Steinsammler


Steinsammler
Steinschwader

Ein Steinsammler (je nach Bauart auch Steinschwader genannt) ist ein landwirtschaftliches Gerät zum Entsteinen von Feldern.

Inhaltsverzeichnis

Funktion

Die meisten Geräte machen sich die Größenunterschiede zwischen Steinen und Erdklumpen zunutze. Mithilfe von Sieben werden Steine separiert, bei Steinsammlern in einen Bunker überladen, bei Steinschwadern ähnlich wie bei Schwadern in einer Reihe (Schwad) abgelegt. Voraussetzung ist ein möglich siebfähiger, unkrautfreier Boden. Ebenso stören Erntereste wie Maisstroh den Einsatz der Geräte.

Gründe für das Entsteinen von Feldern

Das Entsteinen von Feldern hat je nach Ausgangsbesatz (Menge und Größe der Steine im Ackerboden) verschiedene Vorteile:

  • Schäden an rotierenden Geräten wie Kreiseleggen werden verringert. Zudem mindert sich die Gefahr von umherschleudernden Steinen.
  • Ein unterbrechungsfreieres Arbeiten ist auch bei Bodenbearbeitungsgeräten ohne rotierende Teile wie Pflügen aufgrund geringerer Zahl von Beschädigungen möglich. Beispielsweise sind Pflüge verbreitet mit sogenannten Steinsicherungen durch Scherschrauben vor Überlastung und gravierenden Beschädigungen geschützt; das Zurückdrücken des ausgelenkten Teiles, das Entfernen des Schraubenrestes sowie das Montieren der neuen Scherschraube kostet aber viel Arbeitszeit.
  • Reinheit des Erntegutes: Im Erdboden wachsende Erntegüter wie Kartoffeln werden zunächst zusammen mit viel Erdreich geerntet, Erde kann abgesiebt werden, Steine müssten ohne vorangegangene Entsteinung aufwendig aussortiert werden.
  • Schäden durch Steine an den Reifen der landwirtschaftlichen Maschinen werden verringert.
  • Bei hohem Ausgangsbesatz des Ackerbodens mit Steinen ergibt sich nach dem Steinsammeln ein gleichmäßigerer Bewuchs.
  • Bei Wurzelgemüsen wie beispielsweise Karotten kann starker Steinbesatz des Bodens zu unregelmäßig gewachsenen und nicht vermarktungsfähigen Knollen bzw. Rüben führen.[1]

Ähnliche Technik

Im Beetanbau von Kartoffeln werden Steine und Erdkluten in Schwaden abgelegt. Die Kartoffeldämme werden hierbei gezielt zwischen diesen Schwaden angelegt. Von Vorteil ist hierbei, dass bei der Ernte störende Erdkluten nur in geringem Anteil in den Dämmen vorhanden sind. Das Verfahren des Beetanbaus ist vor allem in skandinavischen Ländern weit verbreitet.

Einzelnachweise

  1. vgl. zur Nichteignung steiniger Böden im Karottenanbau: Horst Köhler: Das praktische Gartenbuch. 38. Aufl., C. Bertelsmann, Gütersloh 1952/1961, S. 412

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Höhle — Eine Höhle ist ein natürlich entstandener unterirdischer Hohlraum, der groß genug ist, um von Menschen betreten zu werden, und länger als fünf Meter ist. Diese Definition des Begriffs Höhle aus der Speläologie (Höhlenkunde) unterscheidet sich vom …   Deutsch Wikipedia

  • Meinrad Schütter — (* 21. September 1910 in Chur; † 12. Januar 2006 in Küsnacht) war ein Schweizer Komponist. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Werke (Auswahl) 3 Aufnahmen …   Deutsch Wikipedia

  • Traktor — Moderner Traktor vom Typ Deutz Fahr Agrotron 130 …   Deutsch Wikipedia

  • Kongskilde Industries — A/S Rechtsform Gründung 1949 Sitz Sorø, Dänemark Umsatz 96,1 Mio. EUR (2000) Produkte …   Deutsch Wikipedia

  • Liste von Landmaschinenherstellern — Die nachfolgende Liste verzeichnet marktrelevante oder ehemals marktrelevante Landmaschinenhersteller. Sie erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Inhaltsverzeichnis A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U …   Deutsch Wikipedia