Saalachtal


Saalachtal
Saalachtal (Alpen)
Saalachtal
Saalachtal

Als Saalachtal wird der Mittel- und obere Unterlauf der Saalach bezeichnet, eines Gebirgsflusses im Land Salzburg (Pinzgau, Flachgau) und im Süden Bayerns (Berchtesgadener Land).

Inhaltsverzeichnis

Verlauf und Landschaft

Das Haupttal ist etwa 70 km lang und beginnt nördlich des Zeller Sees und bildet die weite Talung des Saalfeldener Beckens, dem Kernraum des Saalachpinzgaus. Erst trennt es die Kitzbühler Alpen im Westen, aus denen die Saalach kommt, von den Salzburger Schieferalpen im Osten, dann die Loferer Steinberge und die Chiemgauer Alpen im Westen von den Berchtesgadener Alpen im Osten. Bei Reichenhall und Großgmain weitet sich das Tal wieder und zwischen Freilassing und Salzburg endet das Tal, die Saalach durchfließt auf ihren letzten Kilometer die Ebene des Salzburg-Freilassinger Beckens.

Der etwa 30 km lange Oberlauf der Saalach wird nicht als Saalachtal bezeichnet, sondern trägt den Namen Glemmtal, der Bereich der Quellbäche den Namen Hinterglemm.

Geologie

Das Saalachtal wurde durch den Salzach-Saalach-Gletscher geformt. Auf seinem Rückzug hinterließ der Gletscher mächtige Moränenschotterflächen, die den Zeller See im Norden vor rund 10.000 Jahren bis kurz vor Saalfelden etwa zum Kühbichl (875 m) reichen ließen. In der Nacheiszeit floss die Saalach in den Zeller See und mit diesem nach Süden in die Salzach ab. Mit der Geschiebefracht aus dem Glemmtal, die zwischen Zeller See und Maishofen als Schotter abgelagert wurde, versperrte sich die Saalach selbst den Weg nach Süden und änderte ihre Fließrichtung auf Norden, in ihr heutiges Bett. Dies ist durch Fundamentgrabungen zwischen Atzing und Unterreit nachgewiesen worden.[1]

Nebentäler und Verkehr

Durch das Saalachtal führt die Pinzgauer Straße (B 311) von Zell am See bis kurz nach Lofer gefolgt von einem kurzen Stück der Loferer Straße (B 178) bis zur österreichisch-deutschen Staatsgrenze. In Bayern folgt die Bundesstraße 21 und ab Piding die Bundesstraße 20 dem Talverlauf. Dieser Straßenzug wird das Kleine Deutsche Eck genannt.

Neben dem Raum Salzburg am Unterlauf und der Talöffnung zu Zeller See, (Mitterpinzgau, Zell am See) und oberem Salzachtal (Unterpinzgau, Oberpinzgau) sind wichtigere Nebentäler des Saalachtales:

Es gibt keine durchgängige Zugverbindung durch das Saalachtal. [Anm. 1] Die Salzburg-Tiroler-Bahn verbindet Zell am See mit Saalfelden und Berchtesgadener Land Bahn Bad Reichenhall mit Freilassing.

Literatur

  • Das Saalachtalbahn-Projekt. Juni 1912. K. K. Hof- u. Staatsdruckerei, Wien 1912. [2]

Weblinks

  • Saalacherlebniswelt. Vom Ursprung bis zur Mündung - Ein Natur- und Kulturraum. Abgerufen am 27. November 2010.

Einzelnachweise

  1. Vom eiszeitlichen Urtal zum heutigen Föhntal. Oberes Saalachtal im Pinzgau. In: Saalacherlebniswelt. Vom Ursprung bis zur Mündung - Ein Natur- und Kulturraum. Abgerufen am 27. November 2010.
  2. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.

Anmerkungen

  1. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfuhr das Projekt einer Saalachtalbahn öffentliche Aufmerksamkeit. Ein 1912 erörterter Streckenentwurf sah folgende Linienführung vor: Salzburg (oder Freilassing)–Bad ReichenhallJettenbergMelleckUnkenLoferWaidringSt. Johann (Anschluss Salzburg-Tiroler-Bahn).
    Für die Talstrecke Lofer–Saalfelden (ebenfalls an der Salzburg-Tiroler-Bahn gelegen) wurde der Bau einer (etwa 24 km langen) Zweigbahn vorgeschlagen.
    Die Saalachtalbahn hätte für die damals über Bischofshofen führende Route von Wien nach Innsbruck eine Ersparnis von zweieinviertel Stunden (auf Schnellzügen) bzw. 100 km gebracht. – Siehe: C(arl) C(urt) Hosseus (1878–1950): Die Bedeutung des Saalachtalbahnprojekts für den Turistenverkehr. In: Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, Jahrgang 1912, (Band XXXVIII), S. 123 f. (Online bei ALO).

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Saalach — bei Bad ReichenhallVorlage:Infobox Fluss/KARTE fehlt Daten …   Deutsch Wikipedia

  • Salzburggau — Das Gebiet des Salzburggaus war ab dem 6. Jahrhundert Teil des bayerischen Stammesherzogtums und umfasste das Gebiet der heutigen Stadt Salzburg und das umliegende Land. Dazu zählten der spätere Flachgau (heute Bezirk Salzburg Umgebung) der… …   Deutsch Wikipedia

  • Waidringer Alpen — p1f1 Waidringer Alpen Höchster Gipfel Birnhorn (2.634 m ü. A.) Lage Pinzgau, Salzburg/Bezirk Kitzbühel, Tirol Teil der …   Deutsch Wikipedia

  • Loferer und Leoganger Steinberge — f1 Loferer und Leoganger Steinberge Lage der Steinberge in den Ostalpen Höchster Gipfel Birnhorn ( …   Deutsch Wikipedia

  • Steinplatte — p1 Steinplatte Steinplatte von Nordwesten Höchster Gipfel Steinplatte (1.869 m  …   Deutsch Wikipedia

  • Unken (Ort) — Wappen Karte …   Deutsch Wikipedia

  • Unken (Salzburg) — Unken …   Deutsch Wikipedia

  • Krimmler Wasserfälle — The Krimmler Wasserfälle, with a total height of 380 meters (1,247 feet), is the second highest waterfall in Austria. [cite web |url=http://www.worldwaterfalldatabase.com/database.php?s=T t=G category=country search=Austria orderby=height%20DESC… …   Wikipedia

  • Berchtesgadener Alpen — f1 Berchtesgadener Alpen Lage der Berchtesgadener Alpen innerhalb der Ostalpen Höchster Gipfel Hochkönig ( …   Deutsch Wikipedia

  • Fuscher Törl — Vorlage:Infobox Pass/Wartung/Profil fehlt Hochtor Blick vom Fuscher Törl nach Südwesten auf den Großen Woazkopf und die Fuscher Lacke …   Deutsch Wikipedia