Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands

Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands

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Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands
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Rechtsform Eingetragener Verein
Gründung 1947
Ort Ebersbach/Fils
Präsident Georg Michael Primus
Vorstand Hartmut Hühnerbein, Hans Wolf von Schleinitz
Geschäftsführer Hartmut Hühnerbein, Hans Wolf von Schleinitz
Website www.cjd.de

Das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) ist ein Jugend-, Bildungs- und Sozialwerk, das jungen und erwachsenen Menschen Ausbildung, Förderung und Unterstützung in ihrer aktuellen Lebenssituation anbietet. „Seine Anschauungen vom Menschen, von der Welt und von der Geschichte haben ihre Grundlagen im christlichen Glauben. Demgemäß will das CJD für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für die jungen Menschen Stätte der Begegnung mit Jesus Christus sein“ heißt es in der Präambel der Satzung des CJD.[1] Das CJD ist unter anderem Mitglied des CVJM-Gesamtverbandes in Deutschland und des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD).[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Zahl entwurzelter Menschen in Deutschland sehr hoch, insbesondere unter Kindern und Jugendlichen, die vielfach zusätzlich zum Verlust des bisherigen Lebensumfelds (ausgebombt oder vertrieben) auch den der Eltern zu beklagen hatten und orientierungslos waren.

Pfarrer Arnold Dannenmann aus Faurndau bei Göppingen erkannte diese Not und mit einer kleinen Gruppe engagierter Christen gründete er ein Werk, das den jungen Menschen die Chance zu einem Neubeginn eröffnen sollte. Am 5. Dezember 1947 wurde das Werk als „Christliches Wohlfahrtswerk - Das Jugenddorf (CWJD)“ beim Amtsgericht Stuttgart in das Vereinsregister eingetragen. Auf der Gründungsversammlung umriss Dannenmann als erster Präsident die Vision des CJD: „Dieses Werk wird von den Alpen bis zur Nordsee die deutsche Jugend ansprechen. Die Losung heißt: Keiner darf verloren gehen!“. Die christliche Ausrichtung wurde von Anfang an deutlich, so ist das Werk Mitglied im CVJM-Gesamtverband Deutschland, sowie im Diakonischen Werk der EKD. Außerdem sollten die Mitarbeiter der christlichen Kirche angehören, unterstützte Menschen müssen dies hingegen nicht unbedingt, allerdings will das CJD für sie ein Begegnungsort mit Jesus Christus sein.

Noch 1947 wurde in Blaubeuren eine Unterkunft für obdachlose oder gesundheitlich beeinträchtige Jugendliche eingerichtet. Es folgen weitere Unterkünfte in Helmscherode (1948) und Limmer (1949). Das erste „Jugenddorf“ wurde 1949 im Schloss Kaltenstein in Vaihingen an der Enz eingerichtet, heute die älteste Einrichtung des CJD. 1950 wird in Dortmund ein weiteres Jugenddorf für 150 Jugendliche gebaut, ermöglicht durch eine 200.000-DM-Spende aus den Vereinigten Staaten, die von Bundeskanzler Konrad Adenauer überbracht wurde.

Georg Michael Primus, CJD-Präsident seit 2008

1951 begann mit der Gründung der Christophorusschule in Elze die erzieherische und schulische Ausbildung im CJD. Auch die berufliche Ausbildung wurde in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft aufgenommen, zum Beispiel im Bergbau des Ruhrgebiets oder mit der BASF in Ludwigshafen. Im gleichen Jahr begann aufgrund der Verbindung des CJD zum YMCA-Weltbund auch das internationale Engagement mit dem ersten Auslands-Jugenddorf in Venezuela. Auch in anderen Ländern wie Madagaskar, Guinea, Israel und Jericho entstanden CJD-Ableger, die nach erfolgreichem Anlauf nach wenigen Jahren in einheimische Hände übertragen wurden. 1953 benannte sich der Verein in „Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands, Gemeinnütziger Verband e.V. im Deutschen Nationalverband des Weltbundes der YMCA-Genf“ um.[1]

Das CJD Dortmund entwickelte gemeinsam mit dem Arbeitsamt 1967 das Berufsvorbereitungsjahr, das 1969 vom damaligen nordrhein-westfälischen Wissenschaftsminister Johannes Rau durch das Arbeitsförderungsgesetz rechtlich anerkannt wurde.

In den 1970er Jahren wurde das Aufgabenfeld des CJD um die berufspädagogische Arbeit erweitert, die sich um körperlich und lernbehinderte Jugendliche, sowie Jugendliche aus Migrationshintergrund mit Sprachschwierigkeiten (damals vorwiegend Spätaussiedler, die durch die Ostverträge verstärkt nach Deutschland kamen) kümmert. Auch die spezielle Förderung von Hochbegabten wurde aufgenommen, zum Beispiel in der Christophorusschule Berchtesgaden.

1985 geht Arnold Dannenmann in den Ruhestand, bleibt allerdings als Ehrenpräsident weiterhin ehrenamtlich tätig bis er 1993 stirbt. Nachfolger wird sein Sohn Dr. Christopher Dannenmann.

In der Folge der deutschen Wiedervereinigung 1990 entstanden 50 neue Einrichtungen, vor allem im Bereich der Behindertenhilfe. Aufgrund des starken Wachstums folgt eine Umstrukturierung der Verwaltung: Präsidium und Geschäftsleitung werden klar getrennt. Infolgedessen übernimmt Erich Schneider 1996 das Amt des Präsidenten und die einzelnen Einrichtungen werden zu Regionalverbänden zusammengefasst. 2000 erfolgte die Umbenennung in „Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands gemeinnütziger e. V. (CJD)“.[1] 2002 wurde der Verwaltung ein hauptamtlicher Vorstand aus Hartmut Hühnerbein und Berthold Kuhn hinzugefügt und das ehrenamtliche Präsidium übernahm die Aufgaben eines Aufsichtsrates. Seit 2008 ist Georg Michael Primus Präsident des CJD und Hans Wolf von Schleinitz ersetzt Berthold Kuhn in der Geschäftsführung.

Angebote

Die 9300 Mitarbeiter des CJD unterstützen insgesamt 155.000 Menschen. Bundesweit betreibt das CJD mehr als 150 Einrichtungen, in denen unter anderem benachteiligte Menschen leben, lernen und arbeiten. Gleichzeitig fördert das CJD auch Hochbegabte. Unter diesen Einrichtungen sind 44 staatlich genehmigte und staatlich anerkannte Schulen der verschiedenen Schultypen (darunter acht Gymnasien), Einrichtungen der Sportförderung, der Behindertenförderung und der Erwachsenenbildung.

Das CJD bietet für sozial, körperlich oder geistig benachteiligte Menschen Angebote und Förderprogramme. Seine Hilfen gliedern sich in die Bereiche Schulische Bildung, Kinder- und Jugendhilfe, Straffälligenhilfe, Berufliche Bildung, Rehabilitation, Migrationsarbeit, Hilfe für Menschen mit Behinderungen sowie Fort- und Weiterbildung.

Aus dem christlichen Menschbild leitet das CJD seine Pädagogik ab, die auf vier Kernkompetenzen beruht:

Die pädagogische Arbeit des CJD ist ganzheitlich ausgerichtet, Körper, Geist und Seele werden gleichermaßen angesprochen und gefördert.

Ausbildung zum staatlich anerkannten Jugend- und Heimerzieher

Das CJD bietet eine Ausbildung für Erzieher an, die von der typischen Form dieser Ausbildung abweicht. Sie ist sehr praxisbezogen und vermittelt die theoretischen Lerninhalte mithilfe des Internets. Innerhalb dieser Ausbildung erlangt man auch die heilpädagogische Zusatzqualifikation sowie eine Qualifikation für Frühkindliche Erziehung, die normalerweise ein zusätzliches Jahr erfordert. Wie eine normale Erzieherausbildung auch dauert sie drei Jahre. Zugangsvoraussetzungen sind ein mittlerer Bildungsabschluss und ein Freiwilliges Soziales Jahr oder die zweijährige Ausbildung zum Sozialassistenten.

Das wichtigste Merkmal dieser Ausbildung ist der hohe Praxisgehalt. Die Auszubildenden sind den größten Teil eines Ausbildungsjahres in einem Jugenddorf in Deutschland eingesetzt und begeben sich zweimal jährlich einen Monat in die Arnold-Dannenmann-Akademie in Eppingen, um dort die per Internet erarbeitete Theorie zu vertiefen und Leistungsnachweise zu erbringen. Die Ausbildung ist staatlich anerkannt und qualifiziert zum Arbeiten in allen sozialpädagogischen Bereichen, für die kein Studium vorausgesetzt wird.

Einrichtungen des CJD (Auswahl)

Die Zentrale des CJD befindet sich in Ebersbach an der Fils. Zu den zahlreichen Einrichtungen gehören:

Berühmte Schüler

Unter den ehemaligen Schülern der CJD-Einrichtungen finden sich einige berühmte Persönlichkeiten, wie z. B. Georg Hackl, Hilde Gerg, Maria Riesch[3] oder Evi Sachenbacher.

Einzelnachweise

  1. a b c Satzung des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschland e. V: Fassung vom 18. Juni 2011, 1. Auflage Februar 2011
  2. Fachverband CJD der EKD, gesehen am 2. Juni 2011
  3. CJD: Erfolgreiche Saison der Skifahrerinnen, gesehen am 2. Juni 2011

Weblinks


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