Qasr Dusch


Qasr Dusch

Qasr Dusch (arabisch ‏قصر دوش‎, DMG Qaṣr Dūš) ist eine antike Stätte in der Oase Charga in Ägypten, etwa 110 Kilometer südlich der Stadt Charga. Der griechische Name des Ortes, Kysis, leitet sich von seiner altägyptischen Bezeichnung Kš.t ab.

Inhaltsverzeichnis

Topographie

Erster Hof und zweites Tor im Norden der Festung von Qasr Dusch
Pronaos (Vorhof) des Tempels von Isis und Sarapis (Osiris)

Die Ruinen von Qasr Dusch liegen auf einem 55 Meter hohen Sandhügel. Sie bestehen aus einem steinernen Tempel für Osiris und Isis, der von hohen Umfassungsmauern umgeben ist, sowie einem weiteren Tempel aus Lehmziegeln, der ebenfalls von einer Umfassungsmauer umschlossen wird. Die Wohnbesiedelung befindet sich zwischen und nördlich der beiden Tempel. Am Fuße des Hügels liegen mehrere antike Friedhöfe.

Siedlungsgeschichte

Die früheste Besiedlung des Hügels von Dusch datiert in die Zeit Alexanders IV. Siedlungsaktivitäten sind schon im 5. Jahrhundert v. Chr. in Ain Manawir, vier Kilometer westlich von Qasr Dusch, nachgewiesen worden. Ain Manawir wurde jedoch in der Zeit aufgegeben, als Qasr Dusch gegründet wurde. Die wirtschaftliche Grundlage des Ortes war die Landwirtschaft, die durch Bewässerungsanlagen gewährleistet wurde.

Der steinerne Tempel wurde unter Domitian am Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. erbaut. Die Inschriften des Tempels nennen die Namen der Kaiser Domitian, Hadrian und Trajan. Obwohl die antike Siedlung spätestens seit der späten Ptolemäerzeit ein bedeutendes Zentrum gewesen ist, lässt sich die Bebauungsgeschichte erst ab dem 4. Jahrhundert n. Chr. archäologisch besser nachvollziehen. Im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde der Ort aufgegeben, als wohl nicht mehr genügend Wasser zur Verfügung stand.

Grabungsgeschichte

1898 untersuchte ein Team des Geological Survey of Egypt den Ort und lieferte erste Pläne und Beschreibungen der archäologischen Stätten. 1936 führte Rudolf Naumann genaue Vermessungen der Ruinen von Qasr Dusch durch. 1962 untersuchten Wolfgang Helck und Eberhard Otto den Ort und kopierten Inschriften. Seit 1976 führt das Institut français d’archéologie orientale Grabungen und Restaurierungsarbeiten in Qasr Dusch und Umgebung durch.

Literatur

  • Nathalie Baum: Douch II. La végétation antique. Une approche macrobotanique. (DFIFAO 27), Kairo 1992
  • Bernard Bousquet: Tell-Douch et sa région. Géographie d’une limite de milieu à une frontière d’Empire (DFIFAO 31), Kairo, 1996.
  • Helene Cuvigny, Guy Wagner: Les ostraca grecs de Douch (O. Douch) I-III (DFIFAO 24.1, DFIFAO 24.2, DFIFAO 24.3), Kairo 1986, 1988, 1992.
  • Helene Cuvigny, Adel Hussein, Guy Wagner: Oasis de Kharga. Les ostraca grecs d'Aïn Waqfa (DFIFAO 30), Kairo 1993
  • Peter Dils: Der Tempel von Dusch. Publikation und Untersuchungen eines ägyptischen Provinztempels der römischen Zeit, Diss., Köln 2000.Online
  • Francois Dunand et al., Douch I. La nécropole. Exploration archéologique. Monographie des tombes 1 à 72. Structures sociales, économiques, religieuses de l’Egypte romaine (DFIFAO 26), Kairo 1992.
  • Francois Dunand et al., Douch V. La nécropole de Douch. Exploration archéologique. Monographie des tombes 73 à 92. Structures sociales, économiques, religieuses de l’Egypte romaine (DFIFAO 45), Kairo 2005.
  • Rudolf Naumann, Bauwerke der Oase Khargeh, in: Mitteilungen des Deutschen Instituts für ägyptische Altertumskunde in Kairo, Bd. 8, 1939, S. 1–16, Tafeln 1–11; insbesondere S. 6–8, 12–15, Abb. 3, 6, Tafeln 5 f., 10, 11.a.
  • Michel Reddé, Douch IV. Le trésor. Inventaire des objets et essai d’interprétation (DFIFAO 28), Kairo 1992.
  • Michel Reddé, Douch III. Kysis. Fouilles de l'Ifao à Douch Oasis de Kharga (1985-1990) (DFIFAO 42), Kairo 2004.
  • Guy Wagner, Les ostraca grecs de Douch (O. Douch) IV-V (DFIFAO 24.4, DFIFAO 24.5), Kairo 1999, 2001.

Weblinks

24.58005930.717364

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