Chitarrone


Chitarrone
Theorbe

Die Theorbe (auch Teorbe, ital. Tiorba, franz. Théorbe, engl. Theorbo) ist ein Musikinstrument, das als Zupfinstrument zur Familie der Lauteninstrumente gehört. Der Name Theorbe bezeichnet eine Reihe verschiedener Basslauten, später so genannter Erzlauten, deren Gemeinsamkeit in einem zweiten Wirbelkasten zur Besaitung mit Basssaiten besteht: Liuto attiorbato, Arciliuto, Chitarrone, französische Théorbe des pieces, English Theorbo, Archlute, deutsche Barocklaute, Angélique/Angelica. Die Etymologie des Namens ist bisher ungeklärt.

Die neue Musik ab 1600 (Monodie, Giulio Caccini) erforderte Instrumente mit einem tiefen Bassregister zur Begleitung. Tiefere Darmsaiten der Laute kann man entweder immer dicker herstellen oder immer länger. Da sehr dicke Darmsaiten schlecht klingen, wich man in die Länge aus und entwickelte den zweiten Wirbelkasten an einem verlängerten Hals.

Ein weiteres Kennzeichen der verschiedenen Theorbentypen ist ihre Größe und die damit verbundene lange Griffbrett-Mensur, die zwischen 76 und 98 cm variieren kann. Darmsaiten, die so lang sind und trotzdem einen hohen Ton geben sollen, können nicht hergestellt werden. Deswegen müssen bei manchen Typen der erste oder auch der erste und zweite Chor eine Oktave tiefer gestimmt werden (Chitarrone, Théorbe des pieces), so dass der dritte Chor der höchste ist.

Die prominentesten Vertreter des Instrumentes in Italien waren Johann Hieronymus Kapsberger und Alessandro Piccinini. Aus England ist vorläufig keine Solomusik für Theorbe bekannt, aber William Lawes u. a. setzte sie in seiner Kammermusik ein. In Frankreich wurden Theorben bis in das erste Drittel des 18. Jahrhunderts geschätzt und sowohl für kammermusikalische als auch orchestrale Musik eingesetzt (Nicolas Hotman, Robert de Visée). In den Hoforchestern von Wien, Bayreuth und Berlin waren Theorbisten bis weit nach 1750 beschäftigt (Ernst Gottlieb Baron, Francesco Conti).

Solomusik für Theorbe wurde in Tabulatur notiert.

Literatur

  • Christian Ahrens [Red.]: Laute und Theorbe, Symposium im Rahmen der 31. Tage Alter Musik. In Herne: Stadt Herne, Fachbereich Kultur, 2006 ISBN 3-9807008-7-9.
  • Ekkard Schulze-Kurz: Die Laute und ihre Stimmungen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhundert, 1990, ISBN 3-927445-04-5, zugänglich und erhältlich beim Autoren.
  • Robert Spencer: Chitarrone, Theorbo and Archlute. In: Early Music, Vol. 4 No. 4 (Oktober 1976), 408-422, zugänglich bei David van Edwards.

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