Oksa Pollock


Oksa Pollock
Anne Plichota (links) und Cendrine Wolf (2010)

Oksa Pollock ist die Hauptperson einer Jugendbuchreihe der Fantasyliteratur, die von zwei französischen Autorinnen verfasst wird. Die Romane lösten in Frankreich eine „Pollockmania“ aus.[1] Die Autorinnen sind Anne Plichota und Cendrine Wolf.

Oksa Pollock ist eine 13-jährige Französin. Ihren Namen Oksa trägt sie nach dem Vornamen von Plichotas polnischer Tante Oksana.[2] Die Reihe ist auf sechs Bände angelegt, von denen 2010 zwei und 2011 einer in Frankreich erschienen sind. In Deutschland wurde der erste Band 2011 unter dem Titel Oksa Pollock. Die Unverhoffte veröffentlicht, außerdem ein Hörbuch. Der zweite Band folgte im Sommer 2011 unter dem Titel Oksa Pollock. Die Entschwundenen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die beiden Autorinnen veröffentlichten den ersten Roman der Reihe im Selbstverlag. Der französische Verlag Gallimard, der in Frankreich die Harry-Potter-Romane von Joanne K. Rowling herausgibt, hatte die Veröffentlichung 2007 abgelehnt. Die Autorinnen vertrieben das Buch zunächst über Buchhandlungen und richteten eine Website ein. 14.000 Exemplare verkauften sie, indem sie die Bücher selbst verschickten.[3][1] Schließlich nahm die Handelskette Fnac die Bücher in ihr Sortiment auf.

Große Aufmerksamkeit erhielten die Autorinnen 2007 während der Buchmesse in Colmar, bei der junge Leser Schlange standen. Folgende Buchmessen besuchten Plichota und Wolf nicht mehr, was bei einem 14-jährigen Anhänger namens Achille Befürchtungen auslöste, sie gäben das Schreiben auf.[3] In dem Brief «aux personnes importantes» (deutsch: „An wichtige Personen“) forderte er am 14. Oktober 2009 im Weblog der Wochenzeitung Le Nouvel Observateur, den „Pollockmaniacs“ zu helfen, viele Fans seien frustriert.[4] [1]

2010 und 2011 wurden die ersten drei Romane von dem Pariser Verlag XO Editions herausgebracht. Die Startauflage des ersten Romans hatte 50.000 Exemplare.[3] Die Lizenz wurde inzwischen in 22 Länder verkauft; die drei ersten Bände erreichten eine Auflage von 100.000 Exemplaren.[5] Mit ihren Romanen kamen die Autorinnen in die französischen Bestsellerlisten. Die Verfilmung ist geplant.[2]

Inhalt

Die Unverhoffte

Die 13 Jahre alte Oksa Pollock zieht mit ihrer Familie aus Paris nach London, wo ihr Vater ein Restaurant eröffnen will. Dort besucht sie das College St. Proximus, eine französischsprachige Schule. Auch ihr Freund Gus Bellanger und dessen Eltern sind nach London gezogen; Oksa und Gus gehen in dieselbe achte Klasse, die den Namen Wasserstoff trägt.

Oksa entdeckt, dass sie zaubern kann, als ihre Puppe in Flammen aufgeht. Ihre Zauberkräfte muss sie jedoch geheim halten. Ihre Familie war das Herrschergeschlecht der verschwundenen Welt Edefia, und es ist Oksas Aufgabe, die Familie dorthin zurückzubringen. Unterstützt wird sie von ihrer Großmutter Dragomira, die von Geschöpfen wie den Plemplems, den Getorixen oder der kälteempfindlichen Sensibylle umgeben ist.

Oksas Gegenspieler ist ihr Klassenlehrer McGraw. Oksa und Gus vermuten, dass er für den CIA arbeitet, nachdem sie eine sonderbare Namensliste aus seinem Besitz entdeckt haben. Oksa findet erst nach und nach heraus, dass sich hinter ihm Orthon verbirgt, dessen Vater Ocious ebenfalls aus Edefia stammte.

In den Ferien in Wales lehrt sie der Bruder ihrer Großmutter, der Dirigent Leomido, ihre außergewöhnlichen Fertigkeiten zu verbessern. Oksa neigt zum Übermut und bekommt deswegen den Ringelpupo, der sie vor Unvorsichtigkeiten gewahren soll, indem er an ihrem Handgelenk pulsiert. Oksa lernt zu fliegen und andere Fertigkeiten, die sie für ihre Aufgabe und zum eigenen Schutz braucht.

Zum Höhepunkt kommt es, als sich McGraw in Oksas Großmutter verwandelt, die er gefangen genommen hat. Oksa steht beiden gegenüber, findet jedoch heraus, wer ihre Großmutter Dragomira und wer McGraw ist. Dabei hilft ihr der Freund Gus. Abakum, Dragomiras Pate, vernichtet McGraw vermeintlich mit Hilfe seines Granuk-Spucks, wodurch McGraw, der Treubrüchige, förmlich explodiert. Doch in einem Fläschchen sammelt dessen Sohn Mortimer McGraw die Partikel eines schwarzen Lochs, in das sich sein Vater verwandelt hatte.

Kritiken

Auf der Website des NDR heißt es zum ersten in Deutschland erschienenen Roman Die Unverhoffte: „Die Fabelwesen begeistern die Zielgruppe – zehn- bis zwölfjährige Mädchen. Ein All-Age-Erfolg wie Harry Potter allerdings wird Oksa Pollock kaum werden. Dafür ist es literarisch nicht ausgereift genug und insgesamt ein bisschen zu verspielt.“[6] Auf der Seite von NDR Info äußerten sich auch junge Leserinnen wie die achtjährige Johanna: „Ich finde ‚Oksa Pollock‘ gut und auch sehr spannend. Nur manche Wörter sind kompliziert, die verstehe ich nicht so ganz. Aber da ich das Buch zusammen mit meiner Mama lese, klappt es sehr gut.“[7]

Die Badische Zeitung urteilte: „Die höchst erfolgreiche junge Heldin aus Frankreich muss sich ganz und gar nicht verstecken. Nur weil es den zaubernden Internatsschüler Harry Potter vor ihr gegeben hat, ist Oksa Pollock keine halbherzige oder gar kalkulierte Nachahmung.“[3]

Solveig Bach schrieb auf der Seite des Fernsehsenders n-tv: „Um Oksa herum entwickelt sich eine gute Geschichte mit vielen Figuren, bei denen man manchmal allerdings in Gefahr gerät, zwischen Plemplems und Granuck-Spuck ein wenig den Überblick zu verlieren. Das alles ist humorvoll geschrieben, wobei die Sprache manchmal etwas zu schlicht bleibt. [...] Aber der erste Band der Oksa-Reihe liest sich unterhaltsam, vor allem für Leser von 10 bis 12 – und hat seine Fans ja auch schon gefunden.“[8]

Ausgaben (Auswahl)

In französischer Sprache

In deutscher Übersetzung

Tonträger

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c La Pollockmania In: Le Nouvel Observateur vom 27. November 2009 (französisch)
  2. a b Silvia Buss: Auch Mädchen können zaubern In: Saarbrücker Zeitung online vom 28. Mai 2011
  3. a b c d Harry Potters französische Schwester In: Badische Zeitung vom 18. August 2010
  4. «Nous sommes en colère car le monde des livres est vraiment moche», Weblog des Novelle Observateur (französisch)
  5. Anne Plichota, Cendrine Wolf In: Der Spiegel vom 11. April 2011
  6. Oksa Pollock. Die Unverhoffte auf der Seite ndr.de vom 12. März 2012
  7. "Oksa Pollock. Die Unverhoffte.", NDR Info
  8. Solveig Bach: Oksa muss es schaffen, n-tv.de vom 8. Mai 2011

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