Christian-Albrechts-Universität zu Kiel


Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
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Motto Pax optima rerum
([lat.]: Der Frieden ist das beste der Güter)
Gründung 1665
Trägerschaft staatlich
Ort Kiel
Bundesland Schleswig-Holstein
Staat Deutschland
Präsident Gerhard Fouquet
Studenten 22.825 (WS 2009/10)[1]
Mitarbeiter 3.108 (2008) (ohne Klinikum)
Website www.uni-kiel.de

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ist die einzige Volluniversität in Schleswig-Holstein. Sie wurde 1665 gegründet und ist nach ihrem Gründer, Herzog Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf, benannt.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

An der Christiana Albertina studierten im Wintersemester 2010/2011 23.443 Studentinnen und Studenten. Die Frauenquote unter den Studierenden betrug etwa 54 %. Der Ausländeranteil lag im Wintersemester 2008/2009 bei 9,1 %. Mit 22,1 % aller ausländischen Studierenden nehmen solche aus den Ostseeanrainerstaaten eine besonders wichtige Rolle ein. Insgesamt kamen im Wintersemester 2007/2008 26,5 % der ausländischen Studierenden aus Asien (besonders prominent vertreten ist China mit 9,9 % aller ausländischen Studierenden).[2]

Im Jahr 2008 wurden insgesamt 3.108 Personen direkt an der CAU beschäftigt. Hinzu kamen 5.066 Angestellte am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Campus Kiel).[3]

An den acht Fakultäten werden derzeit 111 Studiengänge angeboten. Die Drittmitteleinwerbung lag im Jahr 2007 bei 79,1 Mill. Euro; dabei entfielen knapp 22,8 Mill. Euro auf das Universitätsklinikum (Campus Kiel).[4]

rechts Audimax und Verwaltungshochhaus der CAU, links die Universitätskirche; links unten der Westring, rechts unten die Olshausenstraße
Mensa I der CAU vom Verwaltungshochhaus aus

Die Institute der CAU verteilen sich hauptsächlich auf drei Standorte: Der Großteil befindet sich im Bereich des Universitätscampus an der Olshausenstraße im Nordwesten der Stadt. Als zweiter Standort kommt das Universitätsklinikum mit seinem Kieler Campus im Innenstadtbereich im Karree zwischen Brunswiker Straße, Feldstraße, Schwanenweg und Düsternbrooker Weg hinzu. Auf dem Ostufer der Kieler Förde befindet sich schließlich die Technische Fakultät mit dem Kieler Nanolabor.

Als unabhängige Hochschulzeitung der Christian-Albrechts-Universität erscheint monatlich DER ALBRECHT.

Die Geschichte der Universität

Vorgeschichte

Pläne, in den Herzogtümern Schleswig und Holstein eine eigene Universität zu gründen, waren bereits im 16. Jahrhundert entstanden, doch die 1563 von Paul von Eitzen vorgelegten Pläne wurden nicht umgesetzt. 1620 hatte der dänische König das Projekt einer Hochschule in Flensburg verfolgt, das aber aufgrund von Dänemarks Teilnahme am Dreißigjährigen Krieg ebenfalls im Sande verlief. Auch an Schleswig als Standort wurde zwischenzeitlich gedacht.

1652 hatte Herzog Friedrich III. nach einem langen Verfahren endlich das kaiserliche Privileg erlangt, auf seinem Territorium eine Universität zu gründen, doch war es erneut zu Verzögerungen gekommen; erst nach dem Dreißigjährigen Krieg unter Friedrichs Sohn und Nachfolger wurde das Vorhaben verwirklicht. Als Universitätsstandorte wurden damals Schleswig oder Kiel ins Auge gefasst.[5] Auch Flensburg kam in Betracht. Doch das Herzogtum Schleswig gehörte als dänisches Lehen nicht zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Daher fiel die Wahl schließlich auf Kiel im gottorfschen Teil des südlich der Eider gelegenen Herzogtum Holstein.[6]

Der Rat der Stadt Kiel konnte dem Herzog auch das günstigere Angebot machen, so dass sich Christian Albrecht und sein Kanzler, der kaiserliche Kommissarius Johann Adolf Kielmann, dafür entschieden, die neue Hochschule in Kiel anzusiedeln. Die Bürger der Stadt hatten zwar zunächst erhebliche Bedenken geäußert, da man fürchtete, die Studenten könnten „mit Fressen, Sauffen und allerley leichtfertigem Wesen sehr ärgerlich seyn.“ Doch zuletzt setzten sich jene durch, die sich von der neuen Universität wirtschaftliche Vorteile versprachen. Kielmann wurde aufgrund seiner Verdienste um die Gründung der Hochschule wenig später vom Kaiser als „Johann Adolph Kielmann von Kielmannsegg“ in den erblichen Adelsstand erhoben.

Die Gründung 1665

Die Universität wurde am 5. Oktober 1665 von Herzog Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf als Christiana Albertina bzw. Academia Holsatorum Chiloniensis („Holsteinische Universität zu Kiel“) im Kieler Schloss gegründet. Aus dieser Zeit stammt auch das Siegel der Universität mit dem lateinischen Spruch Pax optima rerum („Frieden ist das beste der Güter“, Silius Italicus), das von Samuel Rachel, dem ersten Kieler Professor für Natur- und Völkerrecht, entworfen wurde.

Der Lehrbetrieb dieser nunmehr nördlichsten Universität im Heiligen Römischen Reich wurde mit zunächst 17 Professoren (darunter bereits bedeutende Gelehrte wie Daniel Georg Morhof und Johann Daniel Major) und 162 Studenten aufgenommen, die ersten Räumlichkeiten befanden sich im ehemaligen Franziskanerkloster der Stadt Kiel. Der Herzog behielt sich und seinen Nachfolgern das Privileg vor, selbst als Rektor (Rector magnificentissimus) zu fungieren, die Leitung der Hochschule lag daher faktisch beim Prorektor (dem Prorector magnificus). Die Hochschule besaß von Beginn an die „klassischen“ vier Fakultäten. Studieren konnte man anfangs Theologie, Jura, Medizin und die Freien Künste; bereits 1666 wurden die ersten Doktorprüfungen abgenommen. Wie die meisten frühneuzeitlichen Hochschulen wurde auch die CAU vornehmlich zu dem Zweck gegründet, den steigenden Bedarf an ausgebildeten Verwaltungsfachleuten zu decken; zudem erhöhte die Existenz einer eigenen Universität das Prestige des jeweiligen Landesherren erheblich. Wie seit dem Mittelalter üblich, wurde die Hochschule mit diversen rechtlichen Privilegien (Steuerfreiheit, eigene Gerichtsbarkeit) ausgestattet und fungierte auf den Landtagen als eigener Stand. Finanziert wurde die neue Universität durch die Erträge des Amtes Bordesholm, weshalb die Professoren auch noch lange in der Bordesholmer Klosterkirche bestattet wurden. Den Grundstock der Universitätsbibliothek bildeten die Bestände der ehemaligen Klosterbibliothek, die um teils sehr wertvolle Werke aus der Eutiner Stiftsbibliothek ergänzt wurden. 1669 ordnete der Herzog, der als protestantischer Landesherr zugleich oberster Bischof (summus episcopus) war, an, dass jeder Theologe, der künftig in Holstein oder Schleswig beschäftigt werden wolle, mindestens zwei Jahre in Kiel studiert haben müsse.

Die Entwicklung bis zum Ende der dänischen Herrschaft

1773 fiel Kiel an den dänischen König. Fortan nahm die Hochschule, die erstaunlicherweise vom Ende des Gottorfer Teilherzogtums in Schleswig und Holstein und dem Beginn der dänischen Herrschaft in den ehemals gottorfischen Anteilen der Herzogtümer profitierte, einen raschen Aufschwung und zog in neue Gebäude um. 1768 war nochmals bestimmt worden, dass jeder, der in Schleswig oder Holstein ein geistliches Amt bekleiden wolle, mindestens zwei Jahre in Kiel studiert haben müsse, und 1773 wurde dies auf alle Beamten ausgedehnt. Zugleich bildete die Kieler Universität die einzige Ausnahme, als 1776 das Indigenatsgesetz erlassen wurde, das festlegte, dass nur noch diejenigen, die in den Territorien der dänischen Krone geboren waren, in den Staatsdienst treten durften: Die Kieler Professoren kamen auch weiterhin aus allen deutschen Territorien. Die CAU war um 1800 nicht nur die nördlichste deutsche Hochschule, sondern zugleich auch die südlichste Universität des dänischen Gesamtstaates, da Holstein vom dänischen König in Personalunion - der Monarch herrschte über Kiel also in seiner Eigenschaft als Herzog von Holstein - regiert wurde. Aus diesem Grund kam ihr eine wichtige Rolle beim kulturellen Austausch zwischen Skandinavien und Mitteleuropa zu.

Besonders zwischen 1815 und 1848 war die Kieler Universität zudem ein wichtiges Zentrum der deutschen Burschenschaftsbewegung und des Liberalismus. 1817 nahmen so auch Kieler Burschen am Wartburgfest teil, ihr Wahlspruch lautete „Germania sei’s Panier“. Um 1830 zählte die Universität über 400 Studenten. Unter den Dozenten fanden sich mit Professoren wie den Juristen Georg Christian Burchardi, Niels Nikolaus Falck, Johann Friedrich Kierulff und Eduard Osenbrüggen, den Historikern Johann Gustav Droysen und Georg Waitz, dem Agrarhistoriker und Nationalökonomen Georg Hanssen und dem Klassischen Philologen, Archäologen und Musikhistoriker Otto Jahn bedeutende Gelehrte. Unter den Studenten waren damals Männer wie Theodor Mommsen, Ludwig Ross oder Theodor Storm. Während der Revolution von 1848 und der sich anschließenden Konflikte zwischen deutschen und dänischen Nationalliberalen um das Herzogtum Schleswig spielte die CAU ebenfalls eine wichtige Rolle. Dabei waren die Professoren und Studenten mehrheitlich (aber keineswegs ausschließlich) deutschgesinnt, weshalb unter patriotischen Dänen das folgende Bonmot kursierte: „Lüge ist auch eine Wissenschaft, sprach der Teufel. Er studierte in Kiel.“

1857 hatte die Universität insgesamt 50 Dozenten, darunter 22 ordentliche und neun außerordentliche Professoren, allerdings nur noch etwa 200 Studenten.[7] Dieser vorübergehende massive Rückgang der Studierendenzahl war dabei eine direkte Folge des Krieges zwischen den deutschgesinnten Schleswig-Holsteinern und der dänischen Krone (1848 bis 1852), denn nach der Niederlage hatten viele deutschgesinnte Studenten das Land verlassen müssen.

Die Kieler Universität in preußischer Zeit

Hauptgebäude (1893)
Lage in der Stadt Kiel 1908

Das Wachstum der Universität beschleunigte sich nach 1866, als das gesamte Schleswig-Holstein – und damit auch Kiel – unter preußische Herrschaft kam, erheblich, obwohl die Hochschule nun nur noch eine von vielen anderen im Königreich Preußen war und ihre rechtlichen Privilegien verlor. Vom rasanten Wachstum der Stadt Kiel in preußischer Zeit profitierte auch die CAU. Trotz steigender Studentenzahlen hat die Hochschule allerdings seither für das Selbstverständnis und die Außenwahrnehmung der Stadt nicht die Bedeutung, wie dies in Orten wie Göttingen, Heidelberg oder Münster der Fall ist: Denn Kiel verdankte seinen raschen Aufstieg zur Großstadt der Marine und dem Schiffbau. Anders als vor 1866 wirkt es heute daher nicht mehr wie eine Universitätsstadt, sondern ist primär durch seine Funktion als Landeshauptstadt und Zentrum der Werftindustrie geprägt.

Der Botanische Garten der Universität war die erste Einrichtung dieser Art in Deutschland, und kurz vor 1900 wurde die Hochschule durch zahlreiche Neubauten (entworfen von Martin Gropius) den gestiegenen Studentenzahlen angepasst. Ein Teil dieser Gebäude existiert noch und beherbergt einige Bereiche des Uniklinikums. Ein Lehrstuhl für Astronomie wurde etwa 1850 eingerichtet, und als 1871 die Sternwarte Altona bei Hamburg aufgelöst wurde, kamen die meisten ihrer Instrumente (ein Repsold-Meridiankreis und 3 Refraktoren) als Grundausstattung nach Kiel: 1874 wurde die Universitätssternwarte in Kiel errichtet. Mit zunehmender Luftverschmutzung verlor das Observatorium allerdings an Bedeutung. (Seit etwa 1960 führt aber die Fachhochschule wieder eine kleine Sternwarte.)

Gerade unter den Kieler Studierenden war die Akzeptanz des Nationalsozialismus bereits früh ausgesprochen hoch: Schon 1929 gewann der NS-Studentenbund die Studierendenschaftswahlen. Die CAU wurde 1933 rasch „gleichgeschaltet“; liberale (z. B. Ferdinand Tönnies) oder jüdische (z. B. Felix Jacoby) Gelehrte, die hier schon zuvor in der Minderheit gewesen waren, verloren ihre Professuren. Der erzwungene Weggang vieler der bedeutendsten Dozenten trug dazu bei, die Attraktivität der Hochschule stark zu mindern: Innerhalb weniger Jahre sanken die Studentenzahlen auf ein Viertel. Stattdessen erhielt Kiel als Grenzlanduniversität des nordischen Raumes ein besonders starkes nationalsozialistisches Profil.

Teile der Kieler Universität entwickelten sich während des „Dritten Reichs“ zu ausgesprochenen NS-Kaderschmieden, so z. B. die Juristische Fakultät, die zur so genannten „Stoßtruppfakultät“ umgestaltet wurde und unter der Bezeichnung „Kieler Schule“ eine streng nationalsozialistisch orientierte Rechtswissenschaft hervorbrachte. Im philosophischen Seminar wurden die liberalen Dozenten Julius Stenzel und Richard Kroner rasch durch die aktiven Nationalsozialisten Kurt Hildebrandt und Ferdinand Weinhandl ersetzt. Der gerade erst berufene Weinhandl war 1933 Hauptredner bei der Kundgebung zur Bücherverbrennung auf dem Kieler Wilhelmplatz.[8] Nicht zuletzt diese Erfahrungen führten 1946 zur Einführung einer Kieler Besonderheit: Bis heute wird von den Absolventen der Doktor- und Magisterprüfungen das Ablegen eines Gelöbnisses verlangt, stets „die Wahrheit zu suchen und zu bekennen“.

Die Entwicklung seit 1945

Die alten Universitätsgebäude in der Nähe des Schlosses wurden im Zweiten Weltkrieg so weitgehend zerstört, dass zunächst ein Umzug der Hochschule nach Schleswig erwogen wurde. Bereits 1942 war die Universitätsbibliothek bei einem schweren Luftangriff von Brandbomben getroffen und ihre Bestände zu großen Teilen vernichtet worden. Doch im November 1945 wurde der Lehrbetrieb - teilweise auf Schiffen im Kieler Hafen - mit etwa 2000 Studenten wieder aufgenommen. Diese Zahl, die unter anderem deshalb zustande kam, weil sich in den Wirren nach Kriegsende viele Studierende in Kiel einfanden, die eigentlich von anderen Universitäten kamen, sank danach bald wieder. Im Wintersemester 1953/54 gab es an der CAU so 80 Studierende der Theologie; 194 studierten Medizin, 78 Zahnmedizin, 252 Jura, 191 Wirtschaftswissenschaften, 283 Geisteswissenschaften, 387 Mathematik, Physik und Chemie sowie 90 Landwirtschaft.[9] Schweizer Mennonitinnen richteten eine Mensa ein; Heinz Zahrnt fungierte als Studentenpfarrer.

Neuer baulicher Kern der Universität wurde ein altes Fabrikgelände der ELAC im Nordwesten der Stadt. Obwohl die heutige CAU keine reine Campusuniversität ist, sind dort heute die meisten Einrichtungen konzentriert; von der alten Bausubstanz der Hochschule ist dabei (außer im Bereich der Universitätsklinik) praktisch nichts mehr erhalten. Ein Wiederaufbau eines Teiles der alten Gebäude wird immer wieder angeregt, ist aber nicht geplant. 1968 wurde auch die CAU von Studentenunruhen erschüttert, die hier wie andernorts unter anderem zur Abschaffung des Talars und zahlreichen strukturellen Veränderungen führten.

Universitätsbibliothek und Fakultätenblöcke der CAU entlang der Leibniz-Straße
Haupteingang der neuen Universitätsbibliothek Kiel

In den 1970er Jahren wurden neue Sportstätten, die Fakultätenblöcke und ein neues Physikzentrum errichtet, um auf die deutlich zunehmenden Studierendenzahlen zu reagieren.

Am 15. November 1993 sprach die damalige Rektorin Karin Peschel in einem Erlass allen an der Kieler Universität Promovierten, denen in der Naziherrschaft der Doktorgrad aberkannt worden war, den Titel wieder zu. 2007 nahm die CAU erfolgreich an der Exzellenzinitiative des Bundes teil und festigte so ihren Ruf als eine der renommiertesten norddeutschen Hochschulen (s. u.).

2008 stiftete die Kieler Universität die „Ferdinand-Tönnies-Medaille“ zur Ehrung von Persönlichkeiten, die bundesweit in beispielhafter Weise besondere wissenschaftliche, kulturelle und politische Leistungen erbracht haben. Sie soll höchstens einmal im Jahr verliehen werden. Erster Preisträger war Jan Philipp Reemtsma.

Ende 2008 wurden die Bauten, die nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg erbaut wurden, als schützenswertes Ensemble unter Denkmalschutz gestellt.

Die CAU zählt heute zu den deutschen Universitäten durchschnittlicher Größe, wobei die Zahl der Studierenden gerade in jüngster Zeit deutlich angestiegen ist.

Organisation

Gemäß dem im Jahr 2007 novellierten Hochschulgesetz gibt es drei zentrale Organe der Hochschule:

An oberster Stelle steht ein zentraler Hochschulrat (Universitätsrat), der für alle drei schleswig-holsteinischen Universitäten (Kiel, Flensburg und Lübeck) zuständig ist und die Koordination von Lehre und Forschung der drei Hochschulen wahrnimmt.

Als zweites Gremium ist der Senat zuständig für die Beratung in Angelegenheiten von Forschung, Lehre und Studium.

Die Leitung der Hochschule obliegt dem Präsidium. Dieses besteht aus dem Präsidenten, bis zu drei gewählten Vizepräsidenten und dem Kanzler. Dabei vertritt der Präsident die Hochschule gerichtlich und außergerichtlich, ist gleichzeitig zuständig für die laufenden Geschäfte der Hochschule, die Wahrung der Ordnung innerhalb der Hochschule und die Ausübung des Hausrechts. Die Kanzlerin oder der Kanzler leitet die Verwaltung der Hochschule unter der Verantwortung des Präsidenten. Seit 1. Juni 2008 ist der Historiker Gerhard Fouquet Präsident der Universität.

Organisatorisch gliedert sich die Universität in acht Fakultäten, fünf zentralen Einrichtungen, drei fakultätsübergreifenden Einrichtungen und elf Forschungs-und Studienzentren.

Als Interessensvertretung der Studierenden fungieren das Studierendenparlament, der AStA und die Fachschaften. Der AStA wird seit der letzten Wahl im Januar 2011 von der Hochschulgruppe Fachschaftsliste und unabhängigen Referent_Innen und Beauftragten gestellt. In die Gremien der universitären Selbstverwaltung werden ebenfalls studentische Vertreterinnen und Vertreter gewählt.

Fakultäten der Universität

Die CAU besteht derzeit aus den folgenden Fakultäten:

Zentrale Einrichtungen

Zu den zentralen Einrichtungen zählen die (2001 neu eröffnete) Universitätsbibliothek, je ein Rechen- und Sportzentrum sowie das Interdisziplinäre Zentrum Multimedia und das in Büsum ansässige Forschungs- und Technologiezentrum Westküste.

Die Universitätsbibliothek Kiel befindet sich auf dem Gelände der Universität in Stadtrandlage. Lesesäle, Präsenzbestände, Ausleihe und bibliothekarische Auskunft sowie die Verwaltung und Magazine sind in einem Gebäudekomplex in moderner Anmutung zusammengefasst. Die Buchbestände der Universitätsbibliothek umfassen derzeit über zwei Millionen Bände. Hinzu kommen etwa 45.000 Bücher aus dem 16. und 17. Jahrhundert und teils einzigartige Handschriften aus dem 10. bis 18. Jahrhundert. Weitere Buchbestände befinden sich verstreut in verschiedenen Institutsbibliotheken, so dass sich eine Gesamtzahl von fast 4,4 Millionen Bänden ergibt. Die Bestände sind weitestgehend durch einen EDV-Katalog erfasst und recherchierbar. Zu den besonderen Aufgaben der Universitätsbibliothek gehört das Sondersammelgebiet Skandinavien.

Forschungs- und Studienzentren

An der CAU sind mehrere Forschungs- und Studienzentren eingerichtet worden. Hierunter befindet sich auch das Ökologie-Zentrum Kiel (ÖZK) mit seinem Haupt-Arbeitsgebiet: integrativen Aufgaben der ökologischen Grundlagenforschung und der angewandten Umweltforschung im marinen und terrestrischen Bereich. Zentrale Abteilungen des Zentrums sind die Ökosystemforschung und 5 weitere Fachabteilungen. Über die Abteilung Küstenökologie besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Forschungs- und Technologiezentrum Westküste.

Weitere Zentren an der CAU sind:

  • das Deutsch-Norwegische Studienzentrum (DNSZ),
  • das Forschungszentrum Integrative Neurowissenschaften (FZIN),
  • Institut für Sicherheitspolitik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (ISPK)
  • das Zentrum für asiatische und afrikanische Studien (ZAAS),
  • das Zentrum für Biochemie und Molekularbiologie (ZBM),
  • das Zentrum für Ethik,
  • das Zentrum für Schlüsselqualifikationen (ZFS),
  • das Zentrum für klinische Anatomie am Anatomischen Institut,
  • das Zentrum für Lehrerbildung (ZFL),
  • das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (ZMB),
  • das Zentrum für Nordamerika-Studien (ZNAS) sowie
  • das Zentrum für Osteuropastudien (ZOS).

Wissenschaftliche Weiterbildung

Die Wissenschaftliche Weiterbildung versteht sich als Schnittstelle zwischen den wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Universität und den Anforderungen aus der beruflichen Praxis. Bereits seit 1996 ist die Wissenschaftliche Weiterbildung der Weiterbildungsanbieter der Kieler Universität.[10] Sie bietet Seminare an für Fach- und Führungskräfte, Seminare für das (wissenschaftliche) Hochschulpersonal sowie Seminare für Studierende und Absolventen. Darüber hinaus organisiert sie jährlich die Firmenkontaktmesse contacts,[11] die regelmäßig im Mai im Audimax und in einem Zelt auf dem Vorplatz des Audimax stattfindet und den Austausch und das gegenseitige Kennenlernen von potentiellen Arbeitgebern und Arbeitnehmern fördert.

Renommee

Die Universität Kiel ist zurzeit besonders renommiert in den Bereichen Meereswissenschaften, Nanowissenschaften, Entzündungsforschung und der Erforschung der historischen Entwicklung kultureller Räume. Diese Bereiche sind auch 2009 in den Zielvereinbarungen mit dem Land Schleswig-Holstein als Schwerpunkte für die nächsten fünf Jahre festgelegt worden. Auch das der Universität angegliederte Institut für Weltwirtschaft genießt internationales Ansehen. Ähnliches galt für die bis zum 1. Oktober 2011 ebenfalls zur CAU gehörende Katastrophenforschungsstelle, welche inzwischen zur Freien Universität Berlin verlegt wurde. Das ZFS bietet Studenten aller Fachrichtungen Sprachkurse mit internationalem UNIcert Abschluss an. Zum Wintersemester 2007/08 hat auch die CAU das Studium auf die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge umgestellt.

Seit 1994 beteiligt sich die Universität am Verbund Norddeutscher Universitäten zur Verbesserung von Lehre und Forschung.

Im Oktober 2006 wurde der Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ bewilligt. Im Oktober 2007 wurde ein weiterer Exzellenzcluster („Entzündung an Grenzflächen“) sowie eine Graduiertenschule („Menschliche Entwicklung in Landschaften“) bewilligt. Die Kieler Universität ist nach den neun so genannten „Elite-Unis“ die erfolgreichste deutsche Hochschule in der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern.[12]

Corporate Image

Die Universität Kiel beansprucht für sich eine „Unternehmensidentität“, welche auf den Begriff „Universität an der Ostsee“ fokussiert ist. Dies wird einerseits in der Lehre anhand der großen Zahl von ausländischen Studierenden aus den Ostseeanrainernstaaten und andererseits anhand der Ausrichtung der Forschungsaktivitäten im Exzellenzcluster Ozean der Zukunft deutlich. In diesem Bereich wurde eine Tradition begründet, die sich eng mit anderen Disziplinen vernetzt. Biologen, Chemiker, Geologen oder Physiker - alle, die sich für die Geheimnisse in den Tiefen der Weltmeere interessieren, finden in der Universität und den angegliederten Instituten besonders günstige Arbeitsbedingungen vor.[13]

Berühmte Gelehrte

An der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben zahlreiche bekannte und bedeutende Personen studiert, gelehrt und geforscht, darunter:

Siehe auch

Literatur

  • Christian-Albrechts-Universität (Hg.): Christiana Albertina. Forschungen und Berichte aus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. ISSN 0578-0160.
  • Christoph Cornelißen/Carsten Mish (Hg.): Wissenschaft an der Grenze. Die Universität Kiel im Nationalsozialismus. (= Mitteilungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, herausgegeben von Jürgen Jensen, Band 86). Klartext Verlag, Essen 2009 ISBN 978-3-8375-0240-4.
  • Astrid Hansen und Nils Meyer: Universität als Denkmal. Der Campus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Geschichte - Bestand - Zielplanung, Ludwig, Kiel 2010, ISBN 978-3-86935-040-0.
  • Karl Jordan (Hg.): Geschichte der Christian-Albrechts-Universität Kiel – 1665–1965. In mehreren Bänden. Neumünster, 1965.
  • Hans-Werner Prahl (Hg.): Uni-Formierung des Geistes. Universität Kiel im Nationalsozialismus. In zwei Bänden (1995/2007). Kiel.
  • Henning Ratjen: Geschichte der Universität zu Kiel.: Verlag der Schwers'schen Buchhandlung, Kiel [u.a.], 1870 (Online).
  • Dr. Friedrich Volbehr und Dr. Richard Weyl: Professoren und Dozenten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 1665 bis 1915 (5. Oktober); nebst einem Anhang: die Lektoren, Lehrer der Künste und Universitäts-Bibliothekare. Universitäts-Buchhandlung Kiel, 1916. online und als Datenbank

Weblinks

Einzelnachweise

  1. uni-kiel.de: Studierendenzahlen für das Wintersemester 2008/09. Abgerufen am 25. März 2010
  2. CAU: Die Universität in Zahlen. Stand: Januar 2008
  3. CAU: Übersicht Eckdaten. Stand: Juni 2008
  4. CAU: Drittmitteleinwerbung nach Geber. Stand: Februar 2008
  5. Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Von der Landesschule zum internationalen Forschungszentrum. CAU Kiel, abgerufen am 9. Mai 2010.
  6. Kiel statt Flensburg - eine gescheiterte Universitätsgründung in der Frühen Neuzeit. Universität Flensburg, abgerufen am 9. Mai 2010.
  7. Pierer's Universal-Lexikon, Stichwort Kiel
  8. Dokumentation der Zeit des Nationalsozialismus auf der Homepage der Universität
  9. Semesterbericht des Corps Palaiomarchia-Masovia
  10. http://www.uni-kiel.de/wiss-weiterbildung/index.shtml Uni Kiel
  11. contacts
  12. CAU: Übersicht über die in der Exzellenzinitiative an die deutschen Hochschulen ausgeschütteten Fördermittel
  13. CAU: Universitäts-Portrait – Universität an der Ostsee

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