Schunk Group


Schunk Group
Schunk Group
Logo der Schunk Gruppe
Rechtsform GmbH mit Stiftung als Gesellschafter
Gründung 1913
Sitz Heuchelheim
Leitung Gerhard Federer
Heinz-Joachim Mäurer
Arno Roth
Mitarbeiter über 8.200 weltweit
Umsatz 880 Millionen EUR (2010)[1]
Branche Technologie
Produkte Komponenten und Systeme für diverse Industriezweige
Website Schunk Group

Die Schunk Group ist ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland. Die wichtigsten Betätigungsfelder sind Kohlenstofftechnik und Ingenieurkeramik, Klima- und Umweltsimulationstechnik, Sintermetalltechnik sowie Ultraschallschweißtechnik.

Die Schunk Group ist in 28 Ländern mit mehr als 60 operativen Gesellschaften vertreten. Der Konzernumsatz betrug 2010 etwa 880 Millionen Euro, die Zahl der Mitarbeiter liegt bei über 8.200. Die Unternehmen der Schunk Group sind in Business Units organisiert und agieren jeweils selbständig in ihren Märkten.

Empfangsgebäude der Schunk Group in Heuchelheim

Inhaltsverzeichnis

Historisches

Firmengelände der Schunk & Ebe GmbH in Heuchelheim im Jahr 1948
Schunk-Firmensitz in Heuchelheim

Gegründet wurde das Unternehmen zur Produktion von Kohlebürsten durch Ludwig Schunk und Karl Ebe 1913 in Fulda. Im Jahr 1918 siedelte das Unternehmen nach Heuchelheim bei Gießen um. Der kinderlos gebliebene Unternehmensgründer Ludwig Schunk (1884 – 1947) vererbte das gesamte Unternehmensvermögen der Unterstützungseinrichtung für Betriebsangehörige. Diese Einrichtung sollte Mitarbeitern und ehemaligen Mitarbeitern bzw. deren Angehörigen bei Hilfsbedürftigkeit, Invalidität oder im Alter freiwillige finanzielle Unterstützung gewähren. Heute erfüllt die Ludwig-Schunk-Stiftung e. V. treuhänderisch die im Testament des Unternehmensgründers festgelegten Aufgaben.

Gliederung des Unternehmens

Die Schunk Group ist in vier Divisionen gegliedert:

Division Schunk Materials

Die Division Materials stellt Bauteile u. a. aus Kohlenstoff/Graphit, Kohlenstoff-Verbundwerkstoffen, Siliziumcarbid und Quarz her. Sie ist in folgende Business Units gegliedert:

  • Tribology: Lager- und Dichtringe, sowie Schieber aus Kohlenstoff und Siliziumcarbid.
  • High Temperature Applications: Graphitbauteile für Industrieöfen, Tiegel für die Siliziumproduktion, AAS-Küvetten, Bauteile aus faserverstärktem Kohlenstoff (CFC), u. v. m.
  • Small Motor Technology: Kohlebürsten und Haltersysteme für Elektromotoren in Haushaltsgeräten und Elektrowerkzeugen.
  • Current Transmission: Kohlebürsten und Haltersysteme für große Elektromotoren, Stromabnehmer und Erdungskontakte für Bahnen.
  • Automotive: Kohlebürsten, Bürstenplatten für Starter, Bürstenplatten für Benzinpumpen.
  • Technical Ceramics: Brenner und Brennerstrahlrohre für direkte und indirekte Beheizung, Brennhilfsmittel, Oxidkeramik, Gleitringe und Lager für Wellendichtungen bzw. abrasions- und korrosionsbeanspruchte Pumpenteile, Keramikeinsätze für schusssichere Westen.
  • Semiconductor: Bauteile zur Waferproduktion wie Suszeptoren, Levitoren, Quarzkammern u. v. m.

Division Weiss Group

Unter der Marke Weiss Group sind die Unternehmen Weiss Umwelttechnik GmbH und Weiss Klimatechnik GmbH tätig. Die Karl Weiss GmbH wurde 1956 als Hersteller für elektrophysikalische Geräte gegründet. 1978 wurde sie von der Schunk Group übernommen. Die Weiss Group besteht aus den beiden Business Units Environmental Simulation und Air Solutions. Im Laufe der Jahrzehnte expandierte der Unternehmensverbund national als auch international. Die Weiss Group verfügt insgesamt über 21 Gesellschaften und über 70 Vertretungen in 14 Ländern weltweit und beschäftigt circa 1.800 Mitarbeiter (850 im hessischen Stammwerk in Reiskirchen-Lindenstruth).

Weiss Environmental Simulation ist Hersteller von Prüfgeräten und Anlagen für die Umweltsimulation. Das Lieferprogramm umfasst Prüfsysteme für Temperatur- und Klimaprüfungen, Bewitterungs-, Temperaturschock-, Korrosions- und Langzeitprüfungen in allen Prüfraumgrößen sowie Großraum-Systeme und prozessintegrierte Anlagen für die Umweltsimulation und die Biologie.

Zum Kerngeschäft der Weiss Air Solutions zählen Entwicklung und Fertigung kompletter Deckensysteme für Operationssäle, industrielle Reinraumtechnik und die Klimatisierung von Datenräumen.

Division Sinter Metals

Die Division Sinter Metals der Schunk Group besteht aus den Unternehmen Schunk Sintermetalltechnik GmbH Gießen, Schunk Sintermetalltechnik GmbH Thale sowie der Sintermetall S.A. de C.V. Mexiko. Schunk Sinter Metals produziert vor allem Sinterformteile wie Zahnräder, Nockenwellenversteller, Rastnocken, Metallspritzgussteile (MIM) sowie Präzisionslager. Hauptabnehmer sind die Automobil- und Elektroindustrie, Hersteller von Haushalts- und Elektrowerkzeugen und die Medizintechnik.

Division Sonosystems

Die Schunk Sonosystems GmbH entstand durch die Fusion der Unternehmen Schunk Ultraschalltechnik GmbH und STAPLA Ultraschalltechnik GmbH. Die Produkte dieses Bereichs decken das gesamte Spektrum der mittels Ultraschall schweißbaren Anwendungen ab. Dies schließt das Verbinden von Nicht-Eisen-Metallen und thermoplastischer Kunststoffe gleichermaßen ein. Ende der 1970er Jahre entwickelte Schunk das Ultraschall-Metallschweißen zur industriellen Reife. Heute wird es vor allem zum Schweißen von Kabelbäumen in der Automobilindustrie eingesetzt.

Geschichte

Ludwig Schunk und Karl Ebe gründeten im Jahr 1913 die Kohlebürstenfabrik Schunk+Ebe oHG in Fulda. 1918 zog das Unternehmen nach Heuchelheim.

Im Jahr 1923 wurden Bürstenhalter in das Produktionsprogramm aufgenommen. Ab 1924 erfolgte die Herstellung von Elektrographiten und ab 1928 die Fertigung von Metallkontakten. 1932 begann die Sintermetallproduktion mit Sinterlagern.

Nach dem Tod Ludwig Schunks im Jahr 1947 ging das Erbe des kinderlosen Unternehmensgründers an den „Unterstützungsverein“ der Schunk+Ebe oHG. 1948 und 1949 wurde ein Bauprogramm zur Erweiterung des Betriebes von 500 auf 1200 Beschäftigte aufgestellt. Im Jahr 1955 folgte mit der Gründung der Schunk & Ebe S.A. in Brüssel die erste Auslandsgesellschaft. Heute ist Schunk mit 34 operativen Gesellschaften in Europa vertreten (ohne Deutschland). 1957 wurde die Schunk Electro Carbón S.A. de C.V. in Mexiko als erste Gesellschaft auf dem amerikanischen Kontinent gegründet. 1969 erfolgte die Gründung der brasilianischen Gesellschaft Schunk do Brasil Ltda. in Sao Paulo.

Im Jahr 1978 wurde die damalige Weiss Technik übernommen. Im selben Jahr erfolgte die Gründung der Schunk Graphite Technology LLC. in Wisconsin. Die Präsenz in den Vereinigten Staaten wurde im Laufe der 1980er- und 1990er-Jahre verstärkt. Zurzeit ist Schunk mit drei operativen Gesellschaften in den USA vertreten.

Im Jahr 1983 erweiterte man das Produktspektrum um den Bereich Ultraschallschweißtechnik. 1986 wurde ein Ausbildungszentrum zur Schulung des Facharbeiternachwuchses in Theorie und Praxis errichtet.

Im Jahr 1991 geriet das Unternehmen aufgrund fehlgeschlagener Diversifikationen vor allem im Bereich Automatisierungstechnik in eine Krise. Im darauf folgenden Jahr, 1992, erfolgte eine Restrukturierung und der Verkauf der Automatisierungstechnik.

Im Jahr 1997 erfolgte die Akquisition von EHW Thale (Sintermetalltechnik und Emailtechnik) und die Gründung der Pichit Industrial Works Co. Ltd. in Pichit, Thailand. Heute ist Schunk mit acht Gesellschaften in Asien vertreten. 1999 wurde die Schunk (Aust) Pty. Ltd. in Rowville, Australien gegründet.

Im Jahr 2004 besuchte der Bundespräsident im Rahmen seiner Antrittsreise durch die Bundesländer den Betrieb. 2005 wurde das Unternehmen als „Hessen-Champion“ durch den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch ausgezeichnet. 2006 trat die Schunk Group der Initiative Sachen Machen des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) bei. 2007 nahm das von Schunk im Rahmen dieser Initiative erstellte Internetportal www.ingenieurparadies.de den Betrieb auf.

Im Jahr 2007 wurde die EHW Thale Email GmbH an eine Gruppe von drei Privat-Investoren verkauft. 2008 erhielt Schunk für das Internetportal ingenieurparadies vom VDI den Best Practice Award 2008 in der Kategorie Innovationen fördern.

Das Umweltministerium Baden-Württemberg zeichnete Schunk 2009 erneut für das innovative Fertigungskonzept eines Brennstoffzellen-Stacks aus.

Im Jahr 2010 realisierte Schunk den größten Ausbau seiner fast hundertjährigen Firmengeschichte. Über einen Zeitraum von vier Jahren wurde nachhaltig in den Bereich Hochtemperaturanwendungen investiert. Dank dieses Kapazitätsausbaus am Standort Heuchelheim fertigt Schunk heute die weltweit größten Carbonfaserplatten für die Halbleiter- und Solarindustrie.

Literatur

  • Jens Kauer: Die Firma Schunk & Ebe. Geschichte eines mittelhessischen Unternehmens der Elektrotechnik 1913–1947. Gießen 1993
  • Paul G. Kirsch (Hrsg.): Ein Unternehmen gehört sich selbst. Auf den Spuren der Zeiss’schen Stiftung. Kapitel 25: Schunk & Ebe GmbH. München 1967

Einzelnachweise

  1. Zahlen, Daten, Fakten auf der Schunk-Website, abgerufen am 17. März 2011
50.5906348.633473

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