Oliver Obradovic


Oliver Obradovic

Oliver Obradovic (* 8. Mai 1986) ist ein österreichischer Amateurboxer.

Boxkarriere

Obradovic boxt in der seltenen Rechtsauslage beim Boxclub Unterberger in Wörgl und galt zwischen 2000 und 2008, als bester Amateurboxer Österreichs. Er wurde 2000 und 2001 Jugendstaatsmeister, 2002 sowie 2003 Juniorenstaatsmeister und 2004 Staatsmeister im Mittelgewicht, wo er darüber hinaus zum kämpferisch besten Boxer der Meisterschaft gewählt wurde. Ebenfalls 2004, gewann er auch noch das 13. Internationale Chemnitzer Boxturnier im Mittelgewicht der Junioren, wo er ebenfalls zum Boxer mit der besten kämpferischen Leistung des Turniers gewählt wurde.

Im Juli 2005 nahm er beim 14. Internationalen Chemnitzer Boxturnier teil und erreichte das Halbfinale, wo er dem Tschechen Petr Novotny knapp nach Punkten unterlag. Aufgrund einer Schulterverletzung mit anschließender Operation, konnte er im November 2005 nicht bei den Staatsmeisterschaften teilnehmen.

2006 wurde er erneut Staatsmeister im Mittelgewicht, wobei er wieder zum besten Boxer der Meisterschaft gewählt wurde, zudem war er als Heeressportler auch für die im Juni 2006 stattfindenden Militär-Weltmeisterschaften in Warendorf qualifiziert, wo er die Bronzemedaille im Mittelgewicht gewann. Nach seiner Rückkehr wurde er zum österreichischen Boxer des Jahres gewählt. 2007 wurde er erneut Staatsmeister im Mittelgewicht und gewann darüber hinaus das Julius Torma Boxturnier in Tschechien, worauf er erneut zum Boxer des Jahres ernannt wurde. Seine erste Niederlage auf österreichischem Boden erlitt er im März 2007 bei einem Ländervergleichskampf gegen die Niederlande, als er gegen Peter Mullenberg aus Amsterdam nach Punkten verlor. Diese Entscheidung war keineswegs unumstritten, viele Zuschauer hatten den Tiroler als Sieger gesehen, zudem kamen zwei der drei Punktrichter aus den Niederlanden. Im Oktober 2007 nahm er bei der 14. AIBA-Weltmeisterschaft im amerikanischen Chicago teil, dem mit 693 Athleten größten AIBA-Event aller Zeiten. Dort siegte er in seinem ersten Kampf mit 23:3 nach Punkten gegen den Slowenen Primož Fekonja. Dies war zugleich sein 90. Sieg im 100. Amateurkampf. Doch schon in seinem zweiten Duell unterlag er dem Ukrainer und späteren Bronzemedaillengewinner Sergey Derevyanchenko.

2008 wurde er wieder Staatsmeister im Mittelgewicht und gewann das 17. Internationale Chemnitzer Boxturnier, wo er auch wieder zum besten Kämpfer des Turniers gewählt wurde. Im September 2008 gewann er den Nationencup Wiener Neustadt, einen Monat später auch den Dolomitencup Lienz, wo er wieder zum besten Boxer gewählt wurde. Zusammen mit Marcos Nader schaffte er es zudem ins letzte Qualifikationsturnier für die Olympischen Sommerspiele in Peking, wo er jedoch dem Serben Zoran Mitrovic nach Punkten unterlag und somit ausschied.

Obradovic erhielt bereits mehrere Profiangebote, darunter auch vom weltbekannten Sauerland-Boxstall, blieb jedoch bisher im Amateurbereich. Für Sauerland stellte er sich jedoch bereits als Sparringpartner zur Verfügung, u.a. für Arthur Abraham und Karo Murat.

2009 war ein verletzungsbedingt weniger glückliches Jahr; Im Februar erlitt er einen Verrenkungsbruch des Daumens, kam aber noch auf einen 3. Platz beim ungarischen Bocskai Turnier. Im März verletzte er sich erneut am Daumen, nahm aber im Juni wieder beim 18. Internationalen Chemnitzer Boxturnier teil, wo er gegen den Deutschen Robert Woge seine erste KO-Niederlage einstecken musste und auf dem 3. Platz landete. Im September startete er als einziger Österreicher bei der AIBA-Weltmeisterschaft in Mailand, schied aber bereits in der Vorrunde aus, nachdem er dem Russen Artjom Tschebotarjow nach Punkten unterlag. Die Staatsmeisterschaften 2009 waren auch die ersten die er nicht gewinnen konnte.

Bei den Staatsmeisterschaften 2010, startete er im Halbschwergewicht und unterlag dabei im Halbfinale dem Vorarlberger Mikael Gagiev. Bei der Elite-Europameisterschaft in Moskau im Juni selben Jahres, schied er in der Vorrunde aus.

Im Dezember 2010 wurde er für seine bisherigen Leistungen als erster Boxer überhaupt, mit der Goldenen Ehrennadel des Österreichischen Boxverbandes ausgezeichnet.

Bei den Staatsmeisterschaften 2011 erreichte er den Österreichischen Vizemeistertitel im Halbschwergewicht. Er scheiterte im Finale erneut an Mikael Gagiev.

Erfolge (Auswahl)

  • 2000: Österreichischer Jugendmeister
  • 2001: Österreichischer Jugendmeister
  • 2002: Österreichischer Juniorenmeister
  • 2003: Österreichischer Juniorenmeister
  • 2004: Österreichischer Meister im Mittelgewicht
  • 2004: 1. Platz beim 13. Internationalen Chemnitzer Boxturnier
  • 2005: Halbfinale beim 14. Internationalen Chemnitzer Boxturnier
  • 2006: Österreichischer Meister im Mittelgewicht
  • 2006: 3. Platz bei der Militär-Weltmeisterschaft im Mittelgewicht
  • 2007: Österreichischer Meister im Mittelgewicht
  • 2007: 1. Platz beim Julius Torma Boxturnier
  • 2007: Teilnahme an der AIBA-Weltmeisterschaft
  • 2008: Österreichischer Meister im Mittelgewicht
  • 2008: 2. Platz beim Bocskai Turnier
  • 2008: 1. Platz beim 17. Internationalen Chemnitzer Boxturnier
  • 2008: 2. Platz Grand Prix Dubnica nad Vahom
  • 2008: 1. Platz beim Nationencup Wiener Neustadt
  • 2008: 1. Platz beim 17. Dolomitencup Lienz
  • 2009: 3. Platz beim Bocskai Turnier
  • 2009: 3. Platz beim 18. Internationalen Chemnitzer Boxturnier
  • 2009: 3. Platz beim 18. Dolomitencup Lienz
  • 2009: Teilnahme an der AIBA-Weltmeisterschaft
  • 2010: Teilnahme an der Elite-Europameisterschaft (European Elite Men Championships)
  • 2011: Österreichischer Vizemeister im Halbschwergewicht

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