Peters Schiffbau


Peters Schiffbau
Peters Schiffbau GmbH
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1871
Sitz Wewelsfleth, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Mark Dethlefs
Mitarbeiter 90
Umsatz 60 Mio. EUR
Branche Schiffsbau
Website www.peters-schiffbau.de

Die Peters Schiffbau GmbH, umgangssprachlich oft Peterswerft, ist eine Schiffswerft in Wewelsfleth.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

J. Peters

Die Anfänge des Schiffbaus an der Stör reichen weiter zurück, als bis zur ersten Peterswerft. Den Grundstein des Schiffbauunternehmens legte der 39-jährige Schiffbaumeister Jürgen Peters, als er die Werft am 1. Oktober 1871 von Hans Stelling erwarb. Das Bauprogramm der Werft J. Peters umfasste anfangs verschiedene hölzerne Schiffe, wie Schoner, Ewer und Fischkutter. Eine nennenswerte Neuerung war die 1894 in Betrieb genommene dampfbetriebene Gattersäge. 1906 brannte die Werft nur drei Tage nach dem Stapellauf des Lotsenschoners Groden nahezu komplett ab.

Zwischenschritte

Da der Firmengründer die Kraft zum Neuaufbau nicht mehr aufbrachte und auch seine beiden Söhne Hugo und Wilhelm verzichteten, wurde die Werft im Folgejahr an den Hamburger Schiffbauingenieur F. Werner veräußert. Dieser ging aber bereits 1909 wieder Konkurs. Im Jahr 1910 kaufte Hugo Peters den Betrieb, veräußerte ihn aber bereits nach zehn Tagen wieder an Claus Witt. Witt arbeitete bis 1919 auf der Werft und verkaufte diese dann, ebenso wie Gustav Junge die benachbarte Werft an das Hamburger Unternehmen Friedrich Sternemann & Co., welches beide Betriebe zur Störwerft zusammenfasste. Die Störwerft ging wiederum 1927 in Konkurs. Das Gelände fiel daraufhin an seine ehemaligen Besitzer zurück und lag auf Jahre brach.

Hugo Peters & Co.

1910 erwarb der 1874 geborene Hugo Peters die östlich der Wewelsflether Fähre liegende Abbruchwerft Jensen & Massuthe, die er zwei Jahre später zur Schiffswerft ausbaute. 1919 nahm er P. Behrendsohn als Kompagnon ins Geschäft und firmierte danach als Hugo Peters & Co.. Ein Jahr darauf brannte der große Schiffbauschuppen sowie ein Materiallager ab. Die Werft mit dem Namen "Unterelbe" konnte ein weiteres Jahr später zwar mit Gewinn verkauft werden, doch zehrte die folgende Inflation das gewonnene Kapital rasch wieder auf. Daraufhin gründete Peters 1922 eine weitere Werft im etwas weiter oberhalb an der Stör gelegenen Beidenfleth. 1923 wurde der erst 22-jährige Sohn Paul Peters deren Geschäftsführer.

Schiffswerften Hugo Peters

Erst 1938 eröffnete Hugo Peters die zwischenzeitlich brachliegende Störwerft wieder. Das Familienunternehmen firmierte jetzt als Schiffswerften Hugo Peters, Wewelsfleth/Beidenfleth. 1940 erwarb Peters auch die Werft "Unterelbe" zurück um dort Holzschiffbau zu betreiben.

Nachkriegszeit

Das Feederschiff Westwind mit Deckshaus im typischen "Peters-Look"

In der unmittelbaren Nachkriegszeit wurden bei Peters britische Panzer instandgesetzt, bald darauf begann man wieder mit dem Bau von Fischkuttern. Nachdem Hugo Peters die Werften 1950 an seine beiden Söhne Paul und Hugo Wilhelm übergeben hatte zog sich Paul 1954 ebenfalls aus dem Geschäft zurück um die erst 1953 stillgelegte Werft in Beidenfleth weiterzuführen. Paul Peters baute noch fünf weitere Schiffe, darunter vier Schwesterschiffe. Das letzte der Schiffe wurde aufgrund Geldmangels nicht von seinem holländischen Reeder abgenommen. Daraufhin wurde das Schiff mit Verlust an den Eigner Saurin veräußert und die Beidenflether Werft aufgelöst.

Die Wewelsflether Werft wurde 1953 unterdessen durch den Ingenieur Rudolf Schlöh als Mitgesellschafter und Betriebsleiter verstärkt. Dieser trug über die Jahre dazu bei, dass sich die Werft einen guten Namen, insbesondere mit dem Bau von Küstenmotorschiffen, machte. 1971, zum hundertjährigen Bestehen konnte die Werft auf 545 gebaute Schiffe zurückblicken. Schon die Schiffe der ersten Nachkriegsserien waren für ihre verhältnismäßig schnittige Linienführung bekannt. Die seit den 1960er Jahren gebauten Schiffe der Werft erhielten darüber hinaus einen immer wieder weiterentwickelten typischen "Peters-Look", der sich durch eine leicht nach vorn geneigte Linienführung der Aufbauten und zahlreiche andere Details auszeichnete und den Schiffen einen hohen Wiedererkennungswert verlieh. 1978 wurde Helmut Breuer Nachfolger Schlöhs. Er leitete den Betrieb mit rund 350 Beschäftigten[1] bis zum Jahr 2000.

Seit 2000

Die Al Mirqab an der Werft
Logo von Kusch Yachts

Am 13. Juni 2000 musste die Geschäftsführung der Peterswerft einen Insolvenzantrag stellen.[2] Es fand sich aber ein neuer Investor. Heute arbeitet die Werft unter dem Namen Peters Schiffbau. Beim Bau von Mega-Yachten kooperiert sie nun mit der neuen Mehrheitseignerin, der Yachtwerft Kusch Yachts.

Einzelnachweise

  1. 348 am 1. Januar 1982
  2. Artikel vom 28. Juli 2000 in der Welt

Literatur

  • Detlefsen, Gert Uwe: Vom Ewer zum Containerschiff. Die Entwicklung der deutschen Küstenmotorschiffe. Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford 1983, ISBN 3-7822-0321-6.
  • Boie, Cai: Schiffbau in Deutschland 1945-52. Die verbotene Industrie. 1. Auflage. Verlag Gert Uwe Detlefsen, Bad Segeberg und Cuxhaven 1993, ISBN 3-928473-11-5.

Weblinks


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