Marina Münkler

Marina Münkler

Marina Münkler (* 1960) ist eine deutsche Literaturwissenschaftlerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach dem Abitur studierte Münkler vom 1978 bis 1984 Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Anschließend arbeitete sie freiberuflich als Übersetzerin (Englisch, Latein und Italienisch) und Literaturkritikerin (Rezensionen für den Hessischen Rundfunk, den Österreichischen Rundfunk, Die Zeit, die Süddeutsche Zeitung und den Tagesspiegel). Im Sommer 1994 begann Münkler mit ihrer Dissertation über „Erfahrung des Fremden. Die Beschreibung Ostasiens in den Augenzeugenberichten des 13. und 14. Jahrhunderts“ und wurde im Oktober 1997 an der Humboldt-Universität zu Berlin zum Dr. phil. promoviert. Danach war sie von Juni 1998 bis Mai 2000 als Post-Doktorandin am Graduiertenkolleg „Codierung von Gewalt im medialen Wandel“ tätig. Anschließend arbeitete Münkler als wissenschaftliche Mitarbeiterin bzw. wissenschaftliche Assistentin am Institut für deutsche Literatur der HU Berlin, wo sie sich im Juli 2007 mit einer Schrift zum Thema „Narrative Ambiguität. Transformationen des Erzählens und der Figurenidentität in den Faustbüchern des 16. und 17. Jahrhunderts“ habilitierte. Zwischen Oktober 2007 und Februar 2010 nahm sie verschiedene Gastprofessuren an der HU Berlin und der Universität Zürich wahr. Im Januar 2010 folgte Münkler einem Ruf der Technischen Universität Dresden. Seitdem besetzt sie am dortigen Institut für Germanistik den Lehrstuhl für Ältere und frühneuzeitliche Literatur und Kultur.

Marina Münkler ist mit dem Politikwissenschaftler Herfried Münkler verheiratet, mit dem sie eine Tochter (* 1985) und einen Sohn (* 1988) hat.

Forschungsschwerpunkte

Münkler beschäftigt sich überwiegend mit mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Literatur; insbesondere mittelalterliche Reiseberichte, Beschreibung der Hölle im hohen und späten Mittelalter, Formen der Konstitution des Selbst in der Literatur des späten Mittelalters, Melancholie-Diskurs in der Frühen Neuzeit, Faustbücher des 15. bis 17. Jahrhunderts, Dialogizität im Minnesang, Höfischer Roman, Freundschaftsdiskurse in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Literatur, Böhmischer Frühhumanismus. Darüber hinaus erforscht sie Alterität und Interkulturalität, legendarisches Erzählen und beschäftigt sich mit der Gattungstheorie.

Veröffentlichungen

Monographien
  • Marco Polo. Leben und Legende. C. H. Beck, München 1998, ISBN 3-406-43297-2.
  • Erfahrung des Fremden. Die Beschreibung Ostasiens in den Augenzeugenberichten des 13. und 14. Jahrhunderts. Akademie-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-050-03529-3. [zugl.: Diss. phil., HU Berlin 1997]
  • zusammen mit Herfried Münkler: Lexikon der Renaissance. C. H. Beck, München 2000, ISBN 3-406-52859-7
Herausgeberschaften
  • zusammen mit Steffen Martus und Werner Röcke: Schlachtfelder. Zur Codierung von Gewalt im medialen Wandel. Akademie-Verlag, Berlin 2003 ISBN 3-050-03587-0.
  • zusammen mit Werner Röcke: Die Literatur im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. dtv, München 2004 ISBN 3-446-12775-5 (Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Band 1).

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем сделать НИР

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Münkler — ist der Name folgender Personen: Herfried Münkler (* 1951), deutscher Politologe Marina Münkler (* 1960), deutsche Literaturwissenschaftlerin Diese Seite ist eine Begriffsklärung z …   Deutsch Wikipedia

  • Herfried Münkler — Münkler auf der Leipziger Buchmesse 2009 Herfried Münkler (* 15. August 1951 in Friedberg (Hessen)) ist ein deutscher Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Politische Theorie und Ideengeschichte. Er hat eine ordentliche Professur an der… …   Deutsch Wikipedia

  • Herfried Münkler — (born in Friedberg, Hesse, 15 August 1951) is Professor of Political Theory at Humboldt University in Berlin. Münkler is a regular commentator on global affairs in the German media and author of numerous books on the history of political ideas,… …   Wikipedia

  • Marco Polo — (* ca. 1254[1] vermutlich in Venedig[2]; † 8. Januar 1324 ebenda) war ein venezianischer Händler (→ Wirtschaftsgeschichte der Republik Venedig), dessen Familie wohl ursprünglich aus Dalmatien stammte und der durch die Berichte über seine China… …   Deutsch Wikipedia

  • Johannes de Plano Carpini — Die Reiseroute Johannes de Plano Carpinis Johannes de Plano Carpini (auch Giovanni Piano Carpini oder Giovanni da Pian del Carpini; * um 1185 in Fian dei Carpini, heute Magione, bei Perugia in Umbrien; † 1. August 1252 in Bar, Montenegro) war ein …   Deutsch Wikipedia

  • Marko Polo — Marco Polo (* ca. 1254 [1] vermutlich in Venedig [2][3][4]; † 8. Januar 1324 ebenda) war ein venezianischer Händler (vgl. Wirtschaftsgeschichte Venedigs), dessen Familie wohl ursprünglich aus Dalmatien stammte und der durch die Berichte über… …   Deutsch Wikipedia

  • Wilhelm von Rubruk — Gesamtverlauf der Reiseroute Wilhelm von Rubruks Wilhelm von Rubruk (andere Schreibweisen: siehe unten) (* zwischen 1215 und 1220 in Cassel, heute Frankreich; † um 1270) war ein Franziskaner und Forschungsreisender, der als einer der ersten… …   Deutsch Wikipedia

  • Cesare Borgia — Alleged portrait of Cesare Borgia by Altobello Melone. Bergamo, Accademia Carrara Duke of Valentinois …   Wikipedia

  • Lucas Cranach d. J. — Lucas Cranach der Jüngere (* 4. Oktober 1515 in Wittenberg; † 25. Januar 1586 ebenda) war als Sohn von Lucas Cranach dem Älteren ein bedeutender Maler und Portraitist der Renaissance. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 1.1 Elternhaus, Lehrzeit und… …   Deutsch Wikipedia

  • Lucas Cranach der Jüngere — Lucas Cranach d. J.: Epitaph Joachims von Anhalt in Dessau Mildensee, gemalt 1565, der rechts stehende Mundschenk wird als Selbstbildnis Lucas Cranachs d. J. gedeutet Lucas Cranach der Jüngere (* 4. Oktober 1515 in Wittenberg; † 25. Januar 1586… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”