Tage Skou-Hansen


Tage Skou-Hansen

Tage Skou-Hansen (* 12. Februar 1925) ist ein dänischer Journalist und Schriftsteller, der sowohl mit dem Kritikerprisen als auch mit dem Søren-Gyldendal-Preis ausgezeichnet wurde und Bekanntheit insbesondere durch seine in mehr als vierzig Jahren entstandene siebenbändige Romanreihe über den Ich-Erzähler Holger Mikkelsen gewann.

Leben

Skou-Hansen, Sohn eines Bankdirektors, wuchs in Vestjylland und später in Kolding auf und studierte nach dem Abitur am Marselisborg Gymnasium allgemeine Literaturgeschichte und Komparatistik an der Universität Aarhus. Nach dem Abschluss des Studiums mit einem Magister war er zunächst Redakteur der Literaturzeitschrift Heretica, die Namensgeberin für die gleichnamige frühe Phase des dänischen Modernismus wurde, und befasste sich dabei als Literaturkritiker mit dem Ästhetizismus und der Ethik in Dichtung und Prosa und forderte eine breitere Berücksichtigung der Wirklichkeit. Danach war er von 1958 bis 1967 Lehrer an der Volkshochschule in Askov.

Sein literarisches Debüt gab er 1957 mit De nøgne træer, einem Roman um eine Sabotage der dänischen Widerstandsbewegung während der deutschen Okkupation, der 1991 verfilmt wurde. Neben der zeitgeschichtlichen Handlung beschrieb er in dem Roman aber auch Debatten um die Existenz des Ich-Erzählers Holger Mikkelsen und dessen Liebesbeziehung. Auch die nachfolgenden Holger-Mikkelsen-Romane Dagstjernen (1962) und På den anden side (1965) befassten sich mit den Themen Schuld und Verantwortung.

In zahlreichen seiner Werke verarbeitete er eigene Erfahrungen wie seine Erlebnisse während des Zweiten Weltkrieges, die er dann mit seinen späteren Kenntnissen verband. Diese eigenen primären Erfahrungen setzte er dann in Beziehung zu den Gedanken über Existenz und Ethik von anderen wie Martin A. Hansen und K.E. Løgstrup sowie seinem Engagement in Politik und Gesellschaft. Dies führte zum Verfassen von Essaysammlungen wie Det midlertidige fællesskab (1969) und Den forbandede utopi (1995), in denen er eine kritische Betrachtung der Beziehungen zwischen dem Einzelnen und anderen Individuen aus sozialer und politischer Sichtweise. Diese analytische Perspektive brachte ihn zur Formung einer Romanform, die die Gewichtung des Erzählers auf persönliche Reflexionen aus der Vergangenheit legte, die er jedoch stets mit einer realistischen Situationsschilderung und einer spiegelnden Symbolik verband.

Geprägt durch sein eigenes politisches Engagement verfasste er eine Werkreihe um den Ich-Erzähler Holger Mikkelsen, die dessen eigene Entwicklung, aber auch die der Gesellschaft seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zum Thema hatte. Zu dieser Reihe gehörte die Novelle Tredje halvleg (1971) sowie die Romane Medløberen (1973) und Den hårde frugt (1977), für den er zunächst 1977 den Kritikerprisen und dann 1979 den Søren-Gyldendal-Preis erhielt.

Die Romanreihe um Holger Mikkelsen fand ihre Fortsetzung mit den Büchern Over stregen (1980), På sidelinjen (1996) sowie abschließend Frit løb (2000). In der seit 1957 entstandenen siebenbändigen Holger Mikkelsen-Reihe gelang ihm durch einen Wechsel von Handlung, Dialog und essayistischer Darstellung ein umfassendes Porträt eines liberalen, aber vorsichtigen Mannes und dessen Leben, insbesondere zu dessen Geliebter Gerda und deren eigenen Problemen.

Skou-Hansen, der 1982 Mitglied der Dänischen Akademie (Det Danske Akademi) wurde, verfasste daneben eine weitere Romanreihe mit dem Titel Det runde bord, zu der die Einzelbände Springet (1986), Krukken og stenen (1987), Det andet slag (1989) und Sidste sommer (1991) gehören. Darin ging es um eine Gruppe von Menschen, die alle ihre Beziehung zum Dichter Axel betrachten, der nach seinem Beitritt zur deutschen Wehrmacht seinen Tod fand. Skou-Hansen erzählt durch die Charaktere das Spannungsfeld zwischen Lebenschancen und Lebensentscheidungen, wobei er auch soziale Geschichte und eine „alltägliche Metaphysik“ einbezieht.

Weitere Veröffentlichungen

in deutscher Sprache
  • Leidenschaften, Originaltitel De nøgne traeer, Verlag Volk und Welt 1964
  • Über den Strich, Originaltitel Over stregen, Verlag Volk und Welt 1984

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