm, M. Pfohl, et al: Patientenversorgung bei der Loveparade 2010 in Duisburg, Deutsches Ärzteblatt international, Jahrgang 108, Heft 28/29, S. 483ff., 18. Juli 2011
  34. Love Parade 2010, Dr. Ute Jasper, 3. August 2010, S. 16
  35. Stellungnahme von Wolfgang Rabe
  36. Philipp Wahl, Jasmin Kleemann: Erste PK zur Katastrophe. WAZ NewMedia, 24. Juli 2010, abgerufen am 22. März 2011.
  37. Tim Stinauer, Annika Joeres: Das Protokoll von Duisburg. Frankfurter Rundschau, 30. Juli 2010, abgerufen am 12. Juni 2011.
  38. Aussage eines Polizeisprechers
  39. Veranstalter erhebt Vorwürfe gegen Polizei, WDR.de, 26. Juli 2010
  40. Ingmar Kreienbrink: Polizei belastet Veranstalter schwer, Onlineportal DerWesten, 28. Juni 2010
  41. Barbara Hans:Gutachten belegt Verantwortlichkeit der Polizei Spiegel Online, 20. August 2010
  42. D. Schülbe, G. Voogt: Minister Jäger weist Kritik an Polizei zurück, RP Online, 4. August 2010
  43. Stefan Kister: „Konzept war perfekt vorbereitet“, Stuttgarter Zeitung, 27. Juli 2010
  44. Sven Gösmann: Trauerspiel nach der Tragödie, RP Online, 25. Juli 2010
  45. 27. Juli 2010, 23:50 – Stellungnahme zu unserer Arbeit für die Loveparade 2010, TraffGo HT GmbH, abgerufen am 13. Juli 2011
  46. a b Razzia bei Loveparade-Veranstalter, WDR.de, 21. August 2010
  47. Sauerland entschuldigt sich. WDR.de, 12. Juli 2011, abgerufen am 12. Juli 2011
  48. Sauerlands zweitklassige Entschuldigung. Spiegel Online, 11. Juli 2011, abgerufen am 3. August 2011.
  49. Bundespräsident Wulff besucht Gedenkfeier für die Opfer der Loveparade, Internetauftritt der Stadt Duisburg
  50. Thomas Richter: Sechs Wochen Trauerzeit für Loveparade-Opfer, DerWesten, 6. August 2010
  51. hilfe-loveparade.de
  52. Benefiz-Song für Opfer: „Rembember Love“ erinnert an alte Loveparades, Haltener Zeitung, 10. September 2010
  53. Das Mahnmal steht jetzt am Tunnel. RP Online, 20. Juni 2011, abgerufen am 26. Juni 2011.
  54. Mahnmal für Opfer von Loveparade-Unglück wird eingeweiht. Web.de, 26. Juni 2011, abgerufen am 26. Juni 2011.
  55. Gedenkfeier am Jahrestag des Loveparade-Unglücks. NRW, 24. Juli 2011, abgerufen am 24. Juli 2011.
  56. Ermittlungsgruppe „Loveparade“ komplett (…), Staatsanwaltschaft Duisburg, Presseerklärung vom 30. Juli 2010
  57. So auch Harro Albrecht: „Nun erzählen Sie doch mal!“ Was löst eine dramatisierende Unglücks-Berichterstattung bei Betroffenen aus? Trauma-Expertin K. Stellermann plädiert im Interview für mehr Zurückhaltung in den Medien. In: Die Zeit vom 4. August 2010 (Zitate zu den verschiedenen Gesichtspunkten: Mehr als 230 Beschwerden über die Berichterstattung beim dt. Presserat … Eine dramatisierende Darstellung kann auch für Zuschauer gefährlich sein. Das Verhalten der Reporter vor Ort.)
  58. Stefan Niggemeier: Ein einziger Blick in die Zukunft hätte doch gezeigt…, FAZ.net, 1. August 2010
  59. Karin Schädler: „So entsteht regelrechter Hass“, taz.de, 4. August 2010, (Interview mit dem Medienwissenschaftler Christian Schicha)
  60. Loveparade-Dokumente offen im Internet, WDR.de, 18. August 2010
  61. Loveparade-Gutachten: Die Sache mit den Fluchtwegen, xtranews.de, 16. August 2010, ergänzt 17. August 2010
  62. Andreas Wilkens: Duisburg lässt Dokumenten-Veröffentlichung im Netz verbieten. heise online, 18. August 2010, abgerufen am 21. August 2010.
  63. Dokumentation Loveparade 24.7.2010, www.dokumentation-loveparade.com, Lopavent GmbH, aufgerufen 30. August 2010
  64. ap/afp: Loveparade: Vorwürfe gegen Polizei. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 30. August 2010, Seite 8.
  65. Kraft: Städten bei Großveranstaltungen helfen, Ruhr Nachrichten, 27. Juli 2010
  66. NRW verschärft Genehmigung von Großveranstaltungen, Ruhr Nachrichten, 17. August 2010
  67. Christoph Landolt: Warum Duisburg und Zürich nicht zu vergleichen sind, Tages-Anzeiger Zürich, 26. Juli 2010
  68. Bianca Hannig: Schwerin verbietet Tunnel-Party in Rostock, Ostsee-Zeitung.de, 28. Juli 2010
  69. LWL-Presse-Info - Sicherheitsbedenken: - Mitteilung 11.08.10. In: lwl.org. Abgerufen am 25. Juli 2011.
  70. Dabei handelt es sich um das fertiggestellte von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebene Rechtsanwalts-Gutachten mit Anlagen vom 3. August 2010. Vergl. o. Einzelnachweis Nr. 6. Es ist im Anlagenteil weitgehend identisch mit den genannten diversen Internetveröffentlichungen. In der Endfassung (Anfang September) wurde der Anwaltsvortrag erweitert. Vergl. dazu den Vortrag der Stadtverwaltung bei der Unterlassungsklage gegen die Veröffentlichung im Internet.
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