RheinEnergie (Schiff)


RheinEnergie (Schiff)
RheinEnergie
Die RheinEnergie auf Fahrt in Köln

Die RheinEnergie auf Fahrt in Köln

p1
Schiffsdaten
Flagge MaltaMalta (Handels- und Dienstflagge zur See) Malta
Schiffstyp Tagesausflugsschiff
Heimathafen Valletta, MaltaMalta Malta
Eigner KD Europe S.à r.l.
Reederei Köln-Düsseldorfer
Bauwerft Shipyard De Hoop
Baunummer 404
Baukosten 8 Mio. Euro
Stapellauf 22. April 2004
Indienststellung 18. Juni 2004
Verbleib in Fahrt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
90,24 m (Lüa)
Breite 19,30 m
Tiefgang max. 1,56 m
Verdrängung 1.213 t
 
Besatzung 40
Maschine
Maschine 2 x Deutz TBD620V8, je 820 kW
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
1.640 kW (2.230 PS)
Propeller 2x Schottel STP 440
2x De Gerlien-van Tiem-
1200 (Bugstrahlruder)
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 1650
Sonstiges
Registrier-
nummern

Die RheinEnergie ist ein 2003/04 gebautes Tagesausflugs- und Veranstaltungsschiff der KD Europe S.à r.l. das im Dauercharter von ihrer Muttergesellschaft der Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG eingesetzt wird. Der einzige Katamaran der Reederei ist mit 2000 m² Nutzfläche das größte Ausflugschiff auf europäischen Binnengewässern. Sie wird im Planverkehr vorwiegend zwischen Köln und Bad Hönningen eingesetzt. Bei Charter-, Sonder- und Veranstaltungsfahrten liegt ihr Einsatzgebiet zwischen Mainz und Düsseldorf. Ihr prominentester Fahrgast war Papst Benedikt XVI., der von ihrem Freideck während des Weltjugendtags 2005 in Köln die Gläubigen auf beiden Seiten des Rheins segnete.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Köln-Düsseldorfer benötigte als Ersatz für ihre nicht mehr zeitgemäßen und unwirtschaftlichen Ausflugsschiffe Berlin und Wappen von Mainz ein Schiff das neben dem planmäßigen Tagesausflugsverkehr auch für verschiedenste Veranstaltungen geeignet sein sollte. Nachdem das Unternehmen Schiffstechnik Buchloh aus Unkel den Konstruktionsplan nach dem von der Reederei favorisierten Entwurf des niederländischen Designers Michiel Groendijk fertiggestellt hatte, erfolgte am 15. Juli 2003 der Bauauftrag bei der De Hoop-Werft in Rijnwaarden. Die Kiellegung erfolgte am 21. November 2003, der Stapellauf am 22. April des Folgejahres. Die Werft lieferte den unter der Baunummer 404 gefertigten Katamaran am 16. Juni 2004 aus.[1] Die Baukosten für den Schiffsneubau betrugen 8 Mio. Euro. Diese beglich die Reederei über ein bis Ende 2018 laufendes Hypothekendarlehen von 6 Mio. Euro sowie einem Bauzeitfinanzierungskredit in Höhe von 1.12 Mio. Euro und mit Eigenmitteln von 1,88 Mio. Euro, die zum größten Teil aus dem Verkauf des Ausflugschiffs Rüdesheim stammten.[2]

Papst Benedikt XVI. auf der RheinEnergie

Nach der offiziellen Übergabe an die Köln-Düsseldorfer am 17. Juni 2004 in Köln, taufte Claudia Kleinert unter dem Segen von Kardinal Meisner sowie unter Anwesenheit des damaligen Kölner Oberbürgermeisters Fritz Schramma das Schiff auf den Namen RheinEnergie, einem regionalen Energieversorger mit dem ein langfrister Sponsorenvertrag abgeschlossen wurde. Während der anschließenden Jungfernfahrt nach Düsseldorf musste die RheinEnergie aufgrund einer Fehlermeldung im Überwachungssystem der Antriebsanlage unterhalb der Mülheimer Brücke vor Anker gehen. Nach dem die Maschinen und das Steuersystem heruntergefahren wurden, stellte sich heraus, dass es sich um einen Softwarefehler handelte, so dass die Fahrt danach fortgesetzt werden konnte. Am 18. Juni erfolgte die Indienststellung, bei der sie zuerst vier Tage als Veranstaltungsschiff für die NRW-Tage am Rheinufer in Köln-Deutz eingesetzt wurde. Die erste Fahrt im Planverkehr fand am 2. Juli 2004 zwischen Bad Breisig und Rüdesheim statt.[1]

Auf dem Weltjugendtag 2005 in Köln wurde die RheinEnergie am 18. August als Festschiff eingesetzt. Papst Benedikt XVI. segnete während seiner Begrüßungsfahrt vom vorderen Freideck über 600.000 Pilger die sich beiderseits des Rheins versammelt hatten.

Im Dezember 2008 wurde das Schiff an die hundertprozentige Unternehmenstochter KD Europe S.à r.l in Luxemburg verkauft und anschließend im Januar 2009 in Valletta auf Malta registriert.[3][4] Da die Schiffe der Köln-Düsseldorfer ihren Heimathafen mangels Hochsee-Tauglichkeit nicht erreichen können, werden sie im Niehler Hafen in Köln gewartet.

Ausstattung

Bugansicht
Heckansicht

Die RheinEnergie ist ein Vierdeck-Zweirumpf-Schiff mit einer Nutzfläche von 2000 m² in den geschlossenen Decks und einem 1200 m² großen Freideck. Alle Fahrgastdecks sind klimatisiert und mit moderner Veranstaltungstechnik für unterschiedliche Einsätze ausgestattet. Zentraler Mittelpunkt des Schiffs ist die mittschiffs zwischen Hauptdeck und Oberdeck versetzt errichtete 35 m² große Bühne, die je nach Bestuhlung von bis zu 1000 Fahrgästen gesehen werden kann.

Im Backbord-Unterdeck des Katamarans wurden zwischen dem vorne liegenden Bugstrahlruderanlagenraum und dem am Heck vorhandenen Maschinenraum mehrere Wirtschaft- und Kühlräume sowie elf Personalkabinen eingerichtet. Das Steuerbord-Unterdeck ist zwischen den Betriebsräumen ebenfalls mit mehreren Wirtschaft- und Kühlräumen sowie mit 10 Personalkabinen ausgestattet. Zwischen den beiden Schiffsrümpfen wurde im Mittelschiff der Küchenbereich eingesetzt. Links davon sind im Zwischenboden zum Hauptdeck die Tanks für Kraftstoff, Frischwasser, Fäkalien und für zusätzlichen Ballast eingebaut. Im Bug des Schiffs sind neben den Toilettenanlagen, Stellplätze für Fahrräder und eine Garderobe eingerichtet worden. An die im Mittelschiff liegende Eingangshalle schließt sich die Veranstaltungsbühne an, dahinter liegt achtern ein Salon mit 458 Tischplätzen. Im Bugbereich des Oberdecks liegt der großflächig verglaste Aussichtssalon mit 188 Tischplätzen in den mittig eine Bar integriert wurde. Im mittleren Teil des Decks befinden sich Toilettenanlagen, die Klimazentrale und die beidseitigen Aufgänge zum Freideck. Im Hinterschiff liegt das sogenannte Galerie-Deck mit 254 Plätzen, achtern anschließend der Barraum mit zusätzlichen 138 Tischplätzen. Auf dem vor dem absenkbaren Steuerstand bugseitig gelegenen Teil des Freidecks werden für die Fahrgäste neben Tischgruppen in den Sommermonaten mehrere Strandkörbe aufgestellt. Der mit einer Theke ausgestattete Mittelbereich wird von einem Sonnensegel überdacht. Auf den anderen Teilen des Freidecks werden ebenfalls Tischgruppen aufgestellt. Am Ende des Decks ist eine 7,50 x 2,50 m große Dachluke über die gegebenenfalls bei Veranstaltung größere Gegenstände wie beispielsweise Autos zu Repräsentationszwecken in das Schiff eingelassen werden können. Im Alltagsbetrieb ist dieser Dacheinlass mit Gummimatten abgedeckt, auf denen zeitweise ein kleiner Spielplatz mit einem Karussell und einer Rutschbahn angelegt wird. Auf dem Freideck finden über 1000 Personen Platz.[1][5]

Am Anleger Köln
RheinEnergie auf Fahrt
RheinEnergie beim Wendemanöver

Alle Fahrgastdecks sind über ebenerdige Eingänge und einen mittschiffs eingebauten Aufzug für gehbehinderte und rollstuhlfahrende Passagiere zu erreichen. Die zulässige maximale Kapazität wurde auf 1650 Fahrgäste festgelegt, die von der Reederei als optimal angesehene Belegung wird mit 400 bis 1000 Personen angegeben. Optional kann je nach Anlass eine für das Schiff angepasste Licht- und Showtechnik mit Farblasern sowie Monitore, Beamer und anderer Veranstaltungstechnik bereitgestellt werden.[6]

Technik

Das Schiff wird über zwei 8-Zylinder-Dieselmotoren á 820 kW des Typs Deutz TBD620V8 über zwei Twin-Schottel-Ruderpropeller angetrieben. Die beiden Querstrahlsteueranlagen (Bugstrahlruder) von De Gerlien-Van Tiem verfügen jeweils über einen MAN-Dieselmotor mit einer Antriebsleistung von 250 kW. Das Schiff ist 90,24 m lang, 19,30 m breit und 10,30 m hoch. Der Tiefgang wird mit maximal 1,56 m angegeben.[1]

Literatur

  • Georg Fischbach: Die Schiffe der Köln-Düsseldorfer 1826–2004, Eigenverlag, Marienhausen 2004, ISBN 3-00-016046-9
  • Stephan Nuding: 175 Jahre Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG , Schardt Oldenburg 2001, ISBN 978-3-8984-1035-9

Weblinks

 Commons: RheinEnergie (Schiff) – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Georg Fischbach: Die Schiffe der Köln-Düsseldorfer 1826–2004, S. 924–926
  2. Geschäftbericht 2003 der Köln-Düsseldorfer, abgerufen am 21. November 2010
  3. Geschäftbericht 2009 nach IFRS der Köln-Düsseldorfer, S. 8, abgerufen am 21. November 2010
  4. KD mit maltesischer Flagge, Kölnische Rundschau vom 8. April 2009, abgerufen am 21. November 2010
  5. Folder mit Grundrissplan der RheinEnergie auf der Webseite der Köln-Düsseldorfer, abgerufen am 21. November 2010
  6. Schiffsbeschreibung auf der Webseite der Köln-Düsseldorfer., abgerufen am 21. November 2010



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