Zusammen!


Zusammen!
Filmdaten
Deutscher Titel Zusammen!
Originaltitel Tillsammans!
Produktionsland Schweden, Dänemark, Italien
Originalsprache schwedisch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 106 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Lukas Moodysson
Drehbuch Lukas Moodysson
Produktion Lars Jönsson
Musik ABBA
Ted Gärdestad
Kamera Ulf Brantås
Schnitt Fredrik Abrahamsen,
Michal Leszczylowski
Besetzung
  • Lisa Lindgren: Elisabeth
  • Michael Nyqvist: Rolf
  • Emma Samuelsson: Eva
  • Sam Kessel: Stefan
  • Gustaf Hammarsten: Göran
  • Anja Lundqvist: Lena
  • Jessica Liedberg: Anna
  • Ola Norell: Lasse
  • Axel Zuber: Tet
  • Shanti Roney: Klas
  • Olle Sarri: Erik
  • Cecilia Frode: Signe
  • Lars Frode: Sigvard
  • Emil Moodysson: Måne
  • Henrik Lundström: Fredrik
  • Sten Ljunggren: Birger

Zusammen! (Originaltitel: Tillsammans!) ist ein schwedisch-dänisch-italienischer Spielfilm aus dem Jahr 2000. Es ist das Nachfolgewerk des Regisseurs Lukas Moodysson, der 1998 mit Raus aus Åmål einen Überraschungserfolg landete.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Stockholm in den 1970er Jahren: Die Hausfrau und Mutter Elisabeth verlässt ihren Mann Rolf, nachdem er sie wiederholt unter Alkoholeinfluss geschlagen hatte, und zieht mit ihren Kindern Eva und Stefan bei ihrem Bruder Göran ein. Dieser lebt mit seiner Freundin Lena in der Kommune Zusammen!. In diesem idyllischen Holzhaus in einem Stockholmer Vorort haben sich diverse Aussteiger und Andersdenkende zusammengefunden.

Göran ist zwar der inoffizielle Anführer der Kommune, ist jedoch viel zu gutmütig und altruistisch, um sich wirklich durchsetzen zu können. So führt er mit seiner Freundin Lena eine offene Beziehung, diese fühlt sich vom linksrevolutionären Proletarier Erik viel besser verstanden, außerdem schwärmt sie ihm von dem Orgasmus vor, den Erik ihr verschaffen konnte. Anna und Lasse hingegen haben sich bereits getrennt, leben jedoch noch gemeinsam mit ihrem Sohn Tet in der Kommune. Während Anna sich mittlerweile für lesbisch hält, versucht Lasse den Annäherungsversuchen des schwulen Mitbewohners Klas zu entkommen. Vervollständigt wird die WG noch durch Signe und Sigvard, ökologisch orientierten Aussteigern, und ihrem Sohn Måne.

In dieses teilweise sehr dysfunktionale WG-Leben zieht Elisabeth ein und bringt alles mit ihrer offenen, jedoch komplett anderen Art durcheinander. Auch ihr kleiner Sohn Stefan kann für die jüngeren Mitbewohner Tet und Måne neue Privilegien erstreiten. Nur die extrem stille 13-jährige Eva ist von der WG überfordert, freundet sich jedoch mit dem ebenso schüchternen 14-jährigen Nachbarsjungen Fredrik an, mit dem sie die gleiche extrem kurzsichtige Sehstärke teilt. In der Zwischenzeit versucht Rolf jedoch, die Zuneigung von Elisabeth und seinen Kindern zurückzugewinnen.

Nachdem auch wieder Fleisch auf den Speiseplan der WG Einzug gehalten hat und ein gebrauchter Fernseher angeschafft wurde, ziehen Signe und Sigvard aus, um ihr Glück im Kollektiv Mutter Erde zu versuchen. Erik jedoch findet seine gesamten Mitbewohner komplett unpolitisch und wechselt in den Untergrund, nachdem ihm klar wird, dass auch Lena eher körperlich an ihm interessiert ist. Der Rest der WG-Bewohner verträgt sich jedoch zusehends, auch Anna und Lasse versöhnen sich schließlich, auch wenn Anna konstant daran scheitert, Elisabeth für sich zu interessieren, während Lasse sich von Klas doch noch zu einem Blow-Job überreden lässt und schließlich mit ihm zusammenkommt.

Mit Hilfe des älteren Birger, der ebenfalls alleine lebt, schafft Rolf es endlich, sich zu ändern. Dennoch stößt er bei Elisabeth weiterhin auf Ablehnung. Nach Elisabeths Standpauke werden aber auch Göran die Augen geöffnet und er setzt Lena kurzerhand vor die Tür. Doch im Laufe des Weihnachtsabends lässt sich Elisabeth für Rolf erweichen, so dass alle vergnügt am Weihnachtsmorgen im Schnee Fußball spielen. Und Anna hat mit Fredriks biederer Mutter, die ebenfalls ihren Mann, der sich für sie nicht mehr interessiert, verlassen hat, eine neue potentielle Partnerin gefunden.

Rezeption

Wie der Vorgängerfilm stieß auch Zusammen! auf insgesamt positive Kritiken. So bewunderte Roger Ebert in der Chicago Times den stillen Humor und satirischen Rückblick auf die 1970er Jahre sowie die Botschaft, dass letzten Endes doch alle Menschen, so exzentrisch sie auch sein mögen, sich nach etwas mehr Normalität sehnen.[1] Auch Peter Trevers schrieb im Rolling Stone, dass es sich um einen menschlichen und heiteren Film handelt, der Lukas Moodysson weiterhin als beachtenswertes Talent darstelle. [2] Auf Rotten Tomatoes hat der Film einen Bewertungsstand von aktuell 90 Prozent positiven Kritiken.[3]

Bezug zu anderen Filmen des Regisseurs

Vergleicht man den Film mit seinem Vorgänger Raus aus Åmål, lassen sich viele Parallelen feststellen. So spielt dieser zwar im Schweden der Gegenwart, d. h. Ende der 1990er Jahre, dennoch wird auch hier das Beziehungsleben unterschiedlicher Personen, in diesem Fall hauptsächlich Teenager humorvoll und trotzdem einfühlsam betrachtet. Gerade der Aspekt der Homosexualität wird in beiden Filmen angeschnitten, auch wenn er in Raus aus Åmål mehr im Vordergrund steht. Aber auch die Charaktere Anna und Lasse müssen in Zusammen! rausfinden, dass es nicht immer nur Willenssache ist, auf welches Geschlecht man wirklich anziehend ist und selbst auch anziehend findet. Weitere Gemeinsamkeiten zwischen beiden Filmen ist die etwas satirische Darstellung unterschiedlicher sozialer Schichten und Lebensauffassungen, ohne dass einer der Vorrang gegeben wird. Sind dies in Zusammen! die Kommunenbewohner mit ihren unterschiedlichen Ansichten, die auf die spießigen Nachbarn und den wirklichen Proletarier Rolf stoßen, so sind es in Raus aus Åmål eher die beiden sehr unterschiedlichen Familien und Hintergründe, vor denen Agnes und Elin aufwachsen. Zuletzt kann man vielleicht noch eine weitere Parallele ziehen: Agnes’ Eltern in Raus aus Åmål könnten die Fortsetzung der Bewohner von Zusammen! sein - zurückgerechnet im ähnlichen Alter und teilweise auch mit ähnlichen, vordergründig liberalen, dann aber doch auch bedachten Ansichten.

Der nachfolgende Film Lilja 4-ever stellt jedoch einen Bruch Moodyssons mit seinen beiden ersten Filmen dar. Zwar ist auch dieser ein Blick auf die Realität; durch die Darstellung des Schicksals von Lilya, die nach vielen Schicksalsschlägen in der ehemaligen Sowjetunion schließlich als Prostituierte in Schweden landet, ist dieser Film wesentlich negativer und düsterer. Das Schweden-Bild, dass Moodysson hier bietet, ist nicht mit den zwar mit Problemen belasteten, letzten Endes jedoch aber positiven Bildern aus den beiden Vorgängern zu vergleichen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://rogerebert.suntimes.com/apps/pbcs.dll/article?AID=/20010914/REVIEWS/109140304/1023
  2. http://www.rollingstone.com/reviews/movie/5948353/review/5948354/together
  3. http://uk.rottentomatoes.com/m/1109600-together/?name_order=asc

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