Uranus (Schiff)


Uranus (Schiff)

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Uranus
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Schiffsdaten
Flagge Antigua und BarbudaAntigua und Barbuda Antigua und Barbuda
Schiffstyp Ankerziehschlepper (AHT)
Rufzeichen V2EC9[1]
Heimathafen Saint John’s
Eigner Uranus Harms Offshore[2]
Reederei Harms Bergung, Transport und Heavylift GmbH & Co. KG
Bauwerft Mützelfeldtwerft GmbH (Cuxhaven, Deutschland)
Baunummer 256
Indienststellung Dezember 2009
Verbleib in Dienst
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
74,30[1] m (Lüa)
Breite 18,50 m
Tiefgang max. 8,00 m
Vermessung 3.552 BRT[2]
Maschine
Maschine dieselmechanisch
4x MaK 9M32C, je 4.500 kW[1]
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
18.000 kW (24.473 PS)
Geschwindigkeit max. 18 kn (33 km/h)
Propeller 2x Verstellpropeller in Kortdüse
Sonstiges
Klassifizierungen

Germanischer Lloyd

Registrier-
nummern

IMO: 9398539[2]

Pfahlzug 285 Tonnen (ca. 2.795 kN)[1]

Die Uranus ist der leistungsfähigste, jemals in Deutschland für deutsche Auftraggeber gebaute Ankerziehschlepper (AHT, engl. Anchor Handling Tug). Eigentümer und Betreiber des auf der Mützelfeldtwerft gebauten Schiffes ist die Hamburger Reederei Harms Bergung, Transport und Heavylift GmbH & Co. KG. Das Schiff wird unter der Flagge von Antigua und Barbuda betrieben, sein Heimathafen ist St. John's. Im Sommer 2010 wurde das Schwesterschiff "Orcus" in Dienst gestellt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Um den gestiegenen Anforderungen im Bergungseinsatz und bei der Erdölgewinnung im Offshore-Bereich begegnen zu können, benötigte die in dieser Sparte tätige Reederei Harms Bergung leistungsfähige Hochseeschlepper mit einem Pfahlzug von mindestens 280 Tonnen (ca. 2.750 kN). Vor diesem Hintergrund wurden MAN Ferrostaal AG (Logistik, Projektleitung) und die Mützelfeldtwerft GmbH (Schiffbau) mit der Realisierung beauftragt. Für den Entwurf war die in Lauenburg/Elbe ansässige Hitzler Werft verantwortlich.

Im Herbst 2007 wurde die Uranus als Baunummer 256 bei der Mützelfeldtwerft in Cuxhaven auf Kiel gelegt. Am 31. August 2008 wurde das Schwimmdock geflutet. Aufgrund technischer Probleme konnten die Probefahrten erst im August/September 2009 durchgeführt werden. Die Pfahlzugtests fanden am 7. Oktober 2009 in Stavanger statt. Da während der Probefahrten Stabilitätsprobleme auftraten, entschloss man sich, die Uranus mit zusätzlichen Auftriebskästen mittschiffs auszurüsten. Diese Maßnahme wurde im Sommer 2010 auf der Bauwerft durchgeführt.[3]

Die Uranus wurde am 21. November 2009 von Sigrid Albrecht, Ehefrau eines der beiden Eigner, getauft.[4]

Technik und Ausrüstung

Maschinenanlage und Antrieb

Entsprechend ihrer Aufgabenstellung ist die Uranus mit einer sehr leistungsfähigen Maschinen- und Antriebsanlage ausgestattet. Als Hauptmotoren kommen vier Neunzylinder-Reihenmotoren der Baureihe MaK M32C zum Einsatz. Jeder Motor entwickelt bei einer Drehzahl von 600/min eine Leistung von 4.500 kW (6.120 PS). Je zwei Motoren wirken über Kupplungen und Getriebe des Typs Wärtsilä TCH270-S58 auf Lips 4-Blatt-Verstellpropeller mit einem Durchmesser von 4,52 m. Die Propeller laufen in festen Kortdüsen; ihre Nenndrehzahl beträgt 122/min. Je nach Bedarf können die Motoren zu- oder abgekoppelt werden.

Mit diesen Antriebsanlagen erreicht der Schlepper bei Dauermaschinenleistung (englisch Maximum Continuous Rating, MCR) einen maximalen Dauerpfahlzug von 285 Tonnen (ca. 2.795 kN), bei 110 % Maschinenleistung können kurzzeitig 301 Tonnen (ca. 2.950 kN) erreicht werden. Die Höchstgeschwindigkeit der Uranus liegt bei ca. 18 Knoten, die Dienstgeschwindigkeit beträgt 12 Knoten.

Für die Stromversorgung verfügt die Uranus über zwei an den Getrieben angeflanschte Wellengeneratoren mit einer Leistung von jeweils 2.000 kW. Sie können über Kupplungen zu- und abgeschaltet werden. Darüber hinaus sind zwei weitere Dieselgeneratoren vorhanden.

Um eine gute Manövrierfähigkeit zu gewährleisten, ist der Schlepper mit drei Schottel-Querstrahlanlagen ausgerüstet. Sie arbeiten mit elektrisch angetriebenen Verstellpropellern. Die beiden Anlagen im Bug (STT 4 CP) leisten je 1.200 kW, der Heck-Querstrahler (STT 1 CP) leistet 400 kW.[1][3]

Literatur

  • jm: Stärkster Schlepper kommt heute in Fahrt. In: Täglicher Hafenbericht. 62, Dezember 2009, S. 3.

Einzelnachweise

  1. a b c d e Harms Bergung: Flottenübersicht und Datenblätter, aufgerufen am 3. März 2011
  2. a b c Administrative Daten auf Equasis, aufgerufen am 3. März 2011
  3. a b Informationen zur Uranus und ihrem Schwesterschiff auf www.tugboats.de, aufgerufen am 3. März 2011
  4. Bericht in den Cuxhavener Nachrichten vom 23. November 2009, aufgerufen am 3. März 2011

Weblinks


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