MÁV-Baureihe V40


MÁV-Baureihe V40
MÁV-Baureihe V40
Kando mozdony.jpg
Nummerierung: V40.001–029
Anzahl: 29
Hersteller: Ganz & Cie, Budapest
Baujahr(e): 1932–1937
Ausmusterung: ca. 1960
Achsformel: 1'D1'
Bauart: Kandó
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 13.830 mm
Dienstmasse: 94 t
Reibungsmasse: 66,2 t
Radsatzfahrmasse: 17 t
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Dauerleistung: 3.500 PS bei 75 km/h
Dauerzugkraft: 96 kN
Treibraddurchmesser: 1.660 mm
Stromsystem: 15 kV 50 Hz
Stromübertragung: mit Phasenumformer
Anzahl der Fahrmotoren: 1
Antrieb: Schrägstangenantrieb Bauart Kandó
Bremse: Handbremse
Druckluftbremse
Besonderheiten: erste serienmäßige Lokomotive mit Phasenumformer

Die MÁV-Baureihe V40 war eine stangenbetriebene elektrische Lokomotive der ungarischen Staatsbahn MAV und die erste nach dem System Kandó arbeitende serienmäßig gebaute Elektrolok.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Strom für die Elektrifizierung des Bahnverkehrs konnte in Ungarn am wirtschaftlichsten mit dem landesweiten 50 Hz-System hergestellt werden. Daher entwickelte Kálmán Kandó das nach ihm benannte Antriebssystem, dass auf einer Einphasenwechselstrom-Fahrleitung und einem Drehstrom-Fahrmotor als Antrieb beruht. Die Umwandlung des Stromes für den Fahrmotor besorgte eine rotierende Maschine, der sogenannte Phasenumformer. Nachdem von 1923 an eine Versuchslokomotive von Budapest aus die theoretischen Überlegungen bestätigte, wurde von 1932 bis 1935 die Strecke BudapestHegyeshalom mit dem Stromsystem 15 kV 50 Hz elektrifiziert. Die ersten serienmäßig betriebenen Lokomotiven waren die MÁV-Baureihe V40.

Die Lokomotiven gelten als Universallokomotiven mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Insgesamt 29 Lokomotiven dieser Reihe wurden auf der genannten Strecke eingesetzt. Sie spielten in der Zwischenkriegszeit eine hervorragende Rolle in der Elektrifizierung in Europa. In den 1960er Jahren wurde das Bahnstromsystem in Ungarn einheitlich auf 25 kV 50 Hz umgestellt. Das war der Grund, die Kandó-Lokomotiven auszumustern und durch neuere Baureihen zu ersetzen. Von der MÁV-Baureihe V40 soll lt. der Literatur die V40.001 als Denkmallok erhalten geblieben sein (die Lokomotive trug schon 1933 eine Erinnerungstafel an Ihren Erfinder Kálmán Kandó, und die V40.016 ist im Eisenbahnmuseum Budapest erhalten, nachdem sie jahrelang am Budapester Ostbahnhof stand.

Technische Merkmale

Der von der Fahrleitung übernommene Einphasenwechselstrom wurde in dem Phasenumformer in Drehstrom umgewandelt und mit dem optimalen Leistungsfaktor dem Fahrmotor zum Antrieb übergeben. Das war auch der Grund, weshalb die MÁV-Baureihe V40 zu ihrer Zeit noch als Lokomotive mit Stangenantrieb betrieben wurde; die Phasenumformung auf mehrere einzeln angetriebene Fahrmotoren wurde noch nicht beherrscht.

Primäres Bauteil der Lokomotive war außerdem der Flüssigkeitsanlasser, der als sogenannter Beschleuniger zwischen den Dauerfahrstufen diente. Dieses Aggregat arbeitete als Flüssigkeitswiderstand, der eine gleichmäßige Beschleunigung beim Anfahren und beim Wechseln auf eine höhere Geschwindigkeitsstufe ermöglichte. Als Widerstandsmittel diente eine 0,5 prozentige Sodalösung, die beim Anfahren der Lokomotive und beim Beschleunigen ein immer höheres Niveau erreichte und dadurch zwischen den Elektrodenplatten eine Verbindung von gleichmäßig abnehmendem Widerstand gewährleistete. Die Beschleunigung konnte der Lokführer auf einem separatem Hebel neben der Geschwindigkeitsstufe einstellen.

Mechanisch war die Lokomotive als Einrahmenlokomotive aufgebaut. Die zweite und dritte Antriebsachse hatte Seitenspiel. Die Laufachsen waren mit der benachbarten Antriebsachse in einem Krauss-Helmholtz-Lenkgestell vereinigt.

Siehe auch

Literatur

  • Mihály Kubinszky (Hrsg.): Ungarische Lokomotiven und Triebwagen. Akadémiai Kiadó, Budapest 1975, ISBN 963-05-0125-2.
  • Generaldirektion der MAV, Autonomieabteilung für Presse, Reklame und Propaganda (Hrsg.): Eisenbahnnostalgie in Ungarn. Hungaria Sport Egri Nyomda, Eger 902436.

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