Residenztheater (München)


Residenztheater (München)

Residenztheater ist der Name verschiedener Theatergebäude in München. Umgangssprachlich wird das Residenztheater als das „Resi“ bezeichnet.

Ursprüngliches Residenztheater (1753)

Das 1751 bis 1753 erbaute Residenztheater in der Münchner Residenz war ursprünglich als Opernbühne entstanden, in dem der bayerische Hof vor allem italienische Opern spielen ließ. Der prachtvolle Rokokobau wurde durch den Hofbaumeister François de Cuvilliés d.Ä. errichtet. Mit der Oper Catone in Utica von Giovanni Battista Ferrandini erfolgte die Einweihung. 1781 wurde Mozarts Idomeneo uraufgeführt. Für ein großes Publikum war das Theater mit 560 Plätzen zu klein, in München entstand daher nach 1800 das Nationaltheater als Hauptspielort der Bayerischen Staatsoper; das Residenztheater wurde aber weiterhin für Aufführungen benutzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Theater zerstört, der Zuschauerraum mit den Logenrängen war aber zuvor ausgelagert worden.

Heutiges Residenztheater (1951)

Residenztheater München am Max-Joseph-Platz (eröffnet 1951)

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde zwischen 1949 und 1951 auf den Grundmauern des alten Residenztheaters ein neues Theater, das heutige Residenztheater errichtet. Die Bühnenanlage sollte modernsten Ansprüchen gerecht, die Zuschauerzahl verdoppelt werden. Architekt Karl Hocheder und der für die Bühnentechnik zuständige Professor Adolf Linnebach entwarfen ein mit über 1000 Sitzplätzen ausgestattetes Theater mit einer der am besten ausgestatteten wandlungsfähigen Bühnen seiner Zeit. Der Neubau wurde jedoch wegen der unerwartet hohen Kosten und der wenig bemerkenswerten architektonischen Gestaltung an einem derart wichtigen städtebaulichen Ort in der Öffentlichkeit wie in Fachkreisen heftig kritisiert.

Trotz der Schwierigkeiten der Nachkriegszeit wurde das neuerbaute Residenztheater am 28. Januar 1951 zum ersten Mal mit Der Verschwender von Ferdinand Raimund bespielt. Ab dem 1. August 1988 wurde das Theater nach Plänen Alexander Freiherr von Brancas umfassend renoviert und umgestaltet und am 18. Oktober 1991 mit einer Inszenierung von Ferdinand Raimunds Der Verschwender wieder eröffnet.

Das Residenztheater ist Hauptspielort des Bayerischen Staatsschauspiels.

Altes Residenztheater oder Cuvilliés-Theater (1958)

Im Cuvilliés-Theater

In den 1950er Jahren wurden die Stimmen immer lauter, die eine Rekonstruktion des alten Residenztheaters von Cuvilliés forderten. Da ein Wiederaufbau an der ursprünglichen Stelle durch das inzwischen dort errichtete neue Residenztheater nicht möglich war, wurde es 1958 an anderer Stelle in der Residenz, im ehemaligen Apothekerstock neu aufgebaut; der Zuschauerraum wurde mit Hilfe der im Krieg ausgelagerten Teile weitgehend originalgetreu rekonstruiert. Dieses Theater wird seither Altes Residenztheater oder Cuvilliés-Theater genannt. Das Theater kann besichtigt werden und wird gelegentlich auch durch Ensembles der Bayerischen Staatstheater bespielt.

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