Willkommen Österreich (Late-Night-Show)


Willkommen Österreich (Late-Night-Show)
Seriendaten
Originaltitel Willkommen Österreich
WOE.png
Produktionsland Österreich
Produktionsjahr(e) 2007–
Produktions-
unternehmen
Superfilm
Länge 50 Minuten
Ausstrahlungs-
turnus
wöchentlich (donnerstags)
Genre Late-Night-Show, Schwarze Comedy
Titellied Russkaja
Idee David Schalko,
Fred Schreiber
Moderation
Erstausstrahlung 31. Mai 2007 auf ORF 1
Dreharbeiten zu einer „Willkommen Österreich”-Folge mit Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka im August 2007.

Willkommen Österreich ist eine österreichische Late-Night-Show, moderiert von Stermann & Grissemann, die in der Comedy-Schiene Donnerstag Nacht des ORF läuft. Das Konzept knüpfte anfangs an der Vorabendillustrierten Willkommen Österreich an, bereits ab der zehnten Episode wurden allerdings das Design und Erscheinungsbild in Richtung Late-Night-Show geändert.

Ursprünglich wollte man ein Gastmoderationsformat auf die Beine stellen, was aber aus Kostengründen nicht gelang. So kam es dazu, dass vor dem Relaunch neben Stermann & Grissemann auch B- und C-Moderatorenteams zum Einsatz kamen.

Jede zweite Woche werden für gewöhnlich zwei Ausgaben im Media Quarter Marx in Wien aufgezeichnet. Seit dem 18. September 2008 läuft Willkommen Österreich auch im Nachtprogramm von 3sat.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Entstehung und Vorgängersendung

Die gleichnamige Vorgängersendung Willkommen Österreich war eine Vorabendillustrierte, die täglich auf dem Sender ORF 2 lief. Im Zuge der Programmreform 2007, die auch das neue Format hervorbrachte, wurde sie abgesetzt.

Das neue Format wurde ursprünglich im originalen „Willkommen Österreich”-Studio gedreht und bediente sich sogar desselben Logos und Corporate Designs mit Ausnahme einer düstereren Beleuchtung und Musikuntermalung. So stellte sich etwa in der ersten Sendung heraus, dass in einem scheinbar bloß als Dekorationsobjekt dienenden kleinen Schrank seit vielen Jahren ein Mann wohnt, der vor lauter Ängsten nicht mehr herauskommen wollte. Die Show griff damit sehr direkt und ironisch den konservativen Charakter der Vorabendillustrierten an und wurde auch explizit als schwarzhumorige Parodie auf die Originalsendung beworben. Das Heile-Welt-Bild aus dem Nachmittagsprogramm wurde in der Neuauflage komplett auf den Kopf gestellt.

Die erste Sendung wurde im Jahr 2007 ausgestrahlt. Die erste Staffel bestand aus zehn Folgen und verfügte als Gegenstück zum Original Willkommen Österreich über ein „Angst“-Konzept. Es wurden ausschließlich Ängste thematisiert und die Sendung verfügte über einen düsteren und depressiven Grundton, was sich in der Ausdrucksart der Moderatoren sowie musikalischen und tontechnischen Effekten zeigte.

Ab der zweiten Staffel

Nach der ersten Staffel gab es eine längere Pause, bis die zweite Staffel gestartet wurde. Das Konzept wurde hierbei grundlegend geändert und orientierte sich mehr am Schema klassischer Late Night-Shows sowie an Stermann & Grissemanns FM4-Radioshow Salon Helga. So wurde das „Supatopcheckerbunny“, die bereits seit Jahren immer wieder in der Radioshow zu hören war, in die Fernsehsendung aufgenommen und der Conférence-Stil der beiden Moderatoren entsprach nun mehr jenem ungezwungenen, spontanen oder spontan wirkenden Stil, der auch in der Radio-Show angewandt wurde. Personell bezieht die Sendung bereits seit Beginn der ersten Staffel einen Großteil der Mitarbeiter aus dem FM4-Bereich (Albert Farkas, Thomas Edlinger, Herr Hermes, Fritz Ostermayer, Fred Schreiber).

Im Frühjahr 2008 veranstaltete „Willkommen Österreich” einen Gangsta-Rap-Contest, um die „krasseste Gegend Österreichs” zu ermitteln. Über Internetvoting wurde das beste Video gewählt. In der „Willkommen Österreich”-Folge vom 29. Mai 2008 sollte der finale Rap-Battle zwischen den zwei bestplatzierten Gruppen „Absolut HIV” aus Wien und „Gugaroots” aus dem oberösterreichischen Innviertel ausgetragen werden. Allerdings kam neben „Gugaroots“ ein anderer Teilnehmer ins Studio, nämlich der „Black Wall Street Europe-CEO Big J” aus Linz, da die Wiener Rapper freiwillig auf die Teilnahme verzichteten. Mit dem gelungenen Täuschungsmanöver einer vermeintlichen Vertretung hatte „Big J“ laut „Willkommen Österreich“ seine Gangsta-Qualitäten ausreichend bewiesen und durfte am Contest teilnehmen. Aus dem finalen Rap-Battle gingen „Gugaroots“ als Gewinner hervor.

Konzept und Rubriken

Gemäß dem Willkommen-Österreich-Konzept wurden von Anfang an auch Gäste auf die Couch eingeladen. In der ersten Folge waren dies Max Edelbacher, der Ex-Vorstand des Wiener Sicherheitsbüros, sowie der Kabarettist Josef Hader.

Anfängliches „Angst“-Konzept

Jede Folge beschäftigte sich ursprünglich mit speziellen Ängsten (Verbrechen, Flugangst etc.) die mit eingeladenen Studiogästen besprochen wurden. Die Angst-Thematik kann als Parodie auf die konfliktscheue und modernitätsskeptische Original-Vorabendillustrierte gesehen werden, die stets ein heiles und konservatives Weltbild präsentierte, zu dem die Beiträge der neuen Show ein ironisches und entlarvendes Gegenstück bildeten. Insbesondere der „Ratgeber”-Teil der Originalsendung wurde hier persifliert, indem etwa Experten zu einem Themengebiet eingeladen und mit unmöglichen Fragestellungen torpediert wurden. Der Humor der Sendung ergab sich zunächst weniger durch einzelne Gags oder Pointen, als viel mehr durch den unkonventionellen und unverschämten Moderationsstil und durch überraschende, groteske Ereignisse im Studio.

Die ersten zehn Folgen der Sendung verfügten über folgende Rubriken:

  • Phobie im Bild:

Fred Schreiber besuchte mehrere Plätze, bei denen die Angst besonders zu spüren war und befragte die Menschen, die für die dortige Sicherheit zuständig waren oder auch einfach nur in der Umgebung lebten. Ab der 11. Sendung wurde dieser Beitrag nicht mehr gezeigt.

  • Neben dem Achten:

In „Neben dem Achten“ redeten mehrere Jugendliche (vermutlich alle ausländischer Abstammung) aus dem 15. (anfangs 16.) Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim-Fünfhaus. Eigentlich war dieser Sendungsabschnitt nur dazu gedacht, sich offensichtlich über diese Jugendlichen lustig zu machen. Der Name galt als Anspielung auf den Quotenflop Mitten im 8en.

  • Angstberatung mit Supatopcheckerbunny:

Die Außenreporterin Supatopcheckerbunny (deren Identität stets geheim gehalten wurde, sie stammt aber aus dem Umfeld der Zentralen Intelligenz Agentur) erklärt in Berlin, wie man seine Ängste überwinden kann - zynisch auf sehr einfache Weise. In der Folge über die Schweiz gab sie vor, sich in Bern zu befinden, was aber der zu Gast eingeladene Schweizer Vizebotschafter dementierte. In Wirklichkeit befand sie sich nur vor der Schweizer Botschaft in Berlin.

  • Hall of Fear:

Die „Hall of Fear“ war eine Rubrik, in der man wöchentlich für das Bild abstimmen konnte, das einem am meisten Angst bereitete. In einer Ausgabe war es Christoph Grissemann selbst, da es in dieser Sondersendung darum ging, wer begraben werden musste, was tatsächlich geschah. Auch diese Rubrik fiel der Sendezeitkürzung zur Last.

  • Jancker/Manker - Rommel/Van Bommel:

Ein Quiz in dem man auswählen konnte zwischen einer Sport- und einer Kunstfrage oder einer Geschichts- und einer Sportsfrage. Pro Sendung wurde immer ein Kandidat aus dem Publikum geholt, damit er beim Quiz gegen Stermann & Grissemann antrat. Es ging darum, alle Fragen richtig zu beantworten, um einen Obstkorb zu gewinnen. Wenn der Kandidat das schaffte, durfte er ihn mitnehmen, wenn aber die zwei Moderatoren gewannen, blieb der Korb im Studio und wurde für die darauffolgende Woche erneut verlost. Wegen Farkas' verwirrender Fragetechnik wurde es unmöglich für den Kandidaten zu gewinnen.

  • Die Angstbörse:

Die Börse, in der die Kurse der Ängste immer wieder stiegen und fielen. Beispielsweise, wenn es einen Anschlag gab, stiegen die Kurse für Verbrechen und Terrorismus. Dieser Abschnitt wurde immer von Paul Kraker präsentiert.

  • Das schlechte Zimmer:

Hinter der Couch, auf dem die Moderatoren ihre Talkgäste begrüßten, hing an einer Tür ein Schild mit der Aufschrift „Das schlechte Zimmer”. Aus diesem Raum kamen in den ersten Sendungen merkwürdige Geräusche, die thematisiert wurden. Zudem endeten die ersten Sendungen immer mit einer Kamerafahrt auf das Schild.

Weitere feste Bestandteile des Konzepts waren:

  • Albert Farkas

Für die Sendung gilt er als Webhost und macht sich immer wieder mit durchaus eigenartigen Kommentaren bemerkbar. Meistens ist er nicht guter Laune, wirkt sehr besorgt und erwähnt immer wieder private Probleme, wie Familie, Geld etc. Vor dem Relaunch der Sendung war er außerdem Quizmaster beim Willkommen-Österreich-Quiz „Jancker/Manker - Rommel/Van Bommel“. Seine Anfangsfragen waren zur Verwirrung des Kandidaten gedacht, sodass es unmöglich war zu gewinnen.

Relaunch als Late Night-Show

Mit der zehnten Sendung (ausgestrahlt am 23. August 2007) wurde ein komplettes Re-design eingeführt. Das Augenmerk lag von nun an weniger auf dem Versuch ein Gegenstück zur früheren Nachmittagssendung des ORF 2 zu schaffen. Stattdessen wurde ein klassischerer „Late Night“-Stil eingeführt, die bizarre Keyboard-Untermalung durch die energische Band Russkaja ersetzt und die Live-Aufzeichnung zugunsten eines strafferen Zusammenschnitts aufgegeben. Außerdem wurde diesmal gezielt auf punktiertere Gags gesetzt und eine freundlichere, buntere Studiodekoration präsentiert. Viele Rubriken wurden ebenfalls zugunsten längerer "Talk" Segmente abgesetzt. Meistens werden statt Experten zu bestimmten Themenbereichen von nun an nur noch prominente Gäste aus Österreich und dem deutschsprachigen Raum eingeladen.

Pro Sendung werden meistens zwei Gäste aus verschiedensten Bereichen eingeladen, mit denen dann über aktuelle Themen gesprochen wird. Der provokative Moderationsstil von Stermann und Grissemann ist nun der Kern der Sendung.

Als sogenannte Außenreporter wirkten Supatopcheckerbunny (Berlin) und später Herr Hermes als Societyberichterstatter. Bestandteil der Show seit der achten Sendung ist ein knapp zweiminütiger Beitrag von Thomas Edlinger, der stilistisch (Wort-Bild-Kombination) an die im Frühling 2007 abgesetzte „Sendung ohne Namen“ angelehnt ist. Im Zuge des Relaunch übernimmt Albert Farkas keine Rolle innerhalb der TV-Sendung mehr, dreht aber dafür kurze Videos in denen er die Gäste in absurde Quizspiele oder Kurzinterviews verwickelt. Die Filme sind auf der Community-Webseite der Sendung zu sehen.

Rubriken der Sendung sind oder waren:

  • Die unteren 10.000:

Als Außenreporter für den Societybericht „Die unteren 10.000” fungiert Herr Hermes. Er ist für Stermann & Grissemann ein Dominic Heinzl für Arme“. In jeder Sendung besucht er eine andere kulturell irrelevante Veranstaltung, wie zum Beispiel eine Schulaufführung in einem unbekannten Dorf. In Folge 12 präsentierte er die Adoptionscastingshow Childmania, in Anspielung auf Starmania. Außerdem moderierte er die neunte Folge, die im Übrigen die Letzte war, bevor es zum Neustart der Show kam. „Die unteren 10.000” ist die letzte noch regelmäßig laufende Rubrik der Sendung.

  • Der Mann im Schrank:

In der Show wird ein „Mann im Schrank“ besucht, welcher unter dem Pseudonym Frank Baumann dort angeblich seit 22 Jahren lebt. Hinter dieser Person steckt der seit 1984 in Wien lebende Zeichner und Journalist Tex Rubinowitz. Wann immer er besucht wird, spielt die Band Russkaja eine Melodie, Christoph Grissemann öffnet sein Hemd und schleicht sich langsam tanzend zum Kasten. Wenn Dirk Stermann zu ihm geht, rennt er schnell zum Kasten und öffnet die Tür bevor die Melodie zu Ende ist. In Folge 13 war Frank Baumanns Bruder René Baumann im Kasten, da sich Frank Baumann eine Tatze auf die Hand operieren ließ. In Folge 14 war diese zu sehen, verschwand in der Episode darauf jedoch wieder. Mit der Ausstrahlung der dritten Staffel im September 2008 wurde die „Mann im Schrank“ Rubrik vorübergehend abgesetzt. In Folge 51 war er wieder da, verließ erstmalig den Schrank und ging, wie er behauptete, nach Washington, um dem neu gewählten Präsidenten bei der Arbeit zu helfen. In der 150. Folge tauchte er erneut auf.

  • Historische Glanzmomente:

Zu Beginn der Sendung spielen Stermann & Grissemann geschichtlich wichtige Momente vor. Zumeist besteht die Pointe aus einem Wortspiel (z.B. Ludwig XIV.: „Le tasse? Le tasse, c'est moi” – vgl. L'état, c'est moi oder Cäsar: „Auch du mein Sohn, Bluetooth?” in Anspielung auf Cäsars Ausruf Auch du mein Sohn, Brutus? ).

  • Der schönste Tag in Deinem Leben:

Angebliche Fans von Stermann und Grissemann bekommen in dieser Rubrik die Chance einen Nachmittag am Alltag der beiden teilzuhaben. Dieser entpuppt sich in den Einspielern aber als wenig glamourös und Kontakt zwischen den Moderatoren und dem Gast beschränken sich meistens auf peinliches Schweigen und Beleidigungen.

  • Freunde fürs Leben:

In kurzen Beiträgen wird Stermann und Grissemanns Kindheit in Rückblenden mit jungen Schauspielern geschildert. Die beiden sprechen aber die Dialoge selbst. Die Handlung hat nichts mit der wahren Biographie des Komikerduos zu tun.

Musik

In den ersten Folgen spielte Philipp Quehenberger zu jeder Folge den „Soundtrack of fear”, womit er des Öfteren auch die Gäste übertönte. Nach der ersten Sendung gab es Kritik von Seiten einiger Zuschauer, die diese Musik als störend empfanden. Die Produktion hielt dennoch bis zum Relaunch der Show an ihm als Musiker fest.

Seit dem Relaunch ist Russkaja die Show-Band. Zu Beginn der Sendung spielen die Moderatoren immer auf den Namen der Band an und bringen diese in Verbindung mit bekannten Russen in der Art von „das ist die Lieblingsband von Vladimir Putin“.

5 in Love waren die Ersatzband für Russkaja in Folge 18 und 19. Ihr Stil ist wesentlich ruhiger und wirkt Jazz-beeinflusst.

Richard Klein

Chartplatzierungen
(vorläufig)
Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufige Chartplatzierung Erklärung der Daten
Singles[1]
Bigger Better Best
  AT 68 11.03.2011 (… Wo.)

Ende 2010 wurde die Figur Richard Klein – gespielt von Herbert Knötzl (Projekt X) – in die Sendung eingeführt. Er ist seiner Ansicht nach die Reinkarnation von Little Richard, der allerdings noch lebt. Stermann und Grissemann nominierten ihn für die Österreichische Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2011, bei der er mit dem Lied Bigger Better Best antrat.

Skandale

In der Folge über die Schweiz wurden viele Aussagen getätigt, die im Land zu einem empörten medialen Echo führte. Besonders die Behauptung, die Schweiz sei ein Schurkenstaat, veranlasste die Schweizer Zeitung Blick, eine Gegenaktion zu starten, bei der es um den besten Österreicher-Witz ging.[2] In der darauffolgenden Episode wurden die Top 10 der Witze vorgelesen und sarkastisch als lustig dargestellt.[3][4]

Der deutsche Journalist und Zeitschriftenherausgeber Ulf Poschardt war in der am 10. Jänner 2008 ausgestrahlten Ausgabe (Folge 25) zu Gast. Dabei schüttete die ebenfalls eingeladene Bremer Rapperin Reyhan Şahin (unter ihrem Künstlernamen Lady Bitch Ray) ein Glas Wasser über Poschardt, der sich zuvor kritisch über sie geäußert hatte. Poschardt verließ daraufhin die Sendung vorzeitig.[5]

In der Folge vom 24. Oktober 2008 persiflierten Stermann & Grissemann mehrmals den kurz zuvor verstorbenen Landeshauptmann Jörg Haider und dessen persönliches Verhältnis zu Stefan Petzner. Nach der Ausstrahlung wurden auf der Sendungs-Website von mehreren Zuschauern stark kontroverse Meinungen zum Ausdruck gebracht.[6][7] Weiters wurden im Forum der offiziellen Website von Stermann & Grissemann Morddrohungen gegen die beiden Kabarettisten gepostet, worauf diese ihren Auftritt mit dem Programm „Die deutsche Kochschau” in Kärnten absagten.

Am 15. Jänner 2010 zeigte der ORF die 94. Folge der Sendung. Zu Gast war neben Ja, Panik-Sänger Andreas Spechtl der Entertainer und Moderator Alfons Haider. Haider bezeichnete im Zusammenhang mit den Umständen, wie mit Homosexuellen und Zuwanderern umgegangen wird, Österreich als „verschissenes“ Land. Dies fand zweiseitige Resonanz in weiteren Medien und der Politik.[8]

Zu einem weiteren Skandal kam es im Herbst 2010 im Vorfeld einer aufgezeichneten und noch nicht gesendeten Episode von Willkommen Österreich. Dirk Stermann soll dabei folgenden „Witz“ präsentiert haben: „US-Anwälte verklagen die ÖBB, weil sie den ÖBB vorwerfen, sie seien beteiligt gewesen an der Deportation von Juden: Liebe US-Anwälte, das glaube ich nicht. Wären die Juden mit den ÖBB gefahren, wären sie heute noch nicht in Auschwitz!“ Auf Bestreben der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und deren Präsidenten Ariel Muzicant musste die betreffende Szene aus der Show geschnitten werden. Auch ein Sprecher der ÖBB reagierte mit Empörung.[9]

Am 7. Oktober 2011 kam es gleich zu zwei Kontroversen binnen einer Sendung. So hätte in Österreich ein Charity-Event zu Gunsten von Lungenhochdruck-Patienten stattfinden sollen, doch auf Grund der Differenzen zwischen Rainhard Fendrich und Wolfgang Ambros, den Hauptinitiatoren der Gala, musste diese abgesagt werden. Stermann gab daraufhin folgenden „Witz“ zu Besten: „Bei allem Respekt, Lungenhochdruck-Charity, das klingt doch nicht sehr glamourös, oder? „Das ist nur mehr ein kleiner Schritt bis zur Schweißfuß-Gala und zum Analfistel-Benefiz in Darmstadt.“ Ein 16 Jahre altes Mädchen, das unter der tödlichen Krankheit Lungenhochdruck leidet, war dadurch derart gekränkt, so dass sich ihr Vater an die Medien wandte. Stermann und Grissemann mussten sich daraufhin in aller Öffentlichkeit im Rahmen ihres Kabaretts bei dem Mädchen entschuldigen. Auch der ORF gab eine öffentliche Entschuldigung ab.

In derselben Sendung bezogen sich Stermann und Grissemann auf den Auftritt des deutschen Autors Thilo Sarrazin in Graz: „In Graz war jetzt Thilo Sarrazin, der streitbare Autor. HC Strache war auch da. Wo ist der Sniper, wenn man ihn braucht?“ Mit dem Sniper waren jene zwei Jugendlichen gemeint, die im September und Oktober 2011 mit einem Luftgewehr in Wien auf Passanten geschossen haben. Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) reagierte empört und meinte, Stermann und Grissemann hätten indirekt zu einem Attentat aufgerufen. Das Duo zeigte sich angesichts der ihrerseits radikalen Kampagnen der Freiheitlichen unbeeindruckt.[10]

Ausstrahlung

Die Sendung wird im Rahmen der Donnerstag Nacht ausgestrahlt. Die Sendungen der ersten Staffel verfügten über eine Dauer von rund einer Stunde. Diese wurde in der folgenden Staffel auf etwa 40 Minuten gekürzt.

Die Sendung ist im Internet über das Portal willkommen-tv.at anzuschauen. Wegen lizenzrechtlicher Probleme bezüglich des verwendeten Archivmaterials fällt dabei Thomas Edlingers Beitrag zum Thema aus.

Im Sommer 2008, ab 3. Juli 2008, sendete der ORF während der Sommerpause die beliebtesten Momente aus den ersten 43 Folgen. Diese wurden von der Internet-Community der Seite willkommen-tv.at gewählt und in einem Kurzclip mit dem Namen Willkommen Österreich-Wurlitzer gezeigt.[11][12] Die erste Folge der neuen Staffel wurde in Mallorca aufgezeichnet. Seit September 2008 wird die Sendung auch auf 3sat ausgestrahlt.[13]

Erfolg

Laut TELETEST sahen die erste Sendung am 31. Mai 2007 128.000 Zuschauer, was zur Sendezeit zwischen 22.20 und 23.30 Uhr einem Marktanteil von 11 % entsprach. Die zweite (108.000 Zuseher, 10 % Marktanteil, 7. Juni) und dritte Folge (125.000, 10 %, 14. Juni) lagen noch darunter. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Änderungen am Sendungskonzept – das in den ersten Folgen praktizierte Konzept, die Sendung halb ernst, halb ironisch, nur den „Ängsten der Österreicher“ zu widmen, wurde nach einigen Ausgaben zu Gunsten einer schwungvolleren Moderation, ähnlich jener in ihrer Radioshow Salon Helga, aufgegeben – läuft die Sendung seither erfolgreicher, mit Marktanteilen bis zu 28 % beim Gesamtpublikum (12. Mai 2011).

Trivia

  • Anfangs lief „Neben dem Achten“ in Ottakring, dann aber in Rudolfsheim-Fünfhaus.
  • Dadurch, dass die Sendung seit dem Relaunch im Zwei-Wochen-Rhythmus aufgezeichnet wird, kam es zu einigen Besonderheiten:
    • In der Folge wurde über die Österreichische Fußballnationalmannschaft abwertend geredet, da sie laut Moderatoren vor 6 Tagen gegen die Schweiz verloren hatten, da die Sendung aber eine Woche später ausgestrahlt wurde, stimmte die Datumsangabe nicht. Außerdem gewann die Mannschaft doch überraschend am Tag vor der Ausstrahlung gegen die Elfenbeinküste mit 3:2.
  • Stermann & Grissemann hatten in Das Wunder von Wien: Wir sind Europameister als Moderatoren von Willkommen Österreich einen Cameo-Auftritt.

Einzelnachweise

  1. Chartdiskografie Österreich
  2. Österreicher-Witze-Wettbewerb
  3. Folge 10 - Schurkenstaat Schweiz
  4. Folge 11 - Boulevard mit Vorstellung der Österreicher-Witze
  5. ‚‚Fuck off, Poschi‘‘ auf willkommen-tv.at
  6. http://willkommen-tv.at/comingup.php?id=392&sendid=
  7. http://www.oe24.at/zeitung/media/Wirbel_um_ORF-Comedy_383976.ece
  8. http://derstandard.at/1262209618714/Nach-Willkommen-Oesterreich-FPOe-Haider-von-Moderationstaetigkeiten-abziehen
  9. http://derstandard.at/1289608226295/Aufregung-um-Holocaust-Witz-bei-Willkommen-Oesterreich
  10. http://www.oe24.at/tv/StermannGrissemann-Es-tut-uns-leid/42672061
  11. Willkommen Österreich-Wurlitzer im Internetvoting
  12. Donnerstag Nacht auf kundendienst.orf.at
  13. 3sat online über WÖ

Weblinks


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