Udo Remmes


Udo Remmes

Karl Maria Udo Remmes (* 2. Juli 1954 in Tübingen) ist ein deutscher Fotograf und Arzt. Er wurde bekannt durch seine stilistisch neue Fotografie, vor allem Backstage-Fotografie im Bereich Oper, Ballett und Musical.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Bereits als Schüler begeisterte ihn die Fotografie. Mit 16 Jahren betrieb Remmes ein eigenes kleines Studio mit SchwarzWeiß-Labor. Sein weiteres Talent lag im Bereich der Naturwissenschaften. So studierte er zunächst Biologie und Medizin, promovierte 1984-86 in Neuroradiologie zum Doctor medicinae, absolvierte eine Ausbildung zum Facharzt für Diagnostische Radiologie. Anschließend durchlief er eine Ausbildung in Professional Photography am New York Institute of Photography, die er mit einer Graduierung abschloss. 1995 wurde Remmes zum Fellow der Royal Society of Medicine in London ernannt, er ließ sich als Radiologe in Düsseldorf nieder, bis er seine Praxistätigkeit Ende 2009 aufgab, um sich intensiver der Fotografie widmen zu können.

Fotografische Karriere

Im Jahr 2000 wurde die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf auf seine fotografische Arbeit aufmerksam und widmete ihm eine Einzelausstellung. Die Ausstellung „Operaria“ zeigte in 40 Schwarz-Weiß-Aufnahmen ein Portrait des Backstage-Betriebes der Deutschen Oper am Rhein. Es folgten Aufnahmeserien an verschiedenen europäischen Opern- und Ballett-Bühnen wie beispielsweise dem Teatro Regio Turin, der Oper Graz, der English National Opera London, beim Opernfestival im finnischen Savonlinna. 2005 fotografierte er am Chang´an Grand Theater in Peking . Im Jahr 2002 kaufte das Theatermuseum Düsseldorf 135 seiner Arbeiten und begründete damit die „Sammlung Remmes“; inzwischen umfasst die Sammlung etwa 200 seiner Werke. Ebenfalls 2002 erhielt er die höchsten Distinctions der Royal Photographic Society: Accredited Senior Imaging Scientist & Fellow (ASIS FRPS). 2003 wählte die Royal Society of Arts Udo Remmes zum Fellow (FRSA). Im Rahmen der Weltausstellung EXPO 2010 in Shanghai repräsentierte Remmes künstlerische Fotografie aus Düsseldorf mit einer Ausstellung über die Schnittstelle zwischen Theaterarbeit und Bühnenkunst im Liu Haisu Art Museum Shanghai.

Weitere Arbeiten umfassen u.a. Milieustudien aus den Handwerksstätten Venedigs und eine fotografische Spurensuche auf der Fährte Christoph Kolumbus´, wofür Remmes dessen Routen von Portugal bis in die Karibik mehrfach auf einem Großsegler nachverfolgte.

Fotografischer Stil

Remmes´ fotografischer Stil orientiert sich am Pictorialismus. Seine Intrinsische Fotografie steht konträr zur Neuen Sachlichkeit der Düsseldorfer Becher -Schule. „Udo Remmes bringt uns dieses Kunstwerk (Theater, Anm. d. Verf.), das im Augenblick seiner Entstehung auch wieder vergeht, nahe, ohne das Geheimnis zu verletzen. Udo Remmes’ Fotografien führen uns von den Werkstätten über die Garderoben und Hinterbühnen bis an die Rampe und vor den Vorhang. Sie zeigen uns die technischen Leistungen, sie zeigen uns die Anstrengungen aller Beteiligten, wenn das Theaterkunstwerk “über die Rampe” zum Zuschauer gelangt. Sein Interesse gilt dabei nicht der Dokumentation. Udo Remmes hält Augenblicke fest, in denen Theaterarbeit in Theaterkunst umschlägt. Er lässt uns an Momenten von Konzentration und Versenkung, aber auch von Erschöpfung und Glück teilhaben, und zeigt die Theaterkunst als Ergebnis eines gestalteten Schöpfungsprozesses. Er bewahrt als Betrachter Distanz, und sein sensibler Blick hinter die Kulissen zerstört den Zauber des Theaters nicht, sondern steigert den Genuss daran. Der distanzierte Blick des Fotografen fängt auch die spannungsreichen Widersprüche einer Szenerie ein, ebenso wie der Blick des Theaterliebhabers, der um das empfindliche Gleichgewicht von Theaterarbeit und Theaterkunst weiß. Die Bilder erzählen die Geschichte der uns vielfach vertrauten Theaterabende neu, verführen uns zum genauen Hinschauen und lassen uns einen neuen Zugang zum Geheimnis Theater finden.“, Zitat Dr. Winrich Meizies, Präsident der Société Internationale des Bibliothèques et des Musées des Arts du Spectacle (SIBMAS) und Direktor des Theatermuseums Düsseldorf „Es ist ein Zug von Änigmatik, von ungelöstem Rätsel in Remmes' Fotografien, die einen völlig neuen Zugang zum Geheimnis des Theaters eröffnen“ - Pressetext des Hartmannbundes zur Benfizausstellung 2004 im Berliner Rathaus Schöneberg.

Remmes selbst nennt seine Arbeiten „lichtgeschriebene Lyrik“ .

Privates

Seit 1988 ist er mit der Kalligrafin und Buchmalerin Alexandra Remmes verheiratet; gemeinsame Tochter Undine. Udo Remmes lebt vorwiegend in Düsseldorf.

Einzel-Ausstellungen

  • 2000 Operaria, Universitäts- u. Landesbibliothek Düsseldorf
  • 2001 Gorgoneion, Pfalzbau Ludwigshafen
  • 2001 Gorgoneion II, Kongresshaus Baden-Baden
  • 2001 Serenessima Serenata, Radiologie Hansaallee Düsseldorf
  • 2001 Kosmas u. Damian - In memoriam 9-11, Johannes-Kirche Düsseldorf
  • 2002 Behind the Velvet Curtain, 105. Deutscher Ärztetag Rostock
  • 2002 Operaria II, Leica-Galerie Solms
  • 2003 Operaria II, Leica-Gallery Tokyo/Japan
  • 2003 Theatermuseum Düsseldorf: Augenblicke der Kunst / Sammlung "Remmes"
  • 2003 Behind the velvet curtain, Pontos de Vista, Portugal
  • 2004 Operaria III, Schöneberger Rathaus Berlin
  • 2005 Operaria III, Landesärztekammer Hannover
  • 2005 Augenblicke der Kunst, Goethe-Institut Peking/China
  • 2005 "Moments of Art", He Xiangning Art Museum, Shenzhen/China,
  • 2006 Portraits der Schauspielerin Gudrun Landgrebe, Galerie Petra Lange Berlin
  • 2010 Moments of Art III, Liu Haisu Art Museum Shanghai

Gruppen-Ausstellungen

  • 2009 BlickWechsel oder Die Kunst des Zuschauens, Theatermuseum Düsseldorf, Royal Photographic Soc.
  • 2009 Ink Play - Play Ink, Theatermuseum Düsseldorf, Liu Haisu Museum Shanghai
  • 2009 Die Kunst des Zuschauens, Park-Theater Iserlohn, Royal Photographic Society
  • 2010 Zuschauerkunst, Theatermuseum Düsseldorf, diverse Künstler

Literatur

  • Meiszies W (Hrsg), Augenblicke der Kunst - Udo Remmes fotografiert Theaterarbeit. ISBN 3-929945-19-3
  • Sadler R, The Art of Seeing. RPS Contemporary Photography No. 27
  • Matzigkeit R, On Stage / Backstage. SchwarzWeiss Nr. 37
  • Traditional Excellence by Digital Design, RPS Journal Vol. 146, ISSN 1468-8670

Quellen

  • Biographie in Marquis´ Who´s Who in the World
  • Biographie in Marquis´ Who´s Who in the Medicine and Healthcare
  • Meiszies, Augenblicke der Kunst - Udo Remmes fotografiert Theaterarbeit. Theatermuseum 2003 / Droste 2005, ISBN 3-929945-19-3

Weblinks


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