Willi Ahrem


Willi Ahrem

Willi Ahrem (* 1902 in Elberfeld; † 20. Juni 1967 in Wuppertal) war ein deutscher Wehrmachtsangehöriger, der mehrere Juden rettete, die er zunächst versteckte und dann außer Landes schmuggelte.

Sein Vater Ewald Ahrem besaß eine Exportfirma, an der Willi Ahrem Teilhaber war. 1941 wurde Willi Ahrem, inzwischen Familienvater, zur Wehrmacht eingezogen.

1941 wurde er Obertruppführer eines Bautrupps[1] und Kommandant eines Zwangsarbeitslagers in Nemirow (Ukraine). Vor einer SS-„Aktion“ gegen dortige Juden warnte er im November 1941 und im Juli 1942 Jehoschua Menzer, der deutschsprachig war und weitere Juden informierte. Beide Male brachte er Menzers Familie und weitere Juden im Keller seines Hauses unter. 1942 schmuggelte er sie in das Ghetto Djurin im rumänisch besetzten Transnistrien und versorgte sie, wie schon zuvor, mit Lebensmitteln und anderem Notwendigem. Auch für weitere Ghettoinsassen erledigte er Kurierdienste, wurde aber als Judenhelfer denunziert und 1943 nach Deutschland versetzt[2], wo er – wie schon zuvor – als Dolmetscher bei der Wehrmacht eingesetzt wurde.[3]

Ahrem wurde am 15. Juni 1965 als Gerechter unter den Völkern in Yad Vashem geehrt.[4] Die Stadt Wuppertal hat am 19. Oktober 2007 eine Treppe nach ihm benannt.[5]

Literatur

  • Beate Kosmala, Revital Ludewig-Kedmi: Verbotene Hilfe. Deutsche Retterinnen und Retter während des Holocaust. Auer-Verlag u. a., Donauwörth u. a. 2003, ISBN 3-403-04085-2, S. 80–85.
  • Wolfram Wette: Willi Ahrem, Haupttruppführer der Organisation Todt. Der Judenmord in Nemirow und seine Rettungsaktion. In: Wolfram Wette (Hrsg.): Zivilcourage. Empörte, Helfer und Retter aus Wehrmacht, Polizei und SS. S. Fischer, Frankfurt/Main 2004, ISBN 3-596-15852-4, (Fischer 15852), (Die Zeit des Nationalsozialismus), S. 145–159.

Einzelnachweise

  1. Vorstehende Informationen nach [1]
  2. Vorstehender Absatz nach Daniel Fraenkel, Jakob Borut (Hg.): Willi Ahrem, Artikel in: Lexikon der Gerechten unter den Völkern: Deutsche und Österreicher, Band 1, Wallstein Verlag 2005, ISBN 3892449007, Akte 0102, S. 56, Online
  3. Nach [2]
  4. Fraenkel/Borut, l.c.; [3] gibt 1968 an.
  5. Vgl. [4]. Die Treppe verläuft zwischen Oberer Grifflenberg / Gausstraße und Fuhltottstraße.

Weblinks


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