Cherokee


Cherokee
Ehemaliges Stammesgebiet der Cherokee und erste Reservation (1838), Trails of Tears und Gefechte mit indianischer Beteiligung im Südosten der USA zwischen 1811 und 1847

Die Cherokee (Eigenbezeichnung Tsalagi (Cherokee-Schrift: ᏣᎳᎩ, ursprünglich auch Aniyunwiya (ᎠᏂᏴᏫᏯ, Transliteration: Aniyvwiya) und Anikituhwagi (ᎠᏂᎩᏚᏩᎩ Anigiduwagi), seltener Tscherokesen genannt) sind heute das größte noch existierende Indianervolk Nordamerikas.[1] Ihr Siedlungsgebiet umfasste ursprünglich das Gebiet vom Ohio River bis hinein in die heutigen US-Bundesstaaten Georgia und Alabama. Mit den Chickasaw, Choctaw, Muskogee und Seminolen wurden sie 1820 zu den fünf zivilisierten Nationen gezählt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1300–1799

Wegen der Sprachverwandtschaft wird vermutet, dass die Cherokee ursprünglich von den Irokesen abstammen. Sie bildeten wohl bereits um 1300 ein eigenes Volk. Zur Zeit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus 1492 waren die Cherokee das mächtigste Volk im östlichen Teil Nordamerikas. Sie bewohnten im südlichen Teil der Appalachen ein Gebiet von ungefähr 60.000 Quadratkilometern.[2]

Den ersten Kontakt mit Europäern hatten sie um 1540, als der spanische Eroberer Hernando de Soto von Florida aus nach Norden in ihr Gebiet kam.[3] Da die Spanier nur an Gold und Silber interessiert waren, beantworteten sie die Gastfreundschaft der Cherokee mit Mord und Gewalt.[4] 1654 kam es zu den ersten Kontakten mit den Engländern. Nach einigen kämpferischen Auseinandersetzungen kamen die Cherokee 1684 zu einem der ersten Handelsabkommen mit den weißen Siedlern. Sie handelten mit Fellen und Sklaven (Gefangene von anderen indianischen Stämmen) und bekamen im Gegenzug Waffen, Werkzeuge und Tiere für die Farmwirtschaft.

Obwohl 1721 ein weiterer Handelsvertrag mit der Kolonie South Carolina geschlossen wurde, der die Handelsbeziehungen festigte und die Grenze zwischen der Kolonie und den Cherokee klar definierte, begannen die Cherokee auch Handelsbeziehungen mit den in Alabama ansässigen Franzosen aufzubauen, zumal sie von diesen auch mehr respektiert wurden. Um eine Allianz mit den Franzosen zu verhindern, kam Sir Alexander Cuming als Unterhändler von der britischen Krone mit dem Auftrag, die Cherokee stärker an England zu binden. 1730 reisten sieben Vertreter des Stammes in Begleitung von Cuming nach England, um mit König Georg II. ein Freundschafts- und Handelsabkommen zu schließen. Ein weiterer Vertrag, der 1743 in Charleston geschlossen wurde, sicherte England den alleinigen Handel mit den Cherokee und stellte gleichzeitig sicher, dass jeder Weiße nichtbritischer Herkunft von dem Territorium der Cherokee vertrieben wurde. Im Gegenzug lieferte England dafür Waffen und Munition.

Im French and Indian War von 1754 bis 1763 kämpften die Cherokee dann auch getreu an britischer Seite, welche den Krieg schließlich für sich entschied und die Franzosen vertrieb. Nach dem Pontiac-Aufstand von 1763 brachte die königliche Proklamation, der zufolge britische Siedler östlich der Appalachen bleiben sollten und das Gebiet westlich davon den Indianern vorbehalten blieb, Unmut unter den Siedlern. Die Siedler ignorierten die Proklamation und drangen weiter nach Westen in das Gebiet der Cherokee vor.

Politische Karte von 1775

Im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg von 1775 bis 1783 standen die Cherokee erneut treu an der Seite der Briten. Nachdem der Unabhängigkeitskrieg für die Briten verloren war, versuchten die Cherokee 1793 Unterstützung von Spanien zu bekommen. Präsident George Washington (1732–1799) informierte die Cherokee darüber, dass sie Ausbildung und Unterstützung bekommen und als Vorbild für die Integration anderer indianischer Völker dienen sollten. Die Cherokee nahmen das Angebot an und übernahmen damit die politischen und ökonomischen Strukturen der Weißen. Diese Anpassung bewahrte sie jedoch nicht vor ihrem Schicksal, von den Weißen letztendlich vertrieben zu werden.

1800–1999

In der Georgia-Vereinbarung von 1802 machte der Präsident Thomas Jefferson (1743–1826) Georgia die Zusage, als Ausgleich für Landabtretungen gegen Alabama und Mississippi, die Cherokee umzusiedeln.[5]

1820 wurde in den Stammesgebieten in Georgia und Alabama die Cherokee Nation gegründet und ein Regierungssystem nach dem Vorbild der USA eingesetzt.[6] Die Westlichen Cherokee, auch als Keetoowah Cherokee bekannt, stimmten in einem 1828 geschlossenen Vertrag der Umsiedlung zu und bekamen zugesagtes Land im Nordosten Oklahomas. Die Cherokee Nation und die Östlichen Cherokee lehnten eine Zwangsumsiedlung weiterhin ab und widersetzten sich.

Am 28. Mai 1830 unterzeichnete Präsident Andrew Jackson (1767–1845) den Indian Removal Act und beschloss damit die zwangsweise Vertreibung der Cherokee aus ihren Stammesgebieten und der Umsiedlung nach Oklahoma. Zu dieser Zeit wurde im Gebiet der Cherokee in Georgia Gold gefunden.[7] Einer Klage der Cherokee vor dem U.S. Supreme Court wurde 1832 stattgegeben und das Gesetz für nichtig erklärt. Präsident Jackson setzte sich allerdings über das Urteil hinweg und ordnete die Vertreibung von 18.000 Cherokee an. Es gelang Jackson 1835, einige wenige Stammesmitglieder zur Zustimmung ihrer Vertreibung zu bewegen, die er ihnen mit einer Zahlung in Höhe von 5,7 Mio. US-$ und Landversprechnungen im Indian Territory schmackhaft gemacht hatte. Jackson unterschrieb den Vertrag, obwohl der sich gegen den Willen der Mehrheit von 90 % der Cherokesen richtete. Zirka 1.000 Stammesmitglieder konnten entkommen, der Rest wurde von der US-Armee eskortiert. Auf dem Trail of Tears (Pfad der Tränen) von 1838 bis 1839 starben mehr als 4.000 Cherokee.

Jene Cherokee, die der Zwangsumsiedlung entkamen, bezeichnen sich heute als Eastern Band of Cherokee Indians; die beiden Gruppen, die in Oklahoma sesshaft wurden, nennen sich Cherokee Nation und United Keetoowah Band of Cherokee Indians.

1859 bildete sich die Keetoowah Society, um ihr Traditionsgut zu pflegen und gegen die Sklaverei zu kämpfen. Im amerikanischen Bürgerkrieg von 1861–1865 kämpften die Keetoowah Cherokee dann auf der Seite der Nordstaaten. Die beiden anderen Stämme der Cherokee schlugen sich auf die Seite der Konföderation. Für sie waren Sklavenhandel und Sklavenhaltung ein Teil ihrer Stammeskultur.

1887 wurde der General Allotment Act verabschiedet, welcher festlegte, dass Land, welches zuvor den indianischen Stämmen gehörte, nun privaten Personen zugeordnet werden musste. Von 1889 an wurde nicht zugeordnetes Land indianischer Gebiete an weiße Siedler vergeben.

1898 wurde durch den Curtis Act den indianischen Stämmen verboten, Stammesgerichte abzuhalten. Dem folgten 1907 die Abschaffung und das Verbot einer eigenen Stammesregierung. 1934 dann wurde durch den Indian Reorganization Act Land an die Stämme zurückgegeben und wieder eine eigene Selbstverwaltung erlaubt. 1961 erhielten die Cherokee 15 Millionen US-Dollar Entschädigung von der U.S. Claims Commission für geraubtes Land. Ein 96 Meilen langes Segment des Arkansas River wurde den Cherokee vom U.S. Supreme Court 1970 zugesprochen.

1984 hielten die Eastern Band of Cherokee Indians und die Cherokee Nation ihre erste gemeinsame Stammesratssitzung nach 146 Jahren ab. Dem folgte 1988 zusammen mit der Cherokee Nation und den United Keetoowah Band of Cherokee Indians eine erste gemeinsame Gedenkveranstaltung zum Trail of Tears von (1838–1839). Nach Unterzeichnung der Selbstverwaltungsvereinbarung 1990 fand dann 1991 die erste Stammeswahl für die Selbstverwaltung statt.

Dezimierung der Bevölkerung

Von den spanischen Eroberern angefangen bis hin zum amerikanischen Bürgerkrieg wurde die Stammesbevölkerung durch kriegerische Auseinandersetzungen und durch Mord und Vertreibung durch die Europäer erheblich dezimiert. Dazu kam, dass die Europäer zahlreiche Krankheiten einschleppten, denen gegenüber die indianische Bevölkerung nicht resistent genug war. In zwei großen Pockenepidemien 1738 und 1753 wurde mehr als die Hälfte der Stammesbevölkerung der Cherokee getötet.[8] Wie groß der Stamm der Cherokee bei der Ankunft der Spanier war, ist nicht bekannt. Wenn man aber britischen Schätzungen von 1674 Glauben schenken kann, soll der Stamm der Cherokee zu der Zeit zirka 50.000 Angehörige umfasst haben.[9] Von zirka 20.000–25.000 wurde nach den Pockenepidemien ausgegangen, rund ein Viertel ließen ihr Leben im Bürgerkrieg und noch einmal rund ein Viertel starben auf dem Trail of Tears nach Oklahoma.

Beispiele für die Cherokee-Schrift

Sprache und Schrift

Die Sprache der Cherokee ist eine grammatisch polysynthetische Sprache und gehört zur irokesischen Sprachfamilie.

Von 1809 bis 1819 entwickelte Sequoyah (1770–1843), Sohn einer Cherokee und eines europäischen Händlers, eine eigene Silbenschrift für sein Volk, das Cherokee-Alphabet. Verbreitung fand diese Schrift auch über die erste Zeitung der Cherokee, den ab 1828 veröffentlichten Cherokee Phoenix. Die Schrift wird noch heute verwendet und gelehrt, wenn auch nur noch rund 10 % der Cherokee ihre Muttersprache heute sprechen können.[10]

Die Schrift wurde 1999 in Unicode 3.0.0 aufgenommen[11] und ist seitdem auch in der Datenverarbeitung international normiert nutzbar.

Cherokee heute

In den Vereinigten Staaten leben heute fast 700.000 Cherokee oder Cherokee-Stämmige. Sie stellen damit mit Abstand die größte indianische Volksgruppe in den Vereinigten Staaten dar.[12] Von den 258.246 Cherokee reiner Abstammung lebten im Jahr 2000 zirka 97.300 in Oklahoma, 13.000 in North Carolina, 9.000 in Alabama, 5.600 in Georgia, 5.500 in Tennessee und 3.000 in South Carolina.[13] Der Rest lebt verstreut in den anderen Staaten.

Den Cherokee geht es heute ökonomisch gesehen vergleichsweise gut. Um die Cherokee-Nation-Organisation herum, als Beispiel, sind in den letzten 30 bis 40 Jahren einige Industriezweige entstanden, die Stammesangehörigen moderne Arbeitsplätze zur Verfügung stellen und ihr Einkommen sichern (Cherokee CRC, LLC (CCRC) Professional and Environmental Service, Cherokee Nation Enterprises, Cherokee Nation Industries, Cherokee Nation Business, um nur einige zu nennen).[14] Cherokee Nation selbst, als selbstverwaltet und regierungsähnlich organisiert, brachte es 2006 auf einen Etat von rund 380 Millionen US-Dollar.[15]

Die Cherokee hatten sich von Beginn an den weißen Eindringlingen stärker angepasst als alle anderen indianischen Stämme Nordamerikas. Diese Anpassung und die Übernahme europäischer Strukturen hat ihnen zumindest einen relativen wirtschaftlichen Erfolg beschert. Für ihre Kultur und für ihre Identität war das Eindringen der weißen Neusiedler eine Katastrophe, für die Wiederherstellung ihrer Kultur und ihrer Identität kämpfen sie heute immer noch.

Bekannte Cherokee

Einer der bekanntesten Cherokee ist der Schauspieler Wes Studi. Er spielte u. a. in Filmen wie The Doors, Der mit dem Wolf tanzt und Der letzte Mohikaner mit. Im Film Geronimo - Eine Legende verkörpert er in der Hauptrolle den berühmten Apachenhäuptling.

Zu bekannten Persönlichkeiten, deren Vorfahren von den Cherokee abstammen, zählen u. a. Hollywoodstars wie Johnny Depp, Kevin Costner, Val Kilmer, Chuck Norris und Burt Reynolds sowie die Rock'n Roll Legende Elvis Presley.

Von der Bundesregierung anerkannte Cherokee-Nationen

Mehr als 200 Gruppen behaupten von sich, zu den Cherokee zu zählen, doch nur drei wurden von der Bundesregierung anerkannt. Hinzu kommen Gruppen, die von einzelnen Staaten anerkannt wurden, doch sind deren Kriterien wesentlich weniger streng und zuweilen widersprüchlich. Die drei anerkannten Gruppen wehren sich gegen oftmals nicht nachweisbare Behauptungen, auch von Individuen, von den Cherokee abzustammen.[16]

Cherokee Nation

Flagge der Cherokee-Nation

Die Cherokee Nation wurde 1820 im Stammesgebiet Georgia und Alabama gegründet. Nach der Zwangsumsiedlung nach Oklahoma und der Staatsgründung von Oklahoma 1907 wurde die Cherokee Stammesregierung aufgelöst, und die Cherokee verloren das Recht, ihren Führer zu wählen. Durch die Unterzeichnung des Congressional Act durch Präsident Richard Nixon bekamen die Cherokee das Recht zur Selbstverwaltung zurück. Die Cherokee Nation formierte sich danach neu und wurde zu einer der erfolgreichsten Organisationen der amerikanisch-indianischen Bevölkerung.

Von 1985 bis 1995 war die 1945 geborene Wilma Pearl Mankiller der erste weibliche Chief (engl. „Häuptling“ bzw. „Oberhaupt“) der Cherokee-Nation. Sie erhielt von Präsident Bill Clinton die Presidential Medal of Freedom und damit die höchste zivile Ehrung der USA. Sie starb am 6. April 2010.[17] Principal chief ist Chad Smith (April 2010).

Das Motto der Cherokee Nation sind „The five Cs“ (die fünf C) für: „Country“ (Land) – die Souveränität der eigenen Nation ausüben, „Competence“ (Kompetenz, Fähigkeit) – Organisation und Effizienz maximieren, „Capacity“ (Kapazität) – den eigenen Landleuten helfen, „Community“ (Gemeinschaft) – Stammesmitglieder unterstützen und bestärken, „Culture“ (Kultur) – die eigene Sprache sprechen und singen.[18]

Die Cherokee Nation gibt an, heute zirka 230.000 Mitglieder zu haben.

United Keetoowah Band of Cherokee Indians

Flagge der United Keetoowah Band of Cherokee Indians

Keetoowah ist der Name einer früheren Cherokeestadt in dem Heimatland der Cherokee. Sie selbst nannten sich „Keetoowah“ oder „Kituwah“. 1828 wurden sie nach vertraglichen Zusagen der Regierung nach Oklahoma umgesiedelt.

Nach der Vertreibung und dem drohenden Verlust an Sprache und Identität, bildete sich die Keetoowah Nighthawk Society als ein Geheimbund, mit dem Ziel Sprache, Kultur und Gebräuche zu bewahren und sich vor Zensur und Repressalien durch die Vereinigten Staaten zu schützen. Diese Gruppe war später an der Bildung der United Keetoowah Band of Cherokee Indians (UKB) 1946 beteiligt.

Heute leben etwa 12.000 Mitglieder der United Keetoowah Band of Cherokee Indians im Nordosten Oklahomas. Die Organisation ist politische Vertretung des Stammes und Helfer in allen Lebenslagen für seine Mitglieder.[19]

Eastern Band of Cherokee Indians

Flagge der Eastern Band Cherokee

Die Organisation der Eastern Band of Cherokee Indians mit ihren 13.400 Mitgliedern hat ihren Sitz in Cherokee (North Carolina). 1827 wurde von den Cherokee North Carolinas bereits eine Selbstverwaltung organisiert. Nachdem 1865 der Staat North Carolina den Cherokee ihr Stammesgebiet zugesichert hatte, wurde drei Jahre später 1868 eine Stammesregierung gebildet. Am 1. Dezember 1870 wurde die Stammesregierung eingeführt.

Status der Nachkommen von ehemaligen Sklaven

Eine anhaltende Kontroverse innerhalb der Cherokee wird über den rechtlichen Status der Nachkommen von Sklaven geführt, welche die Cherokee ab ihrem Gesellschaftsumbau nach Vorbild der USA (siehe Fünf Zivilisierte Stämme) im frühen 19. Jahrhundert hielten.[20] 1860 befanden sich 2511 Sklaven im Besitz der Cherokee, die Sklaverei stellte einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar.[21] Nach Ende des amerikanischen Sezessionskriegs verpflichtete sich der Stamm, seine 1863 freigelassenen Sklaven (freedmen) als vollwertige Stammesmitglieder aufzunehmen.[22] Bis Ende der 1980er Jahre hatten diese faktisch jedoch weder das passive noch das aktive Wahlrecht in Stammeswahlen. Im Jahr 2006 entschied das Oberste Gericht der Cherokee (Judicial Appeals Tribunal of the Cherokee Nation), dass eine solche Einschränkung durch die Stammesverfassung nicht gedeckt sei. Gleichzeitig wurde jedoch das prinzipielle Recht anerkannt, einen solchen Widerruf der Bürgerrechte der Nachfahren schwarzer Sklaven durchzuführen, wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen geändert werden.[23]

Am 3. März 2007 sprachen sich die Cherokee in einer Abstimmung mit einer Mehrheit von 76,6 % für eine solche Änderung aus.[24] Die Verfassungsänderung wurde im August 2011 vom Cherokee Nation Supreme Court, dem obersten Gericht der unabhängigen Cherokee Nation in den USA, bestätigt.[25] Auf die Kritik afroamerikanischer Kongressabgeordneter[26] erwiderten die Befürworter des Entscheids, dass es sich nicht um Rassismus handle, da Angehörige jeglicher ethnischer Gruppierungen Angehörige der Cherokee sein können, solange dieser zumindest einen Cherokee als Vorfahren vorweisen kann.[27] 1860 hatten 18% der Cherokee Afrikaner unter ihren Vorfahren, nach dem Sezessionskrieg soll der Anteil erheblich gestiegen sein.[21] Für die Betroffenen, die keinen Cherokee als Vorfahren vorweisen können, hat dies unmittelbare Auswirkungen, wie den Ausschluss aus der kostenlosen Gesundheitsversorgung und weiteren Bildungs- und Sozialleistungen der Cherokee Nation.[25] Da die Cherokee völkerrechtlich als eigene Nation gelten, ist unklar, ob den Nachfahren ihrer Sklaven Rechtswege gegen den Ausschluss offen stehen.[28]

Lied über die Cherokee

John D. Loudermilk hat im Jahre 1959 ein sozialkritisches Klagelied über das Schicksal der Cherokee unter dem Titel Indian Reservation (The Lament of the Cherokee Reservation Indian) verfasst, das in den Versionen von Don Fardon und Paul Revere & the Raiders jeweils Millionensellerstatus erlangte.

Film

  • Chris Eyre: Wir bleiben bestehen! (3): Spuren der Tränen. Fünfteilige Dokumentarfilmreihe mit Spielszenen, USA, 2008, 74 Min. (Inhalt: Lange wehrte sich das Cherokee-Volk durch Assimilation gegen seine Vertreibung aus dem bereits beschnittenen selbstverwalteten Stammesgebiet. Nationalratspolitik. Trail of Tears, dem "Pfad der Tränen".)

Siehe auch

Literatur

alle Quellenangaben in englischer Sprache

  • R. B. Holmes & B. S. Smith: Beginning Cherokee. 2. Aufl. Norman 1977.
  • Circe Sturm: Blood Politics. Race, Culture and Identity in the Cherokee Nation of Oklahoma. Berkeley/Los Angeles/London 2002. ISBN 0-520-23097-3
  • W. Walker: Native Writing Systems. Handbook of North American Indians; vol. 17: I. Goddard (ed.), Languages. Washington 1996, 158-184.
  • Theda Perdue: The Cherokee. Reihe: Indians of North America, Chelsea House Publishers, New York/Philadelphia 1989, ISBN 1-55546-695-8
  • Historical Facts Cherokee Nation of Oklahoma
  • Cherokee by blood Webseite von David Vann, Nachfahre von Rich Joe Vann, Häuptling der alten Cherokee Nation
  • Cherokee History History for Kids, Dr. Karen Carr, Associate Professor of History, Portland State University

Ergänzende Literatur

  • R. Halliburton, jr.: Red over Black - Black Slavery among the Cherokee Indians, Greenwood Press, Westport, Connecticut, USA, 1977. ISBN 0-8371-9034-7

Referenzen

alle Referenzen in englischer Sprache

  1. US-Zensus aus dem Jahr 2000
  2. Die Cherokee Teil I - Anfänge - (Travelworldonline) Gefunden am 7. Februar 2008
  3. DeSoto's Carolina Trails, written by Donald E. Sheppard
  4. Cherokee History (History for Kids) Gefunden am 7. Februar 2008
  5. Georgia Compact of 1802 Gefunden am 7. Februar 2008
  6. Michael Chiorazzi, Marguerite Most: Prestatehood Legal Materials: A Fifty-State Research Guide, Including New York City and the District of Columbia. Band 1, Routledge, 2006, ISBN 0-7890-2056-4, S. 910–913
  7. Cherokee - North Georgia Gefunden am 7. Februar 2008
  8. Timeline of European Disease Epidemics Among American Indians Gefunden am 7. Februar 2008
  9. American Native Art Gefunden am 7. Februar 2008
  10. The Cherokee Companion Gefunden am 7. Februar 2008
  11. Unicode bei chr.wikipedia.org.
  12. US Census Bureau (Census 2000 = 697.400 Cherokee) Gefunden am 7. Februar 2008
  13. US-Census 2000 - American Indian and Alaska Native Tribes for the United States, Regions, Divisions, and States Gefunden am 7. Februar 2008
  14. Cherokee Businesses Gefunden am 7. Februar 2008
  15. Status Report 2006 Gefunden am 7. Februar 2008
  16. Support the Federal Recognition Process. To Protect All Tribal Citizens. What is a real Indian Nation? What is a fake tribe?
  17. Wilma Mankiller, first woman to lead Cherokee, dies at 64, CNN, 6. April 2010
  18. Cherokee Nation of Oklahoma - Report 2006 Gefunden am 7. Februar 2008
  19. Offizielle Website der Organisation Gefunden am 7. Februar 2008
  20. Howard Zinn: A People’s History of the United States, Harper Perennial, 2005, S. 137 ISBN 0-06-083865-5
  21. a b US-Geschichte: Auch die Indianer hielten sich schwarze Sklaven. Die Welt, 31. Januar 2011
  22. Charles J. Kappler: Treaty with the Cherokee, 1866. Article 9. In: Indian Affairs: Laws and Treaties. Vol. 2, Treaties. Government Printing Office, 1904, abgerufen am 19. Juni 2007.
  23. Judical Appeals Tribunal of the Cherokee Nation: Erkenntnis des Gerichts im Fall Lucy Allen v. Cherokee Nation Tribal Council. 7. März 2006, abgerufen am 19. Juni 2007.
  24. BBC News: Cherokees eject slave descendants. 4. März 2007, abgerufen am 19. Juni 2007.
  25. a b Manfred Podzkiewitz: Ein Schwarzer ist kein Indianer. In: Telepolis. 27. August 2011, abgerufen am 28. August 2011.
  26. Washington Post: Black Caucus Seeks Federal Action on Cherokee Vote. 14. März 2007, abgerufen am 19. Juni 2007.
  27. Cherokee Nation Election Commission: Cherokee Special Election 2007 - Questions and Answers. Abgerufen am 19. Juni 2007.
  28. Rassismus: Enkel der Sklaven bei Indianern unerwünscht. Die Welt, 1. September 2011

Weblinks

 Commons: Cherokee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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