Constanze Mozart


Constanze Mozart
Constanze Mozart
Carl Thomas und Franz Xaver Mozart, Söhne von Mozart
Angeblich Constanze Mozart 1840

Maria Constanze Caecilia Josepha Johanna Aloisia Mozart (* 5. Januar 1762 in Zell im Wiesental; † 6. März 1842 in Salzburg; gebürtige Constanze Weber) war die Ehefrau von Wolfgang Amadeus Mozart und die Kusine von Carl Maria von Weber.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Constanze Mozart war die dritte von vier Töchtern von Franz Fridolin Weber und Maria Cäcilia Cordula Stamm. Die Familie lebte in Mannheim, wo der Vater Bassist und Kopist am Theater war und die zweitälteste Schwester Aloisia Koloratursopranistin. Dort lernten sich Mozart und Constanze Weber 1777 kennen. Mozart verliebte sich aber zunächst in ihre Schwester Aloisia. 1781 traf Mozart die inzwischen nach Wien übersiedelte Familie Weber wieder. Aloisia hatte zwischenzeitlich Joseph Lange geheiratet. In Wien wohnte Mozart eine Zeit lang bei den Webers, musste jedoch „wegen des Geredes der Leute“ die Wohnung wechseln.

Am 4. August 1782 heirateten die beiden ohne Aufgebot und ohne elterliche Genehmigung. Nach Mozarts Briefen zu urteilen, war es eine glückliche Ehe. Sie habe ihm die Inspiration gegeben, die er für seiner Kompositionen brauchte. Mehrere Werke sind für sie geschrieben, darunter die Sopranpartie der Großen c-Moll-Messe, die sie bei der Uraufführung in der Salzburger Peterskirche sang. Sie begleitete ihn auch auf den meisten seiner Reisen.

Während ihrer Ehe mit Mozart war Constanze in acht Jahren sechsmal schwanger, was ihre Kräfte derart auslaugte, dass sie immer wieder ans Bett gefesselt war. Von den Kindern Raimund Leopold (1783), Carl Thomas (1784), Johann Leopold (1786), Theresia (1787), Anna (1789) und Franz Xaver Wolfgang (1791) starben vier, außer Carl Thomas und Franz Xaver Wolfgang, als Säuglinge. Belastet war sie zudem durch häufige Umzüge und die Geldknappheit der letzten Jahre.

Nach W. A. Mozarts Tod 1791 stand Constanze alleine mit ihren beiden Kindern und Mozarts Schulden da. Um sich und die Kinder durchzubringen, veranstaltete sie gemeinsam mit ihrer Schwester Aloisia mehrere Benefizkonzerte und 1795/96 eine Konzertreise mit Mozarts Werken. Die Kinder brachte sie auf das Landgut Villa Bertramka bei Prag des befreundeten Ehepaares Josepha und Franz Xaver Duschek. Die noch vorhandenen Autographen Mozarts verkaufte sie nicht sofort, sondern erst zur Jahreswende 1799/1800 an den Offenbacher Musikverleger Johann Anton André. Zehn Jahre später, 1809, heiratete Constanze in Preßburg Georg Nikolaus Nissen, einen dänischen Legationssekretär und Diplomaten, mit dem sie 1810 nach Kopenhagen übersiedelte. Zwischen 1820 und 1824 bereiste das Ehepaar Deutschland, bevor es im August 1824 nach Salzburg zog. Spätestens hier begann sie gemeinsam mit ihrem Mann die Arbeit zu einer der ersten Biografien über W. A. Mozart. Nissen starb 1826. Constanze gab die Biografie 1828 heraus.

Begraben ist Constanze im Familiengrab der Mozarts auf dem St. Sebastiansfriedhof in Salzburg.

2006 wurde in Altötting eine Kopie einer Daguerreotypie aus dem Jahr 1840 wiedergefunden, auf der angeblich die 78-jährige Constanze gemeinsam mit der Familie des Komponisten Max Keller abgebildet ist.

Literatur

  • Constanze Nissen-Mozart: Tagebuch meines Briefwechsels in Betref der Mozartischen Biographie (1828–1837). Neuübertragung und Kommentar von Rudolph Angermüller. Bock, Bad Honnef 1999, ISBN 3-87066-493-2.
  • Klemens Diez: Constanze ... gewesene Witwe Mozart. Ihre ungeschriebenen Lebenserinnerungen. Nach vorwiegend authentischen Unterlagen. Österreichischer Verlags-Anstalt u. a., Wien u. a. 1982, ISBN 3-85202-080-8.
  • Karsten Nottelmann: Mitteilungen über „das von gott geseegnete Kleeblatt“. In: Mozart-Jahrbuch 2003/04 (2005), ISSN 1861-9053, S. 199–225
  • Werner Ogris: Mozart im Familien- und Erbrecht seiner Zeit. Verlöbnis – Heirat – Verlassenschaft. Böhlau, Wien u. a. 1999, ISBN 3-205-99161-3.
  • Erich Valentin: Das Testament der Constanze Mozart-Nissen. Mit biographischen Notizen über Constanze und Georg Nikolaus Nissen. In: Neues Mozart-Jahrbuch 2, 1942, ZDB-ID 206550-2, S. 128–175.
  • Renate Welsh: Constanze Mozart. Eine unbedeutende Frau. Neu durchgesehene Auflage. Deutscher Taschenbuchverlag, München 2004, ISBN 3-423-252-219 (dtv 25221).

Bühnenwerke

  • Die Weberischen. Eine musikalische Komödie von Felix Mitterer, Musik Martyn Jacques/Wolfgang A.Mozart; Uraufführung 2006 an den Vereinigten Bühnen Wien; Kaiserverlag Wien

Weblinks

 Commons: Constanze Mozart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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