Competition Stableford Adjustment

Competition Stableford Adjustment

Das Competition Stableford Adjustment (CSA) ist bei Golfturnieren eine Auf- oder Abwertung der erzielten individuellen Leistung aller Spieler. Vorgenommen wird sie, wenn das durchschnittliche Ergebnis deutlich von einem statistischen Mittelwert abweicht. Diese Regelung wurde vom Deutschen Golf Verband (DGV) zum 1. Januar 2007 eingeführt. Unter Golfspielern ist sie sehr umstritten.

Inhaltsverzeichnis

Grundgedanke

Wünschenswert ist es, in Turnieren eine möglichst hohe Vergleichbarkeit von Spielleistungen zu erreichen. Eine vergleichbare Spielleistung soll auf unterschiedlichen Plätzen und zu unterschiedlichen Tagen möglichst das gleiche Ergebnis für den Spieler erbringen. Das sogenannte Course Rating erfasst die architektonischen Erschwernisse des jeweiligen Golfplatzes und berücksichtigt durchschnittliche Bewertungen z. B. des Roughs, der Fairway-Festigkeit oder auch der Fahnenplatzierungen. In Wettspielen kommt es aber vor, dass außergewöhnliche Bedingungen das Spiel erschweren oder vereinfachen. Einflüsse wie schlechtes Wetter, überdurchschnittlich schnelle oder langsame Grüns können mit dem Rating nicht erfasst werden. Die Wettspielergebnisse eines Teilnehmerfeldes können davon stark beeinflusst werden. Das allgemein gültige Course Rating bildet dann den Schwierigkeitsgrad des Platzes am Wettspieltag nicht optimal ab. Hier soll das CSA eine bessere Vergleichbarkeit erreichen.

Verfahrensweise

Beim CSA wird davon ausgegangen, dass die Ergebnisse eines Wettspiels unmittelbar die Spielbedingungen des Tages widerspiegeln. Herrschen durchschnittliche Bedingungen, sind auch die Spielergebnisse durchschnittlich. Durch die Anwendung des CSA ändert sich nichts. Bei erschwerten oder erleichterten Bedingungen werden auch die Ergebnisse der Spieler durchschnittlich besser oder schlechter ausfallen. Die Ergebnisse aller Spieler eines Wettspiels werden nach der Ermittlung des CSA für die Vorgabenverwaltung um -1 bis +3 Stableford-Nettopunkte angepasst.
Hierfür vergleicht man den Anteil der erzielten Ergebnisse von 35 und mehr Stableford-Nettopunkten mit dem Anteil der durchschnittlich zu erwartenden Ergebnisse von 35 und mehr Stableford-Nettopunkten. Herangezogen für diese Rechnung werden allerdings nur Spieler der Handicap-Klassen 1 bis 4, also Handicap -26,4 oder besser. Fallen die Ergebnisse also besser aus als statistisch zu erwarten wäre, erfolgt eine Abwertung der Leistung. Im umgekehrten Fall ist auch eine Aufwertung möglich. Das Nettoergebnis jedes Einzelspielers (und damit das gegebenenfalls neue Handicap) steht erst nach Turnierende fest. CSA wird am Ende eines jeden Wettspiels von der Software automatisch und ohne Zutun oder Wahlmöglichkeit für die Spielleitung gerechnet.

Andere Länder

CSA wird schon einige Jahre sinngemäß in Großbritannien (Competition Scratch Score) und in einigen kontinentaleuropäischen Ländern verwendet. Es handelt sich um eine wettspielbezogene Stableford-Anpassung, durch die die in einem Wettspiel erzielten Ergebnisse automatisch den Spielbedingungen des betreffenden Tages angepasst werden. Die ehemals in Deutschland existierende 10%-Regel entfällt.

Einschränkungen

Die Ergebnisse der Spieler aus den Vorgabenklassen 5 und 6 werden nicht zur Ermittlung des CSA herangezogen, jedoch ebenfalls um die mit den Werten der Klassen 1 bis 4 errechnete Differenz angepasst. Nehmen an einem Wettspiel nur Spieler der Vorgabenklassen 5 und 6 teil, so wird kein CSA angewendet und die Ergebnisse zählen immer wie erspielt. Gleiches gilt für Wettspiele, an denen weniger als 15 Teilnehmer der Vorgabenklassen 1 bis 4 starten, sowie für EDS-Runden und 9-Loch-Turniere, bei denen ebenfalls kein CSA erfolgt.´
Wird ein Wettspiel annulliert (d. h., die Spielleitung bricht das Wettspiel ab und es findet keine Siegerehrung statt), so wird kein CSA angewandt und es werden nur die Unterspielungen (ohne Anpassung) gewertet.
Spielleitungen oder Vorgabenausschüsse dürfen niemals selbst darüber befinden, ob aus einem vorgabenwirksamen Wettspiel nur die Ergebnisse mit Unterspielungen zählen.

Kritik nach der Einführung

Dem Anspruch auf eine gerechtere Leistungsbewertung entsprechend ist die Kritik seitens der Aktiven recht harsch. Initiativen zur Abschaffung der Regelung wurden bereits ins Leben gerufen. Bemängelt wird:

  • Die Unverständlichkeit der Regelung aufgrund des für Laien kaum zu durchschauenden statistischen Verfahrens.
  • Eine auf Deutschland nicht zu übertragende Datenbasis. In Deutschland gibt es viele Spieler, die ihr Leistungspotenzial erst langsam ausschöpfen und ihr Handicap nach und nach verbessern. Sogenannte Unterspielungen kommen viel häufiger vor als in Ländern wie England. Hier hat sich die Mehrheit über lange Zeit an die Leistungsgrenze herangespielt, Verbesserungen sind seltener.
  • CSA erforderte bei seiner Einführung lediglich 10 Spieler in den Handicap-Klassen 1 bis 4, die für die Anpassungen maßgeblich sind. Eine geringe Zahl von Ausreißern, die eine sehr gute Leistung bringt, sorgt für eine Abwertung durch das CSA.

Änderungen ab dem Jahr 2008

Aufgrund der massiven Beschwerden wurde die Regelung verfeinert. Ziel war es, die Zahl der Turniere zu verringern, in denen eine Anpassung durch CSA stattfindet. Folgende Änderungen traten in Kraft.

  • 9-Loch-Turniere sind generell von dieser Regelung nicht mehr betroffen. Es findet bei ihnen also keine Anpassung durch CSA statt.
  • Die Mindestzahl der Spieler, die in den Handicap-Klassen 1 bis 4 teilnehmen müssen, damit CSA angewandt wird, beträgt nicht mehr 10 wie zu Beginn, sondern 15.
  • Ergebnisse ab 35 statt bisher 34 Stableford-Nettopunkte aufwärts werden als Kalkulationsbasis herangezogen. Gehören weniger als 50 Prozent der für das CSA relevanten Wettspielteilnehmer den Handicapklassen 3 oder 4 an, bleibt es bei 34 Stableford-Nettopunkten als Kalkulationsbasis.

Änderungen ab dem Jahr 2012

Ab 2012 verliert das CSA seine Gültigkeit und wird durch das Computed Buffer Adjustment (CBA) abgelöst.

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