Constance Elaine Trimmer Willis

Constance Elaine Trimmer Willis
Connie Willis beim Clarion Workshop 1998 in Seattle

Constance Elaine Trimmer Willis (* 31. Dezember 1945 in Denver) ist eine US-amerikanische Science Fiction-Schriftstellerin. Sie gewann in den 1980ern und 1990ern zahlreiche Preise, darunter acht Hugo Awards und sechs Nebula Awards. Sie lebt mit ihrem Ehemann, einem Physikprofessor, in Greeley, Colorado, und hat eine Tochter.

Inhaltsverzeichnis

Themen und Stil

Willis ist für ihre leicht zugängliche Sprache und ihre liebenswerten Charaktere bekannt. In mehreren ihrer Werke spielen Zeitreisen und eine Gruppe von Historikern im Oxford der Zukunft eine Rolle. Dazu gehören die mit dem Hugo Award ausgezeichneten Romane Die Jahre des Schwarzen Todes und Die Farben der Zeit sowie die Erzählung Brandwache, die in der gleichnamigen Erzählungssammlung enthalten ist. Ähnlich etwa Neal Stephenson lassen sich Willis' Werke oft nicht eindeutig einem Genre zuordnen. Die Geschichten ihres Zeitreise-Universums sind eindeutig Science Fiction; in anderen Werken wie der Novelle Bellwether oder dem Roman Passage sind Science Fiction-Elemente nur in Ansätzen zu identifizieren.

Als ihren größten Einfluss nennt sie Robert A. Heinlein, den sie für seinen Humor, seinen bodenständigen Zukunftsansatz und seine schlauen Handlungen schätzt. Der Schreibstil von Connie Willis ist an die comedy of manners (Sittenkomödie) angelehnt. Deutliche Einflüsse von P. G. Wodehouse sind erkennbar, sodass es manche Leser überraschen dürfte, dass Connie Willis keine Engländerin ist. Die Hauptpersonen ihrer Geschichten werden typischerweise von lästigen Gegenspielern bedrängt, die zielstrebig unlogische Pläne verfolgen, indem sie etwa versuchen, inmitten einer tödlichen Epidemie ein Glockenläuten zu veranstalten (Die Jahre des Schwarzen Todes), oder die Erforschung von Nahtoderfahrungen dadurch erschweren, dass sie den Befragten Worte in den Mund legen (Passage). Verwaltungsmitarbeiter ohne Rückgrat und Spinner sind fester Bestandteil des Personals. Im Kontrast dazu sind die Hauptpersonen und ihre Verbündeten willensstarke und sorgfältig gezeichnete Charaktere, die es dadurch umso besser mit ihren Quälgeistern aufnehmen können.

Andere Motive und stilistische Werkzeuge sind etwa:

  • Wissenschaftler, die wirkliche Wissenschaft betreiben, als Hauptpersonen (das Leitmotiv von Bellwether, aber auch in Uncharted Territory und Passage vorhanden, schwächer ausgeprägt in den Geschichten des Zeitreise-Universums);
  • eine Abneigung gegen zügellose Politische Korrektheit (besonders die Überbewertung von eingeborenen Kulturen in Uncharted Territory oder Einstellungen gegen das Rauchen in Bellwether);
  • das Einbeziehen akribisch recherchierter, detailliert dargestellter Belanglosigkeiten, die den Erzählstoff berühren oder zu ihm in symbolischer Beziehung stehen (Modeerscheinungen in Bellwether, Paarungsbräuche in Uncharted Territory, alte Filme in Remake, die Titanic und andere Katastrophen in Passage).

Obwohl sie als Science Fiction-Autorin gefeiert wird, könnten die Geschichten von Connie Willis solche Leser enttäuschen, die typische Science Fiction-Themen und Auflösungen erwarten. Dies gilt besonders für Lincolns Träume, eine Geschichte über die unerwiderte Liebe zu einer Frau, die möglicherweise Reinkarnation oder Präkognition erfährt, und deren Perspektive ans Selbstmörderische grenzt. In ähnlicher Weise beschäftigt sich Bellwether fast ausschließlich mit Psychologie, und Passage deutet eine reale Grundlage für das Phänomen der Todesnäheerfahrungen nur an. Die Erzählweise allerdings kann als sehr reizvoll empfunden werden.

Werk

Romane und Novellen

  • 1982: Water Witch (mit Cynthia De Felice)
dt. 1984: Knaur TB 5786, ISBN 3-426-05786-7, Die Wasserhexe
dt. 1992: Heyne TB 06/4883, ISBN 3-453-05401-6, Lincolns Träume
  • 1989: Light Raid (mit Cynthia De Felice)
  • 1994: Remake
  • 1994: Uncharted Territory
  • 1996: Bellwether
  • 1997: Promised Land (mit Cynthia De Felice)
  • 2005: Inside Job (Hugo)

Erzählungssammlungen

  • 1984: Fire Watch
dt. 1987: Sammlung Luchterhand TB 660, ISBN 3-472-61660-1, Brandwache
  • All My Darling Daughters (dt. Alle meine geliebten Töchter)
  • Fire Watch (dt. Brandwache)
Ausgezeichnet mit: Hugo Award, Nebula Award
  • A Letter from the Clearys (dt. Ein Brief von den Clearys)
Ausgezeichnet mit: Nebula Award
  • Daisy, In the Sun (dt. Daisy in der Sonne)
  • Blued Moon (dt. Geblauter Mond)
  • Service For the Burial of the Dead (dt. Die Liturgie bei der Totenbestattung)
  • Samaritan (dt. Der Samariter)
  • And Come from Miles Around (dt. Und sie kommen von meilenweit her)
  • 1993: Impossible Things
Hugo und Nebula Award für The Last of the Winnebagos und Even the Queen, Nebula für At the Rialto
  • 1999: Miracle and Other Christmas Stories
  • 2007: The Winds of Marble Arch and Other Stories

Doomsday Book (novel)

  • dt. 1993: Die Jahre des Schwarzen Todes, Heyne TB 06/5013, ISBN 3-453-06589-1
Award Kategorie
Hugo Award Best Novel
Nebula Award Best Novel
Locus Award 1993 Best SF Novel

In diesem Roman betrachtet die Autorin quasi parallel den Ausbruch einer tödlichen Seuche in der Zukunft und den Ausbruch der Pest im Mittelalter. Sie stellt die durch die unterschiedlichen Möglichkeiten der Medizin bedingten Folgen konsequent dar, wodurch die Beschreibung der Ereignisse zur Zeit der Pest zu einem erschütternden Dokument gerät.

To Say Nothing of the Dog (novel)

  • dt. 2001: Die Farben der Zeit, Heyne TB 06/6379, ISBN 3-453-18783-0
Award Kategorie
Hugo Award Best Novel
Locus Award 1999 Best SF Novel

Passage (novel)

  • bisher nicht auf Deutsch erschienen
Award Kategorie
Locus Award 2002 Best SF Novel

Weblinks


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