Christian Karl Josias Freiherr von Bunsen


Christian Karl Josias Freiherr von Bunsen
Christian Karl Josias von Bunsen

Christian Karl Josias von Bunsen (* 25. August 1791 in Korbach; † 28. November 1860 in Bonn) war preußischer Botschafter.

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung

Bunsen begann nach dem Abitur 1808 (Alte Landesschule Korbach) in Marburg ein Studium der Theologie und setzte es in Göttingen fort. Er finanzierte seine Studien durch Unterricht. Zum Abschluss seines Studiums reiste er nach Paris, Leiden und Kopenhagen.

An der preußischen Botschaft in Rom

Er begann seine Laufbahn in Rom als Assistent des dortigen Botschafters Barthold Georg Niebuhr. Dort begann er sich für die Entzifferung der Hieroglyphen durch Champollion zu interessieren.

Als Niebuhr einen Ruf auf einen Lehrstuhl an der Universität Bonn als Althistoriker annahm, folgte er ihm als Botschafter in Rom beim Vatikan.

Bunsen verfügte über glänzende internationale Verbindungen. So erfuhr er von Karl Richard Lepsius, der sich gerade in Paris aufhielt. Bunsen lud Lepsius ein, die Erforschung der Hieroglyphen dort fortzusetzen, wo Champollion aufgehört hatte. Nach anfänglichem Zögern sagte Lepsius zu und kam nach Rom.

Wegen der katholischen Untertanen Preußens in der Rheinprovinz kam es zum Zerwürfnis mit dem Vatikan und Bunsen musste demissionieren.

Als Botschafter in London

Nach einem kurzen Aufenthalt in England und der Schweiz wurde er 1841 als Botschafter in London akkreditiert. Dort nahm er sofort Verbindung mit den britischen Ägyptologen auf und begann sein Werk "Ägyptens Stellung in der Weltgeschichte" (1844 bis 1857 in sechs Bänden) zu schreiben.

Seine Entlassung aus Rom konnte er nicht verwinden und er sann auf Rache. Diese wollte er dadurch verwirklichen, dass er nachwies, dass die Religion Ägyptens eher der protestantischen als der katholischen Konfession entsprochen hätte. In diesem Zusammenhang strengte er die Errichtung eines Bistums in Jerusalem an, das gemeinsam von Protestanten und Anglikanern verwaltet werden sollte. Dazu bemühte er sich um die Ausrüstung einer Expedition nach Ägypten. Der preußische König und der Kultusminister konnten gewonnen werden, und Lepsius wurde mit der Leitung beauftragt.

Lepsius kam nach London und bereitete zusammen mit Bunsen die Expedition im British Museum vor. Die Expedition wurde ein durchschlagender Erfolg, der Lepsius zu einem Lehrstuhl in Berlin verhalf. Als die britische Regierung 1849 einen deutschen Wissenschaftler suchte, der den Missionar und Sklavereigegner James Richardson auf seiner Expedition durch die Sahara begleiten sollte, vermittelte v. Bunsen mit Unterstützung von Alexander von Humboldt den Altphilologen und Geographen Dr. Heinrich Barth (1821-1865), unter dessen Leitung die Westafrikaexpedition zu einer der wichtigsten Forschungsreisen aller Zeiten geraten sollte.

Bunsen jedoch begann während des Krimkriegs ohne Rückendeckung aus Berlin ein preußisch-britisches Bündnis gegen Sankt Petersburg vorzubereiten, was 1854 zu seiner erneuten Demissionierung und endgültigen Pensionierung führte.

Seine Person wirkt im Rückblick vielleicht etwas absonderlich, war aber enorm wirkungsvoll bei der Errichtung eines ägyptologischen Netzwerks.

Literatur

  • Beschreibung der Stadt Rom, 3 Bände 1840-43.
  • Die Basiliken des christlichen Roms, 1843.
  • Ägyptens Stelle in der Weltgeschichte, 5 Bände, 1844-57.
  • Ignatius von Antiochien und seine Zeit, 1847.
  • Hippolytus und seine Zeit, 2 Bände, 1852/53.
  • Die Zeichen der Zeit, 2 Bände, 1855.
  • Gott in der Geschichte oder Der Fortschritt des Glaubens an eine sittliche Weltordnung, 3 Bände, 1857/58.
  • Allgemeines evangelisches Gesang- und Gebetbuch zum Kirchen- und Hausgebrauch, 1833.
  • Vollständiges Bibelwerk für die Gemeinde, 9 Bände, 1858-70.
  • Frances Bunsen, A Memoir of Baron Bunsen, 2 Bände 1868.
  • Hans-Rudolf Ruppel u.a. Universeller Geist und guter Europäer: Chr. Carl Josias von Bunsen, Korbach, 1991

Weblinks


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