Zeitfahren (Bahnradsport)


Zeitfahren (Bahnradsport)

Das Zeitfahren ist eine Disziplin des Bahnradsports. Für Einzelzeitfahren im Straßenradsport siehe Einzelzeitfahren.

Inhaltsverzeichnis

Regeln

Das Zeitfahren wird mit stehendem Start gefahren, d. h. der Fahrer bzw. die Fahrerin muss zunächst auf annähernd Maximalgeschwindigkeit beschleunigen (ca. 200 Meter) und diese dann noch über 800 Meter bzw. über 300 Meter halten. Bei dieser Disziplin werden im männlichen Bereich Durchschnittsleistungen von über 1000 Watt erzielt, was nur durch den vollständigen Einsatz der unterschiedlichen Energiereserven (Muskelglykogen, Kreatinphosphat, aerober und anaerober Stoffwechsel) möglich ist. Im Ziel ist der Sportler vollständig erschöpft und seine Muskulatur stark übersäuert. Im Gegensatz zur Einerverfolgung startet immer nur ein Fahrer gleichzeitig.

Das Zeitfahren geht für Männer über 1000m, für Frauen und Junioren über 500m.

Ergebnisse bei UCI-Bahn-Weltmeisterschaften

Männer

Bis zum Jahr 1991 war der Weltmeisterschafts-Wettbewerb im Zeitfahren den Amateuren vorbehalten und wurde in den Jahren der Olympischen Spiele 1976, 1980, 1984, 1988, und 1992 nicht ausgetragen. Danach wurde die Trennung zwischen Profis und Amateuren aufgehoben. Seitdem finden die Bahn-Weltmeisterschaften in der neuen "Elite"-Kategorie statt.

Jahr Gold Silber Bronze
1966 FrankreichFrankreich Pierre Trentin BelgienBelgien Paul Seye NiederlandeNiederlande Frans van den Ruit
1967 DanemarkDänemark Niels Fredborg PolenPolen Waclaw Latocha Trinidad und TobagoTrinidad und Tobago Roger Gibbon
1968 DanemarkDänemark Niels Fredborg Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jack Simes ItalienItalien Gianni Sartori
1969 ItalienItalien Gianni Sartori PolenPolen Janusz Kierzkowski NiederlandeNiederlande Klaas Balk
1970 DanemarkDänemark Niels Fredborg NeuseelandNeuseeland Harry Kent TschechienTschechien Anton Tkac
1971 SowjetunionUdSSR Eduard Rapp DanemarkDänemark Peder Pedersen FrankreichFrankreich Pierre Trentin
1973 PolenPolen Janusz Kierzkowski SowjetunionUdSSR Eduard Rapp NiederlandeNiederlande Herman Ponsteen
1974 SowjetunionUdSSR Eduard Rapp ItalienItalien Ferruccio Ferro PolenPolen Janusz Kierzkowski
1975 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Klaus-Jürgen Grünke SowjetunionUdSSR Eduard Rapp PolenPolen Janusz Kierzkowski
1977 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Lothar Thoms DeutschlandDeutschland Günther Schumacher SchweizSchweiz Hans Ledermann
1978 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Lothar Thoms KanadaKanada Jocelyn Lovell Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Rainer Hönisch
1979 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Lothar Thoms KanadaKanada Gordon Singleton SowjetunionUdSSR Eduard Rapp
1981 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Lothar Thoms DeutschlandDeutschland Fredy Schmidtke SowjetunionUdSSR Sergei Kopylow
1982 DeutschlandDeutschland Fredy Schmidtke Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Lothar Thoms Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Emmanuel Raasch
1983 SowjetunionUdSSR Sergei Kopylow DeutschlandDeutschland Gerhard Scheller Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Lothar Thoms
1985 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Jens Glücklich FrankreichFrankreich Philippe Boyer AustralienAustralien Martin Vinnicombe
1986 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Maic Malchow AustralienAustralien Martin Vinnicombe Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Jens Glücklich
1987 AustralienAustralien Martin Vinnicombe Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Jens Glücklich SowjetunionUdSSR Konstantin Khrabtsov
1989 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Jens Glücklich AustralienAustralien Martin Vinnicombe SowjetunionUdSSR Aleksandr Kiritchenko
1990 SowjetunionUdSSR Aleksandr Kiritchenko AustralienAustralien Martin Vinnicombe Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Jens Glücklich
1991 SpanienSpanien José Moreno DeutschlandDeutschland Jens Glücklich Trinidad und TobagoTrinidad und Tobago Gene Samuel
1993 FrankreichFrankreich Florian Rousseau AustralienAustralien Shane Kelly DeutschlandDeutschland Jens Glücklich
1994 FrankreichFrankreich Florian Rousseau Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Erin Hartwell AustralienAustralien Shane Kelly
1995 AustralienAustralien Shane Kelly FrankreichFrankreich Florian Rousseau Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Erin Hartwell
1996 AustralienAustralien Shane Kelly DeutschlandDeutschland Sören Lausberg DeutschlandDeutschland Jan van Eijden
1997 AustralienAustralien Shane Kelly DeutschlandDeutschland Sören Lausberg DeutschlandDeutschland Stefan Nimke
1998 FrankreichFrankreich Arnaud Tournant AustralienAustralien Shane Kelly Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Erin Hartwell
1999 FrankreichFrankreich Arnaud Tournant AustralienAustralien Shane Kelly DeutschlandDeutschland Stefan Nimke
2000 FrankreichFrankreich Arnaud Tournant DeutschlandDeutschland Sören Lausberg Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jason Queally
2001 FrankreichFrankreich Arnaud Tournant DeutschlandDeutschland Sören Lausberg PolenPolen Grzegorz Krejner
2002 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Chris Hoy FrankreichFrankreich Arnaud Tournant AustralienAustralien Shane Kelly
2003 DeutschlandDeutschland Stefan Nimke AustralienAustralien Shane Kelly FrankreichFrankreich Arnaud Tournant
2004 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Chris Hoy FrankreichFrankreich Arnaud Tournant NiederlandeNiederlande Theo Bos
2005 NiederlandeNiederlande Theo Bos Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jason Queally Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Chris Hoy
2006 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Chris Hoy AustralienAustralien Ben Kersten FrankreichFrankreich François Pervis
2007 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Chris Hoy FrankreichFrankreich François Pervis Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jamie Staff
2008 NiederlandeNiederlande Teun Mulder FrankreichFrankreich Michaël D'Almeida FrankreichFrankreich François Pervis
2009 DeutschlandDeutschland Stefan Nimke Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Taylor Phinney MalaysiaMalaysia Mohd Rizal Tisin
2010 NiederlandeNiederlande Teun Mulder FrankreichFrankreich Michaël D'Almeida FrankreichFrankreich François Pervis

Frauen

Jahr Gold Silber Bronze
1995 FrankreichFrankreich Félicia Ballanger RusslandRussland Galina Jenuchina AustralienAustralien Michelle Ferris
1996 FrankreichFrankreich Félicia Ballanger DeutschlandDeutschland Annett Neumann AustralienAustralien Michelle Ferris
1997 FrankreichFrankreich Félicia Ballanger AustralienAustralien Michelle Ferris FrankreichFrankreich Magali Faure
1998 FrankreichFrankreich Félicia Ballanger KanadaKanada Tanya Dubnicoff AustralienAustralien Michelle Ferris
1999 FrankreichFrankreich Félicia Ballanger China VolksrepublikChina Cuihua Juang DeutschlandDeutschland Ulrike Weichelt
2000 RusslandRussland Natalia Markownitschenko China VolksrepublikChina Cuihua Juang China VolksrepublikChina Yan Wang
2001 MexikoMexiko Nancy Contreras KanadaKanada Lori-Ann Muenzer DeutschlandDeutschland Katrin Meinke
2002 RusslandRussland Natalja Zilinskaja MexikoMexiko Nancy Contreras AustralienAustralien Kerrie Meares
2003 RusslandRussland Natalja Zilinskaja MexikoMexiko Nancy Contreras China VolksrepublikChina Cuihua Juang
2004 AustralienAustralien Anna Meares China VolksrepublikChina Jiang Yonghua KanadaKanada Lori-Ann Muenzer
2005 RusslandRussland Natalja Zilinskaja AustralienAustralien Anna Meares NiederlandeNiederlande Yvonne Hijgenaar
2006 RusslandRussland Natalja Zilinskaja AustralienAustralien Anna Meares KubaKuba Lisandra Guerra
2007 AustralienAustralien Anna Meares KubaKuba Lisandra Guerra RusslandRussland Natalja Zilinskaja
2008 KubaKuba Lisandra Guerra LitauenLitauen Simona Krupeckaitė FrankreichFrankreich Sandie Clair
2009 LitauenLitauen Simona Krupeckaitė AustralienAustralien Anna Meares Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Victoria Pendleton
2010 AustralienAustralien Anna Meares LitauenLitauen Simona Krupeckaitė WeissrusslandWeißrussland Olga Panarina
2011 WeissrusslandWeißrussland Olga Panarina FrankreichFrankreich Sandie Clair DeutschlandDeutschland Miriam Welte

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