Mămăligă


Mămăligă
Mămăligă

Mămăligă (ukrain. Мамалига, auch Кулеша; russ. Мамалыга (кукурузная каша "Maisbrei"); poln. Mamałyga; ungar. Puliszka, "Maisbrei") ist ein aus Maisgrieß hergestellter fester Brei, ähnlich der italienischen Polenta, der in Rumänien, Moldawien und anderen Teilen des Balkans zur regionalen Kochtradition gehört. Besonders in Rumänien ist es ein Nationalgericht.

Ein sehr ähnliches Gericht ist in Österreich regional als Türkensterz bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Zubereiten von Maisbrei ist eine alte und weit verbreitete Tradition. Bevor Maisbrei eine geschätzte vielseitige Beilage oder Hauptspeise wurde, war es eine Hauptnahrungsquelle unter der ärmeren Bevölkerung. Oft wurde mangelndes Brot durch eine fest gekochte Mămăliga ersetzt.

Die Zubereitung von Mămăligă ist einfach: Maisgries (rum.: mălai) wird in einem großen Topf mit gesalzenem Wasser gekocht. Um das Anbrennen oder Verklumpen des Breis zu verhindern, muss dabei sehr viel gerührt werden. In Rumänien verwendet man zum Kochen von Mămăliga meist ein gusseisernes Gefäß, den sogenannten ceaun. Auch zum Umrühren gibt es ein besonderes Werkzeug: nach Weihnachten, bevor der alte Christbaum entsorgt wird, wird ihm die Spitze mit den letzten fünf Ästen abgeschnitten. Dieses wird entrindet, getrocknet und als Rührwerkzeug verwendet. Die fertig gekochte Mămăligă wird traditionell mit einem Faden geschnitten.

Mămăligă wird gerne als Beilage zu Fleisch- oder Gemüsegerichten gegessen, etwa zu Gulasch (rum.: tocană) oder Eintopf (rum.: ghiveci).

Die Deutschen in Rumänien spotteten häufig über die Esskultur der Bewohner des Landes mit dem Spruch "mămăliga din mălai (mămăliga aus Mais) frisst die ganze Walachei". Dennoch gehört Mămăligă auch zur traditionellen Küche der verschiedenen rumäniendeutschen Bevölkerungsgruppen. Die Siebenbürger Sachsen bezeichnen diese als Palukes, die Landler als Paluks, beide Formen leiten sich von der ungarischen Bezeichnung ab. Im rumäniendeutschen Standarddeutsch wird auch die Bezeichnung Kukuruzbrei verwendet.[1]

Zubereitungsarten

mămăligă cu brânză și smântână
cocoloși

Mămăligă cu brânză și smântână

Beliebt ist eine feste mit Schafskäse überbackene "mămăligă cu brânză". Diese Variante heißt auf Siebenbürgisch-Sächsisch Käspalukes. Meist wird dazu auch noch Rahm serviert (rum.: smântână, vergl. dt.: Schmand).

Diese Variante wird auch als Beilage zu deftigen Speisen der rumänischen Hausmannskost serviert.

Mămăligă cu lapte

Zum Frühstück und teilweise auch als Abendessen wird Mămăligă einfach nur mit Milch (rum.: lapte) übergossen gegessen. Dies ist eine typische Speise für Kinder, die jedoch auch so manche Erwachsene immer wieder gerne essen. Auch unter den Siebenbürger Sachsen war der Palukes mit Milch ein oft verzehrtes Gericht. In Restaurants wird diese Variante praktisch nie angeboten.

Cocoloși

Eine Besonderheit der traditionellen Küche sind Cocoloși. Dabei wird gekochte Mămăligă in Kugeln geformt, die mit Käse gefüllt werden. Anschließend werden diese Kugeln auf dem offenen Feuer gegrillt. Dieses Gericht stammt aus der Kultur der Schafshirten (rum.: ciobani), die mit ihren Herden oft weit entfernt vom nächsten Dorf lagerten und sich ihre Mahlzeiten am Feld selbst zubereiten mussten. Ein Hirte kann diese gegrillten Cocoloși auch einfach in seine Taschen stecken und später essen, wenn er beim Schafehüten Hunger bekommt.

Diese Variante wird heute meist nur mehr bei besonderen Anlässen zubereitet, etwa Dorffesten und Folklorefestivals.

Geschichte

Das Wort Mămăligă bezeichnete im Rumänischen ursprünglich einen Brei aus Hirse. Erst als im 17. Jahrhundert der aus Amerika stammende Mais zunehmend in Rumänien angebaut wurde, änderte sich die Bedeutung auf Maisbrei.

Der Legende nach wurde Mămăligă deshalb zum Nationalgericht der Rumänen, da in der Zeit der osmanischen Herrschaft regelmäßig ein Teil der Weizenernte abgeliefert werden musste, während der Anbau von Mais nicht besteuert wurde.

Weblinks

 Commons: Mamaliga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Siebenbürger Zeitung: Willi Zeidners "Palukes-Geschichten" - vielseitiges Siebenbürgenbild, 19. Dezember 2005

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